Autor Thema: Dauerskandal Pflegeheime: "Abgezockt und Totgepflegt"  (Gelesen 22603 mal)

Spätlese

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Dauerskandal Pflegeheime: "Abgezockt und Totgepflegt"
« am: 13:43:35 Sa. 15.Oktober 2005 »
Schlaganfall - Verkehrsunfall - "Alt und tattrig"???

und schon findet man sich schnell in einem "Pflegeheim" wieder, eigene Rente - Einkommen - Konten und die der direkten Verwandten werden u. U. gepfändet um monatlich 2000 - 6500 Euro Pflegekosten abzuzocken!

Über die unglaublichen Zustände in deutschen Pflegeheimen gibt´s nun ein interessantes Buch:

"Abgezockt und Totgepflegt" von Markus Breidscheidel

Unglaublich:
Selbst wenn Pflegebedürftige schon bei lebendigem Leib verwesten und mehrfach Anzeige erstattet wurde fand sich keine Polizeidienststelle und kein Staatsanwalt, der sich dieser Anzeige geflissentlich annahm und die Zustände prüfte.  Ernährung: 400ml Nährberuhigungsflüssigkeit pro Tag - bis die Leute noch 30kg wiegen. Bis heute alles unbearbeitet. Usw.Auch die Heimaufsicht unternahm nichts, außer Prüfungen 14 Tage vorher anzukündigen - da war dann alles in Ordnung!


Über den Inhalt:
http://www.br-online.de/umwelt-gesundheit/artikel/0509/02-pflegenotstand/index.xm

http://www.wdr.de/tv/monitor/beitrag.phtml?bid=738&sid=134

http://www.mdr.de/hier-ab-vier/rat_und_tat/2166726.html
Alle von mir getätigten Aussagen/Antworten/Kommentare entsprechen lediglich meiner persönlichen Meinung und stellen keinerlei Rechtsberatung dar.

klaus72

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Dauerskandal Pflegeheime: "Abgezockt und Totgepflegt"
« Antwort #1 am: 14:43:41 So. 16.Oktober 2005 »
Totpflegen ist gleich wie Euthanasie in Raten!
Mir fehlen schon die Worte über die beabsichtigte Unwissenheit der Strafbehörden.

Vielleicht werden Spritzen eingesetzt,die der Mensch nicht mehr aufwacht?

Wir sollen über diese Entwicklung sehr wachsam sein, und Strafanzeigen gegen die Verantwortlichen und Mitwisser erstatten.

Maddie77

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Dauerskandal Pflegeheime: "Abgezockt und Totgepflegt"
« Antwort #2 am: 16:59:41 So. 29.Januar 2006 »
Zitat
Original von klaus72
Totpflegen ist gleich wie Euthanasie in Raten!
Mir fehlen schon die Worte über die beabsichtigte Unwissenheit der Strafbehörden.

Vielleicht werden Spritzen eingesetzt,die der Mensch nicht mehr aufwacht?

Wir sollen über diese Entwicklung sehr wachsam sein, und Strafanzeigen gegen die Verantwortlichen und Mitwisser erstatten.
Thema zwar schon alt, aber muß dazu mal was sagen!

Es gibt ganz sicher schwarze Schafe unter den ALtenheimen, aber man kann nicht alle über einen Kamm scheren!

Und ich habe die Links(im ersten BT) angeklickt und durchgelesen und glaube kaum, das dies alles wahr ist!

Zuerst einmal fiel mir auf, das ein Fall mit einer Patienten mit einem Bruch geschildert wurde, welche verstarb.
Ganz klar kann dies nicht mit rechten Dingen zugegangen sein, oder aber auch nicht...

Nehmen wir einmal letzteres an und ich schildere es mal aus meiner Perspektive...

Die Patientin war im Krankenhaus(z.B nach einem OS-Bruch), dort wird diese prinzipiell NICHT gelagert, da der Oberschenkel ruhig liegen muß, also keine Bewegung, liegt ständig auf dem Rücken/Steiß!
Fazit...ein Dekubitus(Druckgeschwür) bildet sich bereits im KH.(Hab ich schon mindestens zwanzig Mal in meinen 12 Berufsjahren erlebt!)
Die Patientin kommt damit zurück ins Heim, der Deku. wird versorgt so gut wie möglich.
-> Arzt ist wie immer sparsam, verordnet/verschreibt nur das nötigste!
Patientin muß ständig gelagert werden, kann nicht länger wie eine Stunde im Stuhl sitzen.Hat ständig Schmerzen und ißt und trinkt dadurch weniger bis nichts mehr!
- > Arzt setzt Schmerzmittel an/Patientin wird dadurch auch noch seditiert
- > zu wenig Flüssigkeit/zu wenig Eiweiß erschweren die Wundheilung extrem
- >Dekubitus wird größer
- > Arzt lehnt Wundbehandlung durch Fachleute(welche regelmäßig ins Haus kommen)ab
- > Arzt experimientiert mit Wunde herum("ach probieren wir mal dies oder jenes"), da Fachleute nur die teuren Wundverbände wollen
- > die erwähnten Wundverbände würden den Deku aber innerhalb weniger Wochen zur Heilung verhelfen(dem Arzt seine Behandlung dauert Monate oder länger)
- > Arzt/Angehörige wollen keine Infusionen(Flüssigkeit!) oder anderes(z.B.nasale Sonde ->Ernährung)
Fazit: Patientin stirbt an einer Nebenkomplikation, zum Beispiel an einem Schlaganfall(Flüssigkeitsmangel kann da auch Ursache sein!) oder anderem.

Ich hab das mal grob aus meiner Sicht geschildert! ;)
Und ich bin grad kaum zu bremsen, euch meine Sicht mitzuteilen!

@Zitat(Die werden im Altenpflegejargon "abgeschossen"...):
Das wird sicher nicht so gehandhabt, da man für jede kleine Medigabe eine ärztliche Anordnung benötigt! ;)
Wir dürfen nicht einmal ein Paracetamol-Suppositorium verabreichen ohne Anordnung, obwohl dies(z.B.)frei erhältlich in Apotheken ist!!!

@Nährberuhigungsflüssigkeit:
Was soll denn das bitte sein? Hab ich noch nie gehört!

@Strafanzeige/Staatsanwalt:
Tja, und wer ist immer der Dumme?Das sind die "Kleinen", also nie Ärzte, die Krankenhäuser...immer die Altenpfleger! :(

Natürlich weiß ich, das es wirklich schreckliche Heime gibt, aber wie schon gesagt, nicht alle über einen Kamm scheren und auch mal die andere Sichtweise "hören"(lesen)! ;)

lG Maddie :)

Pandora

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Dauerskandal Pflegeheime: "Abgezockt und Totgepflegt"
« Antwort #3 am: 09:18:27 Sa. 04.Februar 2006 »
Hi Maddie,

es ist eben ein großes Problem, daß im Grunde niemand weiß was Altenpflege bedeutet. Wenn ich lese, worauf die Öffentlichkeit regelmässig anspringt, kommt mir immer "sauber, satt, trocken" in den Sinn.

Ein schönes Beispiel ist das, was die Schlagzeilen "Altenheim lässt Bewohner verhungern" auslösen kann.

In jeder Einrichtung, die mir bekannt ist, hat der sogenannte "BMI-Wahn" um sich gegriffen. Da wird gewogen, gemessen, gemästet, ohne auf die individuellen Bedürfnisse der Bewohner einzugehen. Hauptsache der BMI stimmt. Ob die Person Zeit ihres Lebens eben sehr schlank war oder nicht interessiert niemanden (der MDK hat den Menschen ja längst auf Skalen und Zahlen reduziert.

Es scheint auch niemanden zu interessieren, daß man keinen Menschen zum Esssen und Trinken zwingen kann, ohne das letzte bißchen Würde zu nehmen.

Gott sei Dank arbeite ich in der amb. Pflege und dort haben alte Menschen noch die Chance selbst darüber zu entscheiden, ob ihre Zeit gekommen ist. Ich hab zwei mal erlebt, daß hochbetagte Menschen anfingen darüber zu sprechen, daß sie nicht mehr möchten und gern sterben würden. Nach einigen Wochen begannen sie das Essen und Trinken bis auf ein Minimum zu reduzieren....kurze Zeit später verstarben sie. Das war aber auch nur möglich, weil sowohl die Angehörigen/Betreuer als auch der HA und der Pflegedienst die Entscheidung des Patienten mitgetragen haben.

Es kann in so einem Fall auch anders kommen. Einweisung ins KH, Indikation und Erlaubnis zum legen einer PEG. Die Angehörigen und Pflegekräfte haben ihr Gewissen beruhigt ("man kann doch niemanden verhungern lassen"). Der Betroffene selbst gerät in den Hintergrund. Nun "darf" er noch ein paar Monate/Jahre dahindämmern. Zwangsgemästet und Zwangsgeflutet.

dagmar

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Dauerskandal Pflegeheime: "Abgezockt und Totgepflegt"
« Antwort #4 am: 09:57:46 Sa. 03.November 2007 »
sondern bekanntermaßen die Oberbosse ganz oben, die am Gewinn mitverdienen. Deshalb wird Personal runterreduziert bis zum Wahn, Dekubities nicht "registriert", die Leute kommen ins KKH und sterben am Schluß weil die Leber nicht funktioniert (der Dekubiti hat sie ja schon geschwächt).

Nur ... wenn willst Du anklagen? Das Pflegepersonal? Die tun was sie können.

Den Mund aufzumachen bedeutet Mobbing, und zwar von der feinsten Sorte kann ich Dir von Abmahnung über Versetzung zur Kündigung. So zum ""Witz" sagt man im Ort des Pflegeheimes, in dem ich arbeite "Dort muss man sich sein Essen selber mitbringen".

Nur das weiß kein Rechtsanwalt (der mich vertreten soll oder ein Arbeitsrichter der entscheiden soll) und das mein vorlautes Mundwerk, welches Dinge beim Namen nennt auch deshalb unbequem ist und gekündigt wird, das interessiert ebenfalls keinen Menschen. Die Angehörigen versuchen sich zu regen, werden nett getröstet, kurzzeitig ein Mangel behoben, bis er eben wieder auftritt.

Also ehrlich gesagt, wie solche Misstände verhindert werden - auf Basis der jetzigen Gesundheitsreformen - das ist mir unklar....

Ieben Gruß von Dagmar

unkraut

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Dauerskandal Pflegeheime: "Abgezockt und Totgepflegt"
« Antwort #5 am: 10:44:49 Sa. 03.November 2007 »
Wie überall ,
 sehr gute -wenn man es denn bezahlen kann
gute , die noch bezahlbar sind
welche da gehts gerade noch so
und die ; sorry für den Ausdruck ; die Alten dahin sichen lassen

Unsere Oma ( 98 ) und wir hatten lange gesucht und auch Glück insofern das Oma gute Rente bekommt ( die das Heim natürlich voll einkassiert ) und meine Eltern von ihrem bisschen Rente noch was aknapsen können um zuzuzahlen .

nachdenkliche Grüße
Noch Fragen Hauser ? Ja Kienzle , wer ist eigentlich Unkraut ?

Wir wagen es nicht weil es schwierig ist sondern es ist schwierig weil wir es nicht wagen .

Mein Buchtip als Gastautor :  Fleißig , billig , schutzlos - Leiharbeiter in Deutschland  > ISBN-10: 3771643945

Eivisskat

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Dauerskandal Pflegeheime: "Abgezockt und Totgepflegt"
« Antwort #6 am: 10:56:21 Sa. 03.November 2007 »
Zitat
Original von dagmar

Also ehrlich gesagt, wie solche Misstände verhindert werden - auf Basis der jetzigen Gesundheitsreformen - das ist mir unklar....


An unserem Sozial-Ini Stand hatten kürzlich bei einer Umfrage von ca. 300 Menschen 90% von ihnen ein Pflege- und Erziehungsgehalt für die Personen (Mann oder Frau) befürwortet, die sich zu Hause der Aufzucht der Kinder und der Pflege der Alten widmen, anstatt Kinder und Alte in fremdbestimmende Institutionen (mit katastrophalen Zuständen) zu verfrachten.
LG

dagmar

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Dauerskandal Pflegeheime: "Abgezockt und Totgepflegt"
« Antwort #7 am: 09:01:22 So. 04.November 2007 »
jedoch benötigen Pflegende Hilfe weil sie ja non stop auf "Achtung" stehen, bei jedem Rumpler erschrickt man(n)/frau und denkt, es ist etwas passiert.

Aber diese Pflege zu Hause ist in vielen Fällen schwer realisierbar, es scheint aber auch kein großes Interesse um uns herum zu bestehen solche Pflege unter Angehörigen leichter zu machen. Obwohl hier jetzt Umänderungstendenzen an den Tag treten (leider erst wieder, wenn ich das für mich richtig umsetze) weil die Pflegekassen leer sind.

Ich persönlich, das gilt aber nur für mich, halte es auch nicht mehr aus zu lügen - und das musst Du zwangsläufig, wenn Du in einer solchen Einrichtung arbeitest. Es gibt Sterbefälle wo Du selber dich fragst "warum wurde hier so spät reagiert". So einen Fall habe ich am letzten Arbeitstag erlebt - das Pflegepersonal ist überfordert, der Verlauf "riecht" nach Pflegefehler, aber angekratzt wie ich bin kann ich auch Flöhe husten hören und mir etwas einbilden. Ich persönlich bin nicht so gebaut, dass ich so einen Job tätigen kann. Schade, denn ich habe gerne mit meinen "Oldies" "gelebt". Aber was sich darum herum abspielt, das kann ich nicht mehr ....

Lieben Gruß von Dagmar

Eivisskat

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Dauerskandal Pflegeheime: "Abgezockt und Totgepflegt"
« Antwort #8 am: 09:38:14 So. 04.November 2007 »
Zitat
Original von dagmar
jedoch benötigen Pflegende Hilfe weil sie ja non stop auf "Achtung" stehen, bei jedem Rumpler erschrickt man(n)/frau und denkt, es ist etwas passiert.


Klar braucht mensch Anleitung & Hilfe dabei, egal ob bei den Kleinen (da gibt's auch viele "Rumpler" :)) oder bei den Alten.
Es gibt/gab so etwas wie Elternschule und die könnte mensch durchaus erweitern...
Einer der Gründe für das wenige Interesse der Leute am Umsorgen ihrer Alten ist doch gerade der finanzielle Aspekt, das Gehalt das wegfällt, wenn sie sich um Alte und Kinder kümmern.
Bestimmt aber (siehe unsere Umfrage) sind viele Menschen sehr gern bereit, sich bei entsprechender Anleitung und Bezahlung zu Hause ihrer Familie zu widmen

unkraut

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Dauerskandal Pflegeheime: "Abgezockt und Totgepflegt"
« Antwort #9 am: 10:15:01 So. 04.November 2007 »
Bei uns und meinen Eltern war das Problem ein ganz anderes .
Meine Eltern sind beide 70 und hatten sich bis vor 4 Jahrenn um Oma gekümmert . Wir haben alle zusammen in einem Haus gewohnt .
( wobei meine Frau ja tagsüber auf Arbeit war und  ich die ganze Woche weg ) .
Dann wurde Oma bettlägerig . Meine Eltern konnten die nun damit verbundene doch körperlich schwere Pflege nicht mehr machen .
Erst kam der ambulante Pflegedienst . Irgendwie war uns das zu unzureichend . Wir haben mit Oma gesprochen und dann ein wirklich gutes Pflegeheim in der Nähe gefunden .
Oma gefällt es gut dort , sie ist zufrieden und wir können sie jede Woche besuchen .
Nur wie schon geschrieben ... we das finanziell nicht gebacken kriegt ...

Grüße
Noch Fragen Hauser ? Ja Kienzle , wer ist eigentlich Unkraut ?

Wir wagen es nicht weil es schwierig ist sondern es ist schwierig weil wir es nicht wagen .

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dagmar

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Dauerskandal Pflegeheime: "Abgezockt und Totgepflegt"
« Antwort #10 am: 10:31:18 So. 04.November 2007 »
und wenn der finanzielle Spielraum stimmt (verdammt viele wenn's) dann ist das auch keine schlechte Lösung, einfach weil das Personal ja ausgebildet ist und diverse Spielchen die in Familien gespielt werden dort nicht nötig sind. Auch hat manch ein Bewohner sich schon in der Anwesenheit von gleichaltrigen am eigenen Ego hochgekratzt.Aber das sind Ausnahmen.

Ich denke Eivisskat, dass viele gerne ihre Angehörigen selber pflegen, sich aber überfordert fühlen. Mittlerweile überlegt manch einer, der in die Arbeitslosigkeit kommt, ob er es denn nun - mit keiner Belastung durch Job und fehlendem Einkommen - es nicht selber hinbekommt. Ich denke, der Trend ist da.Zumal die Häuser weniger belegt werden, dadurch ständig die Kosten erhöht werden.

Es ist ein Teufelskreis: Mitarbeiter werben für ihr Haus und lügen im Notfall weil eine Belegung wichtig ist, ist der Bewohner da und die Pflegefehler stellen sich ein, ist es gar nicht mehr so einfach da raus zu kommen. Der Angehörige kann zwar kündigen, fragt sich aber, ist das nächste Haus besser? Und je nachdem wie wortgewandt der Heimleiter/PDL ist kommen die Misstände niemals ans Licht.

Ich weiß, dass viele Angehörige ein ganz schlechtes Gefühl haben ihre Eltern bspw. weg zu geben, ich denke auch weiterhin (naiv wie ich bin) dass in dieser knallharten Zeit immer mehr Menschen zerbrechen um sich dann wieder neu zu orientieren - evtl. mit anderen Werten. Ja, ich weiß, ich bin naiv - aber ohne diese Naivität, und damit verbundene Hoffnung, fällt es leichter etwas zu tun.

Lieben Gruß von Dagmar

Kater

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Dauerskandal Pflegeheime: "Abgezockt und Totgepflegt"
« Antwort #11 am: 14:58:15 So. 04.November 2007 »
hier haben Beschäftigte in Pflegerheimen die Möglichkeit, anonym  - dass heißt, ohne dass eine Rückverfolgung möglich ist - kritische Ereignisse aus der Praxis der Altenpflege zu berichten:

https://www.kritische-ereignisse.de/

unkraut

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Dauerskandal Pflegeheime: "Abgezockt und Totgepflegt"
« Antwort #12 am: 17:22:34 Fr. 09.November 2007 »
Zitat
https://www.kritische-ereignisse.de/

Haarsträubend was da zu lesen ist .
Z.B.


Sondennahrung im Rachenraum
Die Verabreichungsgeschwindigkeit der Sondennahrung wird nicht reduziert, obwohl bei einem Bewohner die Nahrung über die Speiseröhre in den Rachenraum steigt und es zu einer Lungenentzündung kommt.


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Weitere Beschreibung Information zur Beschreibung
Was ist passiert? Bewohner bekommt in zweimal vier Stunden unterbrochen von einer zweistündigen Pause 1 Liter Flüssignahrung und 1 Liter Tee über eine Magensonde verabreicht.

Da der Magen nicht in der Lage zu sein scheint die Nahrung aufzunehmen, steigt die Sondennahrung vom Magen über die Speiseröhre in den Rachenraum, wo sie als gelbliche Flüssigkeit sichtbar wird. Ein Teil davon gelangt beim Einatmen auch in die Luftröhre, was eine eine Lungenentzündung nach sich zieht.

Obwohl beim Krankenhausaufenthalt diese Probleme durch eine langsamere Einstellung der Ernährungspumpe behoben werden kann, wird im Heim wieder die bisherige Verabreichungsgeschwindigkeit gewählt.

Als der Bewohner stirbt wird vom Arzt als Todesursache Herzversagen diagnostiziert, obwohl der Verdacht auf einen Erstickungstod nahe liegt.
Auslöser Anregungen und Fragen des Angehörigen wurden als unqualifiziert abgetan und als reines Herumnörgeln hingestellt.
Positive Faktoren Keine.
Umgang mit der Situation Die Ernährungsberatung des Heimes gab sich abweisend. Auch die Frage ob eine langsamere Verabreichungsgeschwindigkeit über 24 Stunden, wie im Krankenhaus praktiziert, etwas an dem Zustand ändern könne, wurde mit der Begründung abgelehnt, der Magen brauche eine Ruhephase.
Verbesserungs-
vorschläge Eingehen oder durchsprechen von Vorschlägen von Angehörigen, die sich täglich um das Wohl ihres Angehörigen sorgen.
Arbeitsbereich Pflege
Zeit Frühdienst
Häufigkeit Wiederholt, jedenTag.
 
Versorgungsform Stationär » Klassisches Altenpflegeheim
 
Berichtende Sonstige » Neffe
Beteiligte Mitarbeiter Pflege
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ManOfConstantSorrow

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Dauerskandal Pflegeheime: "Abgezockt und Totgepflegt"
« Antwort #13 am: 18:23:21 Di. 18.Dezember 2007 »
„Im Oktober 2007 erhält eine selbstständige Heilerziehungspflegerin den Auftrag, als 24 Stunden-rund-um-die-Uhr Pflegerin zu arbeiten. Diesen Auftrag zur Versorgung eines 64jährigen Herrn hat sie von einem privaten Pflegedienst erhalten. Die Pflegerin ist nicht neu in ihrem Beruf und sie hat schon Einiges zu sehen und hören bekommen. Der einwöchige Aufenthalt vermittelt ihr aber einen so tiefen Einblick in die Absonderlichkeiten der Pflegebranche, dass sie nicht schweigen und darüber hinwegsehen will. Die Pflegerin hat sich an das Büro gegen Altersdiskriminierung gewandt. Damit gehört sie zu den wenigen Praktikern ihrer Zunft, die Pflege- und Betreuungsmissstände aufzeigen und laut benennen. Die Pflegerin legt Wert auf die Feststellung, dass sie mit keiner der hier erwähnten Personen verwandt oder verschwägert ist…“

Artikel von Hanne Schweitzer auf der Website des Büros gegen Altersdiskriminierung
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

ManOfConstantSorrow

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Dauerskandal Pflegeheime: "Abgezockt und Totgepflegt"
« Antwort #14 am: 13:12:39 Mi. 13.Februar 2008 »
Terror im Altenpflegeheim

Das "Haus am Lindenweg", ein Altenheim in Heidelberg-Rohrbach ist von der Summit Healthcare Management Partners GmbH übernommen worden. Das Seniorenheim Lindenweg (jetzt: Haus am Lindenweg) hat knapp 100 Beschäftigte. Der neue Geschäftsführer, Dr. Udo Schulz, verkündete, er werde das Haus schließen, wenn die Kolleginnen und Kollegen nicht auf einen Teil des Gehalts, auf Weihnachts- und Urlaubsgeld verzichten. Er verteilt an manche neue Verträge, die den Einsatz in Schulz-Firmen im ganzen Bundesgebiet vorsehen. Die Gehaltsreduzierungen machen in einem Fall 800,- Euro aus, in anderen Fällen jedenfalls mehrere 100 Euro pro Monat! Die Belegschaft ist entschlossen, diesem Vorgehen Widerstand entgegen zu setzen! In einem offenen Brief äußern sich viele prominenten Persönlichkeiten aus der Region. Die Beschäftigten hoffen auf weitere Unterstützung der Öffentlichkeit gegen das maßlose Vorgehen des neuen Arbeitgebers.

http://rhein-neckar.verdi.de/die_fachbereiche/fb3/lindenweg
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!