Öffentlicher Dienst > Schulen, Hochschulen und Berufsausbildung

Neue Armut auf dem Campus

(1/2) > >>

Kater:

--- Zitat ---STUDENTEN AM TROPF

Neue Armut auf dem Campus

Von wegen feistes Studentenleben - das Einkommen vieler Studenten liegt weit unter der Armutsgrenze. Selbst wenn sie Bafög bekommen, reicht das kaum für den Lebensunterhalt. Die Siegener Studentin Inga Selck zum Beispiel ernährt sich hauptsächlich von Nudeln.
 
Studentenprotest (in Halle): Weit unter der Armutsgrenze
"Entschuldigung! Haben sie noch die Milch aus dem Sonderangebot da?" - "Nein! Leider nicht." Inga Selck bei ihrem Wochenendeinkauf. Die Studentin besucht in Siegen immer denselben Billig-Supermarkt. Gleich am Eingang steht ihr Hauptnahrungsmittel - Nudeln. "Also ich leb eigentlich fast nur von Nudeln. Denn Nudeln schmecken gut und sind billig. Und die kann man gut variieren."

Außer den Nudeln legt die Studentin zwei Tüten Milch in ihren Warenkorb. Dazu kommen eine Packung Toastbrot, zwei Flaschen Saft und ein paar Fertiggerichte. Der Speiseplan ist fast immer gleich. Für Fleisch oder frisches Gemüse fehlt einfach das Geld. "Ich bin halt Studentin und bekomme Bafög und dann noch ein bisschen Unterstützung von meinen Eltern", sagte Selck. Auch ihre Oma steckt ihr was zu, und Inga Selck jobbt nebenbei. Viel bleibt wegen der Miete und laufenden Kosten davon jedoch nicht übrig.

Inga Selck lebt im Monat von 650 Euro. Sie bekommt 250 Euro Bafög. Der Rest ist Kindergeld und ein kleiner Zuschuss der Eltern und Großeltern. Fast die Hälfte davon zahlt sie für Miete und Nebenkosten. Wenn sie ihre Fahrkarten und die Semestergebühr bezahlt hat, bleiben der jungen Frau noch 250 Euro zum Leben. Das sind rund acht Euro pro Tag, um genau zu sein.

Statistisch gesehen lebt die Studentin weit unter der Armutsgrenze. "Mein Vater ist arbeitslos seit anderthalb Jahren. Mit den Hartz-Reformen greift dann das Arbeitslosengeld II. Meine Mutter ist Rechtsanwaltssekretärin. Und als Rechtsanwaltssekretärin verdient man ja auch nicht so viel, dass man noch jemanden mit unterhalten könnte", erzählt Selck.

Zerplatzter Traum vom heilen Studentenleben

Inga Selck ist kein Einzelfall. Bundesweit bekommen immer mehr Studierende Bafög, weil ihre Eltern nicht genügend Geld haben. In Nordrhein-Westfalen ist in den vergangenen beiden Jahren die Zahl der Bafög-Empfänger um 4,5 Prozent auf über 100.000 gestiegen.

An der Universität Siegen ist die Situation besonders prekär. Studentenwerksleiter Detlef Rujanski berichtet, der Trend sei eindeutig: In Siegen habe das Studentenwerk in den letzen fünf Jahren einen Anstieg der Zahl der Bafög-Empfänger von zehn Prozent verzeichnet. "Die andere Seite der Medaille ist, dass die Elternhäuser auch nicht mehr finanziell in der Lage sind, die Leistung, die sie vielleicht noch vor 15 Jahren erbringen konnten, heute noch zu erbringen", erklärt Rujanski.

Der Grund für die steigende Gefördertenzahl liegt in der Bafög-Reform 2001. Seit vier Jahren ist es einfacher, die staatliche Finanzhilfe zu bekommen. Das Deutsche Studentenwerk in Berlin beobachtet, dass jetzt immer mehr finanzschwächere Studenten in die Hochschulen drängen. Den Studien-Zuschuss erhalten mittlerweile eine halbe Millionen Studenten bundesweit. Trotzdem muss fast jeder Dritte neben dem Studium arbeiten, um über die Runden zu kommen.

Der Traum vom heilen Studentenleben sei deshalb schon lange zerplatzt, meint Achim Meier auf der Heide vom Deutschen Studentenwerk. "Ich denke, dass dieses Klischee bei weitem nicht mehr greift. Und es ist zu erwarten, dass durch die Einführung der neuen Studiengänge, also Bachelor und Master, die Studien noch viel straffer werden. Und dadurch das Studieren nicht einfacher wird."

Trotz allem ist die Siegener Studentin Inga Selck zufrieden. Sie meint, dass ihre Situation sicherlich nicht einfach sei. Aber immerhin bekomme sie wenigstens Bafög. Wäre das nicht der Fall, könnte sie überhaupt nicht studieren.

Eines macht der 21-Jährigen allerdings großen Sorgen - nämlich das Vorhaben der nordrhein-westfälischen Landesregierung, bald allgemeine Studiengebühren einzuführen. Für Bafög-Empfänger wie Inga Selck bedeutet das: Ohne weitere Hilfsprogramme sind sie wahrscheinlich aufgeschmissen. "Wenn es keine Programme geben würde, müsste ich aufhören. Dann wüsste ich nicht, was ich machen würde."
--- Ende Zitat ---

http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/0,1518,375147,00.html

Kuddel:
Wiesbaden: Die Zahl der Bafög-Empfänger ist nach der letzten Erhöhung der Unterstützung vor zwei Jahren deutlich gestiegen. 2009 erhielten nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 873.000 Schüler und Studenten die staatliche Förderung. Das seien 51.000 oder sechs Prozent mehr als 2008 gewesen.

Kuddel:

--- Zitat ---Studentische Hilfskräfte
Ausbeute der Ausbeutung

Studentische Hilfskräfte verdienen schlecht, dafür machen sie leichter an der Uni Karriere.

Sie sind oft überarbeitet, unterbezahlt und abhängig von ihrem Chef – schließlich vergibt der häufig auch die Abschlussnote.
--- Ende Zitat ---
http://www.zeit.de/campus/2011/02/studentische-hilfskraefte

Kuddel:

--- Zitat ---Amerikas Studenten stehen vor dem kollektiven Bankrott

Schon jetzt stecken die US-Studenten tiefer in den roten Zahlen als alle Kreditkarteninhaber des Landes zusammen. Anbieter von Studienkrediten profitieren. Droht nach der Immobilien- nun die Bildungsblase zu platzen?
--- Ende Zitat ---
http://www.handelsblatt.com/politik/international/amerikas-studenten-stehen-vor-dem-kollektiven-bankrott/5991168.html

der große Zampano:
Ich habe vor nicht allzu lange Zeit auch mein Studium beendet und kann ebenso ein "Liedchen vom Studentenleben" singen.

Da kostet das monatliche Zugticket locker mal 180 eu.

Die Frage warum man nicht am Ort der Uni wohnt beantwortet sich von selbst, wenn die 12 qm "Einzelzelle" mind. 160 eu kosten soll.
Als Reaktion auf das eigene erschreckte Gesicht kriegt man nur die Antwort: "Was wolln sie denn. Ist doch günstig."
Dann wären da noch Essen, Trinken, Internet etc. etc. etc.

Habe dann doch lieber zu Hause gewohnt und bin eben  früh um 5 aufgestanden, wenn es 9.15 Uhr losgehen sollte.

Dann Semestergebühren (keine Studiengebühren),  Semesterticket, Druckgebühren für Abschlussarbeit (bei mir fast 200 eu), Kopiergebühren (manchmal 15 - 20 eu pro Seminar und das mehrmals)  etc. etc. etc. etc.

Wenn es dann an die Prüfung etc.  bzw. an wichtige Arbeiten geht ,interessiert es keinen woher man die Bücher nimmt.

Aber die "Gemeinschaft" will ja "originelle Forscher", welche immer top aktuell und hochmotiviert das eigene Geld für die verbrennen, die eigentlich dafür zuständig sind.

Und was passiert wenn Studenten kein Geld haben ?
Dann müssen sie arbeiten gehen.
Was geschieht dann ?
Der Student schafft die Regelzeit nicht.
Und dann..
Dann geht es ans Bafoeg, zumindest zunächst im Grundstudium.


Wenn dann weitere Semester an die Regelstudienzeit angehängt werden, hat man sowieso ab der ersten Bewerbung verloren.

Dann hat man sich eben nicht um das eigene Kind, die nötige finanzielle Versorgung, das gründliche Studium etc. gekümmert, sondern war bestimmt ein "fa**es Schw**n". Nein, man muss es sogar sein.

Denn "die Anderen" schaffen es doch auch.
Das denen der "Zucker (Money) in den A**** geblasen wird" und deren Maßstab sinnfrei ist, ist doch egal.
Ach was, das ist doch die Elite und nicht der "kleine Arbeitersohn" der um jeden Cent kämpfend seine Zukunft bzw. seine Bildung zu erweitern sucht.  

Ich muss aber auch mal die Studenten vor so manchen Klischees in Schutz nehmen.
Ich beziehe meine Schilderungen zunächst nicht auf Bachelor und Master, denn da kenn ich mich nicht aus.

Das Ideal einer selbst bestimmten Bildung, welche zwar Grundbildung (Pflichtwissen bzw. zu erfüllende Prüfungsvorleistungen) voraussetzt, dann aber die eigenen Leidenschaften und Bildungsneigungen fördert erscheint mir als das beste.
Da kann es schonmal passieren, dass der Student bei Veranstaltungen fehlt.
Ja, es gab/gibt die Spaßstudenten aber die sind meiner Meinung nach in der Unterzahl.

In meinem Studiengang war ohne Zwischenprüfung spätestens nach 8 Semestern Schluss mit lustig.
Dann wäre exmatrikuliert worden.
Es gab ebenso eine Regelung für Hauptstudenten.

Und eben durch diesen Umstand hat man dann gearbeitet wie ein Irrer.
Speziell, wenn man z.B für 2 oder 3 Fächer (ja nachdem ob Hauptfach oder Hauptfach + 2 Nebenfächer)
auf einmal machen darf.
Dann sind 2 schriftliche und 6 mündliche Themen (Abschlussprüfung 2 Hauptfächer) aufzubereiten.

Da bleibt nicht viel Zeit zum faulenzen und bleibt nichts mehr vom Geld.

Danach wird man dann abgespeist (im Einklang mit den gesetzlichen Vorschriften) mit den berühmten 50 % "Ewigbefristungen"
und mit der plötzlich überall präsenten Forderung. "Warum hast du keinen Dr. ? Bist du zu doof?"

Ich sage wohl eher.
Wer soll das bezahlen ??


Navigation

[0] Themen-Index

[#] Nächste Seite

Zur normalen Ansicht wechseln