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Peinlicher Anti-Preis für Billig-Doku-Soaps + "Society Shows"

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Spätlese:
Endlich schlagen die Zuschauer angesichts des ganzen Fernsehmülls auch mal zurück:

Super Nanny erhält peinlichen Anti-Preis

Was die "Goldene Himbeere" für schlechte Filme ist, ist der "Preis der beleidigten Zuschauer" für deutsche TV-Produktionen. Den unrühmlichen Anti-Preis räumte dieses Jahr die Doku-Soap "Super-Nanny" ab.

Unschmeichelhafte Ehrung für die TV-Doku-Soap "Super Nanny": Der Erziehungsshow um Diplompädagogin Katharina Saalfrank wurde der "Preis der beleidigten Zuschauer" verliehen. Mit dem Anti-Preis werde jedes Jahr "die herausragende Unverschämtheit" in der deutschen Fernsehlandschaft ausgezeichnet, erklärte der Augustus Hoffmann Verlag, der die Vergabe des Peinlich-Preises organisiert.

Die heftige Begründung für die Wahl der "Super Nanny":
"Kinder werden in der Sendung in äußerst problematischen Extremsituationen vorgeführt und in zum Teil inszenierten Szenen ‚verheizt'". RTL bediene damit einen "Chaos-Voyeurismus" bei den Zuschauern - und verletze zudem die Würde der Kinder!

Ein schwerer Vorwurf an den Sender - und Nanny Katharina Saalfrank. Dabei gucken durchschnittlich fünf Millionen Zuschauer zu, wenn das Vorzeige-Kindermädchen Zucht und Ordnung in die Chaos-Familien bringt - mit strenger Hand und klaren Regeln.

Die Kritik an der Sendung kommt nicht überraschend: Bereits nach der ersten Show gab es Beanstandungen an Saalfranks rigiden Erziehungsmethoden. So klagte damals beispielsweise der Kinderschutzbund in einer empörten Stellungnahme: "Die gesamte Ausstrahlung lässt jeglichen Respekt vor dem Kind und seiner Familie vermissen! Sowohl das Kind als auch die Familie wird würdelos dargestellt und im weiteren Verlauf immer weiter entwürdigt."

Rund 72.000 Zuschauer hatten sich dieses Jahr an der Abstimmung über den "Preis der beleidigten Zuschauer" beteiligt - und so ihrem Ärger über das Fernsehprogramm Luft gemacht.

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Aber mal ehrlich:
Sind die Eltern, die RTL und Diplompädagogin Katharina Saalfrank zu sich nach Hause bitten um dann die eigene Blöd- und Unfähigkeit, bzw. die eigenen mißratenen und verhaltensgestörten Gören der breiten Öffentlichkeit bzw. dem geifernden Publikum vorführen, nicht auch etwas hirntod???

Genau wie bei der letzten Modewelle "Skandalberichte über Arbeitslose" - da war ja auch der Trend "Ehepaar ... aus Leer, Ostfriesland, Heidelandweg 999" die Leute vor ganz Deutschland blöd und unfähig hinzustellen bzw. zum Gespött zu machen.

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