Autor Thema: Angriffskrieg gegen die Ukraine  (Gelesen 14927 mal)

counselor

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Re: Angriffskrieg gegen die Ukraine
« Antwort #630 am: 18:21:30 Sa. 21.Mai 2022 »
Zitat
UKRAINEKRIEG VERSCHÄRFT - Bundesregierung täuscht über wahre Kriegsziele hinweg

Mit der Lieferung der Panzerhaubitze 2000 und von Gepard-Luftabwehrpanzern ist Deutschland an der Verschärfung des Ukrainekriegs beteiligt. Der Aufnahmeantrag der finnischen und schwedischen Regierung in die NATO stärkt die internationale Blockbildung gegen das russisch-chinesische Lager.

Quelle: https://www.rf-news.de/2022/kw20/bundesregierung-taeuscht-ueber-wahre-kriegsziele-hinweg
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Re: Angriffskrieg gegen die Ukraine
« Antwort #631 am: 05:38:58 So. 22.Mai 2022 »
Zitat
New York Times bringt Zerwürfnisse über Nato-Russland-Krieg zum Ausdruck

In einem Leitartikel mit der Überschrift „Der Krieg in der Ukraine verkompliziert sich und Amerika ist unvorbereitet“ lässt die New York Times durchscheinen, dass es zwischen dem Weißen Haus und den Geheimdiensten ernsthafte Differenzen über den Verlauf des Nato-Kriegs gegen Russland gibt. Die Times weist mahnend auf die „außerordentlichen Kosten und ernsten Gefahren“ des Kriegs hin. Es gebe „viele Fragen, die Präsident Biden der amerikanischen Öffentlichkeit im Hinblick auf die weitere Beteiligung der Vereinigten Staaten an diesem Konflikt beantworten muss“.

Quelle: https://www.wsws.org/de/articles/2022/05/21/nyti-m21.html
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Re: Angriffskrieg gegen die Ukraine
« Antwort #632 am: 18:31:24 So. 22.Mai 2022 »
Zitat
BEITRITTSGESUCHE VON SCHWEDEN UND FINNLAND ZUR NATO - Ein weiterer Schritt zur Verschärfung der Weltkriegsgefahr

Es war in den bürgerlichen Medien unübersehbar das Hauptthema: Die Parlamente von Schweden und Finnland haben beide beschlossen, dass ihre Länder Mitglied in der NATO werden sollen. Eine erneute Eskalation der Lage durch die NATO-Staaten

Quelle: https://www.rf-news.de/2022/kw20/ein-weiterer-schritt-zur-verschaerfung-der-weltkriegsgefahr
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Wernichtsweissmussallesgl

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Re: Angriffskrieg gegen die Ukraine
« Antwort #633 am: 00:22:53 Mo. 23.Mai 2022 »
Wer an der Grenze zu Russland liegt sollte sich zwingend der Nato anschliessen. Sonst wird er Überfallen, annektiert usw.  Warum ist damals eigentlich Afganistan überfallen worden? 10 Jahre Krieg und den auch noch verloren. Das sehe in der Ukraine auch so. Die Russen werden das verlieren und die Krim auch.

Wernichtsweissmussallesgl

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Re: Angriffskrieg gegen die Ukraine
« Antwort #634 am: 00:30:26 Mo. 23.Mai 2022 »
Dieser Drecksputin muss weg. Da kann man sich nur einen Georg Elser wünschen.

Kuddel

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Re: Angriffskrieg gegen die Ukraine
« Antwort #635 am: 08:46:28 Mo. 23.Mai 2022 »
...sollte sich zwingend der Nato anschliessen.

Schon klar. Die Kurden sind super Ziele für Nato-Bomben.

Kuddel

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Re: Angriffskrieg gegen die Ukraine
« Antwort #636 am: 09:29:28 Mo. 23.Mai 2022 »
Zitat
Längere konventionelle Schlachten in der dicht besiedelten Bundesrepublik würden „die Substanz dessen zerstören, was verteidigt werden soll“. Das Zitat stammt aus dem Weißbuch des Bundesverteidigungsministeriums, und vielleicht sollten es sich alle hinter den Spiegel stecken, die jetzt den Krieg als Fortsetzung des guten Gewissens mit anderen Mitteln neu entdecken. Da stand auch noch: „Denn moderne konventionelle Waffensysteme – Schüttbomben, Napalm und Flächenfeuerwaffen – erreichen fast schon die Zerstörungswirkungen taktischer Nuklearwaffen.“ Ach so, es handelt sich um das Weißbuch 1975/76. Seither dürfte das eher nicht besser geworden sein, oder?
(...)
„Die Ukraine braucht weiteres militärisches Material – vor allen Dingen auch schwere Waffen“, das hat Außenministerin Annalena Baerbock vor einiger Zeit in Luxemburg gesagt; und nachdem der Druck, den die Journalisten und die Herren Wolodymyr Selenskyj und Andrij Melnyk in den Medien aufgebaut haben, für ihn unerträglich wurde, ist Olaf Scholz eingeknickt. Nun liefern auch wir „schwere Waffen“ – obwohl der Kanzler das erkennbar nicht wollte.
(...)
Aber je länger der Krieg dauert und je größer die Zahl der Follower, die der Sache der Ukraine ein dickes Like geben, desto schwerer hat es die Vernunft.
(...)
Leider haben die Deutschen die Logik der nuklearen Abschreckung schon früher missverstanden: Diese Logik galt nie für sie, sondern immer nur für die anderen. Russen und Amerikaner können sich darauf verlassen, sich nicht gegenseitig in die Steinzeit zu sprengen. Die Deutschen können sich nur darauf verlassen, in jedem Krieg – ob konventionell oder nuklear – ausgelöscht zu werden. Helmut Schmidt, der aus eigener Erfahrung etwas vom Krieg verstand, hat gesagt, die Bundesrepublik sei nur „um den Preis ihrer totalen Zerstörung“ zu verteidigen.
https://www.freitag.de/autoren/jaugstein/die-lieferung-schwerer-waffen-an-die-ukraine-wird-immer-mehr-zum-problem

Sir Vival

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Re: Angriffskrieg gegen die Ukraine
« Antwort #637 am: 09:57:19 Mo. 23.Mai 2022 »
ich lese gerade den schönen Satz auf der Ttelseite mit dem süßen Logo (zerbrochenes G3):

Zieht die Truppen zurück !  Stoppt alle Waffenexporte ! Peace now !

goldig....  ;D

Sagt das mal den Russen vor Ort :-) oder dem  lupenreinen :Q  im Kreml......

Das ist keine Aufrüstung, sondern Hilfe zu Verteidigung. Stellvertreterkrieg ist was ganz anderes. Das haben die Amis in Vietnam gemacht. Aber das in der Ukraine ist was ganz anderes.

Wir könnten aber auch daneben sitzen und am TV mit Chips und Cola auf dem Ranzen die Unterwerfung der Ukraine durch die (rote Armee) Russen anschauen.
Besser als jeder Kriegsfilm. Und wenn´s dann Polen, Litauen, Moldavien oder wie sie alle heißen "da drüben" trifft......was dann? Auch stillhalten? hmmm.....
Die ganzen Greueltaten, Vergewaltigungen, Erschießungen, Vernichtung allen Lebens......bestimmt geile Action am TV. Würde mich interessieren, wer die TV-Recht bekommt.

Spaß beiseite: da bin ich eher für Waffenlieferungen, damit sich das Land zumindest teilweise gut verteidigen kann.

Die Devise "STOP WAR!" ist da ein wenig heuchlerisch, wenn nicht, sogar etwas zu kurz oder gar nicht gedacht.

Und wenn ich etwas zu sagen hätte, würde ich sämtliche Russen und russischstämmige, die hier in D lebend für die "Miltäroperation" großkotzen, demonstrieren und "Z" und "V" auf den Fahnen und Motorhauben zur Schau tragen, sofort ausweisen! Am besten an die Front in der Ukraine, damit sie erleben, wie das ist.

In unserem Ort ist es eine Schande, das mitanzusehen. An jedem beschissenen Telekom- oder Stromkasten ist seit Kriegsbeginn dieses "Z" oder "V" zu sehen. Erst seitdem diese Russenbrut da einmarschiert ist. Da sind sie plötzlich alle gleich. Vorher aus Angst wg. der politischen Verhältnisse aus diesem Scheißland fliehen und dann sich brüsten mit solch einer Brutalität, mit der ihre "Landsmänner" einmarschieren. Das ist lachhaft und heuchlerisch.
Wir haben aber auch recht viele Russenköpfe bei uns, da fällt das eben ein bissl mehr auf.

Es tofft viel Spass in Steckifee.........

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Re: Angriffskrieg gegen die Ukraine
« Antwort #638 am: 10:34:46 Mo. 23.Mai 2022 »
Du bist ein Opfer der psychologischen Kriegführung von ARD und ZDF. Von den Mainstreammedien wirst Du zur Zeit nur angelogen.

Zitat
Stellvertreterkrieg ist was ganz anderes.

Das siehst Du falsch. Die USA versuchen, Russland durch die Hand des ukrainischen Volkes zu besiegen und so in einen halbkolonialen Zustand zurück zu versetzen, um Zugriff auf seine Ressourcen zu bekommen und sich eine gute Ausgangsstellung für einen Krieg gegen China zu verschaffen.


Zitat
Spaß beiseite: da bin ich eher für Waffenlieferungen, damit sich das Land zumindest teilweise gut verteidigen kann.

Das ist eine Scheinlogik. Mit Waffenlieferungen wurde noch nie ein Krieg beendet.

Man muss das Richtige tun, nämlich den aktiven Widerstand gegen die akute Gefahr eines dritten Weltkriegs stärken, denn Kriege beendet man durch Massenbewegungen in den kriegführenden Ländern. Historisches Beispiel ist das Ende des ersten Weltkriegs durch die Revolution in Russland und Deutschland.

Dementsprechend versuche ich die Leute hier in Deutschland gegen die Kriegstreiberei der Bundesregierung zu mobilisieren und unterstütze die Opposition in Russland und der Ukraine im Bestreben, eine Massenbewegung gegen Putin bzw Selenskyj aufzubauen und bin gegen Waffenlieferungen an die Ukraine.

Zitat
Und wenn ich etwas zu sagen hätte, würde ich sämtliche Russen und russischstämmige, die hier in D lebend für die "Miltäroperation" großkotzen, demonstrieren und "Z" und "V" auf den Fahnen und Motorhauben zur Schau tragen, sofort ausweisen!

Die russische Bevölkerung ist nicht der Feind! Der Feind ist die eigene herrschende Klasse und die Bundesregierung!
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Sir Vival

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Re: Angriffskrieg gegen die Ukraine
« Antwort #639 am: 11:36:42 Di. 24.Mai 2022 »
Opfer der psychlog. Kriegsführung............
Dann ist das wirklich nur eine Militäroperation und kein Einmarsch und die Ukrainer lügen. Klar....

Waffenlieferungen:
es wurde evtl. kein Krieg beendet. Aber davon hatte ich es ja nicht. Die sollen sich ja verteidigen. Oder sollen sie Jesus spielen. Die andere Backe auch noch?

Die russische Bevölkerung ist nicht der Feind: Klar ist sie das nicht.
Die eigene herrschende Klasse....typisch für linksradikale Einstellung ;-)
Aber die Vollidioten von russischstämmigen, die das "Z" und "V" auf die Fahnen schreiben und siegschreiend durch unsere Städte ziehen, DAS ist feindlich gesinnt. Ne Portion Aggression noch dazu und fertig
Es tofft viel Spass in Steckifee.........

Saboteur

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Re: Angriffskrieg gegen die Ukraine
« Antwort #640 am: 22:10:22 Di. 24.Mai 2022 »

Zum Rußland/ Ukraine-Krieg habe ich einige interessante Beiträge und Gedanken gefunden, die es lohnt einmal zu lesen:

https://de.indymedia.org/node/191830

https://panopticon.noblogs.org/post/2022/03/18/ukraine-es-gibt-kein-wir/

Dort heißt es u.a.: "Es ist ihre Sache, ihre Bomben, ihr Kapital, wir bekommen es in Form von Bomben oder Einschränkungen in die Fresse, ukrainische Proletarier, russische Proletarier und morgen (los, heute), wenn die Gaspreise noch weiter explodieren und die Preise für Grundnahrungsmittel mit ihnen, französische, deutsche Proletarier usw. Wir werden derzeit 24Std. mit geopolitischen Problemen gefüttert, die nicht unsere eigenen sind, und das ist genau der Nationalismus, und das ist der Grund für den Nationalismus und die Propaganda in allen Kriegen: uns dazu zu bringen, so zu denken, als wären wir auf der Seite des Stärkeren. Das Problem der ukrainischen Proletarier ist nicht Russland und die russische Aggression, sondern ihre Regierung und ihre Bourgeoisie, und die Tatsache, dass sie zwischen die Fronten eines ökonomischen Krieges geraten, in dem es darum geht, von wem und wie sie ausgebeutet werden, jede andere Logik führt nur zur Rechtfertigung des Nationalismus und aller kapitalistischen Kriege.

Die Frage ist nicht 'was tun wir angesichts der russischen Aggression', wir müssen diese Frage nicht beantworten, weil sie uns nicht gestellt, sondern aufgezwungen wird, von den Russen, von Europa, vom ukrainischen Staat, d.h. letztlich vom Kapital. Es gibt kein 'wir'. Die Antworten gehören uns genauso wenig wie die Fragen, sobald wir in diese Logik eingetreten sind. Wir müssten unsere eigenen Fragen finden, bevor wir von den Fragen anderer überwältigt werden, und das wäre wirklich dringend."

No war but class war Ein Nein zum Krieg Rußlands ist kein Ja zum Frieden der NATO Unser Nein zu Putin ist kein Ja zu Selenskyj

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Re: Angriffskrieg gegen die Ukraine
« Antwort #641 am: 01:28:06 Mi. 25.Mai 2022 »
Wir sollten nicht den Fehler machen, und der Kriegspropaganda unserer herrschenden Klasse folgen. Vor allem sollten wir uns nicht gegen den russischstämmigen Bevölkerungsteil in Deutschland aufhetzen lassen. Von alledem haben wir nichts.

Es ist die Politik unserer herrschenden Klasse (Waffenlieferungen an die Ukraine, Wirtschaftskrieg gegen Russland), die die Gefahr eines Weltkriegs heraufbeschwört und unsere Lebensbedingungen verschlechtert.

Deshalb ist mein Feind nicht Russland, sondern unsere herrschende Klasse und ihre sozialfaschistische Bundesregierung.

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Re: Angriffskrieg gegen die Ukraine
« Antwort #642 am: 10:31:35 Mi. 25.Mai 2022 »
Zitat
Biden-Regierung eskaliert Krieg gegen Russland und droht China

Am Samstag unterzeichnete US-Präsident Joe Biden einen Gesetzentwurf, mit dem Ausgaben in Höhe von 40 Milliarden Dollar genehmigt werden. Sie sind vor allem für Waffen und andere Hilfsleistungen an die Ukraine vorgesehen.

Quelle: https://www.wsws.org/de/articles/2022/05/24/pers-m24.html
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Hartzhetzer

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Re: Angriffskrieg gegen die Ukraine
« Antwort #643 am: 10:38:11 Mi. 25.Mai 2022 »
Zitat
Du bist ein Opfer der psychologischen Kriegführung von ARD und ZDF. Von den Mainstreammedien wirst Du zur Zeit nur angelogen.

Auch „wir“ sind – gefühlt – im Krieg

Das nationale deutsche Wir und der Ukrainekrieg

Angesichts der neuen Kriegslage stehen die Medien, die „Vierte Gewalt“ im Staate, Gewehr bei Fuss.


Zitat
Hier finden sich sogar programmatische Erklärungen in Sachen Kriegspropaganda und geben damit Auskunft über die Rolle, die der „Qualitätsjournalismus“ neuerdings ganz selbstbewusst einnimmt. So in einem Kommentar der Westdeutschen Allgemeinen zum Ukrainekrieg (Jan Jessen, WAZ, 13.5.22): „Die Opfer sichtbar machen“.

Auch „wir“ sind – gefühlt – im Krieg

Begeistert hat den WAZ-Autor die Äusserung der deutschen Aussenministerin Baerbock in Butscha: „Diese Opfer könnten wir sein.“ Nun befindet sich Deutschland offiziell nicht im Krieg mit Russland, warum sollten dessen Truppen daher deutsche Bürger erschiessen? Zu Kriegsopfern würden sie doch erst, wenn die deutsche Regierung den Beschluss fasste, nicht nur Waffen an die Ukraine zu liefern, sondern sich direkt in den Krieg einzumischen. Dann wären deutsche Bürger aber nicht einfach Opfer Russlands. Ihr Tod wäre vielmehr das Ergebnis einer von der hiesigen Regierung getroffenen Entscheidung, ihre Bürger aufs Schlachtfeld zu schicken und von ihnen die Bereitschaft zu verlangen, ihr Leben im Krieg zu opfern.

Doch der Satz von Aussenministerin Baerbock, der auf den Berichterstatter einen so tiefen Eindruck gemacht hat, soll nicht in dem reellen Sinn, der die Möglichkeit deutscher Opfer klärt, verstanden werden. Der WAZ-Kommentar erläutert: „Es war ein bemerkenswerter Satz, der in seiner schlichten Klarheit den Krieg aus dem Bereich der militärischen und politischen Abstraktion herauslöste und auf die menschliche Ebene brachte.“ (WAZ)

Ein wirklich bemerkenswerter Satz, den der Kommentator da abliefert! Seit wann ist ein Krieg eine militärische und politische Abstraktion? In diese muss ein Beobachter ihn erst einmal verwandeln. Damit macht er deutlich, dass ihn die politischen Gründe wie auch die militärischen Kalkulationen gar nicht oder nicht in erster Linie interessieren. Und das soll das Publikum offenbar auch nicht, wozu sich der Zeitungsmann ja programmatisch äussert. Ihm geht es darum, den Krieg in eine Reihe von menschlichen Schicksalen zu verwandeln und diese Aufbereitung der Leserschaft zu offerieren: „Es ist wichtig, ihre Geschichten zu erzählen. Krieg darf nicht als eine kühle Darstellung von militärischen Operationen oder von politischen Prozessen wahrgenommen werden.“ (WAZ)

Dass Kriege das Ergebnis von politischen Entscheidungen sind und als zielgerichtete militärische Operationen stattfinden, möchte der Autor also gerne zum Verschwinden bringen, wenn er sich um die adäquate Wahrnehmung des militärischen Geschehens auf dem Schlachtfeld sorgt. Durch eindringliche Schilderungen von Schicksalen soll sich sein Publikum das Ganze als eine menschliche Tragödie vorstellen, wobei der Schuldige für dieses Schicksal immer schon unterstellt ist: Putin!

Gefordert ist vom Leser die moralische Parteinahme in Sachen Ukraine. Dabei ist er ja im eigentlichen Sinne – als blosses Publikum, das von seiner Staatsmacht erfährt, zu welchen Dingen es in Friedens- und Kriegszeiten verpflichtet ist – überhaupt keine Partei. Er hat in diesem Konflikt nichts zu melden, übrigens genau so wie die Bürger in Russland oder der Ukraine. Alle sind samt und sonders das menschliche Material und die Verfügungsmasse ihrer Politiker, die über ihr Schicksal entscheiden. Für russische oder ukrainische Bürger hat dies blutige, tödliche Konsequenzen, in Deutschland ist es – noch – nicht so weit.

Hier spürt man es an den Kassen der Supermärkte oder Tankstellen, hier darf der legendäre kleine Mann (und natürlich auch seine kleine Frau) daran teilhaben, dass seine Politiker einen Wirtschaftskrieg gegen Russland führen. Und obgleich die Bürger im Lande seit Beginn des Krieges auf allen Kanälen mit den Schicksalen der Betroffenen in der Ukraine konfrontiert werden, ist dies der WAZ offenbar immer noch nicht genug. Im Hauptteil der Zeitung werden auf zwei Seiten die Leiden von Olena, Anton, Larysa und vielen anderen, die man sich merken soll, ausgebreitet. Dazu muss es im Kommentar aber noch explizit gesagt werden: Die Leserschaft soll, wie von den Medien angesagt, den Krieg vor allem moralisch betrachten und damit von den Kriegsgründen abstrahieren.

Und „wir“ sind per se die Unschuldigen

Der Übergang von der Beurteilung eines politischen Geschehens zur Moral, also zur Schuldfrage, dürfte den meisten Bürgern vertraut sein. Lernt man doch von Kindes Beinen an, dass Streit und Zank sich nicht gehören. Das Verbot schafft die Streitgründe allerdings nicht aus der Welt, dass gestritten wird, ist Alltag. Treten Eltern oder Erzieher auf den Plan, so weiss jedes Kind, was es zu sagen hat: Der andere hat angefangen. Die Frage, warum es da so unverträglich zugeht, ist damit vom Tisch und eine ganz andere auf der Tagesordnung: Wer ist schuld, wer verdient Strafe? Wobei der autoritäre Klassiker der Kindererziehung darauf hinausläuft, dass sich die von den Erziehungsberechtigten verkörperte Gewalt damit auch nicht lange aufhält, sondern einfach dekretiert: Vertragt euch!

Diese kindlich-kindische Betrachtungsweise lässt sich mit etwas journalistischem Elan auch, wie der WAZ-Kommentar zeigt, auf das Verhältnis von Staaten übertragen. Wenn erst einmal als zentrale Frage etabliert ist, wer angefangen und den Frieden aufgekündigt hat, sind die – differierenden, möglicher Weise antagonistischen – Interessen, die zu dem Konflikt geführt haben, kein Thema mehr. Bekanntlich gehören aber zu einem Konflikt in der Regel zwei Parteien, die mit dem, was sie vorhaben, aneinander geraten.

Und diese Gegensätze bestehen offenbar auch im Frieden, in dem ein ganzer diplomatischer Berufsstand dauernd den Stand der Gegensätze und Gemeinsamkeiten auslotet und in Verhandlungen münden lässt. Diese unermüdliche Klärung führt dabei immer wieder zu der Frage – die NATO-Staaten haben es in x Kriegen seit dem Ende des Kalten Kriegs durchexerziert –, ob man noch miteinander redet, sich gegenseitig noch aushält oder ob eine oder beide Parteien andere Saiten aufziehen wollen, im modernen imperialistischen Sprachgebrauch: „rote Linien“ ziehen.

Von all dem soll abgesehen werden, wenn die Schuldfrage im Raum steht. Wer den Frieden bricht – so der abstrakte, völkerrechtliche Grundsatz laut UNO-Charta nach Artikel 51 –, wer nicht bereit ist, die Ansprüche oder Drohungen der anderen Seite hinzunehmen, macht sich schuldig. Im Prinzip jedenfalls. Denn wie jeder weiss, beginnen hier die strittigen Auslegungsfragen. Der politikwissenschaftlichen Analyse ist das durchaus bekannt (siehe „Deutsche Doppelmoral: Nicht nur Putin, auch der Westen ignoriert das Völkerrecht“: Wenn man es genau untersucht, haben auch die NATO-Staaten zahlreiche Kriege ohne völkerrechtliche Legitimation geführt bzw. sich eine solche – unter Berufung auf höchste Titel wie Menschenrechte oder Terrorbekämpfung – auf eigene Faust besorgt. „Putins Kriegs“ ist so gesehen nichts, was aus dem Rahmen fällt, und er könnte sich auch ohne Weiteres mit den westlichen Legitimationsverfahren rechtfertigen (Sicherheitsprobleme an der Grenze, Schutz einer Volksgruppe in unmittelbarer Nachbarschaft, Zuständigkeit als Aufsichtsmacht des Minsker Abkommens etc.).

Er könnte, wenn man ihn liesse. Aber dieses Zugeständnis hat der Westen kategorisch ausgeschlossen. Mit dem Vorwurf „Angriffskrieg“ ist die Sache eben moralisch erledigt. Der Titel ist die Einforderung einer unbedingten Parteinahme, die kein Verständnis mehr für die Interessen der anderen Seite zulässt. Die völkerrechtliche Verurteilung ist so gesehen auch gar nicht ernst gemeint. Das zeigt sich sofort da, wo die Chancen der Erledigung des russischen Gegners ausgelotet werden. Dann fällt den Experten der bekannte Spruch ein: Angriff ist die beste Verteidigung. Dann wissen sie, dass Angriff und Verteidigung militärstrategische Kategorien sind, die beide zum Kriegführen dazugehören, und keine übergeordneten Kriterien, die das Böse vom Guten scheiden.

So trägt ein aktueller Leitartikel des General-Anzeigers (G.-A., 18.5.22) die Überschrift: „Wie viel Angriff ist noch Verteidigung?“. Gemeint ist natürlich nicht das russische Vorgehen, das die Heimat (und betroffene Volksteile im Nachbarstaat) nach Putins Sprachregelung gegen einen ukrainischen Militarismus verteidigt. Gemeint ist etwas anderes: „Attacken auf russische Infrastruktur im Grenzgebiet werfen die Frage auf, wie weit die Ukraine völkerrechtlich gehen darf.“ (G.-A.)

Inzwischen häuften sich Meldungen über brennende Treibstofflager und bombardierte Nachschubwege in Russland. „Damit stellt sich die Frage, wie weit das Recht auf Verteidigung geht und wann Russland der Ukraine vorwerfen kann, selbst einen Angriffskrieg begonnen zu haben. Die Antwort ist nicht einfach. Vieles hängt von der Intensität und Dauer ab.“ (G.-A.) Und es hängt davon ab, wie man in dem Artikel erfährt, was genau unter „grenznahen Gebieten“ (wo Angriffshandlungen noch als Verteidigungsmassnahmen gelten) zu verstehen ist. Wenn z.B. Russlands moderne Raketen in Minuten die Ukraine erreichen können, fallen eventuell ihre Abschussbasen bei Moskau oder sonstwo im Hinterland unter die Kategorie „grenznah“.

Wie die Auslegung dieser völkerrechtlichen Streitfragen vonstatten gehen wird, ist jedoch kein Geheimnis. Die moralische Parteinahme, die mit der Einordnung als „Angriffskrieg“ gelaufen ist und zu der sich der Mainstream-Journalismus, wie gezeigt, auch programmatisch bekennt, schafft hier völlige Klarheit. Russland ist das Böse, dessen Bürger auch gleich mit haftbar gemacht werden.

Daneben darf man sich dann in die militärstrategischen Fragen hineindenken und auch als Laie an Überlegungen teilnehmen, wann Angriff oder Verteidigung besser zum Ziel führen, ob eine grosse Gegenoffensive der Ukraine auf russisches Gebiet sinnvoll ist oder ob ukrainische „Angriffe, mit denen der Gegner auf eigenem Territorium zermürbt oder entmutigt werden soll“ (G.-A.), mit wie vielen Kollateralschäden im zivilen Bereich vereinbar sind.

Hier darf man keine Rücksicht der deutschen Öffentlichkeit erwarten. Bei der eindeutigen Parteinahme fällt auch das Mitgefühl für die menschlichen Opfer sehr ungleich aus, ja soll nach journalistischem Bekenntnis auch so ausfallen. Verbrannte russische Soldaten in Panzern verdienen kein Mitgefühl, ukrainische Bürger – in welcher Funktion auch immer – auf jeden Fall. In seinem Bestreben, die menschlichen Schicksale des Krieges in den Mittelpunkt der Berichterstattung zu rücken und die Kriegsgründe vergessen zu lassen, ist dem WAZ- Autor dazu die bemerkenswerte Schlussfolgerung eingefallen: „Die Schicksale der Opfer müssen denjenigen bewusst sein, die über Krieg und Frieden entscheiden.“ (WAZ)

Der Mann will sich mit seiner Berichterstattung und Kommentierung allerdings nicht an die Aussenministerin wenden, um ihr vor Augen zu führen, welche Opfer ihre Entscheidung für die Waffenlieferungen und damit für die Verlängerung des Krieges mit sich bringt und bringen wird. Er wendet sich mit seinem Kommentar vielmehr an die Leserschaft und will dieser nicht nur die Opfer, sondern auch noch die Politikerin nahe bringen, die zur Schaffung weiterer Opfer beiträgt. Für ein modernes olivgrünes Gemüt und seine moralische Selbstgerechtigkeit ist das kein Widerspruch, sondern eine Selbstverständlichkeit der neuen Kriegsmoral.

Quelle: https://www.untergrund-blättle.ch/gesellschaft/medien/presse-ukraine-krieg-berichterstattung-7067.html
Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten.
- Albert Einstein -

Jedoch ist das genau das, was in einer Marktwirtschaft Alternativlos ist.

Kuddel

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Re: Angriffskrieg gegen die Ukraine
« Antwort #644 am: 11:06:54 Mi. 25.Mai 2022 »
Opfer der psychlog. Kriegsführung............
Alles Schlafschafe und Opfer der psychogischen Krigsführung..... außer Sir Vival.

Zitat
es wurde evtl. kein Krieg beendet. .....  Oder sollen sie Jesus spielen. Die andere Backe auch noch?
Jeder, der sich nicht der Logik des Krieges unterwirft, ist also eine pazifistische oder religiöse Witzfigur?

Zitat
Die eigene herrschende Klasse....typisch für linksradikale Einstellung ;-)
Ist daran etwas falsch?

Zitat
Aber die Vollidioten von russischstämmigen, die das "Z" und "V" auf die Fahnen schreiben und siegschreiend durch unsere Städte ziehen, DAS ist feindlich gesinnt. Ne Portion Aggression noch dazu und fertig
Krieg bringt die häßlichsten Seiten des Menschen hervor, verleiht Arschlöchern, Sadisten und Mördern Macht. Auf allen Seiten!

Zitat
»Wir haben Spaß am Töten«
Faschisten in der Ukraine: Staat im Staat und NATO-Killerelite
https://www.jungewelt.de/artikel/427013.ukraine-konflikt-wir-haben-spa%C3%9F-am-t%C3%B6ten.html?sstr=asow