Autor Thema: LKW Streik in Spanien  (Gelesen 197 mal)

ManOfConstantSorrow

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LKW Streik in Spanien
« am: 17:29:07 Do. 16.Dezember 2021 »
Zitat
Streik der Lkw-Fahrer in Spanien: Angst vor großer Blockade zu Weihnachten

Transportunternehmen in Spanien planen einen landesweiten Streik der Lkw-Fahrer, mindestens vom 20. bis 22. Dezember, die wichtigsten Tage des Weihnachtsgeschäftes. Die Regierung verhandelt, sitzt aber zwischen allen Stühlen. Streik der Lkw-Fahrer oder der Arbeitgeber?


Madrid - Seit Wochen geistert das Wort von der großen "huelga de camioneros", dem Streik der Lkw-Fahrer vor Weihnachten durch die Medien in Spanien. Wenn sie wollten, könnten sie das ganze Land lahmlegen und auch für leere Regale sorgen. Doch die Forderungen der Transportunternehmen nutzen angestellten Lkw-Fahrern nur teilweise. Erste Proteste, Manifestationen mit mehreren Dutzend Brummifahrern, gab es diesen Mittwoch, 15. Dezember, in Madrid, Córdoba, Almería und Valencia, für Donnerstag waren Aktionen von Lkw-Fahrern in Barcelona geplant.
https://www.fr.de/wirtschaft/streik-lkw-fahrer-spanien-weihnachten-transportunternehmen-blockade-forderungen-verhandlungen-tn-91183542.html
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Kuddel

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Re: LKW Streik in Spanien
« Antwort #1 am: 19:29:42 Di. 22.März 2022 »
Zitat
LKW-Streik: Versorgungslage in Spanien spitzt sich zu

Billigtankstellen ohne Sprit und geschlossene Supermärkte - selbstständige Fahrer streiken seit neun Tagen. Verbände drohen mit Ultimatum. Die sozialdemokratische Regierung steht unter Druck
https://www.heise.de/tp/features/LKW-Streik-Versorgungslage-in-Spanien-spitzt-sich-zu-6602636.html

ManOfConstantSorrow

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Re: LKW Streik in Spanien
« Antwort #2 am: 17:24:41 Do. 24.März 2022 »
Zitat
Lkw-Streik weitet sich aus
Spaniens Regierung reagiert nur zögerlich auf die Ausstände im Land


Nach fast zwei Wochen Trucker-Streiks wird die Lage für die Ökonomie in Spanien kritisch, die Versorgungslage für die Verbraucher spitzt sich zu. Nun ist der Versuch der sozialdemokratischen Regierung gescheitert, die Lkw-Fahrer gegeneinander auszuspielen. Die Regierung von Pedro Sánchez diffamierte zunächst die selbstständigen Fahrer, die mit dem Streik begonnen haben, und verhandelte weiterhin nicht mit dem Streikkomitee. Stattdessen will die Regierung die großen Verbände, die bisher nicht gestreikt hatten, mit Diesel-Subventionen im Umfang von 500 Millionen Euro kaufen. Trotzdem sind am Dienstag auch drei größere Verbände mit 70 000 Lastwagen in den Streik getreten. Sie halten den bisherigen Vorschlag für ungenügend und fordern Direktsubventionen.
(...)
Verhindern will die Regierung vor allem, dass sich auch der Mehrheitsverband dem Streik anschließt. Der »regierungstreue« Verband, wie ihn die Zeitung El País nennt, hat der Regierung nun ebenfalls ein Ultimatum gestellt.

Die Lage im Land hatte sich bereits vor der Unterstützung durch größere Verbände zugespitzt. Es gibt schon seit Dienstag an etlichen Billigtankstellen keinen Sprit mehr. Supermärkte sind wegen fehlender Produkte schon geschlossen. Der Milchproduktehersteller Danone stellt ab Donnerstag seine Produktion ein. Auch Stahlwerke sind diesen Schritt bereits gegangen. Der Lkw-Streik kommt für sie zu extremen Strompreisen hinzu, welche die Regierung angeblich begrenzen will.

Immer mehr Industriebetriebe schließen ihre Pforten ganz oder teilweise. Im Baskenland etwa ruhte zu Wochenbeginn die Produktion bei Mercedes, da Teile fehlten. Ähnlich sieht die Lage bei Volkswagen in Pamplona aus, auch der große Zug- und Straßenbahnhersteller CAF musste den größten Teil seiner Produktion einstellen. Auch Fischer fahren wegen hoher Treibstoffpreise derzeit nicht raus.
(...)
Damit braut sich für die Sánchez-Regierung ein gefährlicher Cocktail zusammen. Sollte die Regierung nun die Lkw-Verbände subventionieren, werden auch andere Sektoren auf die Barrikaden gehen. Die Landwirte sind ohnehin schon auf der Straße: Am Wochenende haben in Madrid mehr als 100 000 Landwirte, Viehzüchter und Jäger protestiert, die wegen immer höherer Kosten für Treibstoff, Dünger und Futtermittel ebenfalls nicht mehr rentabel produzieren können. Auch für sie kommt derzeit hinzu, dass ihre Produkte nicht abtransportiert werden. Auf den Äckern verfaulen Erdbeeren, Kohlköpfe und Spargel. Die Milch fließt in Abwasserkanäle. Hier stimmt es, dass die rechtsextreme VOX-Partei und ihre Pseudo-Gewerkschaft »Solidarität« hinter dem Aufruf standen.

Bislang gibt es keine Hinweise, dass die Regierung die strukturellen Probleme angeht. Der Umgang mit dem Lkw-Streik zeigt eher, dass die Sozialdemokraten weit entfernt von der sozialen Lage im Land sind und Vorstöße des linken Koalitionspartners »Unidas Podemos« ausbremsen.
https://www.nd-aktuell.de/artikel/11...-sich-aus.html


Zitat
Hafen in Barcelona blockiert

Zu den Leidtragenden gehören die Futtermittelwirtschaft und die Tierhalter. Verbände der Schweine-, Geflügel- und Rinderzüchter warnen davor, dass auf den Höfen das Futter ausgeht und die Tiere verhungern werden. LKW-Fahrer blockieren unter anderen die Zufahrten zum Hafen von Barcelona, über den im vergangenen Jahr 1,4 Mio. t Sojabohnen und 440.000 t Getreide importiert wurden.
 
Wirtschaftsverbände, die gemeinsam die gesamte Lebensmittelkette repräsentieren, mahnten heute in einer gemeinsamen Pressekonferenz eine schnelle Lösung an. Den täglichen wirtschaftlichen Schaden des Streiks bezifferten sie auf 130 Mio. €, berichtet die Agentur Efeagro. Die Verbände der Tierhalter, Mühlen und Futtermittelhersteller warnten bereits am Montag, dass nach einer Woche „wilden Streiks“ die Produktion „kurz vor dem Zusammenbruch“ stehe.
https://www.agrarzeitung.de/feedmagazine-kraftfutter/feedmagazine-nachrichten/spanien-streik-bedroht-die-futterversorgung-100348
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ManOfConstantSorrow

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Re: LKW Streik in Spanien
« Antwort #3 am: 13:39:11 Fr. 25.März 2022 »
Zitat
Nutztierhalter leiden unter den Streiks in Spanien

Die daraus resultierende Unterbrechung der Lieferketten hat im Agrarsektor gravierende Folgen:

    Futtermittelhersteller erhalten keine Rohstoffen mehr
    die Logistik der Verarbeitungsware funktioniert nicht mehr
    viele Viehhalter seien gegenwärtig ohne Futter
    Viehtransporte seien gestört

Medien berichteten von Aktionen, in denen Landwirte Lkws organisieren, um das Futter selbst abzuholen. Die ausfallenden Viehtransporte sorgten zudem für Tierschutzprobleme auf den Höfen.

Milchverarbeitung ebenfalls eingestellt


Auch die Logistik weiterer Agrarprodukte funktioniert offenbar nicht mehr einwandfrei. So teilte zum Beispiel der Molkereiverband Fenil mit, dass einzelne Mitgliedsunternehmen die Milchverarbeitung eingestellt hätten. Sowohl die Beschaffung der Rohmilch als auch der Transport der Milchprodukte seien nicht mehr möglich.

Schließlich bekommt auch die Konsumenten die Folgen der Streikaktionen zu spüren. Laut Medienberichten bleiben Regale in den Supermärkten vielfach leer. Vereinzelt sollen Läden ganz geschlossen sein.

Auch Landwirte streiken

Unterdessen zog es auch die Landwirte in Spanien wieder auf die Straße. An einer Großdemonstration unter dem Motto „Gemeinsam für den ländlichen Raum“ sollen laut den veranstaltenden Bauernverbänden am vorigen Sonntag insgesamt rund 500.000 Personen mit Traktoren und Tieren teilgenommen haben.

Wie bereits bei ähnlichen Aktionen in den Monaten zuvor forderten sie unter anderem den Stopp der Kostensteigerungen, identische Vorgaben für Inlandsware und Importe sowie die Sicherstellung der Wasserversorgung.
https://www.agrarheute.com/tier/streik-spanien-trifft-tierhalter-hart-591808
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Kuddel

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Re: LKW Streik in Spanien
« Antwort #4 am: 09:40:03 Sa. 26.März 2022 »
Zitat
Bei dem nach zwölf Tagen bereits folgenschweren Streik der Lkw-Fahrer in Spanien ist ein Ende trotz eines ersten Abkommens zwischen Regierung und Gewerkschaftsvertretern nicht in Sicht.

Die von der Regierung zugesagten Beihilfen in Höhe von insgesamt etwa einer Milliarde Euro seien nur "Krümel und Peanuts", klagte am Freitag Manuel Hernández, der Präsident der Plattform der Warentransporteure, die wegen des Anstiegs der Spritpreise im Zuge des Ukraine-Kriegs zum Streik und zu Protesten aufgerufen hatte.

Das Abkommen zwischen der linken Regierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez und Vertretern des Dachverbandes der spanischen Lastwagenspediteure CNCT war am frühen Freitagmorgen nach einer nächtlichen Marathonsitzung erreicht worden. Man habe eine Entlastung von 20 Cent pro Liter Sprit und Direkthilfen in Höhe von 450 Millionen Euro vereinbart, teilte die Regierung mit. Das seien Beihilfen von insgesamt einer Milliarde Euro, twitterte Sánchez.

Die Streik-Plattform, die vor allem Kleinspediteure vertritt, gehört nicht dem CNCT an. Plattform-Chef Hernández sagte, die Regierung habe mit den "falschen Leuten" eine Vereinbarung erzielt. Man werde so lange protestieren, bis "echte Lösungen" für die Probleme der Lkw-Fahrer gefunden würden, sagte er im Interview des Radiosenders RNE. Nötig sei eine Entlastung von mindestens 60 Cent pro Liter Sprit.

An der Kundgebung in Madrid nahmen am Freitag nach amtlicher Schätzung rund 4000 Menschen teil.
https://www.zeit.de/news/2022-03/25/folgenschwere-lkw-proteste-gehen-in-spanien-weiter