Autor Thema: Mainzer Lohndrücker-Modell  (Gelesen 4119 mal)

ManOfConstantSorrow

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Mainzer Lohndrücker-Modell
« am: 16:18:18 Sa. 17.Dezember 2005 »
Die Stadt Mainz schickt befristet Beschäftigte für einen Monat und einen Tag zum Arbeitsamt und stellt sie danach zu niedrigeren Löhnen wieder ein. Ein Drittel der rund 160 Betroffenen sind Erzieherinnen. Für alle Betroffenen, die in Kindertagesstätten, bei den Entsorgungsbetrieben oder in der Verkehrsüberwachung arbeiten, bedeutet dies laut Ver.di, dass sie im Schnitt zwischen 250 und 400 Euro weniger im Monat verdienen, dafür aber die gleiche Arbeit wie vorher verrichten. Während die Stadt sich dabei auf einen neuen Tarifvertrag beruft, verstößt sie nach Ansicht von Ver.di-Gewerkschaftssekretär Weinmann damit gegen geltendes Recht. Ihre Praxis sei "einfach asozial".

(Quelle: "Ludwigshafener Rundschau", 16.12.05)
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

Ragnarök

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Mainzer Lohndrücker-Modell
« Antwort #1 am: 12:57:06 Di. 24.Oktober 2006 »
Zitat
Original von ManOfConstantSorrow
Die Stadt Mainz schickt befristet Beschäftigte für einen Monat und einen Tag zum Arbeitsamt und stellt sie danach zu niedrigeren Löhnen wieder ein. Ein Drittel der rund 160 Betroffenen sind Erzieherinnen. Für alle Betroffenen, die in Kindertagesstätten, bei den Entsorgungsbetrieben oder in der Verkehrsüberwachung arbeiten, bedeutet dies laut Ver.di, dass sie im Schnitt zwischen 250 und 400 Euro weniger im Monat verdienen, dafür aber die gleiche Arbeit wie vorher verrichten. Während die Stadt sich dabei auf einen neuen Tarifvertrag beruft, verstößt sie nach Ansicht von Ver.di-Gewerkschaftssekretär Weinmann damit gegen geltendes Recht. Ihre Praxis sei "einfach asozial".

(Quelle: "Ludwigshafener Rundschau", 16.12.05)

Haben die vor Jahren so mit der Stadtreinigung und Strassenmeisterei so gemacht.
„Wer den Mindestlohn für die Zeitarbeit ablehnt, will nicht Arbeit sondern Armut vermehren."

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wotse

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Mainzer Lohndrücker-Modell
« Antwort #2 am: 14:15:36 Di. 24.Oktober 2006 »
Deswegen wären wirklich aufbauende Tarifverträge so wichtig. Aber da Politik und Unternehmertum immer tiefer zusammenklüngeln wird sich diese Unterdrückerei auf alle Bereiche ausdehnen.

Die tarifvertaglich regelnde Seite namens Gewerkschaft ist aber heutzutage zu schwach. Durch den Mitgliederschwund bedingt fehlt der Gewerkschaft die nötige Faust die auf den Tisch hauen kann.

Solange sich dieser Zustand Mitgliederschwund nicht ändert haben die Abzocker freie Laufbahn und werden sich wie pöbelndes Gesocks auf einer Kirmes über sämtliche (Arbeits)stände hermachen.

Ragnarök

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Mainzer Lohndrücker-Modell
« Antwort #3 am: 15:24:03 Di. 24.Oktober 2006 »
Zitat
Original von wotse
Deswegen wären wirklich aufbauende Tarifverträge so wichtig. Aber da Politik und Unternehmertum immer tiefer zusammenklüngeln wird sich diese Unterdrückerei auf alle Bereiche ausdehnen.

Die tarifvertaglich regelnde Seite namens Gewerkschaft ist aber heutzutage zu schwach. Durch den Mitgliederschwund bedingt fehlt der Gewerkschaft die nötige Faust die auf den Tisch hauen kann.

Solange sich dieser Zustand Mitgliederschwund nicht ändert haben die Abzocker freie Laufbahn und werden sich wie pöbelndes Gesocks auf einer Kirmes über sämtliche (Arbeits)stände hermachen.

Die Gewerkschaften sind doch schon seit Jahrzehnten unterwandert und werden permanent zersetzt, siehe Oskar "Judas" Lafontaine.
„Wer den Mindestlohn für die Zeitarbeit ablehnt, will nicht Arbeit sondern Armut vermehren."

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wotse

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Mainzer Lohndrücker-Modell
« Antwort #4 am: 22:37:08 Di. 24.Oktober 2006 »
Die Unterwanderung der Gewerkschaften ist kein Argument. Die Gewerkschaft ist die Lobby des kleinen Mannes. Selbst eine unterwanderte Gewerkschaft kann Forderungen des kleinen Mannes durchsetzen wenn sie denn stark genug ist.

uwenutz

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Mainzer Lohndrücker-Modell
« Antwort #5 am: 22:46:05 Di. 24.Oktober 2006 »
wotse@ so ist es,
bei aller berechtigter Kritik gegenüber den Gewerkschaften
und vor allem ihren feudalen Herrschaftsführern und damit
implizierten und verlogenen G.-Politik, ohne jene wäre der
schon mehr als befindliche Rest arbeitnehmerseitigen
"Wahrnehmungen" endgültig über die Wupper,

so schaut`aus, Klaus

Ragnarök

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Mainzer Lohndrücker-Modell
« Antwort #6 am: 09:27:49 Mi. 25.Oktober 2006 »
Das mag so sein, ich kenne keinen ordentlichen Betriebsrat, als ich mich mal wegen eines Problems an einen gewendet habe als Zeitarbeitskraft, hieß es nur:  „geh zu deiner Leihbude und frag die“, fand ich ganz klasse nach fast zwei Jahren als externer Mitarbeiter in der Abteilung.

So richtig hasserfüllt wurden die Betriebsräte als mir die Firma Linde AG eine Festanstellung angeboten hat, letztendlich haben die es verhindert. Bis heute ist die Stelle unbesetzt und keiner aus dem Unternehmen ( > 4.500 Mitarbeiter!!!) will es machen und dafür Umziehen.

Oder bei einem anderen Einsatz bei Siemens Nixdorf, da wurde mir in der ersten Woche vom Vorsitzenden des Betriebsrates gleich eindeutig suggeriert das ich erst gar keine Chance habe auf eine Festanstellung, toll diese Solidarität.

Diese fette rote Socke hat dann später seiner ungelernten Frau einen Top Job in der Verwaltung besorgt, seine Kinder haben natürlich eine Übernahme nach der Ausbildung gehabt obwohl die von den Prüfergebnissen nur unterdurchschnittlich waren. Alle anderen Lehrlinge waren Arbeitslos.

Und das geht munter so weiter, Solidarität nur bis zum Tellerrand scheint heute das Motto zu sein.
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