Autor Thema: Inflation  (Gelesen 1533 mal)

Ferragus

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Inflation
« am: 10:20:01 Sa. 09.Oktober 2021 »
Vor einigen Wochen begründete die GDL ihre Forderungen auch damit, dass der Wochen-Einkauf jetzt deutlich teurer wäre als noch vor wenigen Monaten. Hin und wieder sieht man vor Supermärkten Leute mit Stirnrunzeln den Bon überfliegen, ihr Gesichtsausdruck scheint zu sagen: "So wenig, für so viel Geld!?". Bei den Wohnungspreisen und neuerdings auch bei den Strompreisen ist es ähnlich - die Preise kennen nur eine Richtung: nach oben.

In der bürgerlichen Wirtschaftspresse kämpfen verschiedene Ökonomie-Schulen um die Deutung dieser sorgenbereitenden Entwicklungen - eine Seite zeigt auf die Pandemie, ein Missverhältnis zwischen Nachfrage und Angebot, und hält es für eine von marktfremden Faktoren produzierte vorübergehende Erscheinung, die nur bedrohlich werden könnte, wenn sich auch, man weiß nicht wie, die Löhne erhöhen sollten - die andere Denkschule um Hans Werner Sinn weist auf die der Korrektur bedürfende Geld-Politik der Notenbanken (Folgen der Krise von 2008) und hält soziale Schockwirkungen verbreitende Marktbereinigungen, sprich Pleiten und Konkurse, für unumgänglich.
Aber was geschieht da wirklich - wie hat man sich das zu erklären? Keine der oben genannten Erklärungsmodelle bringt wirklich Licht in die Sache - fest steht eines:
Die Ökonomie untersteht nicht der Kontrolle der Mächtigen und Reichen, folgt ihren eigenen Gesetzen, bewegt sich in eine gefährliche Richtung und blamiert die volkwirtschaftlichen Wissenschaften.

counselor

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Re: Inflation
« Antwort #1 am: 11:00:06 Sa. 09.Oktober 2021 »
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Troll

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Re: Inflation
« Antwort #2 am: 11:30:17 Do. 14.Oktober 2021 »
Das Gespenst der Inflation - WOHLSTAND FÜR ALLE Ep. 111
Politik ist der Spielraum, den die Wirtschaft ihr lässt.
Dieter Hildebrandt
Es ist kein Zeichen geistiger Gesundheit, gut angepasst an eine kranke Gesellschaft zu sein.
Jiddu Krishnamurti

Ferragus

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Re: Inflation
« Antwort #3 am: 18:50:12 Mo. 18.Oktober 2021 »
Der englische Vortrag hat seine Schwächen: ein Unternehmer kann nicht einfach die Preise erhöhen, um höhere Gewinne einzufahren - es bestünde die Gefahr das seine Kunden nicht die nötige Kaufkraft haben und zur billigeren Ware der Konkurrenz(falls vorhanden) greifen werden. Preisbildung in einer von Monopolen dominierten Wirtschaft ist doch recht kompliziert.
Die beiden smarten jungen Männer fassen auch nur die im Nebel tastende Presse zusammen und haben keine Theorie. Wie passt eigentlich das Argument der steigenden Nachfrage nach oder in der Pandemie zur sinkenden aktuellen Industrie-Produktion(Deutschland, USA)? Sie vernachlässigen auch imperialistische Machtkämpfe und den Protektionismus, die durchaus den Preis von Rohstoffen und die Notenbankpolitik, die Geldmenge beeinflussen könnten.

BGS

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Re: Inflation
« Antwort #4 am: 20:15:08 Mo. 18.Oktober 2021 »
Zitat
Geldmarkt spekuliert fest auf EZB-Zinserhöhung Ende 2022


11.10.2021 09:21:39

Angesichts der hohen Inflation wird am Geldmarkt eine Zinserhöhung durch die Europäischen Zentralbank (EZB) Ende 2022 mittlerweile fest eingepreist. Dort wurde am Montag die Wahrscheinlichkeit für eine Anhebung des Einlagesatzes im Dezember 2022 um ein zehntel Punkt auf 100 Prozent geschätzt.

 Am Freitag voriger Woche waren die Chancen darauf nur auf 60 Prozent taxiert worden. Für eine Anhebung bereits im September 2022 stehen die Chancen nach Einschätzung der Akteure am Geldmarkt der Euro-Zone inzwischen bei mehr als 80 Prozent, nachdem die Wahrscheinlichkeit dafür zuletzt mit 50:50 eingeschätzt wurde. Mit der vorgezogenen Erwartung einer Straffung folgen sie einem Trend, der sich bereits mit Blick auf die künftige Geldpolitik in Großbritannien und den USA abzeichnet.

Am US-Geldmarkt wird mittlerweile fest damit gerechnet, dass eine Zinserhöhung der Notenbank Fed im Dezember 2022 ansteht. Doch manche Analysten wenden ein, dass die Märkte in Europa womöglich mit Blick auf die Zinsen die geldpolitischen Straffungsabsichten der Europäischen Zentralbank (EZB) überschätzten. Denn diese hat im Sommer eine überarbeitete Strategie vorgelegt, die es ihr erlaubt, für eine Übergangszeit auch Inflationsraten zu tolerieren, die moderat über der angestrebten Marke von 2,0 Prozent liegen.

 Die Teuerungsrate im Euro-Raum war im September mit 3,4 Prozent so hoch wie seit 13 Jahren nicht mehr und entfernte sich damit weiter von der EZB-Zielmarke. Ein Großteil des derzeitigen Auftriebs ist nach Ansicht der Währungshüter jedoch nur vorübergehend und durch die Folgen der Corona-Krise bedingt - so auch Lieferkettenprobleme und Materialengpässe. Laut EZB-Direktorin Isabel Schnabel gibt es jedoch mehrere Unsicherheitsfaktoren, die einen länger andauernden Inflationsdruck mit sich bringen könnten.

Den Leitzins zur Versorgung der Geschäftsbanken mit Geld liegt im Euroraum auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent - der Einlagesatz bei minus 0,5 Prozent. Die Geldhäuser müssen damit Strafzinsen zahlen, wenn sie überschüssige Gelder bei der Notenbank parken.

Quelle: https://www.boerse-online.de/nachrichten/aktien/geldmarkt-spekuliert-fest-auf-ezb-zinserhoehung-ende-2022-1030853163

MfG

BGS
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Re: Inflation
« Antwort #5 am: 20:08:14 Do. 28.Oktober 2021 »
Zitat
Inflation und Produktionseinbrüche verschärfen sich

Die Inflation in Deutschland nimmt weiter an Fahrt auf. Zugleich wachsen die Sorgen, dass sich die Wirtschaftskrise wieder vertiefen könnte. Geringes Wirtschaftswachstum und eine hohe Inflation gilt Wirtschaftswissenschaftler:innen als besonders verheerende Mischung.

Quelle: https://perspektive-online.net/2021/10/inflation-und-produktionseinbrueche-verschaerfen-sich/
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Re: Inflation
« Antwort #6 am: 14:46:27 Di. 09.November 2021 »
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BGS

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Re: Inflation
« Antwort #7 am: 17:55:26 Di. 09.November 2021 »
Vorsicht vor den "Inflations-Warnern"

Quelle: https://www.nachdenkseiten.de/?p=77173

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Re: Inflation
« Antwort #8 am: 17:36:28 So. 12.Dezember 2021 »
Die wirklichen Inflationstreiber
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Tiefrot

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Re: Inflation
« Antwort #9 am: 18:47:05 So. 12.Dezember 2021 »
Inflation kenne ich als das Folgen der Preise der Lohnentwicklung.
Die jetzige Inflation sehe ich aber der Renditeerwartungen verschiedener Spekulanten folgend.

Die Löhne sind ja kaum gestiegen.

Es ist ja allgemein bekannt, das die Nachfrage pandemiebedingt auch deutlich eingebrochen ist.
Die Chefetagen und deren Spekulanten wollen aber um keinen Preis auf Buntpapier verzichten.

Wie lässt sich das bewerkstelligen ? Richtig. Preise rauf.
Klapprige Lieferketten tun ein Übriges, dienen (auch) als Ausrede für die Preissteigerungen.
Denke dran: Arbeiten gehen ist ein Deal !
Seht in den Lohnspiegel, und geht nicht drunter !

Wie bekommt man Milllionen von Deutschen zum Protest auf die Straße ?
Verbietet die BILD und schaltet Facebook ab !

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Re: Inflation
« Antwort #10 am: 19:20:24 So. 12.Dezember 2021 »
Es ist richtig, auf die Inflationstreiber hinzuweisen, wie Prof. Richard D. Wolff es tut.

Es hat aber auch etwas mit der derzeitigen Geldpolitik zu tun. Hier gilt die Quantitätsgleichung (auch Fischer'sche Verkehrsgleichung)

https://www.grin.com/document/19173

Sie besagt zunächst im Rückblick als Tautologie, dass der im nominalen BIP abgebildete Wert der Gütertransaktionen eines Jahres mit Geld finanziert worden sein muss, sonst wären die Transaktionen ja nicht zustande gekommen. Dabei reicht ein Geldbestand von M aus, der entsprechend häufig, nämlich U-mal innerhalb eines Jahres umgeschlagen wird.

Erhöht sich bei einer stabilen Umlaufgeschwindigkeit die Geldmenge, nehmen danach automatisch das Preisniveau und/oder die abgesetzte Gütermenge zu.

Wenn mithin bei stabiler Umlaufsgeschwindigkeit auf der einen Seite die Geldmenge stärker wächst, als die abgesetzte Gütermenge kommt es zu einem allgemeinen Preisanstieg, also zur Inflation (Näheres: Heinz-J. Bontrup, Ralf-M. Marquardt, "Volkswirtschaftslehre aus orthodoxer und heterodoxer Sicht", S. 767, De Gruyter, Oldenburg, 2021).
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Re: Inflation
« Antwort #11 am: 14:31:23 Fr. 24.Dezember 2021 »
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Ferragus

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Re: Inflation
« Antwort #12 am: 16:49:08 Di. 11.Januar 2022 »
es tauchen zur zeit, für mich neuartige, Worthülsen bei den Meinungsmachern auf: Greenflation - und hinsichtlich EZB-Chefin Lagarde: Madame Inflation. Vielleicht deutet das daraufhin, wie sich ein Teil der Eliten die Sache vom Hals schaffen möchte - sollte sie heißer werden.
Personalisierungen und Sündenbock-Suche bei den Vorreitern einer grünlackierten Industriepolitik - Muss man im Auge behalten.

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Re: Inflation
« Antwort #13 am: 19:37:43 Mi. 12.Januar 2022 »
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Re: Inflation
« Antwort #14 am: 18:21:00 Sa. 15.Januar 2022 »
Zitat
INFLATIONSALARM! - Inflation – bürgerliche Politiker werden sie nicht stoppen!

Erneut – jetzt auf 5,3 Prozent - ist die offizielle Inflationsrate gegenüber dem Vorjahresmonat im Dezember gestiegen. Für die große Masse der Bevölkerung, vor allem für Arbeiterhaushalte, liegt die Teuerung weit darüber, mindestens bei 10 Prozent.

Denn während für diese Haushalte die Miete oft mindestens ein Drittel des Einkommens verschlingt, macht sie im „statistischen Warenkorb“ gerade mal 19,6 Prozent aus. Dem Vergleichsportal Verivox zufolge verteuerte sich Haushalts-Energie binnen eines Jahres um 35 Prozent. Und die Preise für die dringendsten Nahrungsmittel stiegen innerhalb eines Jahres um etwa 10 Prozent. Strom, Wasser und Gas werden mit weniger als 8 Prozent in den Warenkorb „eingepreist“, Nahrungsmittel nur mit 9,7 Prozent.

Arbeiterfamilien müssen jedoch für diese Ausgaben zusammen zur Zeit mindestens 30 Prozent ihres Einkommens ausgeben. Die in einigen Branchen für die Arbeiterinnen und Arbeiter vereinbarten Tariflohnerhöhungen erweisen sich jetzt nicht nur als viel zu gering, sondern sind auch eine schwere Hypothek wegen der langen Laufzeiten. Noch schwerer haben Niedriglohnbeschäftigte, Erwerbslose, Alleinerziehende und RenterInnen an den Lasten steigender Preise zu tragen. Die Not vieler Familien wächst. Die Unzufriedenheit unter der Masse der Bevölkerung nimmt zu.

Deshalb versichern bürgerliche „Wirtschaftsexperten“, zur Ruhe mahnend, die Inflation sei nur ein „vorübergehendes Phänomen“. Hanebüchen ist es, wie Isabel Schnabel, Mitglied des Direktoriums der Europäischen Zentralbank (EZB) und "Wirtschaftsweise" bis 2019, den Spieß einfach umdreht: "Die offiziell gemessene Inflation orientiert sich an einem durchschnittlichen Warenkorb. Was eine einzelne Person kauft, weicht davon naturgemäß ab. Dazu kommt, dass bestimmte Preisveränderungen von den Menschen besonders deutlich wahrgenommen werden. Das betrifft vor allem Güter, die sie häufig konsumieren. Beispielsweise gibt es bei Benzin und Heizkosten derzeit erhebliche Steigerungen. Das führt dazu, dass die wahrgenommene Inflation höher ist als die tatsächliche Inflation." (Süddeutsche Zeitung, 15. Januar 2022, Seite 21). Die Dame hat wohl nicht sehr viel mit einem Arbeiter- oder Rentnerhaushalt zu tun. Wahrscheinlich muss sie ihren Dienstwagen auch nicht selbst betanken und 200 Euro Mehrausgaben zahlt sie aus der Portokasse.

Nervös geworden, versprechen Politiker der neuen Regierung, dass sie schnell „unbürokratische Hilfe“ gewähren wollen. Das Bundesbauministerium plant - allerdings nur für Wohngeldempfänger - einen einmaligen (!) Zuschuss zu den Heizkosten von 135 Euro für eine Person und 245 Euro für einen 4-Personen-Haushalt. „Deutlich zu niedrig“, so Klaus Müller, Chef des „Verbraucherzentrale Bundesverbands“. Angesichts der allgemeinen Teuerung ein Tropfen auf den heißen Stein - und des handelt sich wie gesagt um Einmalzahlungen! Wirtschaftsminister Robert Habeck präsentiert sich nun als großer Zampano, der zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen könne. Er erklärt kurzerhand, dass mit der Umstellung von fossilen auf erneuerbare Energien auch die Inflation bekämpft werde. „Gas, Öl, Kohle – das ist das, was die Preise im Moment treibt“, dozierte er in seiner ersten Bundestags-Rede. Dabei weiß er sehr wohl, dass eine sofortige Umstellung gar nicht machbar und deshalb auch nicht akut preislindernd wirkt.

Ein Ende der Inflation ist nicht in Sicht. Es dient nur zur Besänftigung des wachsenden Unmuts, wenn Isabel Schnabel behauptet: „Rechnet man die Basiseffekte der Pandemie heraus, ist die Inflation momentan weiterhin eher zu niedrig als zu hoch.“ Zu diesen „Basiseffekten“ wird zum einen die zeitweilige Senkung der Mehrwertsteuer in Deutschland gezählt, die dann Anfang 2021 wieder erhöht wurde. 2020 sei außerdem „die gesamtwirtschaftliche Nachfrage stärker gefallen als das Angebot“. Das hätte die Preise sehr gedrückt. Allein die zwischenzeitliche Rückkehr der Preise zu den Vorkrisenniveaus erkläre deshalb einen großen Teil des diesjährigen Anstiegs der Inflationsrate. Und „vorübergehende Lieferengpässe“ würden die Preise von industriellen Vorprodukten auch nur zeitweise nach oben drücken.

Tatsächlich hielten schon lange vor Mitte des Jahres 2018 die Absatzmärkte nicht Schritt mit der Ausdehnung der Produktion – was damals dann zur weltweiten kapitalistischen Überproduktionskrise führte. Dabei kam es in der Tat im 2. Halbjahr 2020 zu deflationistischen, d.h. preissenkenden, Tendenzen. Allerdings nicht bei Mieten und Nahrungsmitteln. Auch die kurzzeitigen Rückgänge der Preise bei Rohstoffen und Vorprodukten sind seitdem schon um das Mehrfache von Preissteigerungen übertroffen. Der Anstieg der Mehrwertsteuer trifft außerdem nur auf Deutschland zu – kann also nicht zur Erklärung der weltweit anziehenden Inflation herangezogen werden. Und das Auftreten von „Lieferengpässen“ ist keineswegs nur ein kurzzeitiges Phänomen, sondern Teil einer neuartigen Rohstoff- und Logistikkrise als neuer Seite der Weltwirtschafts- und Finanzkrise. Sie wird keineswegs schnell überwunden werden, sondern verschärft sich sogar.

Möglicherweise wird die "offizielle Inflationsrate" in den nächsten Monaten langsamer steigen. Das liegt daran, dass seit Januar 2021 die höheren Mehrwertsteuersätze galten, die CO2-Abgabe Anfang 2021 eingeführt wurde, und weil die nun anstehende jährliche Teuerungsberechnung auf der Grundlage des Inflationssprungs 2021 erfolgt. der mit Beginn 2021 insgesamt gestiegenen Preise erfolgt. Die Inflationsrate erscheint dadurch niedriger, während sich gleichzeitig die Waren weiter verteuern. Nach wenigen Wochen bzw. Monaten wird dann aber auch die offizielle Inflationsrate wieder steigen. Denn die allein im Oktober in Deutschland um 18,4 Prozent höheren gewerblichen Erzeugerpreise von Rohstoffen und Vorprodukten werden über kurz oder lang voll durchschlagen. Ähnlich sieht es weltweit aus.

Wir haben also allen Grund, die Montagsdemobewegung zu stärken und um höhere Löhne, Gehälter und Lohnnachschlag zu kämpfen. Die neue Broschüre der MLPD "Inflationsalarm! Sozialpolitisches Kampfprogramm der MLPD" ist dafür eine wichtige Unterstützung.

Quelle: https://www.rf-news.de/2022/kw02/inflation-buergerliche-politiker-werden-sie-nicht-stoppen
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