Autor Thema: Arte: Von wegen Solidarität  (Gelesen 1223 mal)

Kater

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Arte: Von wegen Solidarität
« am: 13:34:23 Do. 01.Dezember 2005 »
Zitat
ARTE: Donnerstag, 1. Dezember 2005 um 22:35
VPS : 22.40

Von wegen Solidarität
Dokumentarfilm, Belgien 2005, ARTE / RTBF, Erstausstrahlung
Regie: Michel Gourdin

In einem Viertel der belgischen Stadt Seraing griffen Opfer von Wirtschaftskrise und Globalisierung Mitte der 90er Jahre zur Selbsthilfe. Ihnen ging es nicht nur um materielle Unterstützung, sondern auch um Anerkennung als vollwertige Mitglieder der Gesellschaft. Am Beispiel zweier Mitglieder stellt der Dokumentarfilm den Solidaritätsausschuss ASBL vor.

In Seraing, einer krisengeschüttelten Stadt in Wallonien, machten sich Mitte der 90er Jahre Menschen daran, die Misere in ihrem Stadtviertel Molinay zu bekämpfen und ihr Schicksal in die Hand zu nehmen. In diesem Viertel scheinen all die zusammengekommen zu sein, die die Globalisierung zu Ausgegrenzten macht. Dem Solidaritätsausschuss ASBL gehören heute 20 Mitglieder an. Sie laufen bei den Behörden Sturm, organisieren Events und klopfen an alle Türen, um Spenden und Unterstützung für ihre Arbeit zu bekommen: Suppenküchen, Lebensmittelpakete, Möbel, Wohngeld, bürgerschaftliches Engagement, Beistand für Illegale. Zu ihren Waffen zählt auch das Theater: authentisch, witzig, bissig, frech und unbequem. Sie stören die aus der anderen Welt, machen ihnen Angst. Vielleicht können sie die bestehende Ordnung ja doch zum Wanken bringen? Am Beispiel von Guy und Michèle zeichnet der Dokumentarfilm ein Bild dieser Bewegung und ihres Kampfes. Nach einem an Arbeitskämpfen reichen Leben wurde der "rote" Metaller Guy mit 52 in die Frührente entlassen. Einen Rumänen ohne Aufenthaltserlaubnis, dem er 1997 begegnete, bewahrte er vor dem Abstieg. Das war der Anfang. Michèle erbte 2002 ein nicht mehr existentes Industrie-Imperium. Als sie Guy und seiner Frau Nadine begegnete, begann für sie ein Kampf, der ihrem Leben Inhalt und Sinn geben sollte. An der Schnittstelle zwischen zwei Welten versorgt sie die anderen mit den Waffen, die ihnen fehlen: mit der Kenntnis des "Feindes" und seiner Kultur. Der Film zeigt das mutige Engagement dieser Menschen, ihren Optimismus und die Hoffnung, die daraus erwächst.
http://www.arte-tv.com/de/woche/244,broadcastingNum=481440,day=6,week=48,year=2005.html