Autor Thema: Kiel 21.11.: Mieteraktivisten aus Dänemark und Deutschland tauschen sich aus  (Gelesen 240 mal)

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Aarhus – (k)ein Vorbild für Kiel ?

Aarhus wird in Kiel immer als Vorbild für erfolgreichen Stadtumbau dargestellt.

Dänemark ist scheinbar für alle Seiten ein Vorbild. Es gibt dort einerseits das verbreitete und gut funktionierende Modell des genossenschaftlichen Wohnens.

Andererseits fährt die rechte sozialdemokratische Regierung einen knallharten Kurs gegen das nicht auf Profit basierte Soziale Wohnen und erklärt ganze Wohnblöcke zu „Ghettos“, wenn es einen bestimmten Prozentsatz „nicht westlicher Mieter/innen“ gibt. Sie werden entmietet und die Häuser abgerissen, um Platz für Bauspekulanten zu schaffen.

Wir vom Bündnis für bezahlbaren Wohnraum haben 3 Aktivisten aus Kiels Partnerstadt eingeladen, die sich mit dem Wohnungsbau in Aarhus und den dortigen Mieterprotesten gut auskennen, sie werden uns einen Einblick in die wahren Verhältnisse in Aarhus geben.

Wird es in Kiel auch so weit kommen, daß Menschen aus ihren Quartieren vertrieben werden ? Ist es schon so weit ? Was können wir tun ? Kommt vorbei und diskutiert mit uns am

Sonntag, 21. November
16  Uhr in der Hansastr. 48 (Saal)

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Angesichts der Coronasituation und der bewußt knapp gehaltenen Werbung, kann man 20 Leute auf der Veranstaltung als Erfolg werten. Es waren durch die Bank bekannte Gesichter aus den Verschiedenen Initiativen, die sich um Stadtteilarbeit und Mieterfragen kümmern.

Interessant war das verbreitete Non-Profit System des genossenschaftlichen Wohnens. In Aarhus wohnen 27% der Menschen in Mietergenossenschaften. Die demokratischen Strukturen der Mieter in den Genossenschaften sind eine wichtige Grundlage dieses Systems und auch für Mieter in der Privatwirtschaft haben gute Voraussetzungen zu einer vernünftigen Klärung von Konflikten mit Vermietern. Dagegen gab es erschütternde Berichte über die knallharte und rassistische Politik der dänischen Sozialdemokratie, die die Interessen der Spekulanten auf Kosten der Migranten durchzusetzen versucht.  Insgesamt steht Dänemark vor Problemen, wie wir sie auch kennen: Die Mieten steigen und die Spaltung der Gesellschaft in arm und reich nimmt zu.

Es gab eine Gegeneinladung an die kieler Mieteraktivisten zu einem Aarhusbesuch.

Nach der zweistündigen Veranstaltung setzten 11 Leute die Diskussion in einer Kneipe fort.

Fritz Linow

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Zitat
22.11.21
Mit seiner Politik im Umgang mit Migranten und Migrantinnen sorgt Dänemark europaweit für Schlagzeilen. Doppeltes Strafmaß bei Delikten, Unterricht in dänischer Kultur, Zwangsumsiedlungen in Problemvierteln. Während die einen im Getto-Plan die Lösung im Umgang mit Parallelgesellschaften sehen, stellt er für viele Bewohner und Bewohnerinnen das Leben schlagartig auf den Kopf. Mjølnerparken, Kopenhagen: 1.800 Menschen leben hier in Sozialwohnungen, die meisten mit Migrationsgeschichte. Das soll sich nun ändern, viele Bewohner werden per Gesetz umgesiedelt. "Dabei gibt es hier positive Entwicklungen. Die Kriminalität ist niedriger als im Landesdurchschnitt, und immer mehr junge Menschen haben eine Ausbildung", sagt Fatma Tounsi. Die 30-jährige Tunesierin kam mit zwölf Jahren als Geflüchtete nach Kopenhagen, inzwischen hat sie einen Abschluss als Biochemikerin. Zusammen mit der Gruppe „Almen Modstand“ (gemeinnütziger Widerstand) klagt sie vor Gericht gegen die Behandlung der Bewohner und Bewohnerinnen. Steffen Boel Jørgensen ist Geschäftsführer der Bo-Vita, einer Wohnungsbaugesellschaft, die den Mjølnerparken verwaltet. Die 30-Prozent-Regel der Regierung, nach der nur 30 Prozent der Bewohner benachteiligter Bezirke eine "nichtwestliche" Herkunft haben dürfen, bezeichnet er als "schlechtes Gesetz". Er muss jetzt zwei Wohnblöcke verkaufen, damit Geld für Ersatzwohnungen da ist. Viele vermuten daher hinter dem Ghetto-Plan eine groß angelegte Privatisierungswelle von Immobilien. Doch es gibt auch Befürworterinnen und Befürworter: "Wir brauchen eine Durchmischung der Gesellschaft", sagt Halime Oguz von der Sozialistischen Volkspartei. „Ich bin für die Pläne der Regierung, denn ich habe erlebt, wie es ist, in einer Parallelgesellschaft aufzuwachsen". Sie kam als Sechsjährige aus einem kurdischen Dorf nach Dänemark, wurde als 17-Jährige zwangsverheiratet und setzt sich heute im Parlament für Frauenrechte ein.


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Dänische Mieteraktivisten zu Besuch in Kiel.

Spaziergang durch Gaarden...