Autor Thema: Ukrainekrieg und Umwelt- sowie Energiepolitik  (Gelesen 174 mal)

dagobert

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Ukrainekrieg und Umwelt- sowie Energiepolitik
« am: 10:38:12 Fr. 04.März 2022 »
Zitat
Russlands Krieg gegen die Ukraine hat viele Gewissheiten umgeworfen. In den wenigen Tagen nach der Invasion hat die deutsche Regierung ihre Positionen zu grundlegenden Fragen bezüglich Rüstungs- und Energiepolitik fundamental geändert und große Ausgaben angekündigt. Das Problem der Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen ist in diesem Konflikt überdeutlich geworden. Wir versuchen, die Auswirkungen des Kriegs auf die deutsche Klima- und Energiepolitik einzuordnen.
http://www.umweltinstitut.org/aktuelle-meldungen/meldungen/2022/klima/Fragen-und-Antworten-zu-den-Auswirkungen-des-Ukrainekriegs-in-Deutschland.html


Zitat
Krieg in der Ukraine: Beurteilung der radiologischen Situation in München

(4.3.2022) Im ukrainischen Atomkraftwerk Saporischschja ist nach Kampfhandlungen ein Feuer ausgebrochen. Der ukrainische Präsident sprach von Beschuss durch Panzer. Es gibt bisher keinen Hinweis auf erhöhte Strahlenwerte. Am Vortag hatten Zivilist:innen die Zufahrtsstraße zum AKW blockiert, um das russische Militär fernzuhalten.

Im Ukraine-Krieg sind bereits mehrere nukleare Anlagen von Kampfhandlungen betroffen. Berichten zufolge hat sich folgendes ereignet:

4.3. nach Beschuss ist im AKW Saporischschja ein Feuer ausgebrochen.
3.3. Zivilist:innen aus der Stadt haben die Zufahrtsstraße zum AKW Saporischschja blockiert, um das russische Militär fernzuhalten.
2.3. Nach eigenen Angaben haben russische Truppen das Gebiet um das Atomkraftwerk Saporischschja eingenommen. Mit sechs Reaktorblöcken ist Saporischschja das größte Atomkraftwerk Europas. Selbst die internationale Atomenergiebehörde warnt vor einem „ernsten Risiko“.
27.2. In Charkiw soll ein Atommüllager getroffen worden sein, das Ausmaß der Schäden ist unklar.
26.2. Ein Atommüllager in Kiew soll von Granaten getroffen worden sein. Informationen über erhöhte Strahlung liegen uns nicht vor.
24.2. Russische Truppen sind in die Gegend um die Reaktorruine von Tschernobyl einmarschiert. Dabei soll einer anonymen Quelle zufolge ein Brennelementelager beschädigt worden sein. Von ukrainischen Behörden gemessene erhöhte Radioaktivität soll aber von durch Truppenbewegungen aufgewirbeltem Staub herrühren.
Insgesamt sind 15 Reaktorblöcke in der Ukraine aktiv, von denen auch nach Sofortabschaltung eine große Gefahr ausgeht. Wenn das Kühlsystem beschädigt wird und versagt, kann es zur Kernschmelze kommen.

Aus dem Kriegsgebiet können Informationen nur spärlich zu uns gelangen. Wir messen daher kontinuierlich die Radioaktivität in der Münchner Außenluft und veröffentlichen die Ergebnisse. Aufgrund der aktuellen Wetterlage wäre derzeit jedoch auch bei einer Freisetzung in der Ukraine keine erhöhte Radioaktivität an unserer Messstation zu erwarten.
http://www.umweltinstitut.org/themen/radioaktivitaet/messungen/aussenluft-muenchen.html
"Ich glaube, daß man nichts vom Krieg mehr wüßte,
wenn wer ihn will, ihn auch am meisten spürt."
Udo Jürgens (Ich glaube, 1968)

Kuddel

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Re: Ukrainekrieg und Umwelt- sowie Energiepolitik
« Antwort #1 am: 11:53:15 Fr. 04.März 2022 »
Dagobert, vielen Dank für das Erstellen dieser Rubrik.

Es war ganz ähnlich mit Corona. Plötzlich ist eine Katastrophe da und es gibt einen aufgescheuchten Hühnerhaufen und alles kräht und gackert durcheinander und keine Sau interessiert sich für die Ursachen oder kümmert sich darum, diese Ursachen abzustellen.

Fridays for Future haben schon lange vor dem Ukrainekrieg gegen die North Stream Gaspipeline protestiert.

Es haben diverse Wissenschaftler erklärt, daß Gas eben nicht tauglich ist als "Übergangslösung" für den Kohleausstieg.
Zitat
Vielen gilt Erdgas als der “klimafreundlichste” der fossilen Brennstoffe - schließlich ist der Kohlendioxidaussstoß bei der Gas-Verbrennung geringer als bei Kohle oder Erdöl. Doch die Idee vom sauberen Gas ist falsch.

Dieser Fehleinschätzung unterliegt auch die Bundesregierung: Sie sieht Erdgas  als Übergangstechnologie und fördert deshalb neue Gas-Heizungen und unterstützt neue Import-Pipelines und Flüssiggas-Terminals. Doch Erdgas ist keine geeignete Brückentechnologie für den Übergang zu Erneuerbaren Energien.
https://www.greenpeace.de/klimaschutz/energiewende/gasausstieg

Doch auch die Grünen wollen auch Gas als "Brückentechnologie". Es müßten für das Northstreamgas auch neue Gaskraftwerke gebaut werden. Das Geld und die Zeit sollte man stattdessen direkt in regenerative Energien investieren.

Das ist nicht nur ökologisch falsch, sondern auch politisch, wie wir gerade sehen. Politische Abhängigkeit und wirtschaftliche Abhängigkeiten wachsen so nur.

Es ist auch nicht so, daß "wir" das Gas brauchen. Es ist die Wirtschaft, die den enormen Energiehunger hat. Weil die Bundesregierung bei Corona einen Lockdown beschlossen hat, ging es auch, einen großen Teil der Produktion herunterzufahren. Weil die Wirtschaft auf globale Billigbilligkonkurrenz setzte, kam es zu Lieferengpässen, erst für Atemschutzmasken, dann für Microchips. Bei lätzteren standen die Bänder in der Autoindustrie. Jetzt stehen sie wieder, weil die Kabelbäume für deutsche Autos in der Ukraine gefertigt wurden.

Ach ja, Produktionsstillstand geht also. Wenn die Bundesregierung es beschließt oder die Lieferketten gerissen sind, ist es halt so. Jetzt mal ehrlich, ist es etwa schllimm, wenn keine SUVs gebaut werden?

Vielleicht ist es viel besser, wenn alles mögliche NICHT produziert wird. Es wird so viel Plunder hergestelt. Die Produktion ist schlimm für die Umwelt und sie ruiniert die Gesundheit der Arbeiter. Hier sollten wir ansetzten. Wir sollten sowieso danach fragen, was, wie und warum produziert wird. Wir sollten es nicht hinnehmen, daß alles "vom Markt" geregelt wird, bestenfalls von der Bundesregierung. Es betrifft das Ökosystem, es betrifft unser Leben und machmal betrifft es auch Krieg und Frieden.

Wenn wir diese grundlegende Sache nicht in Angriff nehmen, ist ein Kampf für Frieden und eine gesunde Umwelt eine reine Farce.

Zur Atomkraft gibt es auch noch eine Menge zu sagen. Ein Thema für sich.

Schluepferstuermer

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Re: Ukrainekrieg und Umwelt- sowie Energiepolitik
« Antwort #2 am: 23:02:15 Sa. 12.März 2022 »
Zur Atomkraft: In Zwendendorf (Österreich) steht das sicherste AKW der Welt. Es wurde nie eingeschaltet. :-)
Baugleich mit Fukushimas Akw. Die Japaner riefen dann an. Ist bei Euch seit über 30 Jahren etwas passiert? Nein
Wieviele Arbeiter habt Ihr? Eigentlich nur Einen
Von dem österreichischen Einschalter kam dann die Frage, Ihr habt aber nicht eingeschaltet? Doch
Seids ihr deppert. Kein Wunder, dass ihr einen Blackout habt.
:-)
So ähnlich geht das von Michel Mittermeier - Blackout

Im Ernst: Wo kommt das Uran her? Umweltfreundlicher Abbau? Muß dieser Abfall nicht entsorgt werden? Fragen über Fragen. Immer noch Umweltfreundlich?


Zu Gas aus Rußland: Vermeintlich billig. Aber für Alle? Nein Nur die Manager verdienen gut däran. Die einfachen Leute nicht. Strombörse! Aber der Glaube!


Hätte man schon vor Jahren auf erneuerbare Energie umgestellt, hätten wir jetzt nicht so einen Scheiß.
Richtig Energie und Konsum einsparen? Nur nicht. Es wird der Wachstum beeinträchtigt.
Man will es einfach, vermeintlich billig und komfortable haben . Vorrallem nicht nachdenken.
Bei uns (Deutschland) gibt es keinen Stromspeicher. Wird gesagt. Komisch in anderen Länder schon.

Ich habe in meiner kleinen Wohnung einen Solargenerator mit Akku und Solarkoffer auf einen kleinen Balkon.  Stromfresser zu reduzieren ist damit zwar nicht drin, aber kleinere Abnehmer geht. Kleinvieh macht auch Mist.
Kann "nur" 1 Std die Mikrowelle betreiben. Computer, TV mehrere Stunden benutzen.

Aber Viele wollen eine Eierlegende Wollmilchsau. Wenns diese nicht gibt, dann braucht man keine erneuerbare Energie.

Es gibt Gemeinden, die autark sind. Es geht also doch. Aber dezentral. So verdienen die Konzerne ja nichts. Das können wir nicht machen.

Was ich in den letzten Jahren gemerkt habe ist, dass jede(r) klein und lächerlich gemacht wird. Nach Monaten/Jahren tritt es ein. Man reagiert dann Chaotisch und Schizophren, dank unserer Doppelmoral.
lg Schlüpferstürmer

Die Massenmedien sind schon lange die 4. Macht im Staat.
Wir haben folglich Legislative, Judikative, Exekutive und Primitive.
"Bild" Euch Eure Meinung
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Wer die CxU und SPD in ihrer Terrorherrschaft gegen das eigene Volk lobt, lobt ihren braungefärbten Nazicharakter!!