Autor Thema: Inflation  (Gelesen 89 mal)

Ferragus

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Inflation
« am: 10:20:01 Sa. 09.Oktober 2021 »
Vor einigen Wochen begründete die GDL ihre Forderungen auch damit, dass der Wochen-Einkauf jetzt deutlich teurer wäre als noch vor wenigen Monaten. Hin und wieder sieht man vor Supermärkten Leute mit Stirnrunzeln den Bon überfliegen, ihr Gesichtsausdruck scheint zu sagen: "So wenig, für so viel Geld!?". Bei den Wohnungspreisen und neuerdings auch bei den Strompreisen ist es ähnlich - die Preise kennen nur eine Richtung: nach oben.

In der bürgerlichen Wirtschaftspresse kämpfen verschiedene Ökonomie-Schulen um die Deutung dieser sorgenbereitenden Entwicklungen - eine Seite zeigt auf die Pandemie, ein Missverhältnis zwischen Nachfrage und Angebot, und hält es für eine von marktfremden Faktoren produzierte vorübergehende Erscheinung, die nur bedrohlich werden könnte, wenn sich auch, man weiß nicht wie, die Löhne erhöhen sollten - die andere Denkschule um Hans Werner Sinn weist auf die der Korrektur bedürfende Geld-Politik der Notenbanken (Folgen der Krise von 2008) und hält soziale Schockwirkungen verbreitende Marktbereinigungen, sprich Pleiten und Konkurse, für unumgänglich.
Aber was geschieht da wirklich - wie hat man sich das zu erklären? Keine der oben genannten Erklärungsmodelle bringt wirklich Licht in die Sache - fest steht eines:
Die Ökonomie untersteht nicht der Kontrolle der Mächtigen und Reichen, folgt ihren eigenen Gesetzen, bewegt sich in eine gefährliche Richtung und blamiert die volkwirtschaftlichen Wissenschaften.

counselor

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Re: Inflation
« Antwort #1 am: 11:00:06 Sa. 09.Oktober 2021 »
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

Troll

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Re: Inflation
« Antwort #2 am: 11:30:17 Do. 14.Oktober 2021 »
Das Gespenst der Inflation - WOHLSTAND FÜR ALLE Ep. 111
Politik ist der Spielraum, den die Wirtschaft ihr lässt.
Dieter Hildebrandt
Es ist kein Zeichen geistiger Gesundheit, gut angepasst an eine kranke Gesellschaft zu sein.
Jiddu Krishnamurti

Ferragus

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Re: Inflation
« Antwort #3 am: 18:50:12 Mo. 18.Oktober 2021 »
Der englische Vortrag hat seine Schwächen: ein Unternehmer kann nicht einfach die Preise erhöhen, um höhere Gewinne einzufahren - es bestünde die Gefahr das seine Kunden nicht die nötige Kaufkraft haben und zur billigeren Ware der Konkurrenz(falls vorhanden) greifen werden. Preisbildung in einer von Monopolen dominierten Wirtschaft ist doch recht kompliziert.
Die beiden smarten jungen Männer fassen auch nur die im Nebel tastende Presse zusammen und haben keine Theorie. Wie passt eigentlich das Argument der steigenden Nachfrage nach oder in der Pandemie zur sinkenden aktuellen Industrie-Produktion(Deutschland, USA)? Sie vernachlässigen auch imperialistische Machtkämpfe und den Protektionismus, die durchaus den Preis von Rohstoffen und die Notenbankpolitik, die Geldmenge beeinflussen könnten.

BGS

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Re: Inflation
« Antwort #4 am: 20:15:08 Mo. 18.Oktober 2021 »
Zitat
Geldmarkt spekuliert fest auf EZB-Zinserhöhung Ende 2022


11.10.2021 09:21:39

Angesichts der hohen Inflation wird am Geldmarkt eine Zinserhöhung durch die Europäischen Zentralbank (EZB) Ende 2022 mittlerweile fest eingepreist. Dort wurde am Montag die Wahrscheinlichkeit für eine Anhebung des Einlagesatzes im Dezember 2022 um ein zehntel Punkt auf 100 Prozent geschätzt.

 Am Freitag voriger Woche waren die Chancen darauf nur auf 60 Prozent taxiert worden. Für eine Anhebung bereits im September 2022 stehen die Chancen nach Einschätzung der Akteure am Geldmarkt der Euro-Zone inzwischen bei mehr als 80 Prozent, nachdem die Wahrscheinlichkeit dafür zuletzt mit 50:50 eingeschätzt wurde. Mit der vorgezogenen Erwartung einer Straffung folgen sie einem Trend, der sich bereits mit Blick auf die künftige Geldpolitik in Großbritannien und den USA abzeichnet.

Am US-Geldmarkt wird mittlerweile fest damit gerechnet, dass eine Zinserhöhung der Notenbank Fed im Dezember 2022 ansteht. Doch manche Analysten wenden ein, dass die Märkte in Europa womöglich mit Blick auf die Zinsen die geldpolitischen Straffungsabsichten der Europäischen Zentralbank (EZB) überschätzten. Denn diese hat im Sommer eine überarbeitete Strategie vorgelegt, die es ihr erlaubt, für eine Übergangszeit auch Inflationsraten zu tolerieren, die moderat über der angestrebten Marke von 2,0 Prozent liegen.

 Die Teuerungsrate im Euro-Raum war im September mit 3,4 Prozent so hoch wie seit 13 Jahren nicht mehr und entfernte sich damit weiter von der EZB-Zielmarke. Ein Großteil des derzeitigen Auftriebs ist nach Ansicht der Währungshüter jedoch nur vorübergehend und durch die Folgen der Corona-Krise bedingt - so auch Lieferkettenprobleme und Materialengpässe. Laut EZB-Direktorin Isabel Schnabel gibt es jedoch mehrere Unsicherheitsfaktoren, die einen länger andauernden Inflationsdruck mit sich bringen könnten.

Den Leitzins zur Versorgung der Geschäftsbanken mit Geld liegt im Euroraum auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent - der Einlagesatz bei minus 0,5 Prozent. Die Geldhäuser müssen damit Strafzinsen zahlen, wenn sie überschüssige Gelder bei der Notenbank parken.

Quelle: https://www.boerse-online.de/nachrichten/aktien/geldmarkt-spekuliert-fest-auf-ezb-zinserhoehung-ende-2022-1030853163

MfG

BGS
"Ceterum censeo, Berolinensis esse delendam"

https://forum.chefduzen.de/index.php/topic,21713.1020.html#lastPost
(:DAS SINKENDE SCHIFF DEUTSCHLAND ENDGÜLTIG VERLASSEN!)