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[Post] Privatisierung

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ManOfConstantSorrow:
Ich erinnere mich an die Zeiten wo nach langem Schlangestehen irgendwelchen Postlern von genervten Kunden an den Kopf geworfen wurde, "Wird Zeit, daß ihr privatisiert werdet!".  Damls waren gerade die ersten großen Privatisierungen in Gange. Da hieß es noch, "da läuft es dann alles viel Besser!"

Das hört man jetzt garnicht mehr. Die Post ist das beste Beispiel, was bei Privatisierung passiert. Ein Lehrstück über die Marktwirtschaft sozusagen.

Die Preise für einige Leistungen erhöhte sich z.T. um mehrere hundert %. Dafür werden Postkästen kaum noch gelehrt, oder verschwinden völlig von der Bildfläche, wie auch viele Postämter. Die Postler müssen jetzt zu schlechteren Bedingungen und härter arbeiten.

Der Kunde kann froh sein, wenn ein Brief überhaupt irgendwann beim Empfänger landet.

Mit den so erwirtschafteten Profiten wird ordentlich rumspekuliert, Paketdienste in Italien , Britannien oder sonstwo aufgekauft um für gute Unterhaltung des Aktionärspacks zu sorgen.

Jule:
http://www.privatisierungswahn.de/

Postbüddel:
Die Post ist so ein Kapitel für sich. Das Personal und die Personalvertretung waren so ein eingefahrener Verein. Es wurde viel rumgemosert aber letztendlich war keiner bereit etwas zu unternehmen und letztendlich ging es einem auch gar nicht so schlecht.

Keiner wollte wirklich wahrhaben, was mit der Privatisierung auf einen zukommt. Als wäre alles aus heiterem Himmel gekommen.

Man kann auch bestimmt einen Weg finden sich in der neuen Situation zurechtzufinden. Ich habe mir die ATTAC website angesehen und soetwas wie Unterschriften sammeln gegen Privatisierung will mich nicht recht überzeugen.

Ich glaube es müssen neue Formen gesucht und Kontakte geknüpft werden. Auch Postkunden sollten über Arbeitsbedingungen informiert werden und die würden einen wohl auch unterstützen, wenn sie nicht nur Informationen der Vorstandsetage und der Politiker kriegen. Und es sollten Stammbelegschaft und Aushilfen über Bedingungen und mögliche Aktionen miteinander reden, auch wenn Aushilfen meist nicht gewerkschaftlich organisiert sind. Auch Kontakte zu ausgelagerten Bereichen (wie private Paketdienste) sollten nicht schaden. Vielleicht wäre soetwas wie ein zwangloses Treffen in einer Kneipe oder gar ein Regelmäßiger Treff zum Austausch ja ein erster Schritt...

:
Heute (7.4.) hat die Post angekündigt diverse Priefkästen abzubauen.
Einmal sind die Kunden dran, das nächste Mal wieder das Personal...

DeadBoy:
Man kommt kaum noch hinterher zu berichten, was bei der Post alles den Bach runtergeht um die Aktionäre glücklich zu machen.

Z.T. sind die Aktionen so überstürzt, daß sie nichteinmal ökonomisch Sinn machen. In einigen Gegenden wurden die Briefkästen so rigoros abgebaut, daß die übriggebliebenen Kästen nichtmehr die Post fassen und überquellen.

Jetzt soll der Paketdienst komplett ausgelagert werden. 9000 Arbeitsplätze werden plötzlich zu neuen Konditionen bei Fremdfirmen auftauchen.

Gleichzeitig gibt es den Vorschlag die Paketzustellung am Montag vollständig einzustellen. Soviel erstmal zu dem Argument, privatwirtschaftlich läuft alles viel besser, als wenn´s staatlich organisiert ist.

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