Autor Thema: New York droht Verkehrskollaps  (Gelesen 7297 mal)

besorgter bürger

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 3831
New York droht Verkehrskollaps
« Antwort #15 am: 12:59:44 Do. 22.Dezember 2005 »
Zitat
Die größte Hindernis für einen Erfolg ist die eigene Gewerkschaftsführung. Die Gewerkschaft TWU International, zu der der Ortsverband 100 gehört, hat den Ausstand als illegal und nicht genehmigt gebrandmarkt. Der Präsident der TWU, Michael O’Brien, schaltete sich in das Vorstandstreffen des Ortsverbands 100 am Montagabend ein, auf dem der Streik beschlossen wurde. Er forderte den Ortsverband auf, das Lohnsenkungsangebot von MTA zu akzeptieren, und weigerte sich, den Streik zu autorisieren. Damit beraubte er die Beschäftigten des öffentlichen Nahverkehrs der Stadt der logistischen, juristischen und finanziellen Unterstützung, die mit ihren eigenen Beiträgen finanziert wird. Bei der Gerichtsverhandlung vom Dienstag, die über die Geldstrafen gegen den Ortsverband 100 befinden sollte, betonten die Anwälte der TWU, die Gewerkschaft trage keine Verantwortung für den Streik, weil sie ihn abgelehnt habe.

Auf der Web Site der TWU International ist ein Aufruf an den Ortsverband 100 zu lesen, seinen Streik zu beenden und an die Arbeit zurückzukehren. Quellen aus dem Ortsverband 100 berichten, die Gewerkschaftszentrale erwäge, den Vorstand des Ortsverbands abzusetzen und eine kommissarische Leitung zu bestimmen. Ein solches Vorgehen wird üblicherweise nur in Fällen schwerer Korruption gewählt. Schlägt die TWU diesen Weg ein, würde sie die Arbeiter anweisen, den Streik zu beenden. Wer sich nicht unterwirft, müsste zusätzlich zu den Strafen an die Stadt und den Staat auch noch Bußgelder an die Gewerkschaft bezahlen.

Nichts könnte klarer demonstrieren, dass die offiziellen Gewerkschaften zu Werkzeugen geworden sind, die die Kämpfe der Arbeiter unterdrücken und jede Herausforderung des amerikanischen Kapitalismus verhindern.

http://www.wsws.org/de/2005/dez2005/tran-d22.shtml
Viele Menschen würden eher sterben als denken. Und in der Tat: Sie tun es.

regenwurm

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 3535
  • Das System macht keine Fehler, es ist der Fehler.
New York droht Verkehrskollaps
« Antwort #16 am: 08:02:03 Fr. 23.Dezember 2005 »
Verkehrschaos in New York löst sich nach Streikende langsam auf
 
New York (dpa) - Nach drei Tagen U-Bahn- und Busstreik erholt sich New York langsam von dem Verkehrschaos. Sieben Millionen Berufstätige, Studenten und Touristen waren von dem Ausstand betroffen. Eine hohe Geldstrafe und die Androhung von Haft für drei ihrer Bosse hatte die Gewerkschaft zur Aufgabe gezwungen. Der Tarifkonflikt um höhere Löhne und Renten wurde nicht gelöst. Nach New Yorker Recht ist es Beschäftigten im öffentlichen Dienst verboten zu streiken.

23.12.05
Quelle.die Zeit:
Das System macht keine Fehler, es ist der Fehler.

oskar-die-axt

  • Newbie
  • *
  • Beiträge: 2
New York droht Verkehrskollaps
« Antwort #17 am: 13:04:48 Fr. 23.Dezember 2005 »
:O X(Toll wie die Amis das hinbekommen, aber eswas ähnliches kann auch ein Einzelner erreichen, der z.B. mit Tempo 10 über die Autobahn fährt,  langsam durch die Innenstadt kann auch wirken. Man könnte auch Bäume fällen, um Hauptverkehrsstraßen zu blockieren.

Gibt es noch Leute mit Phantasie ?

Laßt es uns angehen !
Jeder für sich und trotzdem gemeinsam.
Nachmittags gegen 16.00 ist gut.

Verbot der Sklavenlöhne (mindestens 950 netto bei höchstens 40 Std.)

Verbot des modernen Menschenhandels


Oskar die Axt.

ManOfConstantSorrow

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 8050
New York droht Verkehrskollaps
« Antwort #18 am: 14:48:26 Fr. 23.Dezember 2005 »
Wir können uns schon mal darauf einstellen, daß es auch bei uns zu ähnlichen Konstellationen wie bei den streikenden New Yorkern kommt. Wenn es um die Wurst geht hat man nicht nur den Arbeitgeber als Gegner, sondern gleichzeitig auch die eigene Gewerkschft und den Staat.
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

ManOfConstantSorrow

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 8050
New York droht Verkehrskollaps
« Antwort #19 am: 11:36:29 Sa. 24.Dezember 2005 »
Der New Yorker Streik im Nahverkehr am dritten Tag: ab dem späten Abend des Donnerstag heisst es für die knapp 34.000 Streikenden "zurück, marsch, marsch", nachdem es zur Mittagszeit so vereinbart worden war. Zur Bedeutung dieses Endes wie des ganzen Streiks, den Auseinandersetzungen innerhalb der Gewerkschaft und den Lebens- und Arbeitsbedingungen der Beschäftigten eine aktuelle kommentierte Materialsammlung "3 Tage im Dezember" vom 23. Dezember 2005.
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

Carsten König

  • Gast
New York droht Verkehrskollaps
« Antwort #20 am: 10:18:17 Mi. 28.Dezember 2005 »
Zitat
Eine Gruppe führender Gewerkschaftsfunktionäre hat entschieden dazu beigetragen, den Streik bei den städtischen Verkehrsbetrieben von New York City abrupt abzuwürgen. Sie vereinbarten einen Deal, der die 34.000 U-Bahn- und Busbeschäftigten schutzlos harten Strafen und dem Druck ihres Arbeitgebers ausliefert, der Metropolitan Transportation Authority (MTA), die weitreichende Zugeständnisse verlangt.    

Der Streik war die erste Arbeitsniederlegung im größten öffentlichen Nahverkehrsnetz des Landes seit 25 Jahren. Er demonstrierte die enorme Wut und Opferbereitschaft dieses Teils der Arbeiterklasse und stellte ihre enorme gesellschaftliche Macht unter Beweis. Er genoss die Sympathie breiter Teile der arbeitenden Bevölkerung in New York City und darüber hinaus.

Weiter hier: http://www.wsws.org/de/2005/dez2005/tran-d28.shtml

regenwurm

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 3535
  • Das System macht keine Fehler, es ist der Fehler.
New York droht Verkehrskollaps
« Antwort #21 am: 08:48:17 Fr. 30.Dezember 2005 »
Löhne erhöht, Strafe bezahlbar
 
Illegaler Streik bei New Yorker U-Bahn erfolgreich. »Local 100« gestärkt


"Der Clou sind allerdings Rückzahlungen von etwa 150 Millionen Dollar aus dem Pensionsfonds. Als Rückzahlung bisher überhöhter Beiträge erhält jetzt jeder der etwa 22000 Beschäftigte einige tausend Dollar – genug, um für die Streikenden den Lohnausfall und die Strafen von 1000 Dollar auszugleichen, die für die Teilnahme drohen"

Quelle:
Das System macht keine Fehler, es ist der Fehler.

ManOfConstantSorrow

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 8050
New York droht Verkehrskollaps
« Antwort #22 am: 16:55:09 Fr. 06.Januar 2006 »
Der Vertrag zwischen der New Yorker Transportbehörde MTA und der Gewerkschaft TWU (Local 100) wird den über 33.000 Mitgliedern der Gewerkschaft zur Urabstimmung vorgelegt. Die Opposition, angeführt von jenen Vorstandsmitgliedern, die bei dessen entscheidender Sitzung mit "Nein" stimmten, ruft zur Ablehnung des Vertrages auf. Hauptsächliche Gründe dafür: die Ablehnung des "Einstiegs" zu Beiträgen zur Krankenversicherung, inklusive des Arguments, dass die vorgesehene Lohnerhöhung von über 10 Prozent in 3 Jahren dadurch wieder reduziert werde und die Befürchtung des Existenz geheimer Zusatzvereinbarungen über die umstrittene Rentenfrage (Beiträge und Eintrittsalter). Die Opposition organisierte eine Pressekonferenz und eine erste Demonstration. Der Gewerkschaftsvorsitzende Toussaint nannte sie "Leute, die ihre eigenen Interessen über die unserer Mitglieder stellen". Ebenfalls gegen den Vertrag sprach sich der New Yorker Gouverneur Pataki aus, der aus der Landeskasse mutmaßlich einen Beitrag zur Rentenfinanzierung leisten soll.

(labournet 6.1.05)
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

ManOfConstantSorrow

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 8050
New York droht Verkehrskollaps
« Antwort #23 am: 15:08:09 Mo. 23.Januar 2006 »
Tarifvertrag in Urabstimmung abgelehnt

In einer Urabstimmung, an der sich etwa 22.500 der knapp 34.000 Gewerkschaftsmitglieder - per Internet und Call Center - beteiligten, lehnte eine äusserst knappe Mehrheit der Transport Workers Union Mitglieder den zur Urabstimmung vorgelegten dreijährigen Vertrag mit der Verkehrsbehörde MTA ab. Freitagnachmittag trat der Local 100 (New York) Vorsitzende der TWU, Roger Toussaint vor die Kameras und verkündete das Ergebnis der Urabstimmung: 11.234 dagegen und 11.227 dafür - eine Mehrheit von 7 Stimmen. Jetzt muss (zunächst) neu verhandelt werden - beziehungsweise, die MTA fordert einen Schlichter einzusetzen, was die Gewerkschaft ablehnt. Was danach kommt, ist angesichts des Ergebnisses unklar. Toussaint unterstrich die enorme TeilnehmerInnenzahl an der Urabstimmung - und Mehrheit sei Mehrheit, und die habe sich dagegen ausgesprochen, der Vorstand sich daran zu halten. Als Hauptgrund für die Ablehnung wurde in verschiedenen Berichten die "Einstiegsklausel" in die Bezahlung der Krankenversicherung durch die Beschäftigten genannt - da half auch die angekündigte (auszuhandelnde) "Finanzierungshilfe" nicht. Mehrere Analysten wiesen auch darauf hin, dass dies ein Mißtrauensvotum für Toussaint sei.
(labournet)

Steht jetzt die nächste Arbeitsniederlegung an?
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

ManOfConstantSorrow

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 8050
New York droht Verkehrskollaps
« Antwort #24 am: 10:27:00 Mi. 12.April 2006 »
HANDELSBLATT, Dienstag, 11. April 2006

New Yorks U-Bahnstreik hat Folgen

Der Streik der Beschäftigten bei New Yorks U-Bahnen und Bussen hat für den Streikführer Roger Toussaint Folgen.


NEW YORK. Der Gewerkschaftsboss wurde von einem Gericht in Brooklyn zu zehn Tagen Gefängnis und einer Geldstrafe von 1000 Dollar (825 Euro) verurteilt. Der Richter an New Yorks Supreme Court begründete das Urteil damit, dass der Streik der Beschäftigten im Öffentlichen Dienst illegal war.

Noch offen ist, ob das Gericht die Transportarbeitergewerkschaft zur Zahlung von drei Millionen Dollar verurteilt. Diese Strafe würde das Ende der Gewerkschaft bedeuten, schrieb die „New York Post“ am Dienstag. Der Streik kurz vor Weihnachten hatte der Stadt New York etwa eine Milliarde Dollar Kosten und Verluste zugefügt. Nach Angaben der Zeitung ist es das erste Mal seit 30 Jahren, dass ein Gewerkschafter wegen seines Streikaufrufs hinter Gitter muss.
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

ManOfConstantSorrow

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 8050
New York droht Verkehrskollaps
« Antwort #25 am: 17:55:23 Mi. 19.April 2006 »
19.04.06

Ein Richter hat jetzt die Transportarbeiter-Gewerkschaft in New York zu einer Strafe von 2,5 Millionen Dollar verurteilt, weil sie im Dezember zu einem illegalen Streik aufgerufen hatten. Der Nahverkehr in New York war für 60 Stunden bestreikt worden, nachdem Verhandlungen gescheitert waren. Im Staat New York ist für Beschäftigte des öffentlichen Dienstes jeder Streik verboten.
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

ManOfConstantSorrow

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 8050
New York droht Verkehrskollaps
« Antwort #26 am: 00:11:44 Do. 27.April 2006 »
Am Montag trat Roger Toussaint eine 10-tägige Haftstrafe an. Er hatte den dreitägigen Streik der New Yorker U-Bahner und Busfahrer vor Weihnachten im letzten Jahr angeführt, der nach den Gesetzen des Staates New York für illegal erklärt wurde. Der Antritt seiner Haft wurde mit einem Marsch von über Tausend New Yorkern über die Brooklyn-Brücke zu einer Demonstration für die Gewerkschaftsrechte. Sprecher würdigten den Streikführer wegen seines mutigen Einsatzes für die Arbeiterklasse im Kampf für ihre Renten, Krankenversicherung und ihre Löhne.
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

Carsten König

  • Gast
New York droht Verkehrskollaps
« Antwort #27 am: 11:09:18 Sa. 29.April 2006 »
Zitat
Die Gefängnisstrafe für einen prominenten Gewerkschaftsführers wegen eines Streiks, der von den Mitgliedern mit überwältigender Mehrheit gefordert wurde, und die Verhängung drakonischer Geldstrafen mit dem Ziel, die Gewerkschaft zu zerstören, haben mehr mit einem Polizeistaat als mit einer funktionierenden Demokratie gemein. Sie sind Ausdruck der enormen sozialen Polarisierung in den gesamten Vereinigten Staaten und insbesondere in New York City, dem Zentrum des Finanzkapitals und der weltweit größten Konzentration von Multimillionären und Milliardären.

Quelle: http://www.wsws.org/de/2006/apr2006/newy-a29.shtml