Autor Thema: Insolvenz Werften  (Gelesen 876 mal)

Frauenpower

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Insolvenz Werften
« am: 18:02:40 Mo. 10.Januar 2022 »

Ferragus

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Re: Insolvenz Werften
« Antwort #1 am: 16:12:21 Di. 11.Januar 2022 »
man darf gespannt sein, ob sie das Ding Pleite gehen lassen oder den touristischen Motor durch den militärischen ersetzen werden.

Frauenpower

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Re: Insolvenz Werften
« Antwort #2 am: 18:56:57 Di. 11.Januar 2022 »
Fuer MV haette der  Bund  (600 Mio) und auch das Land Geld gegeben, aber Genting waere nicht bereit  gewesen, min 10% (60 Mio) zu zahlen. 
Und der Chef der Genting Group sei Milliardaer

Kuddel

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Re: Insolvenz Werften
« Antwort #3 am: 10:17:05 Mi. 12.Januar 2022 »
Zitat
Glücksspielkonzern Genting Insolvenz der MV Werften
Der Casino-Milliardär Lim Kok Thay hat sich verzockt

Der Eigentümer der Werften gerät durch die Pleite des Unternehmens in wirtschaftliche Probleme. Die Vorwürfe der Bundesregierung weist er zurück.


(...) Viel zu holen ist bei dem Unternehmen aber offenbar nicht: Man habe „weiterhin keinen Zugang zu wesentlichen neuen Liquiditätsquellen“, hieß es. Der betroffene Teil seines Firmenreichs, Genting Hong Kong, sei nun in Gesprächen mit Banken, Geschäftspartnern und Beratern, um die Optionen abzuwägen.

Rekordverlust von 1,7 Milliarden Dollar

In Genting Hong Kong – der Eigentümerin der MV Werften und der nun ebenfalls insolventen Lloyd-Werft in Bremerhaven – hat Lim sein Kreuzfahrtgeschäft gebündelt. Der Konzern startete es vor drei Jahrzehnten mit dem auf den asiatischen Markt fokussierten Anbieter Star Cruises, um seine bis dahin auf Hotels und Casinos konzentrierten Einnahmequellen auszuweiten.

Inzwischen gehört auch die US-Kreuzfahrtgesellschaft Crystal Cruises zu dem Unternehmen sowie die Marke Dream Cruises. (...) Im August 2020 teilte das von Lim geführte Unternehmen mit, Schulden mit einem Volumen von 3,4 Milliarden Dollar nicht mehr zu bedienen, um Liquidität zu bewahren. Der Jahresverlust belief sich auf einen Rekordwert von 1,7 Milliarden Dollar. (...)

Lim wagte zuletzt eine Milliardenwette, dass dieses Segment seinem Konzern über die tiefe Krise hinweghelfen werde: Für 4,3 Milliarden Dollar baute er in der US-Glücksspielmetropole Las Vegas ein neues Großcasino mit 3500 Hotelzimmern, das er im vergangenen Sommer eröffnete. (...)
https://www.handelsblatt.com/unternehmen/gluecksspielkonzern-genting-insolvenz-der-mv-werften-der-casino-milliardaer-lim-kok-thay-hat-sich-verzockt/27965198.html

So isses am Casino. Rien ne va plus.

counselor

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Re: Insolvenz Werften
« Antwort #4 am: 18:55:48 Mi. 12.Januar 2022 »
Die MLPD hat eine Art Kampfaufruf veröffentlicht
Zitat
60 MILLIONEN EIGENBETEILIGUNG SIND DEM MLLIARDÄR ZU VIEL! - Insolvenz der MV-Werften – tausende Arbeitsplätze vor dem Aus!

Am Montag wurde auf Weisung eines der reichsten Männer Malaysias, Multimilliardär und Eigentümer des Genting-Konzerns, Eigentümer der Werften in Wismar, Rostock und Stralsund sowie der Lloyd-Werft in Bremerhaven, beim Amtsgericht Schwerin ein Insolvenzantrag gestellt. Damit sind akut 2.200 Arbeitsplätze in Gefahr. Tausende Werftarbeiterinnen und Werftarbeiter mit ihren Familien bangen um ihre Zukunft.

Bereits am Freitag wurden die fälligen Dezember-Löhne nicht ausgezahlt. Wovon sollen die Arbeiterinnen und Arbeiter und ihre Familien jetzt Lebensunterhalt, Auto, Miete, Rechnungen und Kredite begleichen? Das jedoch interessiert den asiatischen Mutter-Konzern Genting und seinen milliardenschweren Besitzer nicht. Denn Miete z.B. muss er nicht bezahlen – gehört ihm doch das größte Hotel der Welt, das Resorts World am Las Vegas Strip mit 6118 Zimmern und eigenem Kasino. Wenn es ihm beliebt, verzockt er das gesamte Jahresgehalt aller Werftkolleginnen und -kollegen in Mecklenburg-Vorpommen an einem Abend – in seinem eigenen Kasino.

Nun fühlt er sich auch noch ungerecht behandelt. Deshalb klagt sein Konzern kaltschnäuzig vor Gericht die Zahlung eines 78 Millionen Euro schweren Landesdarlehens ein. Zu den bereits gewährten 300 Millionen Euro aus dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds fordert er die Zahlung von weiteren 300 Millionen Euro zur Fertigstellung des größten jemals gebauten Kreuzfahrschiffes „Global Dream“. Dieses Schiff hat einen Verkaufswert von 1,5 Milliarden Euro! Der Mann ist so immens reich – da ist es doch verständlich für unsere bürgerlichen Politiker in Berlin, dass er fast 700 Millionen Euro noch oben drauf bekommt. Bezahlt durch die Steuern der Millionen arbeitenden Menschen. Jetzt haben diese Politiker doch gewagt, von Genting eine Eigenbeteiligung zu erbitten von 60 Millionen Euro. Das aber ist unserem Milliardär zu viel! Lieber entlässt er tausende Arbeiter von Werften und Zulieferindustrie in die Arbeitslosigkeit. Doch auch die Fertigstellung dieses Schiffs ist jetzt ungewiss, weil Genting die von der Bundesregierung geforderte Eigenbeteiligung von 60 Millionen Euro nicht beisteuern will.

Die Corona-Krise muss herhalten als Grund für wenig Schiffbauaufträge und die Krise im Kreuzfahrtschiffbau. Ja, es werden wenige Schiffe gebaut. Aber das Risiko ihrer kapitalistischen Produktion sollen diese Milliardäre doch gefälligst selbst tragen! Und nicht die Arbeiter und ihre Familien. Gerade jetzt brauchen wir eine Arbeitszeitverkürzung! Die Kurzarbeit hat bewiesen, dass dies ohne Probleme möglich ist. Arbeitszeitverkürzung – aber von den Profiten der Genting-Gruppe bezahlt. Zu ihr gehören Hotels, Kasinos in der ganzen Welt, sie mischen mit bei Glücksspielen und Sportwetten, betreiben mehrere Kraftwerke in China, in Indien einen Windpark, Palmöplantagen in Indosesien.

Eines wird jedenfalls deutlich: Damit ist das Krisenmanagement der Bundesregierung und der Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern grandios gescheitert. Auch die demütig katzbuckelnde Haltung der IG-Metall-Führung vermochte nicht, die Krise an den Werften zu bewältigen. Ist sie doch ernsthaft der Meinung, man könnte mit den Monopolherren und Milliardären zusammenarbeiten im Interesse der Arbeiter. Die Wirklichkeit öffnet die Augen! Vor den Wahlen im letzten Jahr wurden die millionenschweren Darlehen an Genting als „Rettung der Werften“ gepriesen. Manuela Schwesig, alte und neue MV-Ministerpräsidentin, beruhigte die Werftarbeiter, dass sie alles in ihrer Macht stehende für den Erhalt der Arbeitsplätze tun werde. Auch seitens der rechten Gewerkschaftsführung war kein Wort des Kampfes um den Erhalt der Arbeitsplätze zu hören, stattdessen orientierte sie auf Sozialpläne und eine Transfergesellschaft. Das heißt aber: ihnen war vollständig klar, dass es mindestens zu weitgehenden Entlassungen kommen wird.

Mit der Nicht-Auszahlung der Löhne und der Insolvenz muss es jetzt mit dem Stillhalten ein Ende haben. Um das „Sterben auf Raten“ zu beenden, müssen sich die Werftarbeiter jetzt für den Kampf entscheiden. Nutzen wir unsere Kraft als Arbeiterklasse, machen wir die Gewerkschaften zu Kampforganisationen, überschreiten wir die engen gewerkschaftlichen Grenzen. Grenzen, die einen Streik nur in Tariffragen erlauben. Es geht um unsere Zukunft und die Zukunft unserer Jugend – deshalb müssen wir selbständig aktiv werden. Weder die IG-Metall-Führung noch die Betriebsräte werden zu einem konsequenten Streik um jeden Arbeitsplatz aufrufen. Das ist den Betriebsräten schon durch das Betriebsverfassungsgesetz verboten. Die Werftkollegen sollten sich nicht für irgendeinen „Sozialtarifvertrag“ hergeben, der die Zerschlagung unserer Arbeitsplätze festschreibt. An einem "Sozialtarifvertrag" ist nichts sozial! Wir streiken doch nicht für die Vernichtung unserer Arbeitsplätze.

Ohne Wenn und Aber - Kampf um jeden Arbeitsplatz. Das muss die Leitlinie werden! Die Werftarbeiter stehen nicht allein – sie werden die Solidarität vieler anderer Belegschaften bekommen; so z.B. von VW oder Airbus, wo ebenfalls Arbeitsplätze vernichtet werden sollen. Und die Kollegen haben einen Trumpf, den sie nicht aus der Hand geben sollten: Wenn die Löhne nicht gezahlt werden, gibt es auch keinen Weiterbau! Die „Global Dream“ ist ihr Faustpfand, denn dieses Schiff soll unbedingt fertiggestellt werden, um die entsprechenden Profite einzuheimsen.

Nur ein konsequenter und gemeinsamer Arbeitskampf an allen Standorten von Genting kann die sofortige Auszahlung der ausstehenden Löhne und den Erhalt der Arbeitsplätze erreichen. Die Solidarität aller Werftarbeiter ist jetzt gefragt. Für einen konzernübergreifenden Kampf um den Erhalt aller Arbeitsplätze! Mit der MLPD gibt es eine organisierte, erfahrene Arbeiterpartei, die fest an der Seite der Werftkollegen steht, ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen kann. In dieser Zusammenarbeit wird sich zeigen, dass Hetze und Lügen gegen die MLPD nur deshalb von Politikern und Medien verbreitet werden, weil wir unbeugsam und konsequent für die Interessen der Arbeiter eintreten. Weil die Herrschenden Angst haben, dass die Arbeiter anfangen, über die Grenzen des Kapitalismus hinaus zu denken. Anfangen, sich für eine sozialitische Alternative zu interessieren.

Die Agenda der Werftarbeiter sollte deshalb heißen:

* Kampf um jeden Arbeitsplatz!
* Für die 30-Stunden-Woche bei vollen Lohnausgleich!
* Sofortige Auszahlung der Löhne!
* Machen wir die IG Metall zu einer Kampforganisation für die Interessen der Arbeiter, ihrer Famlien und der Zukunft der Jugend.
* Für ein allseitiges und vollständiges gesetzliches Streikrecht!
 
Kollegen, wendet euch an die MLPD, werdet Mitglied bei uns. Unsere Unterstützung habt ihr! Vorwärts zur Arbeiteroffensive!

Quelle: https://www.rf-news.de/2022/kw02/insolvenz-der-mv-werften-tausende-arbeitsplaetze-vor-dem-aus
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

Frauenpower

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Re: Insolvenz Werften
« Antwort #5 am: 00:29:15 Do. 13.Januar 2022 »
Kreuzfahrtschiffe sollen schlecht  wegen des Schadstoffausstoßes sein, deshalb sollte man sich fragen, ob an dem Projekt ueberhaupt festgehalten werden soll und die Gelegenheit genutzt werden. Allein Venedig  kaempft schon lange gegen die Monster der Meere, weil sie Venedig mehr und mehr unter Wasser setzen.
Und mit MilliardaerInnen sollte man keine Geschäfte machen. Die sollen anfragen , was machen zu duerfen und nicht umgekehrt. Ist doch dasselbe bei Tesla. Musk fliegt ins All und die Steuerzahler_in hier, zahlt ihren Arbeitsplatz.  Ansprueche  auf finanzielle staatliche Unterstuetzung muss fuer Multimilliardaere absolut ausgeschlossen sein! Gehts noch?

Die 600 Mio vom Bund koennen dafuer genutzt werden, die Leute zu bezahlen und ein neues Projekt zu starten. Etwas, wo andere spaeter wieder fuer investieren  wollen. ^^

Bzw der Bund koennte einen Deal mit Genting machen, dass der Bund die  Loehne  uebernimmt und Genting Abstand von jeglichen angedachten Klageverfahren nimmt.

Ferragus

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Re: Insolvenz Werften
« Antwort #6 am: 18:24:35 Mi. 13.April 2022 »
die Bundeswehr ist an den MV Werften dran, schreibt der Spiegel.

Kuddel

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Re: Insolvenz Werften
« Antwort #7 am: 20:03:42 Mi. 13.April 2022 »
Da gibt's Applaus von der IGM.