Autor Thema: Inflation  (Gelesen 1499 mal)

counselor

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Re: Inflation
« Antwort #15 am: 19:08:00 Mi. 19.Januar 2022 »
Zitat
Inflationäre Aufklärung

Einleitung

Preise haben einen ambivalenten Charakter. Der Verkäufer freut sich bei Preissteigerungen und der Nachfrager ärgert sich. Es ist einzelwirtschaftlich ein Nullsummenspiel, was die einen gewinnen, verlieren die anderen. Das Geld wechselt nur seinen Eigentümer. Kommt es allerdings zu einer gesamtwirtschaftlichen Inflation, verlieren alle. Jetzt haben in Deutschland im Zuge der Corona-Krise Inflationsraten bis zu 5,2% (November 2021) kontroverse, zum Teil hysterische Inflationsdiskussionen ausgelöst – trotz einer nur 3%igen Inflationsrate über das gesamte Jahr 2021 gerechnet. Für 2022 und 2023 geht das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschungsinstitut (DIW) in Deutschland aber schon wieder von einer Inflationsrate von nur 2,0 und 1,7% aus.1 Und in der Währungsunion (EU-19), so die zuständige Europäische Zentralbank (EZB), wird die Inflationsrate 2021 bei 2,6% liegen und damit um 0,6 Prozentpunkte oberhalb der Zielmarke von 2%. Für 2022 rechnet die EZB jedoch mit einer Inflationsrate von 3,2% (bisherige Prognose 1,7%). 2023 soll die Teuerungsrate dann aber wieder bei 1,8% (bisher 1,5%) liegen und sich in den Folgejahren dort einpendeln. Der folgende Beitrag will zur aufgekommenen Inflationsdiskussion eine umfassende (holistische) Aufklärung leisten. Dabei sollen die vielfältigen theoretischen Facetten von Inflation und ihre empirischen Befunde sowie Ideologien und Ängste, die mit der Geldentwertung einhergehen, aufgezeigt werden.

(...)

Den ganzen Text finden Sie nachfolgend zum Download

Quelle: https://www.alternative-wirtschaftspolitik.de/de/article/10656688.inflation%C3%A4re-aufkl%C3%A4rung.html
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

counselor

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Re: Inflation
« Antwort #16 am: 19:30:24 Mi. 26.Januar 2022 »
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ManOfConstantSorrow

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Re: Inflation
« Antwort #17 am: 12:20:20 Mi. 02.Februar 2022 »
Zitat
»Sie erhöhen die Preise, weil sie es können«
US-Konzerne klagen über steigende Kosten, die sie zu Preiserhöhungen zwingen. Doch viele nutzen die Chance, höhere Profite abzugreifen – was sie dank einer fast monopolartigen Stellung können. Verlierer sind die Verbraucher.
https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/inflation-in-den-usa-unternehmen-nutzen-preissteigerungen-um-hoehere-gewinne-abzugreifen-a-c1c5a0b8-a451-4de9-9a5c-cefb7fd659ad
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

Ferragus

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Re: Inflation
« Antwort #18 am: 13:25:02 Mi. 02.Februar 2022 »
Gegen das Blendwerk der sogenannten Lohn-Preis-Spirale kann man sich mit einem Blick in die Schrift: "Lohn, Preis und Profit" von Marx helfen, darin nimmt er den Komplex auseinander und widerlegt die Ansicht: steigende Löhne würden einfach mit höheren Preisen der Industrie beantwortet und damit nivelliert.

Kuddel

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Re: Inflation
« Antwort #19 am: 15:46:04 Sa. 05.Februar 2022 »

counselor

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Re: Inflation
« Antwort #20 am: 16:25:30 Sa. 05.Februar 2022 »
Zitat
„Die Gefahr sozialer Unruhen nimmt zu“ – Weltbank-Vize über Preisexplosionen

Die Vize-Chefin der Weltbank Carmen Reinhart geht von weltweiten sozialen Unruhen in Folge der Preissteigerungen aus. Sie fordert deshalb Zinserhöhungen – auf die Gefahr hin, dass dann ein Finanzcrash und vertiefte Wirtschaftskrise folgt. Ihr interview zeigt die Unmöglichkeit kapitalistischer Krisenbewältigung auf. – Ein Kommentar von Tim Losowski.
Noch vor wenigen Monaten hatten führende kapitalistische Ökonom:innen die „Inflation“ als vorübergehend bezeichnet. Erst Ende November vergangenen Jahres erklärte die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB) Christine Lagarde in der FAZ: „Der Anstieg der Inflation ist nicht von Dauer“. Keine Zwei Monate rundert sie zurück.

Das die Preissteigerungen bleiben werden, scheint mittlerweile unter führenden kapitalistischen Ökonom:innen durchzusetzen. So erklärte die Vize-Chefin der Weltbank Carmen Reinhardt in einem aktuellen Interview mit dem Spiegel: „Die Inflation ist hartnäckig und wird nicht so schnell verschwinden.“

Ein Blick in das Interview offenbart sowohl die Unmöglichkeiten kapitalistischer Krisenbewältigung als auch das offene Auge kapitalistischer Strategen für kommende Klassenkämpfe.

Weltweit preissteigerungen
Die Preissteigerungen sind nicht nur ein Thema in Deutschland. In 44 Prozent der fortgeschrittenen Volkswirtschaften und drei Viertel der Schwellen- und Entwicklungsländer beträgt die Inflation jetzt fünf Prozent oder mehr.

Doch schon bei der Erklärung dieser Entwicklung fängt Reinhardt an zu stottern. Die Hintergründe seien sehr komplex, dazu gehörten unterbrochene Lieferketten, hohe Transportkosten, Fachkräftemangel. Zentrale Mechanismen der kapitalistischen Produktionsweise führt Reinhardt bei der Aufklärung über Hintergründe der Teuerungen nicht an.

Leitzinserhöhung mit Crashgefahr
Stattdessen spricht die Weltbänkerin fast ausschließlich über die Notenbanken und deren Leitzins: „Die Zentralbanken haben es versäumt, rechtzeitig und angemessen auf die Inflation zu reagieren“, so Reinhardt. Die aktuellen Planungen der amerikanischen Notenbank, den Leitzins zu erhöhen seien viel zu gering und reichten nicht für einen Wendezyklus aus. In Europa sei die EZB noch zurückhaltender.

Der Hintergrund ist klar: für Jahre lag der Leitzins der EZB bei null Prozent. Das bedeutet, dass sich europäische Banken und Unternehmen „kostenlos“ Geld leihen konnten. Dadurch entstanden auch sogenannte „Zombie-Unternehmen“ – also Unternehmen die nur aufgrund des billigen Geldes am Leben erhalten werden. Wenn die Leitzinsen steigen müssen verschuldete Unternehmen auf einmal neue Kosten für ihre Schulen aufbringen – ebenso wie für neu geliehenes Geld.

Das thematisiert auch Reinhardt: „Viele Unternehmen sind miserable Schuldner, es gibt viel zu viele Ramschanleihen“. Als Schuldige macht sie nicht das kapitalistische System aus sondern holt den „gierigen Bänker“ aus der Mottenkoste der Sündenböcke für die Weltwirtschaftskrise 2007/2008. Auch heute würden diese ihre Kreditvergabe an viel zu „laxe Bedingungen“ geknüpft. Somit gebe es also allein mit Blick auf die Finanzmärkte genug Gründe, warum eine Zinswende „gefährlich enden könnte“.

Reinhardt: Notenbanken nicht unabhängig
Viele kapitalistische Ökonom:innen verweisen an dieser Stelle oft auf die Unabhängigkeit der Zentralbanken, die die Aufgabe hätten eben die Finanzstabilität des Kapitalismus zu sichern. Reinhardts nüchternes Urteil: „Die Zentralbanken sind nur auf dem Papier unabhängig, aber nicht de facto“. Kein Zentralbanker wolle derjenige sein, der „die Aktien- und Vermögenspreise zum Einsturz bringt“ – also mit einer Zinswende die Zombie-Unternehmen pleite gehen lässt und die Kapitalzerstörung einleitet, die seit der Weltwirtschaftskrise 2008 aufgeschoben wurde.

„Es gibt eine echte Asymmetrie: Die Zentralbanker reagieren immer sehr entschlossen, wenn eine Krise auftritt. Aber wenn es darum geht, die Geldpolitik nach der Krise zu straffen, sind sie sehr zaghaft“, so bringt Reinhardt die kapitalistische Realpolitik in Sachen Leitzins auf den Punkt. Während in der Krise Großkonzerne mit Milliardenschweren Rettungspaketen gestützt werden, werden sie im Aufschwung nicht zur Kasse gebeten.

Was ist also das Ergebnis von Reinhardts Ausführungen? Die Leitzinsen nicht zu erhöhen bedeutet weitere Inflation; sie zu Erhöhen könnte einen wilden Finanzcrash auslösen; doch diejenigen die das durchführen sind nicht in Sicht – Reinhardt offenbart in ihrem Interview die Unmöglichkeit der kapitalistischen Krisenpolitik.

Teuerungen bergen Potenzial für Klassenkämpfe
Auch für die Auswirkungen der Krise ist Reinhardt nicht blind: „die Menschen haben weniger Geld im Portemonnaie, und sie merken es jetzt, bei den Wohnkosten, den Energiekosten, den Lebensmittelpreisen.“ Zum ersten Mal seit 1998 seien die Armutsquoten gestiegen. Zugleich werden die wenigen Superreichen immer reicher. Reinhardt bringt die Folgen auf den Punkt: „Die Gefahr sozialer Unruhen nimmt zu, wenn der Kuchen schrumpft und auch noch ungerechter verteilt wird“.

Sie prognostiziert eine neue Welle von Klassenkämpfen. Auch der „der arabische Frühling hatte viel mit den steigenden Lebensmittelpreisen zu tun“. Ähnliche Phänomene haben man auch in Lateinamerika gesehen.

Für Reinhardt sind das „hohe Kosten“ die entstehen würden – die Frage ist nur, für wen? Denn wir Arbeiter:innen können durch solche Klassenkämpfe nur gewinnen: in dem wir Zugeständnisse erstreiten und lernen für eine Gesellschaft jenseits des Kapitalismus zu kämpfen, in der Teuerungen und Krise der Vergangenheit angehören.

Quelle: https://perspektive-online.net/2022/02/die-gefahr-sozialer-unruhen-nimmt-zu-weltbank-vize-ueber-preisexplosionen/
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Re: Inflation
« Antwort #21 am: 02:17:07 Di. 22.Februar 2022 »
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Kuddel

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Re: Inflation
« Antwort #22 am: 12:52:02 Mo. 14.März 2022 »
Zitat
Ein Segen für den Immobilienkredit? Für wen sich die Inflation positiv auswirkt

Die Deutschen müssen lernen, mit der Inflation zu leben. Das gilt für die Lebenshaltungskosten, aber auch für Entscheidungen rund ums Sparen und den Vermögensaufbau – daran führt kein Weg vorbei. Doch gleichzeitig bietet die Inflation auch eine Chance: Gerade jetzt kann es sinnvoll sein, Schulden aufzunehmen – etwa in Form eines Immobilienkredites.
https://www.welt.de/wirtschaft/plus237485605/Inflation-Ein-Segen-fuer-den-Immobilienkredit.html?wtrid=socialmedia.socialflow....socialflow_twitter

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Re: Inflation
« Antwort #23 am: 16:34:04 Do. 31.März 2022 »
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BGS

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Re: Inflation
« Antwort #24 am: 20:01:00 Do. 31.März 2022 »
Zitat
Ein Segen für den Immobilienkredit? Für wen sich die Inflation positiv auswirkt

Die Deutschen müssen lernen, mit der Inflation zu leben. Das gilt für die Lebenshaltungskosten, aber auch für Entscheidungen rund ums Sparen und den Vermögensaufbau – daran führt kein Weg vorbei. Doch gleichzeitig bietet die Inflation auch eine Chance: Gerade jetzt kann es sinnvoll sein, Schulden aufzunehmen – etwa in Form eines Immobilienkredites.
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BGS
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dagobert

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Re: Inflation
« Antwort #25 am: 12:05:30 Fr. 01.April 2022 »
Wohin du im Laden auch guckst, fast alles ist teurer geworden, quer durch das ganze Sortiment.
Mehl kostet im Aldi jetzt das Doppelte, alle anderen Läden hier im Ort haben schon gar keins mehr.
"Ich glaube, daß man nichts vom Krieg mehr wüßte,
wenn wer ihn will, ihn auch am meisten spürt."
Udo Jürgens (Ich glaube, 1968)

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Re: Inflation
« Antwort #26 am: 14:56:49 Fr. 01.April 2022 »
Gerade im Radio: Aldi erhöht ab Montag die Preise. Und es wird nicht die letzte Runde mit Preiserhöhungen sein.
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Bowie

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Re: Inflation
« Antwort #27 am: 15:02:11 Fr. 01.April 2022 »
Knallhart. Ist nicht endlos fortzusetzen.

dagobert

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Re: Inflation
« Antwort #28 am: 15:55:24 Fr. 01.April 2022 »
Gerade im Radio: Aldi erhöht ab Montag die Preise. Und es wird nicht die letzte Runde mit Preiserhöhungen sein.
Die sind doch schon seit Wochen mit Preiserhöhungen dabei. Und die andern auch.
"Ich glaube, daß man nichts vom Krieg mehr wüßte,
wenn wer ihn will, ihn auch am meisten spürt."
Udo Jürgens (Ich glaube, 1968)

BGS

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Re: Inflation
« Antwort #29 am: 21:27:29 Fr. 01.April 2022 »
Jemand aus D. erzählte neulich, irgendein Rosinenbrot wäre dies Jahr von 1,- auf 2,65 gestiegen.

Was müssen das bloss für Zutaten und Arbeitsbedingungen sein, um ein Brot für 1,-  verkaufen zu können?

Garantiert ist das 2,65er Brot dasselbe. Solch drastische Erhöhungen wirken unverschämt und mehr als dreist.

MfG

BGS
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