Autor Thema: Sorge nach illegalem Ausbringen von verändertem Zucchini-Saatgut  (Gelesen 2446 mal)

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Für Bio-Bauern ist Gentechnik „nicht mehr unter Kontrolle"

Sorge nach illegalem Ausbringen von verändertem Zucchini-Saatgut - Brief an Landesregierung Stuttgart - Bio-Landwirte im Südwesten sind misstrauisch, nachdem sie erfahren haben, dass genmanipuliertes Zucchinisaatgut ohne Genehmigung aus den USA nach Deutschland eingeführt worden ist.

In einem offenen Brief fordern Bio-Landwirte von der baden-würtembergischen Landesregierung und der CDU-Landtagsfraktion eine flächendeckende Kontrolle der Agro-Gentechnik-Produzenten und -Anwender auf Kosten der Verursacher oder ein komplettes Einfuhr- und Anbauverbot. Zuvor war bekannt geworden, dass die Firma Seminis Vegetable Seeds, eine Tochter von Monsanto, im Juli illegal 100 gentechnisch veränderte Zucchinipflanzen in Rheinland-Pfalz auspflanzen ließ. Später seien sie außer Landes geschafft und die Behörden informiert worden. Bioland zufolge wurden auch Pflanzen an Mitarbeiter für die privaten Hausgärten weitergegeben, „also in die unkontrollierte Freisetzung entlassen".
Auch an zwei Adressen in Baden-Württemberg sind Samen gelangt. Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums in Stuttgart wurden sie nicht ausgesät und von der Firma zurückgerufen. Laut dem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) war das Saatgut nicht eindeutig als gentechnisch verändert gekennzeichnet. Es liege auch keine Genehmigung dafür vor, die betroffene Zucchinisorte Judgment III in der Europäischen Union in den Verkehr zu bringen. Die Bio-Bauern bitten die CDU-Politiker, den Verbraucherschutz ernst zu nehmen. Wenn gentechnisch manipuliertes Saatgut über Ländergrenzen hinweg verbracht und ohne jegliche Vorkehrungen an beliebige Personen verteilt werde, sei dies Ausdruck davon, dass „schon lange nichts mehr unter Kontrolle ist". Bereits vor zwei Monaten war gentechnisch verunreinigte Aussaat in den Landkreisen Ludwigsburg und Rems-Murr ausgesät und später .umgepflügt worden. „Das Vertrauen bei Landwirten und Verbrauchern in die zuständigen Behörden ist gesunken", so das Aktionsbündnis gentechnikfreie Landwirtschaft in Baden-Württemberg.
Die Behörden in Rheinland-Pfalz haben die Ausbringungsorte überprüft und Pflanzenproben genommen. Ergebnisse der Laboruntersuchungen stehen noch aus.

(Von Sabine Klotzbücher aus den Stuttgarter-Nachrichten 17. Sept. 2005)
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Sorge nach illegalem Ausbringen von verändertem Zucchini-Saatgut
« Antwort #1 am: 03:34:39 Mo. 19.September 2005 »
Zitat:
Für Bio-Bauern ist Gentechnik „nicht mehr unter Kontrolle"

=

Für den Verbraucher auch seit ca. 2 Jahren nicht mehr. Die Zusammensetzungs- bzw. Kennzeichnung von genmanipulierten bzw. veränderten Lebensmitteln ist dermassen unübersichtlich bzw. grottenschlecht, dass der normale Verbraucher damit ohne spezielle Ausbildung bzw. Lupe gar nicht klar kommt.

Oder, wer liest schon im Supermarkt alles mehrfach durch (z. B. bei angebl. Sojaproduken, Milchprodukten, Schokoladen usw.), versteht das auch alles sofort und handelt danach???

Außerdem führen etliche hiesige Hersteller zwecks Erzeugung ihrer Produkte (z. B.Teigwaren, Backprodukte, Nudeln) z. B. Mais oder Weizengries aus den USA ein, dessen Ursprung, Behandlung und Zusammensetzung absolut ungeklärt ist. (Hauptsache, irgendwelche EU-konformen Zertifikate und Prüfzeugnisse liegen vor - auch wenn die schon ein paar Jahre alt sind).

(Hofft man, das wenigstens das Verbraucher-, Umwelt- und Gesundheitsministerium würdigere Nachfolger findet.)
Alle von mir getätigten Aussagen/Antworten/Kommentare entsprechen lediglich meiner persönlichen Meinung und stellen keinerlei Rechtsberatung dar.

v-null

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Sorge nach illegalem Ausbringen von verändertem Zucchini-Saatgut
« Antwort #2 am: 17:57:18 Mo. 19.September 2005 »
Dazu kommt noch daß diese verbrecherichen multikonzerne nichtdeklariertes saatgut (genmanipuliert) auf den markt bringen. Wenn die gene dann irgendwo bei nichtlizenznehmern auftauchen, werden die dann auf schadenersatz verklagt und wegen diebstahl von geistigem eigentum auch noch strafrechtlich verfolgt. In amerika (USA, Kanada) finden sich auch schon willfährige richter dafür. Mal sehen, wie lange es dauert, bis es bei uns auch soweit ist...
solange man mit entwicklung, produktion und handel von waffen profite machen kann wird es kriege geben.

v-null

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Sorge nach illegalem Ausbringen von verändertem Zucchini-Saatgut
« Antwort #3 am: 18:00:12 Mo. 19.September 2005 »
Dazu kommt noch daß diese verbrecherichen multikonzerne nichtdeklariertes saatgut (genmanipuliert) auf den markt bringen. Wenn die gene dann irgendwo bei nichtlizenznehmern auftauchen, werden die dann auf schadenersatz verklagt und wegen diebstahl von geistigem eigentum auch noch strafrechtlich verfolgt. In amerika (USA, Kanada) finden sich auch schon willfährige richter dafür. Mal sehen, wie lange es dauert, bis es bei uns auch soweit ist...
Eigentlich müßte man in dieser unsicheren situation bezüglich genmanipulierten lebensmitteln die zusatzkosten für biokost beim algII bzw sozialhilfe einklagen können.
solange man mit entwicklung, produktion und handel von waffen profite machen kann wird es kriege geben.