Autor Thema: [Drogen] Marktwirtschaft  (Gelesen 78275 mal)

Kuddel

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Re: [Drogen] Marktwirtschaft
« Antwort #150 am: 11:25:22 Sa. 01.Mai 2021 »
Zitat
Als Merck noch Kokain verkaufte – und Freud davon schwärmte

Zum 1. Mai übernimmt die Spanierin Belén Garijo die Führung beim Pharma- und Laborkonzern Merck. Das 352 Jahre alte Traditionsunternehmen aus Darmstadt hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Zu den Top-Produkten zählt einst Kokain.
https://www.wiwo.de/unternehmen/industrie/unternehmenshistorie-als-merck-noch-kokain-verkaufte-und-freud-davon-schwaermte/27147246.html?wt_mc=zeitparkett

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Re: [Drogen] Marktwirtschaft
« Antwort #151 am: 11:34:39 Mi. 05.Mai 2021 »
https://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=Heroin

Die amerikanische Opioid -Krise hat gezeigt das Big Pharma ggf. ein gefährlicher/tödlicher Gegner der Gesundheit ist. Krankheit ist lukrativer und beschert unvergleichliche Börsengewinne/Renditen.
Politik ist der Spielraum, den die Wirtschaft ihr lässt.
Dieter Hildebrandt
Es ist kein Zeichen geistiger Gesundheit, gut angepasst an eine kranke Gesellschaft zu sein.
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Re: [Drogen] Marktwirtschaft
« Antwort #152 am: 21:03:28 Fr. 28.Mai 2021 »
Zitat
England: Polizei sucht Cannabis-Plantage und findet Bitcoin-Miner

Den Durchsuchungsbefehl hatte die Polizei im Herzen Englands bekommen, weil sie genügend Indizien auf eine illegale Cannabis-Zucht hatte. Es war dann anders.

Im Zuge einer landesweiten Aktionswoche gegen den Drogenhandel auf dem Land hat die britische Polizei vor wenigen Tagen auch eine Mining-Operation für Bitcoin gefunden – erwartet hatte sie eine illegale Cannabis-Plantage. Zwar sei das Mining von Bitcoin nicht verboten, im konkreten Fall sei der dabei verbrauchte Strom aber illegal abgezweigt worden, teilte die West Midlands Police nun mit. Zuvor war die Polizei durch mehrere Hinweise auf das Gebäude aufmerksam gemacht worden und eine Wärmekamera hatte dann aufgedeckt, dass es darin ungewöhnlich heiß war. Dafür waren aber keine Anlagen zur Pflege von Cannabis-Plantagen verantwortlich, sondern etwa 100 Bitcoin-Miner.

"Alle Anzeichen eine Cannabis-Plantage"

...

Quelle: heise

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Kuddel

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Re: [Drogen] Marktwirtschaft
« Antwort #153 am: 10:17:49 Sa. 19.Juni 2021 »
Zitat
Christian Angermayer
„Ein Magic-Mushroom-Trip kann einen zu einem besseren Investor machen“
Der deutsche Investor hat seine Psychedelika-Holding Atai erfolgreich an die Börse gebracht. Er hat hohe Erwartungen an das Pilz-Geschäft – aus eigener Erfahrung.
https://www.handelsblatt.com/technik/medizin/atai-boersengang-christian-angermayer-ein-magic-mushroom-trip-kann-einen-zu-einem-besseren-investor-machen/27300804.html

Für Börsianer kann auch ein Bolzenschußgerät ein brauchbares Hilfsmittel sein.

Kuddel

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Re: [Drogen] Marktwirtschaft
« Antwort #154 am: 20:15:06 Do. 24.Juni 2021 »
Zitat
Auswirkung der Pandemie

Während der Corona-Pandemie sind nach UN-Angaben mehr Cannabis und Beruhigungsmittel konsumiert worden als zuvor.

In einer Umfrage unter Gesundheitsexperten in 77 Ländern sei aus 66 Prozent der Länder eine häufigere Nutzung gemeldet worden, berichtete das UN-Büro für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) am Donnerstag in Wien.

Die Behörde geht in ihrem jährlichen Weltdrogenbericht davon aus, dass die Pandemie langfristige Auswirkungen auf Angebot und Nachfrage von verbotenen Substanzen haben wird. Unabhängig von Covid-19 warnte das UNODC von immer mehr und immer billigerem Kokain in Europa.

Wegen der Wirtschaftskrise, die von der Pandemie ausgelöst wurde, werde es zum Beispiel in Afghanistan immer attraktiver, Geld mit der Produktion von Opium zu verdienen, berichtete das UNODC. Demnach stieg dort die Anbaufläche im Vorjahr um 37 Prozent. Das Land entwickele sich außerdem zu einem wichtigen Amphetamin-Lieferanten in der Region.

Wirtschafts- und Bildungskrise als Faktoren


Auch Schulschließungen wegen der Pandemie haben demnach Auswirkungen. Aus Lateinamerika gebe es Berichte über kriminelle Gruppen, die Kinder für die Drogenproduktion rekrutierten, sagte UNODC-Chefanalystin Angela Me. Die UN-Behörde erwartet auch, dass die Krise die Nachfrage erhöhen wird. «Einige soziale und wirtschaftliche Faktoren wie Beschäftigung, Bildung oder Armut haben deutliche Auswirkungen auf Drogenabhängigkeit», sagte Me.

Wegen der Kontaktbeschränkungen wurden Partydrogen wie Kokain oder Ecstasy im Vorjahr weniger konsumiert. Das UNDOC erwartet jedoch in der Zukunft eine steigende Nachfrage nach Kokain in Europa. Verbrecherbanden mit Wurzeln in der Balkanregion würden spanischen und italienischen Gruppen zunehmend Konkurrenz beim Import aus Südamerika machen, hieß es. Die neuen Akteure arbeiten demnach teils ohne Zwischenhändler und beziehen das weiße Pulver direkt aus den Anden. Durch die veränderten Handelsrouten und den steigenden Wettbewerb kommt nicht nur mehr, sondern auch reineres Kokain nach Europa. Der Preis für pures Kokain verfalle, sagte UNODC-Analyst Thomas Pietschmann der Deutschen Presse-Agentur. «Somit wird das leistbarer.»

Hoher Kokainkonsum auch in Deutschland

Der Bericht nannte die Hafenstädte Antwerpen, Rotterdam, Hamburg und Valencia als wichtige Umschlagplätze. Abwasseranalysen würden besonders hohe Kokain-Werte in den Niederlanden, Belgien, Großbritannien und in westdeutschen Städten zeigen, sagte Pietschmann.

Die UN-Drogenbehörde ist auch besorgt über globale Cannabis-Trends. Der Gehalt der psychoaktiven Substanz Tetrahydrocannabinol (THC) in dieser Droge habe sich während der letzten zwanzig Jahre in den USA vervierfacht und in Europa verdreifacht. Obwohl THC zu psychischen Problemen führen könne, sei das Bewusstsein über die Gefahr in diesem Zeitraum stark gesunken, hieß es unter Verweis auf Studien unter Kindern und jungen Erwachsenen in westlichen Ländern.

Laut den jüngsten verfügbaren Zahlen starben im Jahr 2019 eine halbe Million Menschen an den Folgen von Drogenkonsum. Mehr als die Hälfte der Todesfälle war auf Hepatitis zurückzuführen, die durch Injektionsnadeln übertragen werden kann. Die vielen Überdosis-Fälle mit Opioiden wie Fentanyl spielten ebenfalls eine wichtige Rolle, berichtete das UNODC.
https://www.antennemuenster.de/artikel/un-nachfrage-nach-cannabis-und-sedativa-gestiegen-988194.html

Kuddel

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Re: [Drogen] Marktwirtschaft
« Antwort #155 am: 09:52:00 So. 27.Juni 2021 »
Aus obigem Posting:

Zitat
Laut den jüngsten verfügbaren Zahlen starben im Jahr 2019 eine halbe Million Menschen an den Folgen von Drogenkonsum. Mehr als die Hälfte der Todesfälle war auf Hepatitis zurückzuführen, die durch Injektionsnadeln übertragen werden kann. Die vielen Überdosis-Fälle mit Opioiden wie Fentanyl spielten ebenfalls eine wichtige Rolle, berichtete das UNODC.

Wenn man das übersetzt, sind eine viertel Million Tote die Folge sozialer Probleme, also der Armut. Für kleines Geld ließen sich hundertausende Menschenleben retten.

Bei Covid 19 engagiert sich die Linke in der Diskussion, bei dem Schmuddelthema Drogen hält man die Fresse und läßt die Menschen einfach verrecken.

Bei der Opoidwelle in den USA spielen die Pharmakonzerne und die Ärzteschaft eine große Rolle. Ein Teil der Toten durch Opioidüberdosierung wäre durch die Bereitstellung des Antidatots Naloxon vermeidbar.

Onkel Tom

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Re: [Drogen] Marktwirtschaft
« Antwort #156 am: 13:52:45 So. 27.Juni 2021 »
Naja, ob eine Diskussion zum Thema Drogen und Drogenkonsum bei den Linken möglich ist, habe ich Hoffnungen.
Ähnlich wie bei den grünen, die mal Cannabis legalisieren wollten, halte ich es für denkbar, das die Linke sich
darauf einigen könnten, das Niederländische Modell von Drogenpolitik in D ein zu führen..

Was in den USA im Bezug Fentanyl (uuups 120 mal stärker als Morphin-III-Hydrochlorid von Merk) passiert ist, wird
wohl nicht nur daran liegen, das ein US-Doc seinen Privatpatienten nicht verlieren möchte und somit aus einer Not
eine geldsprudelne Quelle wurde..

Der Weg zu dieser Substanz ist wohl einfacher gewesen, wie sich z.B. ein Tütchien Haschich auf dem Schwarzmarkt
zu besorgen.. Hüstel.. Wie viel Knast gibbet eigendlich in den USA, wenn man dort mit z.B. 3 Gramm Haschich
erwischt wird ?

Ich hoffe, das die alten Polit-Betonköpfe, die Unterschiede von Drogenarten verleugnen und alles, was noch nicht
legalisiert ist bald in Rente gehen. Auch in D halte ich das Niederländische Modell für angebracht, weil der
Schwarzmarkt von Kokain und Kristall immer mehr Umsatz macht. Beide Stoffe kann man nicht mit Cannabis
gleich stellen, zumal die Gefahr von gesundheitliche Schäden bei den erstgenannten deutlich höher liegt.

Amsterdam war vor dem Niederländischen Modell ein Mekka für Heroinabhängige.. Beschaffungskriminalität und
"heiße Viertel" waren der ehemaligen Königin Beatrix wohl zu viel und ich bin der Meinung, das ihre Rechnung
aufgegangen ist, durch Legalisierung von Cannabis den Verkehr von harten Drogen ein zu dämmen.
Anbei wurden auch Einrichtungen geschaffen, die es den Abhängigen von harten Drogen erleichterte, von ihrer
Sucht wieder runter zu kommen..

Wäre doch mal interesannt, was zur Geschichte niederländischer Drogenpolitik zu finden..

In den USA sehe ich kaum Hoffnungen in der Beziehung außer einiger Bundesstaaten, (Californien ?) die sich der
Unterscheidungen der Substanzen angenommen haben und weiche Drogen legalisiert haben..

Das lymbische System im Gehirn ist stärker als der Wille und wenn der Rausch nicht kommt, gibbet Theater im
Schädel.. Die Alternative, sich das lymbische System mit weicher Droge zu beruhigen, finde ich als Kompromiss
besser, als zu strafen, zumal ein gelegentlicher Pott nicht gleich das Leben eines Menschen zerstört.

Jo, habe mal am Hauptbahnhof einen Kristallsüchtigen erlebt, der sich ähnlich wie ein Säufer ein Karsikov-Syndrom
eingehandelt hat, für nichts mehr zu gebrauchen ist.. Mit ca. 23 schon körperlich ein Wrack zu sein, war schon gruselig.

Ich finde die Drogenpolitik in den USA und in D gleichermaßen beknackt.. US-Präsident Biden könnte sich mal mit dem
niederländischem Modell befassen und dessen annehmen.. Villeicht folgt in D dann auch Einsicht, das hier Drogenpolitik
reformiert werden muss.. Schließlich wird in D ja gern den USA nachgeäfft  ;)

Schönen Sonntag mit oder ohne Rausch..
Lass Dich nicht verhartzen !

Kuddel

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Re: [Drogen] Marktwirtschaft
« Antwort #157 am: 08:21:53 Mo. 19.Juli 2021 »
Zitat
Drogen-Start-up
»Probier doch mal mein LSD«
Der Berliner Unternehmer Carl Philipp Trump verkauft eine synthetische Droge, die wie LSD wirken soll. Sein Ziel: Geld verdienen, indem er Menschen Glück verspricht. Sein Problem: Er muss schneller sein als der Gesetzgeber.
https://www.spiegel.de/psychologie/1cp-lsd-und-hilaritas-gruender-carl-philipp-trump-probier-doch-mal-mein-lsd-a-7cd2fee1-0002-0001-0000-000178402332 (Schranke)

Kuddel

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Re: [Drogen] Marktwirtschaft
« Antwort #158 am: 08:20:36 Do. 22.Juli 2021 »
Zitat
Niederlande
Die Kehrseite der Toleranz

Der Schock in den Niederlanden über die brutale Ermordung des Kriminalreporters Peter de Vries sitzt tief. Die Tat zeigt die enorme Macht des organisierten Verbrechens. Sie hängt auch mit der liberalen Drogenpolitik zusammen.
https://www.sueddeutsche.de/politik/niederlande-drogen-organisiertes-verbrechen-1.5359312

Ja, Holland ist ein verkackter Narcostaat.
Das liegt nur nicht an Toleranz, sondern an einer verlogenen Drogenpolitik, die sehr wohl repressiv ist, aber auch hier regiert die unsichtbare Hand des Marktes.

Die Argumentation der Süddeutschen in der Drogenpolitik fällt um Jahrzehnte zurück.

Kuddel

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Re: [Drogen] Marktwirtschaft
« Antwort #159 am: 09:33:00 So. 22.August 2021 »
Ich fragte mich, inwieweit die Situation in Afghanistan sich auf den weltweiten Heroinmarkt auswirkt.
Müssen jetzt in anderen asiatischen und lateinamerikanischen Staaten Sonderschichten gefahren werden?

Ich dachte, in Afghanistan würden Produktion und Ausfuhr jetzt vielleicht zusammenbrechen. Nun habe ich aber irgendwo gelesen, daß die Rohopiumproduktion sowieso großteils in der Hand der Taliban war und sie jetzt den Export noch ausweiten könnte.

Diese Mafiastrukturen operieren nicht im luftleeren Raum. Die westlichen Geheimdienste mischen mit. Für sie die Hauptquelle, ihre Schwarzkassen zu füllen.

Ich würde mich über über fundierte Berichte und Analysen freuen.