Wat Noch > Theoriebereich

Revolution

(1/1)

Kuddel:
Welch ein schillernder Begriff.

Inzwischen oft auf den Hund gekommen.


Aber was ist das überhaupt?

Die DDR wurde von einer "gewaltlosen Revolution" weggefegt??
Ich lach mich tot!

Erst gab es eine Zeit mutige Demonstranten, die gegen Wahlbetrug protestierten und ein freiheitliches sozialistisches System wollten. Sie riefen "Wir sind das Volk!" um klarzumachen, daß sie sich von den SED Zombies nicht vertreten fühlten.
Als das Demonstrieren kein Risiko mehr war, gingen andere auf die Straße. Ihr "Wir sind ein Volk" Gegröhle, ließ viele der ursprünglichen Demonstranten zuhause bleiben.
Es gab keine Revolution, die "Revolutionäre" haben ein paarmal demonstriert, sie haben aber nie die Macht übernommen. Eine Regierung ging freiwillig, die eines anderen Staates hat ihren Platz übernommen.

Bis zum heutigen Tag habe ich keinen vernünftige Analyse dieser Vorgänge gehört. "Annexion" ist mir etwas zu kurz. Ich würde schon gern begreifen, wie so eine gewaltige Umwälzung möglich war. Die Unzufriedenheit der DDR Bevölkerung wurde genutzt für Entwicklungen, die nie im Sinne der Bevölkerung waren.

In Tunesien sprach man auch von einer "Revolution". dort hat man auch etwas mehr hingekriegt als ein paar Montagsdemos, man kann schon von einem Aufstand sprechen mit der Beschädigung/Zerstörung von 85 Polizeiwachen, 13 Rathäusern, 43 Banken, 11 Fabriken und 66 Geschäften und Einkaufszentren. Der Diktator Ben Ali verließ ruckzuck das Land. Heute geht es den Menschen in Tunesien teilweise schlechter als zuvor. Netzwerke, Machtstrukturen und Kapitalismus blieben.

Und was ist, wenn die Regierenden sich nicht freiwillig und so zügig verpissen, wie in der DDR oder Tunesien? Was ist, wenn man die Oppositionellen sich totdemonstrieren und den Protest ins Leere laufen läßt? Oder mit Gewalt, Massenverhaftungen und Folter reagiert, wie in Belarus oder zusätzlich mit Massenmord wie in Myanmar. Dort tritt man nicht einfach mal zurück.

Was nun, ihr Revolutionäre?

ManOfConstantSorrow:
https://www.firefund.net/revcolombia

ManOfConstantSorrow:
Corona-Krise, Weltkapitalismus und revolutionäre Alternativen

https://verein-agl.de/corona-krise-weltkapitalismus-und-revolutionaere-alternativen/

ManOfConstantSorrow:
Auch wenn Revolutionstourismus nicht angesagt ist, ich finde es mehr als ok:

[Kolumbien]

--- Zitat ---Eine Frankfurterin wurde zum Sprachrohr der Protestbewegung – und riskiert tagtäglich ihr Leben.

Sprößer steht in der „Primera Línea“, der ersten Reihe, der Spitze der Widerstandsgruppe „Puerto Resistencia“. Jeden Moment kann die Polizei anrücken. Kurz bevor das Video endet, sagt sie: „Es ist wirklich gefährlich. Es geht hier jede Nacht um Leben und Tod.“


Rebecca Sprößer (erste Reihe Mitte) in Cali.

Der Trip war eigentlich als Urlaub geplant. Aus zwei Wochen sind mittlerweile drei Monate geworden. Sprößer arbeitete in einer Tanzschule, als die Proteste begannen. Weil sie schon in der Vergangenheit weltweit für Hilfsorganisationen im Einsatz war, beschloss sie, dasselbe auch in Cali zu tun. „Wir sammelten Geld, um Lebensmittel und Medikamente zu kaufen“, erzählt sie. Damit fuhr sie zum Hauptblockadepunkt des Widerstands und lernte so die jungen Männer der „Puerto Resistencia“ kennen. „Ich kam dann jeden Tag und blieb jede Nacht. Eigentlich gehe ich nur noch Hause, um zu duschen. Die ‚Puerto Resistencia‘ ist ein bisschen mein Zuhause geworden.“ Und die Jungs der „Primera Línea“ seien ihre Familie.

Sprößer ist für sie so etwas wie eine Pressesprecherin geworden. Sie filmt mit ihrem Smartphone jeden Tag und jede Nacht, was sich auf den Straßen Calis abspielt, und stellt die Videos auf ihre Facebook-Seite. Tagsüber versammeln sich Familien, Alt und Jung bei den Blockadepunkten wie etwa Autobahnen oder von den Demonstrierenden eingenommene Polizeiwachen. In Sprößers Videos ist zu sehen, wie die Menschen Salsa tanzen, sich kostenlos tätowieren lassen. Es werden T-Shirts gedruckt und Graffiti gesprüht; an einer Hauswand ist etwa ein Graffito zur Erinnerung an den von einem Polizisten erschossenen Nicolas Guerrero zu sehen (siehe nebenstehendes Interview). Die besetzten Polizeiwachen machten die Demonstrierenden kurzerhand zu Bibliotheken. Es sind friedliche Szenen, die zu sehen sind, sie erinnern an Straßenfeste. „Die Menschen hier demonstrieren auch für mehr Gerechtigkeit und Teilhabe. Für eine bessere Bildung, bessere medizinische Versorgung, für kulturelle Angebote“, erklärt Sprößer.

Doch je näher der Abend rückt, desto leerer werden die Straßen. Dann bleibt nur noch der harte Kern wie die „Primera Línea“. Sprößer spricht von rund 80 Leuten. Jede Nacht bangt sie um das Leben ihrer „Jungs“. Jede Nacht könnte es einen von ihnen treffen. Sprößer hat bereits einige Bekannte verloren. Zwei Tage vor dem Skype-Gespräch mit der Frankfurter Rundschau stirbt ein Freund im Kugelhagel der Polizei. „Wir feierten und hörten Musik. Dann hörten wir Schüsse“, erzählt sie. Eine Nacht zuvor starb ein weiterer Freund. „Er wurde von einem Lkw überfahren.“ Während sie das erzählt, verzieht sie weder ihr Gesicht noch wird ihre Stimme brüchig. Für sie ist das der Alltag. „Man gewöhnt sich sehr schnell an die Situation. Es ist mittlerweile normal, wenn wieder jemand stirbt, und das fast jede Nacht.“

(...)
--- Ende Zitat ---
https://www.fr.de/politik/nachts-eskaliert-die-gewalt-90804850.html

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