Autor Thema: Protestkundgebung Frankreich  (Gelesen 15911 mal)

Irrlichtprojektor

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Protestkundgebung Frankreich
« Antwort #45 am: 15:28:12 Sa. 02.August 2008 »
CNT-IAA oder IWW wären ne gute Antwort nach meiner Auffassung.
Hier in D mal einen Betrieb komplett lahm legen um für die Rechte von zb. französischen oder chinesischen Kollegen einzutreten wäre eine entsprechend globalisierte Reaktion. Den Ausbeutern muß es aus heiterem Himmel treffen und ich bin mir ganz sicher, das die aus dem schwitzen nicht mehr rauskommen würden.

gruß irrlicht

ManOfConstantSorrow

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Re: Protestkundgebung Frankreich
« Antwort #46 am: 18:38:23 Sa. 22.November 2008 »
Zitat
Frankreich drohen in den kommenden Tagen Massenstreiks
18. November 2008, 02:52 Uhr

Paris - Frankreich steht eine heftige Streikwoche bevor. Am vierten und letzten Streiktag bei Air France mussten Montag die Hälfte der Kurzstrecken- und bis zu 30 Prozent der Langstreckenflüge gestrichen werden. Die Piloten protestierten mit der Arbeitsniederlegung gegen eine geplante Anhebung ihres Rentenalters von 60 auf 65 Jahre. Im Schulwesen wollen sich die Gewerkschaften Donnerstag mit Streiks gegen den massiven Stellenabbau wehren. Bei der Post ist für Samstag ein Streik geplant, der sich gegen die mögliche Privatisierung richtet. Für Sonntag haben die Gewerkschaften bei der Staatsbahn SNCF einen Streik geplant, um gegen die Reform der Frachtsparte zu protestieren. wü

http://www.welt.de/welt_print/article2741139/Frankreich-drohen-in-den-kommenden-Tagen-Massenstreiks.html
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ManOfConstantSorrow

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Re: Protestkundgebung Frankreich
« Antwort #47 am: 20:51:19 Fr. 10.April 2009 »
Eiffelturm wegen Streiks geschlossen
Belegschaft legt zweiten Tag in Folge Arbeit nieder - Flugblätter statt Eintrittskarten

 ;D
http://www.nzz.ch/nachrichten/schweiz/eiffelturm_streik_1.2373439.html
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ManOfConstantSorrow

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Frankreich: Der Krieg der Köpfe
« Antwort #48 am: 20:11:29 Mo. 04.Mai 2009 »
03.05.2009 Erzieher, Lehrkräfte und Wissenschaftler kämpfen gegen die umfassende Bildungsreform der konservativ-wirtschaftsliberalen Regierung, die vom Kindergarten bis zur Hochschule reicht
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/30/30218/1.html
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BakuRock

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Frankreich: Beamte mit Wasserwerfern gegen Beamte
« Antwort #49 am: 02:33:10 Di. 05.Mai 2009 »
Zitat
Proteste gegen überfüllte Gefängnisse in Frankreich

In Frankreich hat das Vollzugspersonal gegen chronisch überfüllte Haftanstalten protestiert. Beamte verhinderten mit Blockade-Aktionen die Verlegung von Insassen und ihre Vorführung vor Gericht, so dass Prozesse nicht wie geplant abgehalten werden konnten. Vor Frankreichs größtem Gefängnis südlich von Paris errichteten Mitarbeiter eine brenndende Barrikade, um Häftlingstransporte zu verhindern. Die Polizei setzte Tränengas ein.

"Frank und Frei" ist der Begriff, aus dem freies Denken und Handeln abgeleitet wird - aber ein ganzes "Reich" voll solcher Charaktere bringt dann schon mal, ein fuer "deutsche Denke" just absurdes, Verhalten zustande: Beamte (Diener) des Staates Frankreich bekaempfen Beamte (Diener) desselben Dienstherren mit Traenengas.......

Mir kommen auch ohne Gas die Traenen: Werde ich solche spontane Durchsetzung von gesundem Menschenverstand (Vollzugspersonal ist gemeint!) auch in D(oof)-land mal noch erleben duerfen?

Quelle: http://www.dradio.de/nachrichten/200905050200/4
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Kater

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Re: Protestkundgebung Frankreich
« Antwort #50 am: 14:09:16 Mi. 06.Mai 2009 »
Aufstand der Wärter

In Frankreich protestierte das Gefängnispersonal am Mittwoch den dritten Tag in Folge gegen schlechte Bedingungen, Überbelegungen und für mehr Mittel.

Video (Vorsicht, vorher Werbung  ::) )

http://de.news.yahoo.com/3/20090506/video/vpl-aufstand-der-wrter-f494027.html

Kuddel

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Re:Protestkundgebung Frankreich
« Antwort #51 am: 19:06:56 Sa. 12.April 2014 »
Zitat
Zehntausende gegen Hollandes Politik auf der Straße

Demonstration »gegen Sparpolitik, für die Verteilung des Reichtums« / Tsipras von SYRIZA mit dabei / Mélenchon spricht von 100.000 Teilnehmern


Paris. Zehntausende Menschen haben in der französischen Hauptstadt Paris gegen die Sparpolitik der Regierung von Präsident François Hollande demonstriert. Zu der Kundgebung am Samstag hatten Kommunisten, Gewerkschaften und linke Parteien, darunter die Nouveau Parti anticapitaliste aufgerufen. Sie forderten eine Lockerung der strengen Sparvorgaben, die der neue Ministerpräsident Manuel Valls in seiner Regierungserklärung angekündigt hat. »Hollande, es reicht«, und »Gegen Sparpolitik, für die Verteilung des Reichtums«, stand auf Plakaten der Demonstranten. Den Linken ist die Politik der Regierung der Parti Socialiste zu konzernfreundlich. Hollande berücksichtigt ihrer Ansicht nach nicht genug die Anliegen der Angestellten. Auf dem Kurznachrichtendienst Twitter sprach Jean-Luc Mélenchon von der Parti de Gauche von 100.000 Teilnehmern. Auf Bildern im Internet war auch der Chef der Kommunistischen Partei Frankreichs, Pierre Laurent, in der ersten Reihe des Demonstrationszuges zu sehen. Ebenso nahm der Vorsitzender der radikalen Linken SYRIZA in Griechenland, Alexis Tsipras an der Protestaktion teil
http://www.neues-deutschland.de/artikel/930013.zehntausende-gegen-hollandes-politik-auf-der-strasse.html

Kuddel

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  • Fischkopp
Re:Protestkundgebung Frankreich
« Antwort #52 am: 18:28:36 Fr. 11.März 2016 »
Zitat
Foto und Videoberichte vom 9. März 2016: In ganz Frankreich gegen das neue Arbeitsgesetz

EU Demokratie in Frankreich: Bullerei gegen Gewerkschaftsdemo am 9.3.2016Eine umfangreiche Sammlung von Fotos der Proteste am 9. März in zahlreichen französischen Städten gegen das neue Arbeitsgesetz der Regierung Hollande/Valls ist in der Sammlung „Quelques images des manifestations du 9 mars“ am 10. März 2016 bei Solidarité Ouvrière dokumentiert – keineswegs nur aus Paris, sondern vom Elsaß bis Bordeaux und von Lille bis Lyon war der Protest enorm. „Wir sind die Körner – eure Saat“ war ein Plakat, das an vielen Orten bei jungen DemonstrantInnen auftauchte. Siehe dazu auch eine Videosammlung
https://communismeouvrier.wordpress.com/2016/03/10/quelques-videos-des-manifestations-du-9-mars/
http://www.labournet.de/?p=94859

xyu

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Re:Protestkundgebung Frankreich
« Antwort #53 am: 12:41:35 Mo. 21.März 2016 »


xyu

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Re:Protestkundgebung Frankreich
« Antwort #55 am: 16:54:32 Do. 31.März 2016 »
ein wichtiger impuls erschien auf indymedia linksunten:
Zitat
Frankreich in Bewegung - Aufruf zur Auseinandersetzung

Frankreich erlebt gerade den Beginn einer sozialen Massenbewegung. Diese hat das Potential eine soziale Alternative jenseits von Rechtsruck, Autoritarismus, Rassismus und kapitalistischer Ausbeutung darzustellen. Der Fortgang ist noch ungewiss. Aber diese Bewegung geht uns etwas an. Ihre Protagonist*innen sind Betroffene wie wir, von Repression, Ausbeutung, Rassismus, staatlicher Kontrolle etc. Sie sind nur ein paar Stunden entfernt. Und sie kämpfen. Den vorläufigen Höhepunkt wird der 31. März darstellen. Dies soll ein kurzer, skizzenhafter Aufruf zu einer kritisch-solidarischen Auseinandersetzung sein. Und zur Bereitschaft den Funken aufzugreifen.

 

Gegen ein neues Arbeitsgesetz

Auslöser war der Entwurf zu einem neuen Arbeitsgesetz, das die Ausbeutungsmaschine in Frankreich massiv zuspitzen soll. Die Reaktion ist die erste linke Massenmobilisierung seit 2006. Und sie ist die erste Bewegung unter einer „linken“, „sozialistischen“ Regierung, die Richtung Generalstreik zielt. Wie die SPD unter Schröder in Deutschland, versucht nun die Partie Socialiste (PS) eine zunehmende Neoliberalisierung zu verankern. Vorgeblich geht es der Regierung um das Sinken von Arbeitslosigkeit. Die existenzielle Abhängigkeit von Lohnarbeit soll im sich verschärfenden Widerspruch von Kapital und Arbeit und der globalen Konkurrenz um Ausbeutungsplätze damit im Sinne der Arbeitgeber*innen fortgeschrieben werden.

 

Ausweitung der Kämpfe

Von Beginn an werden die Mobilisierungen von einer Dynamik geprägt, die die thematische Eingrenzung auf das Arbeitsgesetz verlassen will. Es gibt starke Tendenzen, die Kritik am Arbeitsgesetz in Richtung eines allgemeinen Antikapitalismus und Antiautoritarismus zu radikalisieren. So fließen nicht nur Mobilisierungen gegen den Ausnahmezustand in die Bewegung ein, sondern auch die antirassistischen Kämpfe von Sans-Papiers und ihren Supporter*innen. Diesen Tendenzen stehen der Korporatismus der größten Gewerkschaft, der CGT, und die teilweise politische Unerfahrenheit vieler beteiligter Jugendlicher gegenüber. Aber die antagonistischen Positionen, Forderungen und Praxen sind bereits jetzt ein wichtiges Element der Bewegung.

 

Bewegungspraxis

Seit Anfang März, erster Mobi-Tag war der 9.3., entsteht dadurch in Frankreich eine Bewegung, die das Potential hat eine soziale Alternative zu den kapitalistischen Angriffen auf die Lebensbedingungen, den hegemonialen Reflexen rassistischer Abschottung und dem zunehmenden staatlichen Autoritarismus zu geben. Zentrale Daten sind die Donnerstage, an denen landesweit Demonstrationen stattfinden. Am 9. März gingen über 100.000 Leute auf die Straßen, an den Folgedonnerstagen sank die Zahl, da die großen Gewerkschaften ihre Mobilisierung erst am 31. fortsetzen. In der Zwischenzeit wurde die Bewegung vor allem durch selbstorganisierte Schüler*innen, Studis und diversen Polit-Szenen weitergetragen. Diese Bewegung drückt sich in Form zahlreicher Besetzungen (Schulen, Unis, Gewerkschaftsgebäude) und Blockaden (Autobahnen, Bahnhöfe) aus, sie bringt massenhaft wilde Demos auf die Straße und wird verstärkt von direkten Aktionen und entschlossener Selbstverteidigung gegen Bullen und die Gewerkschaft CGT, die gegenüber sozialen Bewegungen gerne polizeiliche Funktionen übernimmt. Sie organisiert sich in fast täglichen Vollversammlungen, in denen versucht wird sich über soziale Abgrenzungen (Schülis, Studis, Arbeiter*innen …) hinweg gemeinsam zu koordinieren. Sie ist räumlich nicht beschränkt, sie findet in Paris statt, aber nicht nur dort. Die letzte Bewegung 2006 endete in dem Erfolg, das geplante Gesetz zur Prekarisierung Erstangestellter (CPE) verhindert zu haben. Die Regierung gab damals schlicht bekannt, dass sie dem Protestdruck nachgibt. Die Nahperspektive dieser Bewegung ist also die vollständige Verhinderung des Arbetisgesetzes (El-Khomri-Gesetz, benannt nach der zuständigen Ministerin). Die Folgeschritte nach dem 31. März sind klar, die Mobilisierungen werden nicht nachlassen. Sie werden von der Repression und der kollaboratistischen CGT limitiert oder sie werden sich derart ausweiten, dass die Regierung darauf reagieren muss. Wie es dann weiter geht, ist natürlich offen. Die nächsten Donnerstage werden bereits angedacht.

 

Anknüpfungspunkte

Dass ein Arbeitsgesetz als Reaktion rebellierende Schüler*innen hervor ruft, die Barrikaden bauen und Polizeikommissariate angreifen, wirkt hierzulande erstmal bizarr. In Frankreich selbst steht diese aktive solidarische Praxis mit anderen Kämpfenden und die Antizipation der eigenen Betroffenheit in einer Tradition linker, sozialer Bewegungen, die es in Deutschland so nicht gibt. Zunächst ist zu konstatieren, dass eine internationale bzw. transnationale Bewegungspraxis, die Deutschland mit den südeuropäischen Ländern verknüpft, abgesehen von einzelnen Events nicht existiert. Ein gemeinsames Bewusstsein ist ebenso wenig vorhanden wie eine gemeinsame Koordinierung. M31, N14 oder Blockupy haben daran nur wenig geändert. Die theoretischen Begründungen dieser Aktionstage wären allerdings auch hier in Erinnerung zu rufen. Es gilt die politische Vorstellung einer linken sozialen Bewegung auch angesichts von rechten Regierungen und rassistischem Volksmob lebendig zu halten.
https://linksunten.indymedia.org/de/node/174145

ein kommentar vervollständigt das dort veröffentlichte in einer hinsicht:

Zitat
Die letzte Massenbewegung in Frankreich war 2010 gegen die Rentenreform unter Sarkozy. Damals ging Frankreich fast der Sprit aus, da die Raffinerien bestreikt und blockiert wurden, bevor der Weiterbetrieb durch Polizeigewalt durchgesetzt wurde.

dagobert

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Re:Protestkundgebung Frankreich
« Antwort #56 am: 20:49:12 Mi. 06.April 2016 »
1. Massenproteste gegen Arbeitsmarktreformen in Frankreich
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Die Französische Regierung will verschiedene „Arbeitsmarktreformen“ in Frankreich durchsetzen. Dazu gibt es seit Tagen massive Massenproteste, Hunderttausende gehen auf die Straße, besetzen Plätze und werden immer wieder von der Polizei angegriffen.
In Frankreich herrscht aufgrund der IS-Anschläge Dauerausnahmezustand und eigentlich sind Demos verboten. Fast nichts wird dazu in den deutschen und anderen europäischen Medien bekannt, die einzigen Quellen sind die „üblich Verdächtigen“  wie Neues Deutschland, Junge Welt und das ein oder andere ist in den sozialen Medien zu finden.
In Deutschland steht das Rechtsverschärfungsgesetz auf der Tagesordnung, hier sollen die Lebensbedingungen von über 6 Mio. SGB II-Leistungsbeziehern zum Teil massiv verschärft, das Sonderrecht gegenüber den allgemeinen Sozialrecht perfektioniert werden und es kommt grade mal in ein paar Städten zur minimalen Protesten im Rahmen der Kampagne „AufRecht bestehen“. Ansonsten ist Ruhe, Friedhofsruhe in diesem Land. Das muss sich ändern!
Infos zu den Protesten in Frankreich: http://www.heise.de/tp/artikel/47/47717/1.html, oder  http://www.spiegel.de/unispiegel/studium/frankreich-studenten-demonstrieren-gegen-arbeitsgesetz-a-1084830.html und https://linksunten.indymedia.org/de/node/174145



Quelle: Thome-Newsletter vom 06.04.16