Autor Thema: Ukrainekrieg und Wirtschaft  (Gelesen 1669 mal)

Nikita

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Re: Ukrainekrieg und Wirtschaft
« Antwort #45 am: 22:43:17 Mo. 02.Mai 2022 »
Zitat
Es geht darum, den Konkurrenten Rußland wirtschaftlich zu schwächen.
Als Putin die Ukraine angegriffen hat, sollte ihm klar gewesen sein, dass er Russland für Jahrzehnte isoliert, politisch und wirtschaftlich.
Viele Großkonzerne haben ihren Besitz in Russland aufgegeben bzw. abgeschrieben und ihre MitarbeiterInnen rausgeholt. Die werden nicht so schnell wiederkommen. Die IT-Branche soll z.B. nicht mehr existieren. Das haben die Firmen nicht aus Gefälligkeit gegenüber den USA getan. Ich denke, dass schwächt die russische Wirtschaft  wesentlich mehr als Sanktionen.

Das ändert nichts daran, dass irgendwer die Zeche zahlen wird und das auch bereits macht. Die Tafeln können schon wegen der gestiegenen Preise von Energie und Lebensmitteln den Ansturm der Menschen nicht mehr mit Lebensmitteln abdecken.

tleary

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Re: Ukrainekrieg und Wirtschaft
« Antwort #46 am: 02:35:21 Di. 03.Mai 2022 »

Sollen die USA doch "garantieren", das die Ukraine der NATO ausgeschlossen bleibt..
Und was wäre solch eine Garantie der USA gegenüber Russland wert? - Richtig, nichts. Weil die USA so ziemlich alle Zusicherungen der letzten 30 Jahre Russland gegenüber gebrochen haben. Die russische Führung ist nicht naiv. Ich würde auch solch einer "Garantie" einer Macht glauben schenken, die die letzten Jahrzehnt zig Kriege durch Lügen vom Zaun gebrochen und gerechtfertigt hat.

Zitat
Wirtschaftlich betrachtet gehören Waffenlogistik still gelegt, egal von welcher Seite her.. Da hat die Weltgemeinschaft
doch noch etwas gemeinsam und könnten dem entgegen wirken..
Von welcher "Weltgemeinschaft" sprichst du? - 90 % sind doch in irgendeiner Form abhängig vom Weltmarkt, und deren Führer USA. Die können sich so etwas wie einen eigenen Weg gegen die USA und NATO wirtschaftlich doch gar nicht leisten. Sonst werden sie von diesem "Welthandel" doch durch Sanktionen ausgeschlossen. Am besten ist das ja momentan an Russland zu beobachten. Da wird zugleich auch ein Exempel statuiert vom Westen. Gültig für alle Staaten, die es wagen, sich irgendwie gegen den Westen zu stellen.

Noch dazu sind die Eliten und Machthabenden doch mehr oder weniger aller 3. Welt-Staaten korrupt und lassen die USA (und deren Verbündete) gewähren. Das Abstimmergebnis Anfang März gegen Russland in der UNO hat da doch Bände gesprochen.

Ich sehe vor allem die EU-Staaten sehenden Auges in einen Atomkrieg marschieren. Irgendwie trauen sie Russland den Einsatz nicht zu und verharmlosen die Gefahr. Wird aber trotzdem kommen, weil die russ. Regierung das Vorgehen des Westens schon seit mehr als einem Jahrzehnt als existenzbedrohend ansieht.

Die Frage ist wirklich, ob es so ein Staat wie die Ukraine, deren Führung nahe am Faschismus war, es überhaupt wert ist, erhalten und verteidigt zu werden. Wie gesagt: Der Preis könnte die totale Vernichtung zumindest Europas sein. Und danach sind auch die vielbeschworenen Werte wie "Freiheit" (für wen überhaupt? - Doch nur die ukr. Führung), "Menschenrechte" und angeblicher "Völkermord", die von Scholz & den Grünen immer so gerne als Rechtfertigungsgründe angeführt werden, irrelevant.
»Wir wissen, so wie es ist, kann es nicht weiter gehen. Aber es geht weiter.«
(Autor unbekannt)

Onkel Tom

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Re: Ukrainekrieg und Wirtschaft
« Antwort #47 am: 10:36:19 Di. 03.Mai 2022 »
...
Und was wäre solch eine Garantie der USA gegenüber Russland wert? - Richtig, nichts. Weil die USA so ziemlich alle Zusicherungen der letzten 30 Jahre Russland gegenüber gebrochen haben. Die russische Führung ist nicht naiv. Ich würde auch solch einer "Garantie" einer Macht glauben schenken, die die letzten Jahrzehnt zig Kriege durch Lügen vom Zaun gebrochen und gerechtfertigt hat.
...

Klar, das der Krieg ein hauptsächlich angeführter Stellungskrieg zwischen den USA und Russland ist.
In der Ukraine sprechen noch die Waffen und werden Menschenleben verheizt = Megascheiße..
Solange die Nato nicht bereit ist Zugeständnisse zu machen, wird nur verbrannte Erde produziert.

Zitat
...
Von welcher "Weltgemeinschaft" sprichst du? ...
...

Weltgemeinschaft war etwas irritierend ausgedrückt. Damit meine ich nicht kapitalistische Interessen oder
sonstige materielle Werte etc. Verstehe "Weltgemeinschaft" mal als Interesse der Menscheit rund um den
Erdball und Du schreibst ja hier selber, was Dich besorgt :

Zitat
...
Ich sehe vor allem die EU-Staaten sehenden Auges in einen Atomkrieg marschieren. Irgendwie trauen sie Russland den Einsatz nicht zu und verharmlosen die Gefahr.
...

Das besorgt mich genau so.. Das gepoker der USA und USSR in den 80zigern kann meines Erachten
zur gegenwärtigen Situation nicht mehr mithalten. Die Auswirkungen des Kräftemessen sind viel heftiger
und es sterben dafür schon Menschen, nur weil 2 Männer ihre Macht-Komplexe nicht im Griff bekommen.

Zitat
...
Die Frage ist wirklich, ob es so ein Staat wie die Ukraine, deren Führung nahe am Faschismus war, es überhaupt wert ist, erhalten und verteidigt zu werden. Wie gesagt: Der Preis könnte die totale Vernichtung zumindest Europas sein. Und danach sind auch die vielbeschworenen Werte wie "Freiheit" (für wen überhaupt? - Doch nur die ukr. Führung), "Menschenrechte" und angeblicher "Völkermord", die von Scholz & den Grünen immer so gerne als Rechtfertigungsgründe angeführt werden, irrelevant.

Jo, Faschos beider Kriegsparteien betreiben in der Ukraine "Aktiv-Trainings".. Die können ihre War-Games
unter sich machen und es kann nicht sein, das sooooooo viel Unschuldige als Zielscheibe drauf gehen.

Schiebe Kriegspläne, Schachbrett und War-Games mal auf Seite und schaue mal in dein Herz und frage dich
mal was dein persönliches Interesse wirklich ist..

Kein Verlangen nach Leben und Frieden ? Wenn ja, fehlt dir leider das, was ich mit dem Begriff "Weltgemeinschaft"
ausdrücken wollte..

Wirtschaftlich betrachtet ist es so vorgegeben das sich Kapitalismus nach einem Krieg aufbaut und immer mehr,
weiter, schneller, und konkurrierendes Gehabe immer schärfer, dann wieder in den nächsten Krieg mündet..
Ein Wellenritt von Aufbau und Zerstörung so zu sagen..

Der Mensch hat sich anbei sein Gift selbst erfunden. Nennt sich Gewinnmaximierung..

Meines Erachten sind die Prioritäten falsch gesetzt.. Arbeitsleistung u.s.w. sollten die Arbeiterklasse selbst ernähren
und Mutter Natur wieder gesund pflegen, statt dem Tenor "Mach dir die Welt untertan.." an zu streben.

Bonzen enteignen und der Arbeiterklasse zu führen..  ;) Und gegenwärtig wäre ein Bummelstreik aller Arbeiter_innen
wünschenswert, die direkt oder indirekt ihre Brötchien in der Rüstungswirtschaft verdienen.

Wusstest Du schon, das sich Teile der Rüstungsindustrie auch mit Medizintechnik befassen und produziert ?
Also kann das nur eine Lüge sein, wenn die Rüstungsindustrie dann noch meint, Arbeitsplätze aufgeben zu müssen,
wenn sie keine Waffen mehr bauen. Umstrukturierung liegt also näher, wie man zunächst denkt.
Medizintechnik ist quasi das Schafspelz innerhalb der "Firma für Luft und Raumfahrttechnik" und nach außen..

Es gibt also reichlich Firmen, denen man Zwecks "Energie sparen" den Stecker ziehen könnte, damit sie kapieren,
das sie Scheiße produziert. Davon gilt sich zu trennen und zu humaitären Dingen um zu steigen.. Besser ist es  ;)


Lass Dich nicht verhartzen !

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Re: Ukrainekrieg und Wirtschaft
« Antwort #48 am: 17:21:49 Sa. 07.Mai 2022 »
Zitat
Krieg und Klassenkrieg: Ampelkoalition wälzt Kriegskosten auf Arbeiter ab

Geht es nach dem Willen der Bundesregierung, wird die Arbeiterklasse die Kosten für ihre Teilnahme am Ukrainekrieg und das größte Aufrüstungsprogramm seit Hitler mit Massenarmut und dem Verlust hunderttausender Arbeitsplätze bezahlen.

Quelle: https://www.wsws.org/de/articles/2022/05/06/emba-m06.html
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

dagobert

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Re: Ukrainekrieg und Wirtschaft
« Antwort #49 am: 18:03:07 Sa. 07.Mai 2022 »
Aus dem Artikel:
Zitat
Geostrategisch dient der Krieg gegen Russland der Vorbereitung eines Kriegs gegen China, das die USA und die europäischen Großmächte als ihren wichtigsten ökonomischen und politischen Rivalen betrachten.
Und genau deshalb halte ich es für zweifelhaft, ob China einer Niederlage Russlands tatenlos zusehen würde. Blöd sind die in Peking nicht, die sehen was gespielt wird.
"Ich glaube, daß man nichts vom Krieg mehr wüßte,
wenn wer ihn will, ihn auch am meisten spürt."
Udo Jürgens (Ich glaube, 1968)

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Re: Ukrainekrieg und Wirtschaft
« Antwort #50 am: 17:33:46 Mo. 09.Mai 2022 »
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

Kuddel

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Re: Ukrainekrieg und Wirtschaft
« Antwort #51 am: 10:15:40 Di. 10.Mai 2022 »
Der Artikel verschwindet zwar hinter der Paywall, aber die Überschriften sind bereits aussagekräftig:

Zitat
Die Welt danach: Wie der Ukraine-Krieg Macht und Wohlstand neu verteilt
Der Krieg stoppt die Globalisierung und beschleunigt die Spaltung der Welt in ökonomische Machtblöcke.
https://www.handelsblatt.com/politik/international/zukunft-der-globalisierung-die-welt-danach-wie-der-ukraine-krieg-macht-und-wohlstand-neu-verteilt/28308582.html

Vielleicht ist dies der Kern des Krieges: Die ökonomische Neuaufteilung der Welt. Es geht nicht nur um die territoriale Ausweitung des jerweiligen Machtblocks, es wird auch der "Wohlstand" innerhalb der Machblöcke neu verteilt. Innerhalb der Wirtschaft gibt es einige Gewinner und viele Verlierer geben und das Gros der Bevölkerung wird sozial weiter abstürzen. Die Neuordnung findet in einer Art Ausnahmezustand statt, es herrscht ja Krieg.

Der Globale Süden ist völlig am Arsch. Weite Regionen werden nicht nur von Armut bestimmt sein, sondern von Hungerkatastrophen. Europa wird sich noch weiter gegen Migration abschotten mit militärischen Mitteln, mit Hilfe von autoritären Regimen, Söldnern und lokalen Banden. Man wird vesuchen, um Europa einen Gürtel von Grenzzäunen und Mauern mit modernen Überwachungstechniken, einer Zone der Gewalt mit Arbeitslagern, Folter, Vergewaltigung und Mord.

Soviel zu den "westlichen Werten", die in diesem Krieg verteidigt werden.

Frauenpower

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Re: Ukrainekrieg und Wirtschaft
« Antwort #52 am: 15:39:14 Di. 10.Mai 2022 »
Petition an Scholz mit offenen Brief an ihn gegen schwere Waffen
https://www.change.org/p/offener-brief-an-bundeskanzler-scholz

counselor

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Re: Ukrainekrieg und Wirtschaft
« Antwort #53 am: 19:48:55 Sa. 14.Mai 2022 »
Zitat
Getreidekrise: Mehr Waffen gegen den Hunger?

Aufgrund kriegerischer Handlungen Russlands sind ukrainische Häfen blockiert. Das bedroht die Nahrungsmittelversorgung weltweit. Indischer Weizen sollte die Lücken füllen, nun verbietet Indien den Weizenexport. Oberst a.D. Kiesewetter (CDU) fordert mehr Rüstung gegen eine Hungerkatastrophe.

Quelle: https://perspektive-online.net/2022/05/getreidekrise-mehr-waffen-gegen-den-hunger/
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