Autor Thema: [Betriebsräte] randstad / Klartext zum zweiten  (Gelesen 2927 mal)

klartext

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[Betriebsräte] randstad / Klartext zum zweiten
« am: 15:32:38 Do. 12.Februar 2004 »
An alle überbetrieblichen Kolleginnen und Kollegen der Firma Randstad, die mit den Rege-lungen der geltenden Tarifverträge Probleme haben!!!

Gewerkschaften, Betriebsräte und Arbeitgeber haben es tatsächlich geschafft, ein Machwerk namens Tarifvertrag für unsere Firma in die Welt zu setzen, das den Namen Tarifvertrag nicht verdient und eigentlich eine unzumutbare Benachteiligung für alle überbetrieblichen Mitarbei-terinnen und Mitarbeiter darstellt.

Zum Thema Arbeitszeitkonto:
Liebe Kolleginnen und Kollegen, dies ist ein zinsloses Darlehen für den Arbeitgeber, dass er in seiner eigenen Machtvollkommenheit über die durch den neuen Tarifvertrag geschaffene freie Handlungsvollmacht zu seinen vollen Gunsten nutzen kann und wird. Alle Plusstunden, die ihr über Eure vertraglich vereinbarte Arbeitszeit hinaus verdient, werden diesem Arbeits-zeitkonto gutgeschrieben und können Euch frühestens nach einem Jahr ausgezahlt werden. Dies wird vermutlich nicht passieren, denn es wird so sein, dass man gerade Nichteinsatz, Krankheit etc. mit diesem Arbeitszeitkonto verrechnet. Liebe Kolleginnen und Kollegen, be-dankt Euch bei den Leuten, die dafür gesorgt haben, dass der neue Tarifvertrag  diese Rege-lung über das Arbeitszeitkonto enthält, gleichzeitig können wir uns bei denen bedanken, die diesen neuen Tarifvertrag so unterschrieben haben (bzw. in der Tarifkommission dies durch Mitarbeit unterstützt haben): Beim Arbeitgeber, bei den Gewerkschaften, bei bestimmten Be-triebsratsmitgliedern.

Die beste Gelegenheit Euch bei den Betriebsräten für die hervorragenden Leistungen in den Tarifkommissionen zum Tarifvertrag zu bedanken, ist natürlich Eure entsprechende Mei-nungsbildung bei den Betriebsratswahlen ?vielleicht interessant zu erfahren, dass die nächste Betriebsratswahl in der Region Mitte bisher verschwiegen wurde, vielleicht um zu verheimli-chen, dass der von Euch gewählte Betriebsrat West darin aufgehen soll- zweitbeste Möglich-keit für Danksagungen und diesbezügliche Fragen, sollten die in kürze anstehenden Betriebs-versammlungen des Betriebsrates der Region West sein. Zur Erinnerung hier noch einmal die anstehenden Termine der jeweiligen Betriebsversammlungen:

Samstag, den 14.02.2004, um 11:00 Uhr, Köln-Riehl, im Jugendgästehaus, An der Schanz 14,
Samstag, den 21.02.2004, um 11:00 Uhr, Gelsenkirchen im Maritim Hotel, Am Stadtgarten 1
Samstag, den 28.02.2004, um 11:00 Uhr, Düsseldorf im Kolpinghaus, Bilker Str. 36

Trotz der zugegebenen Maßnahme der unglücklichen Terminansetzung (Samstag) lasst es Euch nicht nehmen, zahlreich (egal ob mit oder ohne Anmeldung) an diesen Betriebsver-sammlungen teilzunehmen. Nur so habt ihr, liebe Kolleginnen und Kollegen, Gelegenheit die Betriebsräte und Gewerkschaften Eures ?Vertrauens? persönlich auf ihre Mitwirkung zu den oben nur lückenhaft angegeben Problemen zu befragen. Liebe Kolleginnen und Kollegen, bitte denkt daran: Wer, wie, was, wieso, weshalb, warum? Wer nicht fragt, bleibt dumm!!!

Klartext

  • Gast
[Betriebsräte] randstad / Klartext zum zweiten
« Antwort #1 am: 20:51:18 Mo. 16.Februar 2004 »
Klartext

Dumm und dämlich am Valentinstag

Ein seltener Fall: Bei einer Betriebsversammlung versuchen Arbeitgeber und Betriebsrat, die anwesenden Mitarbeiter für dumm zu verkaufen (wieso, weshalb, warum?).

Aber der Reihe nach: Bei der Betriebsversammlung des Betriebsrates Randstad Region West in Köln brillierten die Arbeitgebervertreter bei ihren Versuchen den Bruch eines Tarifvertrags sowie die andererseits tarifvertraglich zugestandenen Lohnkürzungen zu Segnungen für die Mehrzahl der Beschäftigten zu machen. Mit ungewöhnlicher Zurückhaltung stellten sich die Vertreter einer unheiligen Allianz von Arbeitgebervertretern, Gewerkschaftern und Betriebsräten zur Schau, verantwortlich für Mantel- und Entgelttarifvertrag sowie für einen besonderen Tarifvertrag, nämlich dem gemäß § 3 BetrVG. Der im Fall von Randstad die Lage und Größe der Betriebe regelt, für die Betriebsräte gewählt werden. Wahrscheinlich war der Kalender schuld, es war Valentinstag und alle hatten sich furchtbar lieb. Interessanterweise hat es der gewählte Betriebsrat geschafft, sich nach der Hälfte seiner Amtszeit überflüssig zu machen, indem man den Tarifvertragsbruch, nämlich einer einseitigen Änderung der Firmenstruktur durch Randstad ein bischen fatalistisch, ein bischen pragmatisch gegenüber stand ?man will ja in Kürze wieder gewählt werden?- Leider hat es der Betriebsrat nicht für nötig gehalten, mit aller Konsequenz gegen den Angriff auf eine ordentliche, demokratische Willensentscheidung der Belegschaft sowie auf die tarifvertraglichen Spielregeln vorzugehen, auch nicht auf der Betriebsversammlung?.
Es scheint so, als ob jetzt so oft ein Betriebsrat gewählt wird, bis dem Arbeitgeber das Wahlergebnis passt. Wer sich von der Schleimspur von Rolando Starko sowie Pedro Hilgro und Konsorten nicht einwickeln lassen möchte, sollte aufpassen, wem er bei den im Mai 2004 anstehenden Betriebsratswahlen für Randstad Region Mitte (neu) seine Stimme leiht. Ein Betriebsrat hat laut Gesetz zu allererst die Interessen der Mitarbeiter zu vertreten und nicht seine eigenen, wenn auch die Größe von Dienstfahrzeugen bei ansonsten wenig ausgeprägtem Selbstbewusstsein auf charakterische Defizite schließen lassen könnte?


-Man nehme einen Sack?.
Rolando und Pedro rein?.
und zack, zack, zack?.

[Techi-Admin]@Klartext: Habe diesen Beitrag hierhergeschoben, damit der Bezug klarer wird. Das mit dem Sack hast Du natürlich symbolisch gemeint.

klartext

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[Betriebsräte] randstad / Klartext zum zweiten
« Antwort #2 am: 18:44:02 Di. 02.März 2004 »
Veraten und für dumm verkauft!!!

Ergebnis der zweiten Teilbetriebsversammlung am 21.02.2004 in Gelsenkirchen für die Randstad Region West: Alle überbetrieblichen Mitarbeiter dürfen sich glücklich schätzen, wenn ihnen zukünftig mit Hilfe der Gewerkschaften und des Betriebsrates vom Arbeitgeber das Fell über die Ohren gezogen wird -es gibt ja Gott sei dank einen Tarifvertrag, mit dem das möglich ist-. Nachdem wir länger gesucht haben, welche Verbesserung sich für die Mitarbeiter mit dem Tarifvertrag ergeben könnten, bleibt bemerkenswert: sie müssen nicht so viele Steuern bezahlen, weil sie nicht so viel verdienen.

Obwohl es der Betriebsratsvorsitzende dank Hausrecht jederzeit in der Hand hatte, Arbeitgebers Märchenstunde über die Segnungen des Tarifvertrags abzukürzen, war ihm wohl eher daran gelegen, sich kritische Fragen vom Hals zu halten, insbesondere was seine Mitwirkung an diesem Machwerk, sowie an der Frage der "Umstrukturierung", der Neuaufteilung der Regionen bei Randstad Deutschland, betrifft. Letzteres rührt an der Tatsache, dass es dem Arbeitgeber erlaubt wurde, einem Tarifvertrag zu brechen, die Region West aufzulösen und den ordnungsgemäß, gewählten Betriebsrat insgesamt nach der Hälfte seiner Amtszeit zum Teufel zu jagen. Ein Teil der alten Region West "darf" im Mai bei der Betriebsratswahl der neuen Region Mitte mitwählen, ein anderer Teil darf den Mund halten und wird der Region Nord zugeschlagen.

Es riecht schon merkwürdig, wenn ein gewählter Betriebsrat damit glänzt, wie leicht er sich aus dem Amt drängen lässt -wenn er dafür auch noch gewerkschaftliche Unterstützung kriegt, wird der Geruch immer hefitger...-

Auch ja, für die anwesenden Kollegen wars vermutlich die letzte Gelegenheit, den von ihnen gewählten Betriebsrat mit Dankesbekundungen in Verlegenheit zu bringen oder in die Knie zu zwingen...

Übrigens: Fortsetzung des Schmierentheaters in der dritten Teilbetriebsversammlung am 28.02.2004, in Düsseldorf -Kollegen, die sich nicht verarschen lassen wollen, sollten mit lauten BUH-RUFEN für den passenden Hintergrund sorgen...-

 :twisted:

Jonatan

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[Betriebsräte] randstad / Klartext zum zweiten
« Antwort #3 am: 19:56:12 So. 07.März 2004 »
Was erwartest du, wenn du bei R. in Kiel fröhlich "aufgefordert" wirst, doch einen deiner netten Disponenten zum BR zu wählen ?
Immerhin sind die guten Angestellte  :twisted:
Friede den Hütten ...

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[Betriebsräte] randstad / Klartext zum zweiten
« Antwort #4 am: 20:08:55 So. 07.März 2004 »
dann müsst iher verhindern das leitenden angestellte in den br kommen.
wenn es nicht anders geht muss man halt den status dieser leute vor gericht klären lassen.

Zitat
Original von Jonatan

Was erwartest du, wenn du bei R. in Kiel fröhlich "aufgefordert" wirst, doch einen deiner netten Disponenten zum BR zu wählen ?
Immerhin sind die guten Angestellte  :twisted: