Autor Thema: Lokführer-Streik noch vor der Bundestagswahl?  (Gelesen 1055 mal)

dagobert

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Lokführer-Streik noch vor der Bundestagswahl?
« am: 14:34:18 Mi. 14.Juli 2021 »
Zitat
Jetzt stehen Streiks an, die mitten in den Bundeswahlkampf 2021 fallen könnten. Kann das gut gehen? Beim GDL Streik im Jahr 2015 hatte sich eine teils geradezu fanatische Medienfront auf Claus Weselsky eingeschossen und ließ viele Hemmungen aber auch die journalistische Sorgfalt fahren. Denn trotz des medialen Trommelfeuers gegen die Streikenden, waren große Teile der Bevölkerung solidarisch mit den Streikenden und zollten dem GDL-Vorsitzenden Weselsky durchaus Respekt für sein Haltung.

Im Interview geht es um gute Gründe zu streiken, Nieten in Nadelstreifen, die mediale Hetze gegen die konfliktbereite Gewerkschaft GDL, Union Busting und Solidarität.
https://arbeitsunrecht.de/arbeitsunrechtfm-nr-27-claus-weselsky-im-interview-zu-kommenden-gdl-streiks/

Kuddel

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Re: Lokführer-Streik noch vor der Bundestagswahl?
« Antwort #1 am: 18:24:28 Mi. 14.Juli 2021 »
Ich erinnere die letzten Bahnstreiks auch so, daß die Medien Interviews mit aufgebrachten Pendlern suchten, doch fast nur auf Menschen stießen, die für die Streikenden Verständnis hatten.

NachbarArsch

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Re: Lokführer-Streik noch vor der Bundestagswahl?
« Antwort #2 am: 16:37:41 Di. 10.August 2021 »
Zitat


Ergebnis der Urabstimmung Lokführer streiken schon ab heute Abend

Stand: 10.08.2021 14:30 Uhr

Die Mitglieder der Lokführergewerkschaft GDL haben für Streik gestimmt. Er soll heute im Güterverkehr beginnen, morgen im Personenverkehr. Laut Bahn fallen am Mittwoch und Donnerstag drei von vier Fernzügen aus.

Die Lokführergewerkschaft GDL hat sich für einen bundesweiten Streik bei der Deutschen Bahn entschieden. 95 Prozent der Gewerkschaftsmitglieder hätten für einen Streik gestimmt, erklärte GDL-Chef Claus Weselsky nach einer Urabstimmung. Damit sei die notwendige Zustimmung von 75 Prozent weit übertroffen worden. "Das ist mehr als wir erwartet haben", sagte er. Nach Weselskys Angaben beteiligten sich 70 Prozent der Mitglieder an der Urabstimmung.

Bereits an diesem Dienstagabend werde der Güterverkehr bestreikt. Der Ausstand soll bundesweit sein. Ab Mittwochfrüh werde auch der Personenverkehr bestreikt. Enden soll der Arbeitskampf am frühen Freitagmorgen um 2:00 Uhr. "Den Arbeitskampf verantwortet das Management der Deutschen Bahn AG", sagte Weselsky.
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/gdl-streik-bahn-101.html

Tiefrot

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Re: Lokführer-Streik noch vor der Bundestagswahl?
« Antwort #3 am: 21:28:03 Di. 10.August 2021 »
Haut rein, Leute. Schließlich ist der Schichtdienst anstrengend,
und euer Kühlschrank will ja auch gefüllt sein.  ;)
Denke dran: Arbeiten gehen ist ein Deal !
Seht in den Lohnspiegel, und geht nicht drunter !

Wie bekommt man Milllionen von Deutschen zum Protest auf die Straße ?
Verbietet die BILD und schaltet Facebook ab !

Kuddel

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Re: Lokführer-Streik noch vor der Bundestagswahl?
« Antwort #4 am: 09:18:53 Mi. 11.August 2021 »

Troll

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Re: Lokführer-Streik noch vor der Bundestagswahl?
« Antwort #5 am: 09:39:10 Mi. 11.August 2021 »
Die Qualitätsmedien beziehen derweil den Schützengraben, die Gewerkschaft hält nämlich den fleißigen hart Arbeitenden vom Almosenerwerb ab.
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Re: Lokführer-Streik noch vor der Bundestagswahl?
« Antwort #6 am: 10:33:54 Mi. 11.August 2021 »
Zitat
Claus Weselsky: Der Überlebens-Kampf eines Egomanen

Die Bahn steht vor einem Streik. Die GDL und ihr Chef Claus Weselsky zünden die nächste Eskalationsstufe im Machtkampf mit der Konkurrenzgewerkschaft EVG.

Die Gewerkschaft der Lokomotivführer GDL ist streikbereit. Das Ergebnis der Urabstimmung ist bekannt - die Mitglieder haben mit großer Mehrheit für einen Arbeitskampf bei der Bahn gestimmt. Der Konzern und jeder, der auf die Bahn angewiesen ist, muss sich auf Dauerstress einstellen. GDL-Chef Claus Weselsky hat die Mittel, die Bahn flächendeckend lahmzulegen. Und er hat überhaupt kein Problem damit, diese auch anzuwenden.
...

Quelle: ntv via NDS

Praktischer Weise nur ein Kommentar von Jan Gänger.
Jan Gänger leitet die Wirtschaft bei ntv.de  :o
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Fritz Linow

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Re: Lokführer-Streik noch vor der Bundestagswahl?
« Antwort #7 am: 15:18:56 Mi. 11.August 2021 »
Zitat
Der erbittert geführte Lokführer-Streik ist laut dem Chef der Gewerkschaft EVG »keine normale Tarifauseinandersetzung«. Für die GDL gehe es um alles.
(blablabla)
https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/evg-chef-ueber-lokfuehrer-streik-bei-der-deutschen-bahn-geht-um-existenz-der-gdl-a-d3201d65-450e-4495-a287-37ca3386e914

Am Kieler Provinzbahnhof saßen etwa 15 Lokführer und Zugbegleiter in Streikwesten recht entspannt auf einer Treppe, während im Bahnhof nichts mehr los war, kein einziger Zug. Was die EVG macht, sei ihnen egal, sie wollen ihre Forderungen durchsetzen. Die Teppichfraktion sei überdimensioniert und zu sehr mit dem Management verbunden. Ein Problem sei auch der Nachwuchsmangel, dadurch Arbeitsverdichtung und schlechte Schichtpläne.
Die Organisierung in den übrigen "gleisnahen" Bereichen nehme langsam Fahrt auf.
Ich hatte nicht den Eindruck, dass es für die GDL um alles geht, eher für die EVG, weil sie keine Kontrolle mehr über die "Produktion" hat.
In Niedersachsen sei es angeblich bei einer Privatbahn ebenfalls zu Arbeitsniederlegungen gekommen.

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Re: Lokführer-Streik noch vor der Bundestagswahl?
« Antwort #8 am: 16:07:44 Mi. 11.August 2021 »
Zitat
...

EVG: Viel Unverständnis für den Streik

Kritik an der GDL gibt es auch von der EVG. "Für den Streik haben nach unseren Berechnungen so um die 5000 Bahnbeschäftigte gestimmt", erklärte der Chef der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft, Klaus Hommel. Ihm sei aus dem Unternehmen sehr viel Unverständnis für den Streik der Lokführer vermittelt worden, sagte er. In dem Arbeitskampf gehe es nicht um eine normale Tarifrunde, sondern um den Existenzkampf der GDL. Deren Chef Weselsky habe das Ziel ausgegeben, die EVG aus dem Unternehmen zu drängen, meinte Hommel.

Quelle: tagesschau


Sehr viel Unverständnis aus dem bestreikten Unternehmen, echt?
Mal wieder ein Hexer den die Medien brennen sehen wollen.
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Re: Lokführer-Streik noch vor der Bundestagswahl?
« Antwort #9 am: 20:03:26 Mi. 11.August 2021 »
Zitat
Streik bei Deutscher Bahn: Solidarität mit der GDL – aus vielen Gründen!

Die GDL will nur den sehr gemäßigten Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst – wird aber trotzdem als verantwortungslos hingestellt. Hinzu kommen Halb- und Falschinformationen. Die GDL-Mitglieder werden vom Staatskonzern DB im Vergleich zu den Beschäftigten des Öffentlichen Dienstes als zweit- und drittklassig behandelt. Von Werner Rügemer.
...


Quelle: NDS
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Re: Lokführer-Streik noch vor der Bundestagswahl?
« Antwort #10 am: 18:55:35 Do. 12.August 2021 »
Zitat
INTERVIEW MIT GDL-CHEF CLAUS WESELSKY - „Wir sind kampferprobt, haben mehrere mediale Wellen erlebt und sind trotzdem erfolgreich“

Die Rote Fahne Redaktion führte heute das folgende Interview mit dem Bundesvorsitzenden der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), Claus Weselsky:

Rote Fahne News: Gratulation zur großen Streikteilnahme, mit der ihr beweist: „Alle Räder stehen still, wenn dein starker Arm es will“. Wie ist es gelungen, wo euch von der Bahn AG und manchen Medien vorgeworfen wird, dies sei eine „Attacke auf das Land“?

Claus Weselsky: Uns gelingt eine regelmäßige Solidarisierung unserer Kolleginnen und Kollegen, der Eisenbahnerinnen und Eisenbahner, weil wir kampferprobt sind und schon mehrere auch mediale Wellen erlebt und überstanden haben und trotzdem erfolgreich gewesen sind.

Rote Fahne News: Die Bahn AG rechtfertigt die von ihr geforderte und mit der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) für dieses Jahr vereinbarte Nullrunde mit ihrem Schuldenberg und Milliarden-Verlusten durch Corona. Ist die GDL „maßlos und auf Krawall gebürstet“?

Claus Weselsky: Die GDL ist sehr wohl in der Lage, das zu beachten, allerdings hat die DB AG vom Eigentümer Bund, wie alle anderen Eisenbahn-Verkehrsunternehmen, in Milliardenhöhe Unterstützung für die ausgefallenen Fahrkartenerlöse und die Aufwendungen erhalten. Und von daher ist es ein hausgemachtes Problem. Der Schuldenberg der DB hat nichts mit Corona zu tun. Der ist schon eher sichtbar geworden, und das liegt am Missmanagement und am weltweiten Verzocken. Deswegen sagen wir zum Einsparungsbeitrag über Personalkosten: Kann erbracht werden, aber nicht von denen, die im direkten Bereich die Wertschöpfung machen … .

Rote Fahne News: Die Streikgegner werfen der GDL vor, aus „Machtinteressen“ heraus zu streiken, um so die Mehrheit in den verschiedenen DB-Gesellschaften zu erringen. Wie geht ihr mit dem Tarifeinheitsgesetz (TEG) um, mit dem das Streikrecht noch weiter eingeschränkt soll?

Claus Weselsky: Nun, wir haben ja dagegen geklagt, was nicht erfolgreich gewesen ist, und wir haben uns jetzt im Herbst 2020 entscheiden müssen, wie wir damit klarkommen. Wir haben uns entschieden, das TEG mit seiner jetzigen, vorhandenen Wirkung erst mal so zu nehmen und daraus unsere Schlussfolgerungen gezogen: Nämlich, dass wir für Mehrheiten in den Betrieben sorgen müssen. Und wir gewinnen Mitglieder mit der klaren Zielsetzung: Schützt eure Tarifverträge, die ihr gemeinsam mit uns erkämpft habt, um im Ergebnis auch bei richtiger TEG-Anwendung die Mehrheit in weit mehr Betrieben zu haben.

Die willkürliche Festlegung der DB AG, dass wir angeblich nur in 16 (von 170 - Anm. d. Red.) Betrieben Mehrheiten haben, ist eine glatte Lüge. Wir können heute schon belegen, dass wir in weit mehr Betrieben die Mehrheit haben, aber wir überlassen es deutschen Gerichten, die Mehrheiten festzustellen, denn dass BVG hat dazu klar den Weg über § 99 Arbeitsgerichtsgesetz vorgeschrieben. Deshalb klagt die GDL vor verschiedenen Gerichten, um eine Feststellung TEG-gemäß zu bekommen.

Rote Fahne News: Lieber Claus Weselsky, vielen Dank, dass du in dieser heißen Phase Zeit für ein Interview mit der Rote Fahne Redaktion gefunden hast. Wir wünschen euch viel Erfolg und werden weiter berichten und mithelfen, die Solidarität mit eurem Kampf zu organisieren.

Quelle: https://www.rf-news.de/2021/kw32/wir-sind-kampferprobt-haben-mehrere-mediale-wellen-erlebt-und-sind-trotzdem-erfolgreich
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Re: Lokführer-Streik noch vor der Bundestagswahl?
« Antwort #11 am: 15:34:36 Fr. 13.August 2021 »
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Re: Lokführer-Streik noch vor der Bundestagswahl?
« Antwort #12 am: 16:20:00 Fr. 13.August 2021 »
Wesselsky ist der Böse Mann der aus reinem Egoismus die Lokführer streiken lässt, unsere lieben Medien sehen anscheinend ihre Hauptaufgabe darin massiv Stimmung gegen Wesselsky zu machen.
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Re: Lokführer-Streik noch vor der Bundestagswahl?
« Antwort #13 am: 00:27:45 Di. 17.August 2021 »
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Fritz Linow

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Re: Lokführer-Streik noch vor der Bundestagswahl?
« Antwort #14 am: 11:42:32 Mi. 18.August 2021 »
Zitat
„Der Streik der Lokführer wird zu mehr Corona-Infektionen führen“, sagte Lauterbach den Zeitungen der Funke Mediengruppe vom Mittwoch. Überfüllte Züge würden erheblich zur Weiterverbreitung der Delta-Variante beitragen. Ein Tarifstreit „in dieser Form auf dem Rücken der gesunden Bevölkerung ist ziemlich rücksichtslos“, kritisierte Lauterbach.

Der SPD-Politiker betonte mit Blick auf die jüngste Streikandrohung der Lokführergewerkschaft GDL, er bedauere, dass zu diesem Zeitpunkt der Pandemie und auf diese Art gestreikt werde. „Es hätte Wege geben, andere Bereiche oder Abteilungen der Bahn wirksam zu bestreiken und gleichzeitig das Gesundheitsrisiko gering zu halten. Aber das war offenbar von vornherein nicht geplant“, bemängelte Lauterbach. Es gehe der Gewerkschaft offenbar auch „um möglichst viel Außenwirkung“.
https://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.karl-lauterbach-warnt-streiks-bei-der-bahn-fuehren-zu-mehr-corona-infektionen.7f73f5fc-bb35-4c41-b8dc-2e9600636cf1.html

War klar...


Lauterbachs abgeordnetenwatch