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Spekulation mit Lebensmitteln

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Kuddel:

--- Zitat ---Der Weizenpreis hat sich mehr als verdoppelt, sagt der bayrische Landwirt Peter Plank. Das liegt nicht allein am Krieg – Spekulation spielt eine große Rolle

Seit Beginn des Ukrainekrieges liest man oft, dass nun eine Lebensmittelkrise drohe. Aber Peter Plank sah schon seit Langem, wie die Preise in astronomische Höhen schossen. Ein Gespräch über Stickstoffdüngerpreise, Landwirtschaftspolitik und Börsenspekulation mit Korn und Getreide.

Agrarmärkte sind globale Märkte, das ist so und das wird auch so bleiben. Was die Preise angeht, sollten wir das Jahr 2020 zum Vergleich heranziehen: Weil das ein sehr durchschnittliches Jahr war, was Witterung, Erträge, aber auch die Preise betraf. Da konnten wir den Weizen für 160 Euro pro Tonne verkaufen. Im November 2021 waren die Preise am Markt schon – wohl vor allem den Energiepreisen geschuldet – bei 280 Euro pro Tonne.

Mit Weizen wird immer spekuliert. Jede Einheit Weizen wird acht bis zehn mal gehandelt, also gekauft und verkauft, bis sie zum Endverbraucher kommt. Keiner dieser Zwischenhändler hat den Weizen je gesehen oder in der Hand gehabt, das ist wie Wertpapierhandel, an der Börse.

Das heißt, Weizen ist grundsätzlich ein Spekulationsgeschäft?

Ja, und genau genommen eines, das auf Hunger in der Welt basiert. Die Händler haben mit Landwirtschaft nichts am Hut: Aber sie sehen vielleicht, dass in Australien die Ernte knapper ausfällt, weil es dort zu viel geregnet hat, oder dass es in den USA eine Trockenheit gibt, und dann setzen sie auf steigende oder fallende Kurse. Die Preise lagen aus einer Reihe von Gründen schon vor dem Krieg, also letzten November, bei 300 Euro pro Tonne.
--- Ende Zitat ---
https://www.freitag.de/autoren/pep/weizen-landwirt-peter-plank-erklaert-warum-die-lebensmittelpreise-steigen

dagobert:
Alle Spekulanten enteignen und erschießen?

Im Ernst: Wer oder was hindert die verarbeitenden Betriebe daran, direkt bei den Erzeugern einzukaufen?

Tiefrot:
Die Verarbeiter kaufen gewöhnlich nicht nur bei einem Erzeuger.
Genau dieses begünstigt die Spekulation.

Onkel Tom:
Wenn sich der Bauer mit dem Müller zusammen tut, wären schon einige
Schritte des Zwichenhandels zu Weizen überwunden.

Ja,ich frage mich auch, was die Landwirte dazu hindert, ihre Anbauprodukte
selbst zu vermarkten.. Gibt es dazu EU-Verbote etc ?

Alternative Handels-Kollegtive wäre natürlich für die Kleinbauern u.s.w. von
Vorteil und Spekkulannten schauen in die Röhre.. Mir doch voll egal, das ich
dann zum Müller muss und meine Verpackung selbst mitbringen müsste.

Ich hätte gern 3 Scheffel Weizenmehl  ;)

Als Kind wurde ich oft mit einer 2 Liter Milchkanne zum Bauern geschickt und
mit 1 DM bekam ich 2 Liter Vorzugsmilch. Zuhaue kurz abgekocht, schmeckte
sie viel besser als das, was es heute im Tetrapack gibt. (ca 1972)

So, wie sich der Markt verhält, geht es Richtung Entglobalisierung und D sollte
sich mehr mit dem Binnenmarkt befassen. Desto länger der Ukraine-Krieg
läuft, desto mehr gehen internationale Vermarktungsstrategien im Arsch  ???

Tiefrot:
Onkel Tom schrob:

--- Zitat ---Als Kind wurde ich oft mit einer 2 Liter Milchkanne zum Bauern geschickt und
mit 1 DM bekam ich 2 Liter Vorzugsmilch.
--- Ende Zitat ---

Vorzugsmilch - Da kommen Erinnerungen hoch, die war herrlich !  :D

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