Autor Thema: Leiharbeiter als Streikbrecher  (Gelesen 19624 mal)

BakuRock

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Re:Leiharbeiter als Streikbrecher
« Antwort #15 am: 02:03:47 Sa. 27.Juni 2009 »
...........
(Was du bis hier geschrieben hast geht in Ordnung! Aber:)
Entweder er geht als Streikbrecher oder der Staat läst seine Familie verhungern.
Es ist nicht der Leiharbeiter das Böse, sondern das System ist abartig.

Das System ist abartig - aber so ein vermeintliches "Totschlagargument": "Entweder er geht als Streikbrecher oder der Staat lässt seine Familie verhungern." - ist ja wohl das Letzte.......

Weder du noch deine Familie werden verhungern, wenn du nicht bereit bist als Streikbrecher zu fungieren - das ist sogar im Gesetz festgeschrieben! (Da gibt es schon ein Urteil - auch hier im Forum schon gepostet).....

Google mal nach "Leiharbeiter als Streikbrecher" - dann bekommst du Antworten .... und verdiente! Gegenargumente zu deiner Scheiss-Meinung!

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Irrlichtprojektor

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Re:Leiharbeiter als Streikbrecher
« Antwort #16 am: 05:47:55 Sa. 27.Juni 2009 »
§ 11 Absatz 5 AÜG
Zitat
(5) Der Leiharbeitnehmer ist nicht verpflichtet, bei einem Entleiher tätig zu sein, soweit dieser durch einen Arbeitskampf unmittelbar betroffen ist. In den Fällen eines Arbeitskampfs nach Satz 1 hat der Verleiher den Leiharbeitnehmer auf das Recht, die Arbeitsleistung zu verweigern, hinzuweisen.

Das bedeutet auch das dem Leiharbeitnehmer dadurch keine Nachteile (Lohnfortzahlung; Annahmeverzug) entstehen dürfen. Wenn manch Kapitalist in solchen Zeiten mit "Extra-Prämien" winken und der Leiharbeitnehmer dem "Ruf des Geldes" folgen würde, mutiert dieser "Kollege" zum Streikbrecher und verdient dann wohl auch als solcher behandelt zu werden.
Dennoch! möchte ich dabei die Kritik an der Stammbelegschaft nicht ganz aussparen und die Frage aufwerfen, ob diese Kollegen in der Vergangenheit auch ähnlich "solidarisch" gegenüber Leiharbeitnehmern waren oder evtl. sie in ihrem Kampf unterstützten? In der Antwort liegt dann wohl auch das Maß der Legitimation gegenüber Streikbrechern entsprechend aufzutreten. Bedingungslose Solidarität fordern ist die eine Seite, sie auch zu leisten eine Andere. Ich habe selbst "Kollektive" kennen gelernt wo mir diese Solidarität verweigert wurde und dennoch habe ich versucht dafür zu werben. In einem möglichen Konflikt hätte ich aus Prinzip die Arbeit nieder gelegt aber nicht aufgrund einer solidarischen Haltung zu diesem "Kollektiv".

Ziggy

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Re:Leiharbeiter als Streikbrecher
« Antwort #17 am: 07:36:29 Sa. 27.Juni 2009 »
@Hägar
Wirst du für deine Posts bezahlt oder denkst du dir das selber aus?

@IP
Deine Einwände sind berechtigt, ich denke da ganz ähnlich (durch Erfahrung geprägt, Stichwort: Siemensianer). Nur ... wenn wir weiter in solchen Bahnen denken, wenn jeder auch künftig sein eigenes Süppchen kocht, bekommen wir nie eine gemeinsame Front zustande.

Ich stelle in meinem Umfeld fest, daß es sehr wohl inzwischen in den Stammbelegschaften ein Umdenken gibt, daß man endlich begreift, wie der Hase wirklich läuft. Leider ist das ein mühsamer und langwieriger Prozess, und wird sich bei der kommenden Wahl wohl nicht auswirken ...

Erst vor ein paar Tagen hatte ich im Betrieb eine heftige Auseinandersetzung mit einem "Kollegen", der im Brustton der Überzeugung die Scheißhausparolen der C-Parteien nachgeäfft hat. Da ist mir echt der Kragen geplatzt und es wurde richtig laut. Viel hätte nicht gefehlt und ich hätte ihm ein paar geknallt. Wie kann ein Arbeiter nur so bescheuert sein!
Um seine Liebe zu beweisen, erklomm er die höchsten Berge, durchschwamm die tiefsten Meere und zog durch die weitesten Wüsten. Doch sie verließ ihn – weil er nie zu Hause war.

Irrlichtprojektor

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Re:Leiharbeiter als Streikbrecher
« Antwort #18 am: 14:08:16 Sa. 27.Juni 2009 »

@IP
Deine Einwände sind berechtigt, ich denke da ganz ähnlich (durch Erfahrung geprägt, Stichwort: Siemensianer). Nur ... wenn wir weiter in solchen Bahnen denken, wenn jeder auch künftig sein eigenes Süppchen kocht, bekommen wir nie eine gemeinsame Front zustande.

Ich verstehe es als konstruktive Kritik. Wie wichtig es ist, dass die Stammbelegschaften das Problem Leiharbeit auch sie direkt betrifft, scheint mir aus meiner Erfahrung heraus in meiner Branche weniger bewusst zu sein. Das "Glück" als Stammie noch tätig zu sein geht oftmals zusammen mit dem Verdrängen dieser Bedrohung irgendwann selbst als Leiharbeiter seinen Lebensunterhalt bestreiten zu müssen. Wenn sich die Belegschaft plötzlich in einem Konflikt befindet, fällt die Maske des "nur dahin funktionieren" hoffentlich und die Kollegen bekommen die Möglichkeit, Zeit und auch eine Plattform mehr Rationalität im Erkenntnisprozess erfahren zu können. Es gibt ja auch positive Beispiele neben den anderen Erfahrungen. Ein schwarz/weiß Muster oder pauschalisiert Streikbrecher zu Brandmarken halte ich für eher fördernd in Richtung Vereinzelung. Die Kritik sollte maßvoll und annehmbar den einzelnen Kollegen erreichen, egal ob Leihkeule oder Stammie, damit sich etwas entwickeln kann.

gruß irrlicht

Hägar

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Re:Leiharbeiter als Streikbrecher
« Antwort #19 am: 00:42:54 So. 28.Juni 2009 »
@Hägar
Wirst du für deine Posts bezahlt oder denkst du dir das selber aus?

Alles Live erlebt und zwar kostenlos und es ist nicht meine "Scheiss Meinung". Ich hatte noch das Glück eine dritte Option zu haben.

Und wer sich auf den Staat verlässt, ist verlassen.
Gott erschuf die Zeit.
Von Eile hat er nichts gesagt.

vampyrella

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Re:Leiharbeiter als Streikbrecher
« Antwort #20 am: 17:09:45 So. 28.Juni 2009 »
Das ist ein gespaltenes Thema.

Ich weiss nicht, was ich in der Situation tun würde. Auf der einen Seite , klar, Streiks sind wichtig. Und Arbeitskämpfe sowieso.

Aber auf der anderen würde ich wetten, dass es Arbeitsverweigerung wäre, wenn ich (als Leiharbeiter) bei einem Streik nicht auf Arbeit kommen würde, und das hätte lt. meinem Arbeitsvertrages die Folgen einer fristlosen Kündigung.
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sleepy5580

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Re:Leiharbeiter als Streikbrecher
« Antwort #21 am: 19:05:45 So. 28.Juni 2009 »
1. hat der Verleiher jeden Leiharbeitnehmer darauf hinzuweisen, dass er in einem bestreikten Betrieb nicht arbeiten muss.
§11 Abs. 5 AÜG.


2. Ist in den DGB-Leiharbitstarifverträgen klar geregelt das ein Einsatz in bestreikten Betrieben nicht stattfindet.

Und auch hier gilt wieder wenn eine Gesetztesparagraph nicht Tarif-/Arbeitsvertragsdispositiv ist,und ist es egal ob im Tarifvertrag/Arbeitsvertrag das Gegenteil drin steht ;).


vampyrella

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Re:Leiharbeiter als Streikbrecher
« Antwort #22 am: 21:08:38 So. 28.Juni 2009 »
Echt? Wieder was dazu gelernt. Aber am Ende setzen die mich dann vieleicht wo anders ein während des Streikes, was für mich ohne Auto schwierig wäre.

Also da ich ja bei Verdi bin bräuchte ich mir also keine Gedanken machen?  Klingt gut.
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Hägar

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Re:Leiharbeiter als Streikbrecher
« Antwort #23 am: 21:18:39 So. 28.Juni 2009 »
1. hat der Verleiher jeden Leiharbeitnehmer darauf hinzuweisen, dass er in einem bestreikten Betrieb nicht arbeiten muss.
§11 Abs. 5 AÜG.

Es ist nur eine MUSS-Bestimmung und keine Verbotsreglung. Und schon ist man in den A**** gekniffen.
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Von Eile hat er nichts gesagt.

sleepy5580

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Re:Leiharbeiter als Streikbrecher
« Antwort #24 am: 22:44:09 So. 28.Juni 2009 »
Echt? Wieder was dazu gelernt. Aber am Ende setzen die mich dann vieleicht wo anders ein während des Streikes, was für mich ohne Auto schwierig wäre.

Also da ich ja bei Verdi bin bräuchte ich mir also keine Gedanken machen?  Klingt gut.


Nunja ich habs einmal so gemacht bin hingefahren, hab gesehen wird gestreikt Dispo angerufen und gesagt das ich von meinem Arbeitsverweigerungsrecht hier gebrauch mache und ob er einen neuen Einsatz heute für mich hätte ;) und hatte er natürlich so kurzfristig nicht, dauert ja meist nicht Wochen von daher ^^

@hägar
Muss gleich du musst nicht da Arbeiten (klartext kann die ZAF nix machen) aber wenn du unbedingt willst darfst du es als AN das was du meinst sind kann-Regeln, also nichts mit im Allerwertesten gekniffen, es ist einfach nur deine freie Entscheidung ob oder ob nicht.

Kuddel

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Re:Leiharbeiter als Streikbrecher
« Antwort #25 am: 18:30:05 Di. 28.September 2010 »
Zitat
Leiharbeiter ersetzen streikende Busfahrer

Noch kämpferischer als die Funktionäre der Gewerkschaft der Lokführer (GDL) und ihrer Dachorganisation dbb Tarifunion geben sich politisch Handelnde selten. Man werde bei den bayerischen Nahverkehrsbetrieben solange streiken, bis die Arbeitgeber sich bereit erklären, mit der GDL zu verhandeln, hatten die Arbeitnehmervertreter immer wieder angekündigt. Am Montagnachmittag machten sie nun einen Rückzieher: Am zweiten Familientag, also an diesem Dienstag, werden die Streiks ausgesetzt. Wann der Ausstand der Fahrer wieder anlaufen soll, ließen GDL wie dbb offen. Über das weitere Vorgehen werde man 'kurzfristig informieren', hieß es.

Zuletzt hatten die Streiks auch nur relativ geringe Auswirkungen gehabt. Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) hatte seit Montag auch verstärkt Leiharbeiter im Einsatz, um die Auswirkungen des Streiks zu begrenzen. Die U-Bahn fuhr auch am Montag in der Regel alle zehn Minuten. Allerdings ging es in den Waggons eng zu; teils mussten Fahrgäste am Bahnsteig zurückbleiben, weil die Züge zu voll waren. Bei der Tram fielen erneut die Linien 16 und 21 aus, auf der Tramlinie 12 fuhren Ersatzbusse.

Die Aktion Münchner Fahrgäste wertete den Verzicht auf einen Streik am zweiten Familientag als ein 'positives Signal der Vernunft'. Deren Sprecher Andreas Nagel forderte, dass 'auf alle Streikmaßnahmen bis auf weiteres, mindestens bis zum Ende des Oktoberfestes, verzichtet wird'. Auch wenn der Betrieb einigermaßen laufe, so würden die Zugausfälle und das Gedränge in den Waggons doch zu einer Belastung für die Fahrgäste.

Wie lange die GDL den Streik nun aussetzt, blieb unklar

- 'das sagen wir noch nicht einmal unseren Mitgliedern', hieß es bei der GDL. Der Streikverzicht am Dienstag sei eine 'Geste des guten Willens', um den Familien einen reibungslosen Wiesn-Besuch zu ermöglichen. Aus Mitarbeiterkreisen war zu vernehmen, vermehrt würden einzelne GDL-Mitglieder sich vom Ausstand distanzieren und an die Führerstände zurückkehren. 'Wir haben kein Mobilisierungsproblem', hieß es dagegen bei der dbb Tarifunion. Die MVG kündigte an, Busse und Bahnen am Dienstag nach regulärem Fahrplan fahren zu lassen, 'soweit dies angesichts der kurzfristigen Ankündigung ohne angemessenen Planungsvorlauf noch möglich ist'. Marco Völklein
http://www.sueddeutsche.de/H5S38J/3614205/Leiharbeiter-ersetzen-streikende-Busfahrer.html

Kuddel

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Re:Leiharbeiter als Streikbrecher
« Antwort #26 am: 17:44:49 Di. 12.Oktober 2010 »
Zitat
Leiharbeitnehmer müssen über Rechte während eines Streiks informiert werden

Wenn ein Unternehmen bestreikt wird, besteht für den Arbeitgeber das Bedürfnis oder auch die Notwendigkeit, den "Betrieb am Laufen zu halten". Auf die Frage, inwieweit hierzu Leiharbeitnehmer eingesetzt werden können, hat sich die Bundesregierung aktuell geäußert.

Der Bundesregierung zufolge ist der Arbeitgeber nach der Rechtsordnung frei in seiner Entscheidung, ob er bei einem Streik den Betrieb möglichst uneingeschränkt aufrecht erhalten will oder nicht. Dazu könne er entweder selbst auf Ersatzarbeitskräfte zurückgreifen oder aber auch Zeitarbeiterinnen und Zeitarbeiter einsetzen, wie aus einer Antwort der Regierung auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke hervorgeht.

Laut Fragesteller beklagen Gewerkschaften seit einigen Jahren den strategischen Einsatz von Leiharbeiterinnen und Leiharbeitern mit dem Ziel des Streikbruchs. Mehrere Fälle seien in der Presse bekannt geworden.

Zusammenfassung der Antwort der Bundesregierung:


Zeitarbeitnehmerinnen und Zeitarbeitnehmer sind nicht verpflichtet, bei einem Entleiher tätig zu sein, soweit dieser durch einen Arbeitskampf unmittelbar betroffen ist (§ 11 Absatz 5 Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG). Diese Vorschrift dient vor allem dem Schutz der Zeitarbeitnehmerinnen und Zeitarbeitnehmer. Sie soll verhindern, dass Zeitarbeitnehmerinnen und Zeitarbeitnehmer gegen ihren Willen im Entleihbetrieb als Streikbrecher eingesetzt werden.

In den Fällen eines Arbeitskampfes nach § 11 Absatz 5 Satz 1 AÜG ist der Verleiher verpflichtet, die Zeitarbeitnehmerin oder den Zeitarbeitnehmer auf das Recht, die Arbeitsleistung zu verweigern, hinzuweisen (§ 11 Absatz 5 Satz 2 AÜG). Der Verleiher ist verpflichtet, der Zeitarbeitnehmerin oder dem Zeitarbeitnehmer ein Merkblatt der Bundesagentur für Arbeit über den wesentlichen Inhalt des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes auszuhändigen. Das Merkblatt informiert über das oben genannte Leistungsverweigerungsrecht und die Hinweispflicht des Verleihers. Nichtdeutschen Zeitarbeitskräften hat der Verleiher das Merkblatt auf Verlangen in ihrer Muttersprache auszuhändigen. Die Kosten des Merkblatts trägt der Verleiher (§ 11 Absatz 2 AÜG).

Der Verleiher hat die Zeitarbeitnehmerinnen und Zeitarbeitnehmer konkret vor Beginn des Einsatzes bei einem bestreikten Entleiher zu informieren, wenn der Betrieb des Entleihers bereits vor der Überlassung unmittelbar von einem Arbeitskampf betroffen ist. Wird der Entleihbetrieb erst nach dem Beginn der Überlassung von einem Arbeitskampf betroffen, hat der Verleiher die Zeitarbeitnehmerinnen und Zeitarbeitnehmer unverzüglich auf ihr Leistungsverweigerungsrecht hinzuweisen.

http://www.haufe.de/newsDetails?newsID=1286795878.22&d_start:int=0&topic=Personal_Lohn_Gehalt&topicView=Personal%20und%20Lohn%20%26%20Gehalt&topic=News&topicView=News%2520allgemein

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Re:Leiharbeiter als Streikbrecher
« Antwort #27 am: 17:05:39 So. 12.Dezember 2010 »
Es gibt schlicht und ergreifend keinerlei Rechtfertigung als Leiharbeiter Sreikbruch zu begehen und einem Arbeitskamf in den Rücken zu fallen!

Zitat
Leiharbeitnehmer müssen über Rechte während eines Streiks informiert werden

Wenn ein Unternehmen bestreikt wird, besteht für den Arbeitgeber das Bedürfnis oder auch die Notwendigkeit, den "Betrieb am Laufen zu halten". Auf die Frage, inwieweit hierzu Leiharbeitnehmer eingesetzt werden können, hat sich die Bundesregierung aktuell geäußert.

Der Bundesregierung zufolge ist der Arbeitgeber nach der Rechtsordnung frei in seiner Entscheidung, ob er bei einem Streik den Betrieb möglichst uneingeschränkt aufrecht erhalten will oder nicht. Dazu könne er entweder selbst auf Ersatzarbeitskräfte zurückgreifen oder aber auch Zeitarbeiterinnen und Zeitarbeiter einsetzen, wie aus einer Antwort der Regierung auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke hervorgeht.

Laut Fragesteller beklagen Gewerkschaften seit einigen Jahren den strategischen Einsatz von Leiharbeiterinnen und Leiharbeitern mit dem Ziel des Streikbruchs. Mehrere Fälle seien in der Presse bekannt geworden.

Zusammenfassung der Antwort der Bundesregierung:


Zeitarbeitnehmerinnen und Zeitarbeitnehmer sind nicht verpflichtet, bei einem Entleiher tätig zu sein, soweit dieser durch einen Arbeitskampf unmittelbar betroffen ist (§ 11 Absatz 5 Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG). Diese Vorschrift dient vor allem dem Schutz der Zeitarbeitnehmerinnen und Zeitarbeitnehmer. Sie soll verhindern, dass Zeitarbeitnehmerinnen und Zeitarbeitnehmer gegen ihren Willen im Entleihbetrieb als Streikbrecher eingesetzt werden.

In den Fällen eines Arbeitskampfes nach § 11 Absatz 5 Satz 1 AÜG ist der Verleiher verpflichtet, die Zeitarbeitnehmerin oder den Zeitarbeitnehmer auf das Recht, die Arbeitsleistung zu verweigern, hinzuweisen (§ 11 Absatz 5 Satz 2 AÜG). Der Verleiher ist verpflichtet, der Zeitarbeitnehmerin oder dem Zeitarbeitnehmer ein Merkblatt der Bundesagentur für Arbeit über den wesentlichen Inhalt des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes auszuhändigen. Das Merkblatt informiert über das oben genannte Leistungsverweigerungsrecht und die Hinweispflicht des Verleihers. Nichtdeutschen Zeitarbeitskräften hat der Verleiher das Merkblatt auf Verlangen in ihrer Muttersprache auszuhändigen. Die Kosten des Merkblatts trägt der Verleiher (§ 11 Absatz 2 AÜG).

Der Verleiher hat die Zeitarbeitnehmerinnen und Zeitarbeitnehmer konkret vor Beginn des Einsatzes bei einem bestreikten Entleiher zu informieren, wenn der Betrieb des Entleihers bereits vor der Überlassung unmittelbar von einem Arbeitskampf betroffen ist. Wird der Entleihbetrieb erst nach dem Beginn der Überlassung von einem Arbeitskampf betroffen, hat der Verleiher die Zeitarbeitnehmerinnen und Zeitarbeitnehmer unverzüglich auf ihr Leistungsverweigerungsrecht hinzuweisen.


Dazu haben wir auch ein Fluglatt herausgebracht:
http://www.chefduzen.de/LeihkeuleStreikbr.pdf

Kuddel

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Re:Leiharbeiter als Streikbrecher
« Antwort #28 am: 13:01:36 Mi. 02.März 2011 »
Zitat
ver.di: Inkasso Becker setzt Leiharbeiter als Streikbrecher ein

Die Gewerkschaft will den Druck gegen den Finanzdienstleister weiter erhöhen. Auch die Telekom wird an verschiedenen NRW-Standorten in NRW bestreikt. Betroffen ist auch Wuppertal. Lesen Sie hier die Pressemitteilungen von ver.di im Wortlaut.


Inkasso Becker

Mit Enttäuschung reagiert die Gewerkschaft ver.di darauf, dass es trotz einer Streikpause am Freitag, Montag und Dienstag nicht zu einem Gesprächsangebot durch die Geschäftsführung gekommen ist.

„Wir haben in der letzten Woche gezeigt, dass wir in der Lage sind erhebliche Streikwirkung zu erzielen“, führt die Geschäftsführerin der Gewerkschaft ver.di, Grit Genster, aus. „Die Geschäftsführung reagiert mit dem Angebot von Streikbruchprämien und setzt Leiharbeitnehmerinnen und –arbeitnehmer als Streikbrecher ein. Wir werden den Druck jetzt weiter erhöhen, um endlich in eine Verhandlungssituation zu kommen. So wird in dieser Woche ab Mittwoch weiter gestreikt.“ Ver.di kündigt an, bei einem Verhandlungsangebot der Geschäftsführung die Streikmaßnahmen sofort zu unterbrechen. „Wir setzen sehr daran, diesen nun schon über ein Jahr schwelenden Konflikt rasch zu lösen. Dazu braucht es ein Signal an ver.di durch die IBW-Geschäftsführung.“

Die Streikenden von Inkasso Becker Wuppertal werden den Streiktag morgen nutzen, um in den Altenpflegeheimen „Am Diek“ und „Obere Lichtenplatzer Straße“ karitativ zu unterstützen.
http://www.njuuz.de/beitrag10820.html

dagobert

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Re:Leiharbeiter als Streikbrecher
« Antwort #29 am: 18:42:41 Sa. 14.Januar 2012 »
1. hat der Verleiher jeden Leiharbeitnehmer darauf hinzuweisen, dass er in einem bestreikten Betrieb nicht arbeiten muss.
§11 Abs. 5 AÜG.

Das nützt aber nur den LAN die einen AV haben. Wenn die ZAF in solch einem Fall auf die Bewerberkartei zurückgreift ist das AÜG nichts mehr wert.
Wer einen Vertrag will wird annehmen. Wer ablehnt kriegt keinen Vertrag. Punkt.
(selbst erlebt)

Und wer sich auf den Staat verlässt, ist verlassen.

Stimmt leider.