Autor Thema: [Maatwerk Pleite] Betroffene gesucht / Erfahrungsaustausch  (Gelesen 9040 mal)

Gast22

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[Maatwerk Pleite] Betroffene gesucht / Erfahrungsaustausch
« am: 13:55:22 Di. 17.Februar 2004 »
Am 16.02.2004 hat die Regionaldirektion Nord beim Amtsgericht Hamburg Antrag auf Insolvenz gestellt.

Für uns als Mitarbeiter kam es völlig überraschend. Bis jetzt hat sich der Insolvenzverwalter nicht zur weiteren vorgehensweise geäussert.

Daniel

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[Maatwerk Pleite] Betroffene gesucht / Erfahrungsaustausch
« Antwort #1 am: 14:30:59 Di. 17.Februar 2004 »
Hallo,

ich habe mit großem Interesse in Eurem Forum gestöbert. Für einen Bericht im MDR Sachsenspiegel über die Maatwerk-Pleite suche ich dringend Betroffene aus Sachsen. Sprich ehemalige Maatwerk-Beschäftigte, die über ihre Erfahrung vor der Kamera (auch anonymisiert) sprechen wollen.

Bitte melden unter daniel.vogelsberg@mdr.de oder  0371 / 4009544

Grüße aus Chemnitz,
Daniel Vogelsberg

Sacksuppe

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[Maatwerk Pleite] Betroffene gesucht / Erfahrungsaustausch
« Antwort #2 am: 17:01:05 Di. 17.Februar 2004 »
Weiss schon wer genaueres wie und wann wir jetzt unsern Lohn kriegen.Habe immerhin miete usw zu bezahlen. Beim Arbeitsamt die wussten auch nicht weiter.

[Techi-Admin] @sacksuppe: Habe Deine Anfrage hierherverschoben, um einen zentralen Thread für die Maatwerk-Betroffenen zu schaffen

Jürgen

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[Maatwerk Pleite] Betroffene gesucht / Erfahrungsaustausch
« Antwort #3 am: 21:40:26 Di. 17.Februar 2004 »
" ARBEITSMARKTPOLITIK:
BA: PSA-Konzept nicht gescheitert
Presseinformation der Bundesagentur für Arbeit vom 17.02.2004

PSA-Konzept nicht gescheitert

„Die wirtschaftlichen Probleme der Maatwerk GmbH bedeuten nicht das Ende des Instrumentes PSA. Man kann von Maatwerk nicht auf andere Betreiber schließen“, kommentierte heute (17.2.2004) Heinrich Alt, Vorstandsmitglied der Bundesagentur für Arbeit (BA), die aktuelle Entwicklung beim größten Träger von Personal-Service-Agenturen (PSA) in Deutschland.

Die Agenturen für Arbeit arbeiten bundesweit mit mehr als 100 PSA-Betreibern zusammen, von denen der Großteil im lokalen Arbeitsmarkt verankert ist. „Richtig ist, dass mit Maatwerk der größte PSA-Betreiber Insolvenz angemeldet hat. Falsch ist, aus dem Scheitern von Maatwerk ein Scheitern der PSA zu konstruieren“, sagte Alt. „Andere PSA bestehen durchaus erfolgreich am Markt.“ Die Finanzierung der PSA ist ein erfolgsabhängiges Modell: Die PSA bekommen von den Agenturen für Arbeit zwar vertraglich fixierte, degressiv gestaffelte Pauschalen, ihr wirtschaftlicher Erfolg hängt aber insbesondere von den Einnahmen aus dem Verleih der Arbeitnehmer ab. Die BA sieht derzeit keinen Grund, die Modalitäten der PSA-Verträge zu verändern.

Auch ist es für eine abschließende Beurteilung des noch relativ jungen Instrumentes derzeit zu früh. Im April 2003 hat die erste PSA ihre Arbeit aufgenommen; die flächendeckende Einführung war Mitte 2003 erreicht. Fundierte Ergebnisse über die Wirkung der PSA liegen erst Ende 2005 vor. Die aktuelle Eingliederungsquote liegt bei rund 42 Prozent und damit etwa auf dem Niveau anderer arbeitsmarktpolitischer Instrumente. Die seit Jahresbeginn geltende Deregulierung der Zeitarbeit sowie die zu erwartende konjunkturelle Erholung lassen hoffen, dass über PSA mehr Arbeitslose dauerhaft in den Arbeitsmarkt integriert werden können.

In vielen Agenturen für Arbeit haben sich heute bereits die von der Insolvenz betroffenen Mitarbeiter von Maatwerk arbeitslos gemeldet. Die Agenturen nehmen zum Teil selbst telefonischen oder schriftlichen Kontakt mit den Maatwerk-Mitarbeitern auf, einige laden auch zu Informationstreffen ein. Außerdem suchen die Agenturen Möglichkeiten, die Betroffenen weiter zu vermitteln. So haben bereits Zeitarbeitsfirmen oder andere PSA-Betreiber Interesse signalisiert, Maatwerk-Mitarbeiter zu übernehmen. Allerdings weist die BA darauf hin, dass die betroffenen Mitarbeiter sich zunächst bei ihrer lokalen Agentur für Arbeit informieren sollten, bevor sie konkrete Schritte unternehmen... "

Quelle :
http://www.personalorder.de/magazin/main/magazin_021218.asp?goto=news&nid=750&thid=99

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[Maatwerk Pleite] Betroffene gesucht / Erfahrungsaustausch
« Antwort #4 am: 23:31:54 Di. 17.Februar 2004 »
jau, jürgen  :lol:  8)

Dieser Pressedienst wird herausgegeben von:

Bundesagentur für Arbeit
Presseteam
Regensburger Strasse 104
D-90478 Nürnberg
E-Mail: zentrale.presse@arbeitsamt.de
Tel.: 0911/179-2218

Jürgen

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[Maatwerk Pleite] Betroffene gesucht / Erfahrungsaustausch
« Antwort #5 am: 08:03:58 Mi. 18.Februar 2004 »
Sorry, den letzten Absatz hatte ich durch ... ersetzt, da es schon in der Überschrift steht ( " BA : PSA-Konzept nicht gescheitert " ) und ich ja auch eine Quellenangabe zum nachlesen genannt habe.

Gast22

  • Gast
[Maatwerk Pleite] Betroffene gesucht / Erfahrungsaustausch
« Antwort #6 am: 10:31:21 Mi. 18.Februar 2004 »
Zur Zeit haben die Disponenten keine Informationen wie alles weiter gehen soll.
Es werden vom Insolvenzverwalter keine Informationen weitergegeben.
 - man hängt in der Luft

In der Presse wird dieser Skandal klein gehalten.
Des weiteren hat auch keiner eine Ahnung von der Presse, welche Aufgabe die PSA hatte.

Die Insolvenz wird von Politik und Medien mit der niedrigen Arbeitnehmerüberlassungsquote beantwortet.

ABER

Wenn der Zweck einer PSA ist, die MA in die Überlassung zu bekommen, sind wir bei einer gesponserten Überlassung. Für die MA ein schritt zurück in die ZA. 2. wurde eine bestimmte Quote an Vermittlungen vom Arbeitsamt verlangt.
Ich glaube kaum, das diese von den anderen PSA ( Randstadt oder anderen ) erreicht wird.
Gerade diese Firmen müssen jetzt überprüft werden und bei diesen Firmen wird man bei einer gründlichen Überprüfung Fehler finden.

Ich bin wütend

Inge

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[Maatwerk Pleite] Betroffene gesucht / Erfahrungsaustausch
« Antwort #7 am: 14:53:40 Mi. 18.Februar 2004 »
auch ich bin ein Maatwerk geschädigte, alle reden über die Pleite der PSA ich kann es kaum glauben. Kein Mensch intressiert es was mit dem kleinen Mann passiert. Ich kann bald private Insolvenz anmelden und die PSA geht mit einem riesigen Gewinn vom Markt. Gelder wurden nicht bezahlt.

sacksuppe

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[Maatwerk Pleite] Betroffene gesucht / Erfahrungsaustausch
« Antwort #8 am: 15:22:12 Mi. 18.Februar 2004 »
Kann ich nur bestätigen.

Habe heute nochmal beim Arbeitsamt und bei Maatwerk angerufen und keiner konnte mir sagen wie das ist mit den ausstehenden Geldern ob und wann wir die kriegen....

So eine scheisse wie Maatwerk brauch mir das Arbeitsamt auch gar nicht mehr erst aufs auge drücken...

Gast aus Berlin

  • Gast
[Maatwerk Pleite] Betroffene gesucht / Erfahrungsaustausch
« Antwort #9 am: 18:12:12 Mi. 18.Februar 2004 »
Zum Thema PleitenSkandal Maatwerk, gab es gestern (am 17.02.04) eine Rportage im ZDF-Magazin "Frontal21. Wer die Sendung verpasst hat, kann sich hier das Video im Internet ansehen.

Video --> MaatWerk-Pleite

Da haben sich doch mal wieder einige dumm und dusslig verdient  :evil:  - wer ist mal wieder der Verlierer und ange*rschte?
 :cry:
 
Gast aus Berlin

Gast

  • Gast
[Maatwerk Pleite] Betroffene gesucht / Erfahrungsaustausch
« Antwort #10 am: 18:25:52 Mi. 18.Februar 2004 »
Gestern im ZDF: "Frontal 21" mit einem Bericht über die Maatwerk-Pleite.

Wenn man zur Kenntnis nehmen muss, mit welchen Taschenspielertricks hier gearbeitet wird, dann kann einem nur noch übel werden!
 
Z. B. können die PSA mit Duldung der Arbeitsagentur jemanden zum Monatsende einstellen, zum nächsten Monatsanfang wieder entlassen und haben dafür für 2 Monate die Provision im Sack.  Analog dazu Ende Februar Einstellungsdatum, Anfang Juni Entlassung = 5 Monate Provision für 3 Monate Beschäftigung bei einer PSA.

Das sind ja schon mafiöse Strukturen. Und die von der Arbeitsagentur mimen die ahnungslosen (Interview mit einem Mitarbeiter im Laufe der Sendung). Erinnert mich an die drei Affen: Nichts sehen, nichts hören und nichts sagen.....

Die leidtragenden sind einmal mehr die kleinen Leute!

Hier der Link zur Sendung vom 17. 02. 04:

http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/9/0,1872,2105353,00.html

Gast

  • Gast
[Maatwerk Pleite] Betroffene gesucht / Erfahrungsaustausch
« Antwort #11 am: 18:31:05 Mi. 18.Februar 2004 »
Hallo Gast aus Berlin....

zwei Seelen, ein Gedanke!  :lol:

Schönen Abend noch!

Gast aus Berlin

  • Gast
[Maatwerk Pleite] Betroffene gesucht / Erfahrungsaustausch
« Antwort #12 am: 20:59:36 Mi. 18.Februar 2004 »
Jo,

mich stört aber wieder der übliche Abmoderations-Entschuldigungsspruch, der ansonsten serösen und objektiven Berichtserstattung:

"80 % der Betroffenen können aber wieder in anderen PSA eingestellt werden... Ein Versuch(!) ist es wert, Mattwerk hin oder her".

Warum nur, wofür entschuldigen, das man die Wahrheit sendet? Angst vor Repressalien von oben? Ausserdem widerspricht sich der Moderator in dem Abmoderationsspruch selbst - es ist üblich in vielen PSA's, so wie bei Maatwerk es die Tagesordnung war! :roll:

Schlimm Schlimm, im Staat'e Deutschland.

Gast aus Berlin

Ashrak

  • Gast
[Maatwerk Pleite] Betroffene gesucht / Erfahrungsaustausch
« Antwort #13 am: 21:44:36 Mi. 18.Februar 2004 »
Laut letzten bekannten Informationen sind die Löhne für Januar vom Insolvenzverwalter freigegeben worden und sollten bis 19.02.2004 Überwiesen werden. Allerdings nur ein Gerücht und keine untermauerte Information. Rheinland-Pfalz
 :idea:

  • Gast
[Maatwerk Pleite] Betroffene gesucht / Erfahrungsaustausch
« Antwort #14 am: 22:06:41 Mi. 18.Februar 2004 »
Hallo,

auch ich bin ein betroffener der Maatwerk-Misere.
Wir hatten heute in der Niederlassung Berlin, eine Unterredung mit dem Arbeitsamt und erhielten auch die Insolvenzantragpapiere.

Das Arbeitsamt hatte bis zum Nachmittag immernoch keine Information über den Zuständigkeitsbereich. Die Firma Maatwerk hatte den deutschen Hauptsitz in Hamburg gemeldet,also müssten alle ca.10000 Insolvenzanträge vom AA Hamburg bearbeitet werden. Es wird versucht, dass die Bearbeitung auf Länderebene (regional) bearbeitet werden kann. Die Mitarbeiterin des Arbeitsamtes äusserte sich, dass seit dem Zusammenbruch der Philipp Holzmann AG kein vergleichbares Extrem vorgefallen sei. Auch dass die AA vom Insolvenzantrag von Maatwerk genauso überrascht wurden und erst aus der Presse davon unterrichtet wurden.
Als erstes ist ersteinmal wichtig:
1. - arbeitssuchend melden (soweit man noch keine Kündigung erhalten   hat)
2. - bei Bedürftigkeit, mit Kontoauszug, Arbeitsvertrag und/oder Kündigung zum Sozialamt, um überhaupt ersteinmal Geld zu bekommen. Bitte unbedingt Adresse des Insolvenzverwalters und Aktenzeichen mit einbringen.Ausserdem wäre eine Kopie des Insolvenzgeldantrages von Vorteil.
3.- wenn Eure PSA schlau waren und eine Kopie von den Lohnsteuerkarten gemacht hat, holt Euch davon auch eine, denn vorerst müsst Ihr viel Geduld aufbringen, bis Ihr diese erhaltet. Notfalls müsst Ihr eine Ersatz-Lohnsteuerkarte beantragen.

Gruss
Hawo aus Berlin