Autor Thema: Arbeitszeit  (Gelesen 3658 mal)

bodenlos

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Re:Arbeitszeit
« Antwort #15 am: 16:51:24 So. 04.April 2010 »
In diese Richtung funktioniert die das mit der Arbeitszeit beim Kundenunternehmen, man ist verpflichtet diese zu leisten.

Irgendwie verstehe ich dich nicht : meinen Vertrag mache ich mit der ZAF, nicht mit dem Kundenunternehmen/dem Entleiher.
Maßgeblich müsste also mit der ZAF vereinbarte Arbeitszeit/stundenzahl sein, die müsste also bezahlt werden.

sleepy5580

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Re:Arbeitszeit
« Antwort #16 am: 18:38:37 So. 04.April 2010 »
Das liegt an den Tarifverträgen
beim IGZ §3.1.3 Manteltarifvertrag
beim BZA §4.1
AMP kann ich gerade nicht nachschauen der ist derzeit nicht mehr öffentlich aber da steht sinngemäß das die Arbeitszeit dem des Entleihers entspricht, nach unten gegenüber deinem Vertrag untersagt das AÜG durch 11.4 nach oben ist dem aber nur durch das Arbeitszeitschutzgesetz eine Grenze gesetzt (und halt durch die Arbeitszeit im Entleihunternehmen), d.h. du hast dich mit Vertragsabschluss im Prinzip dazu verpflichtet die gleiche Arbeitszeit zu leisten die es auch im Entleihunternehmen gibt ob da nun 35h oder 45h üblich sind spielt da weniger die Rolle, daher der Wiederspruch. Nach unten sagt das AÜG sinngemäß aus kann die ZAF dir keinen Auftrag bringen der dir minimal die Stundenzahl bringt die in deinem Arbeitsvertrag vereinbart wurde geben, muss sie dir den Unterschied trotzdem bezahlen (und zwar ohne Entnahme aus dem AZK).

Kuddel

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Re: Arbeitszeit
« Antwort #17 am: 12:25:11 Sa. 30.November 2019 »
Die ZEIT mal wieder:

Zitat
Wer nicht gut verdient, hat häufig keine Gelegenheit, sein Einkommen durch Mehrarbeit zu verbessern. Politik und Wirtschaft schränken die Arbeitszeiten zu sehr ein.
https://www.zeit.de/wirtschaft/2019-11/arbeitszeit-ungleichheit-armut-erwerbsquote

Dieses Qualitätsmagazin ist also nicht der Meinung, daß die Löhne erhöht gehören, sondern man soll einfach mehr arbeiten.

Nikita

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Re: Arbeitszeit
« Antwort #18 am: 13:52:06 So. 10.April 2022 »

dagobert

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Re: Arbeitszeit
« Antwort #19 am: 14:58:00 So. 10.April 2022 »
Möge dieses Beispiel Schule machen.

Nebenbei:
Für eine google-Übersetzung ist der Text erstaunlich gut lesbar.
"Ich glaube, daß man nichts vom Krieg mehr wüßte,
wenn wer ihn will, ihn auch am meisten spürt."
Udo Jürgens (Ich glaube, 1968)

tleary

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Re: Arbeitszeit
« Antwort #20 am: 04:06:53 Mi. 13.April 2022 »
Unglücklicherweise arbeitet auch in Kalifornien die überwiegende Mehrheit der Arbeitnehmer in Betrieben unter 500 Beschäftigten. Schätze, daß von dieser Regelung höchstens 20 % aller Arbeitnehmer überhaupt profitieren würden. Noch dazu: Wo bleibt da der Grundsatz der Gleichbehandlung aller, wenn 80 % davon ausgeschlossen werden? Die Grenze von 500 ist doch mehr oder weniger willkürlich gezogen. Spätestens irgendein Bundesgericht würde bei einer entsprechenden Klage solch ein Gesetz wegen "Diskriminierung" bestimmt kippen.

In Kalifornien soll die 32-Stunden 4 Tage Woche bei vollem Lohnausgleich eingeführt werden.
Das ist natürlich eine ziemliche Falschmeldung. Es handelt sich um einen Gesetzentwurf, wenn nicht gar nur eine Art "Petition". Und es ist sehr unwahrscheinlich, dass der kalif. Governeur da nicht einfach sein Veto einlegt, und das Thema damit erledigt ist. Noch dazu wird in dem Artikel nicht einmal der Urheber benannt.

Also, ich glaube ja vieles. Aber dass ausgerechnet im Kernland des Kapitalismus Teile der gesamtmöglichen Arbeitskraft der Menschen per Gesetz der Ausbeutung entzogen werden, glaube ich erst, wenn ich es sehe.
»Wir wissen, so wie es ist, kann es nicht weiter gehen. Aber es geht weiter.«
(Autor unbekannt)

Kuddel

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Re: Arbeitszeit
« Antwort #21 am: 12:59:12 Mi. 13.April 2022 »
Also, ich glaube ja vieles. Aber dass ausgerechnet im Kernland des Kapitalismus Teile der gesamtmöglichen Arbeitskraft der Menschen per Gesetz der Ausbeutung entzogen werden, glaube ich erst, wenn ich es sehe.

Natürlich wird im Kapitalismus keinem Arbeiter etwas geschenkt. Jedes kleine Zugeständnis ist eine Reaktion auf Auseinandersetzungen und Kämpfe.

Auch wenn es eine massive Krise der traditionellen Gewerkschaften und der Gewerkschaftsbewegung gibt, heißt das nicht, daß nicht mehr gekämpft wird.

Es haben sich andere Formen der Auseinandersetzung entwickelt. Dazu gehören Sabotage und das kollektive Krankmelden. Ein verbreiteter Umgang mit den Ausbeutungsverhältnissen jenseits der gewerkschaftlichen Kampfestraditionen ist das Jobhopping oder das massenhafte Kündigen.
 
Zur Situation in den USA:
Zitat
Seit dem Frühjahr 2021 haben mehr als 33 Millionen freiwillig ihre Kündigung eingereicht, ein Phänomen, das hier als "Great Resignation" bekannt wurde.
(...)
Die Zahl der offenen Stellen im Januar belief sich laut dem Bureau of Labor Statistics auf 11,3 Millionen, so viele wie noch nie.
https://www.zeit.de/wirtschaft/2022-03/anti-work-kuendigungen-usa-arbeitsmarkt-doreen-ford

Von daher halte ich die Meldung aus Kalifornien für durchaus glaubhaft. So könnte sich Kalifornien durch eine Reform bei den Arbeitszeiten einen Vorteil erhoffen, indem man dringend benötigte Arbeitskräfte aus anderen Bundesstaaten anlockt. Viele kann man mit Geld nicht mehr locken. Sie wollen leben und nicht nur arbeiten.

P.S.: Ich kenne ein IT Unternehmen in Hamburg, das Headhunter eingestellt hat, weil es so schwer ist, gute Fachkräfte für den Bereich zu finden. Man bietet den Leuten nun Hilfe an, eine Wohnung in einem angesagten Hip-Viertel zu finden oder geht auf die individuellen Bedürfnisse bei der Arbeitszeit ein.