Autor Thema: Unruhen in Bangladesch  (Gelesen 28378 mal)

ManOfConstantSorrow

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Re:Unruhen in Bangladesch
« Antwort #30 am: 13:50:15 Mo. 07.Februar 2011 »
Zitat
Zusammenstöße am Rande von landesweitem Streik in Bangladesch

Bei Zusammenstößen am Rande eines landesweiten Streiks hat die Polizei in Bangladesch Tränengas und Schlagstöcke eingesetzt.

Bei Zusammenstößen am Rande eines landesweiten Streiks hat die Polizei in Bangladesch Tränengas und Schlagstöcke eingesetzt. In Rajshahi rund 200 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Dhaka griffen die Beamten ein, als hunderte Anhänger der nationalistischen Oppositionspartei BNP Steine auf sie warfen und Fahrzeuge zerstörten, wie die Polizei mitteilte. In Dhaka selbst brannten den Angaben zufolge in der Nacht mehrere Busse. Wie ein AFP-Fotograf berichtete, gingen die Sicherheitskräfte auch dort mit Tränengas und Gummiknüppeln gegen Demonstranten vor. In Dhaka hielten Anhänger und Vertreter der BNP kleinere Protestmärsche gegen die Regierung ab.
http://www.stern.de/news2/aktuell/zusammenstoesse-am-rande-von-landesweitem-streik-in-bangladesch-1651472.html
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ManOfConstantSorrow

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Re:Unruhen in Bangladesch
« Antwort #31 am: 18:43:08 Mi. 20.Juli 2011 »
Zitat
Nach Arbeiteraufstand
Fabrik von Nobelpreisträger Yunus schließt

Wenige Arbeiter in Bangladesch werden angeblich so gut bezahlt wie sie. Trotzdem randalierten die Angestellten einer von Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus gegründeten Textilfabrik. Das Werk wurde vorerst geschlossen.


Dhaka - Sie zerbrachen Fensterscheiben und versuchten, Kartons mit Kleidung anzuzünden: Mehr als 2000 Beschäftigte haben eine von Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus gegründete Textilfabrik in einen Ausnahmezustand versetzt. Die Geschäftsführung habe die Firma Grameen Knitwear daraufhin bis auf weiteres geschlossen, berichtete die Polizei.

Die Arbeiter forderten eine kräftige Erhöhung ihres Essensgeldes, mehr Fahrgeld und eine Beteiligung am Unternehmen. Der Chef von Grameen Knitwear sagte, die Firma sei unter den fünf bestzahlenden Textilwerken. Einige Beschäftigte hätten trotzdem "irrationale" Forderungen gestellt.

Yunus war im Jahr 2006 für sein Engagement bei der Armutsbekämpfung in Bangladesch mit dem Friedensnobelpreis geehrt worden. Die von ihm 1983 gegründete Grameen Bank vergibt Kleinstkredite an die Ärmsten im Land. Zudem gründete Yunus mehr als 30 Unternehmen, die den Beschäftigten faire Löhne zahlen, eine gewisse soziale Absicherung bieten und einen großen Teil der Gewinne reinvestieren. Für diese Firmen gewann Yunus zahlreiche ausländische Partnerunternehmen, unter ihnen Adidas Chart zeigen, Otto oder Danone Chart zeigen.

Yunus war Mitte Mai als Chef der Grameen Bank zurückgetreten, nachdem er den juristischen Kampf um seine Absetzung wegen seines Alters verloren hatte. Seine Anhänger vermuten dahinter eine politische Entscheidung.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,775519,00.html
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Kuddel

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Re:Unruhen in Bangladesch
« Antwort #32 am: 10:52:49 Di. 13.März 2012 »
Zitat
Opposition fordert Neuwahlen
Massenprotest gegen Regierung in Bangladesch


In Bangladeschs Hauptstadt Dhaka haben zehntausende Menschen den Rücktritt der Regierung und Neuwahlen gefordert. Die Organisatoren sprachen sogar von weit mehr als 100.000 Kundgebungsteilnehmern. Laut Polizeiangaben verliefen die Proteste friedlich.

Angst vor Manipulationen bei Wahl 2014

Hintergrund ist eine Änderung gesetzlicher Bestimmungen zum Wahlrecht. Der Opposition zufolge schafft die Regierung damit das System neutraler Wahlbeobachter ab. Die Chefin der oppositionellen Nationalpartei (BNP), die ehemalige Ministerpräsidentin Khaleda Zia, erklärte, sollte die für 2014 geplante Parlamentswahl unter den von der derzeitigen Regierung geschaffenen Umständen stattfinden, könne es gravierende Manipulationen geben. Zia drohte mit Generalstreiks und der Ausweitung der Proteste, sollte sich die Staatsführung nicht gesprächsbereit zeigen.



Opposition: TV-Sender nach Berichten über Proteste abgeschaltet


In den vergangenen Tagen wurden nach Angaben der Opposition zahlreiche ihrer Anhänger systematisch von der Polizei festgenommen. Zwei TV-Privatsender, die über die Proteste berichteten, seien abgeschaltet worden.

Der Vizepolizeichef von Dhaka, Monirul Islam, widersprach den Vorwürfen. Es handele sich um Festnahmen wegen des Verdachts gewöhnlicher Straftaten, erklärte er. Die BNP war lange Jahre stärkste Kraft in dem Land. Bei der jüngsten Parlamentswahl Ende 2008 fuhr sie eine deutliche Niederlage ein. Die Regierung übernahm die Awami-Liga von Ministerpräsidentin Sheikh Hasina.
http://www.tagesschau.de/ausland/bangladesch180.html

Kuddel

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Re:Unruhen in Bangladesch
« Antwort #33 am: 10:40:47 Mi. 25.Juli 2012 »
Zitat
Textilarbeiter streiken wieder in Bangladesh


   
Nach Protesten der Textilarbeiter im Industriegebiet Ashulia in der Nähe von Dhaka vor gut einem Monat kam es dort wieder zu Unruhen und seit gestern streiken circa 2.000 Arbeiter. Im Juni waren aufgrund des wochenlangen Protests rund 300 Textilfabriken geschlossen gewesen. Bei den Ausschreitungen gestern wurden etwa 50 Personen verletzt nachdem die Polizei die Proteste mit Hilfe von Knüppeln, Tränengas und Gummigeschossen aufzulösen versuchte.

Die neuesten Proteste fingen mit einer Demonstration von rund 10.000 Textilarbeitern am Sonntag an, die ihre ausstehenden Löhne einforderten und dazu die Dhaka-Sylhet Schnellstraße blockiert hatten. Bei dem Streik am Montag blockierten mehr als 2.000 Textilarbeiter der Fashion Knit Composite Fabrik in Jamgarah die Dhaka-Tangail Schnellstraße, die 16 nördliche Bezirke mit der Hauptstadt verbindet. Sie verlangten die sofortige Entlassung des Verwaltungsangestellten und Buchhalters der Firma.

Nachdem die Firma dies ablehnte und zudem eine Entlassungsliste mit den Namen von 102 Arbeitern bekannt gab, kam es zu Ausschreitungen und der Beschädigung von Fahrzeugen. “Die Löhne für zwei Monate stehen noch aus sowie drei Monate an unbezahlten Überstunden”, sagte Atiqur Rahman, der verantwortliche Beamte der Rupganj Polizeistation. Zudem verdienen viele der Arbeiter weniger als den gesetzlichen Mindestlohn.

Die Bekleidungsindustrie in Bangladesh besteht aus rund 5.000 Fabriken, davon 2.000 für Strickwaren, 3.500 für Webwaren und 500, die beide Arten von Kleidung herstellen. Die Branche beschäftigt rund 3,5 Millionen Arbeiter; davon 3 Millionen Frauen. Ashulia liegt am Rand der Elf-Millionen-Metropole Dhaka und ist in den letzten fünf Jahren nicht nur zum Zentrum der Textilindustrie in Bangladesh herangewachsen, sondern der ganzen Welt. Längerfristige Proteste und Streiks in diesem Gebiet werden daher Auswirkungen auf die Textilbranche weltweit haben.
http://www.fashionunited.de/News/Leads/Textilarbeiter_streiken_wieder_in_Bangladesh_2012072512244/

counselor

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Re:Unruhen in Bangladesch
« Antwort #34 am: 19:24:45 Di. 18.September 2012 »
Bangladesch - Polizei beschiesst aufständische Textilarbeiter mit Tränengas

Etwa 100 000 bangladeschische Textilarbeiter streikten am Sonntag für eine Arbeitszeitverkürzung. Textilarbeiter in Bangladesch arbeiten 10-16 Stunden täglich bei einem Niedriglohn von $ 37 ...

Read more: http://india.nydailynews.com/newsarticle/5057438ec3d4ca8824000000/bangladesh-police-fire-tear-gas-as-garment-workers-riot#ixzz26qJ54Yzp

Proteste in Bangladesh - H&M-Chef will neue Mindestlöhne einführen

Seit Monaten gehen die Arbeiter in Bangladesh auf die Straße. Manche von ihnen müssen mit 37 Dollar im Monat auskommen. Der H&M-Konzern will nun den Mindestlohn für Fabrikarbeiter anheben ...

Quelle: Stern
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

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Re:Unruhen in Bangladesch
« Antwort #35 am: 17:46:55 Di. 18.Dezember 2012 »
Zitat
Bangladesch: Landesweiter Streik gegen religiöse Parteien

Protest auch für Beschleunigung der Kriegsverbrecherprozesse


Dhaka. Linke politische Parteien haben am Dienstag mit einem Streik Bangladesch lahmgelegt, um für eine Beschleunigung der Kriegsverbrecherprozesse und ein Verbot religiöser Parteien zu demonstrieren. Während des zwölfstündigen Streiks blieben die meisten Schulen, Universitäten und Geschäfte geschlossen; auf den Straßen waren kaum Autos unterwegs.

  Demonstranten riefen Parolen, die sich unter anderem gegen die islamistische Partei Jamaat-e-Islami richteten. Mehrere Anführer der Jamaat-e-Islami stehen vor Sondergerichten, weil sie möglicherweise Kriegsverbrechen während des Unabhängigkeitskriegs gegen Pakistan 1971 begangen haben. Die Unabhängigkeit der Tribunale wird auch von westlichen Beobachtern angezweifelt.
http://www.wienerzeitung.at/nachrichten/welt/weltpolitik/510184_Bangladesch-Landesweiter-Streik-gegen-religioese-Parteien.html

Sollten wir uns mal ne Scheibe von abschneiden... und CDU und CSU verbieten!

Kuddel

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Re:Unruhen in Bangladesch
« Antwort #36 am: 14:30:01 Mo. 07.Januar 2013 »
Krawalle bei Streik gegen hohe Spritpreise in Bangladesch

Dhaka (dpa) - Am Rande eines landesweiten Streiks gegen hohe Spritpreise ist es in Bangladesch zu Ausschreitungen gekommen. Demonstranten zündeten in der Hauptstadt Dhaka selbst gebaute Sprengsätze, steckten Fahrzeuge in Brand und lieferten sich gewaltsame Auseinandersetzungen mit der Polizei. Zu dem landesweiten Generalstreik hatte ein oppositionelles Parteienbündnis aufgerufen. Die Regierung hatte die Treibstoffpreise vor drei Tagen um fast zwölf Prozent angehoben.

http://www.zeit.de/news/2013-01/06/innenpolitik-krawalle-bei-streik-gegen-hohe-spritpreise-in-bangladesch-06065205

Kuddel

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Re:Unruhen in Bangladesch
« Antwort #37 am: 10:34:39 Mo. 14.Januar 2013 »
Dokumentation zu Generalstreik in Bangladesch

Die Homepage der Weltfrauenkonferenz des Basisfrauen dokumentiert einen ausführlichen Briefwechsel zur verheerenden Brandkatastrophe in einer Textilfabrik und dem anschließenden Generalstreik in Bangladesch. Sie kann unter dem Titel "Bangladesh: Feuer in der Textilindustrie und Generalstreik – Forderungen, Analysen, Erfahrungsberichte" auf deutsch und english gelesen werden.

http://conferenciamundialdemujeres.org/trauer-und-wut-uber-die-furchtbare-brandkatastrophe-in-bangladesh/

Kuddel

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Re:Unruhen in Bangladesch
« Antwort #38 am: 19:09:31 Sa. 26.Januar 2013 »
Zitat
Wieder Tote bei Feuer in Textilfabrik

Erneut sind bei einem Brand in einer Fabrik in Bangladesch Arbeiterinnen ums Leben gekommen. Die Ursache für das Feuer ist bislang noch ungeklärt.




Bei einem Brand in einer Bekleidungsfabrik in Bangladeschs Hauptstadt Dhaka sind mindestens sechs Arbeiterinnen ums Leben gekommen, fünf weitere wurden verletzt. Die Ursache des Feuers, das am Samstag ausgebrochen war, ist nach Polizeiangaben noch unklar.

Erst im November waren bei einem Großbrand in einer Textilfabrik des Landes 112 Menschen ums Leben gekommen. In der Fabrik fehlten Notausgänge, zudem lag nur für drei der acht Stockwerke eine Baugenehmigung vor.

Überlebende hatten berichtet, dass sie bei ihrer Flucht vor verschlossenen Toren gestanden und die Aufseher ihnen befohlen hätten, trotz des Feueralarms wieder an die Arbeit zu gehen. Laut Ermittlungsergebnissen war damals Brandstiftung die Ursache des Feuers. Die Tragödie hatte international für Aufsehen gesorgt und heftige Proteste innerhalb der Bevölkerung Bangladeschs ausgelöst.
http://www.handelsblatt.com/panorama/aus-aller-welt/bangladesch-wieder-tote-bei-feuer-in-textilfabrik/7692628.html

ManOfConstantSorrow

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Re:Unruhen in Bangladesch
« Antwort #39 am: 12:07:09 Sa. 16.Februar 2013 »
Zitat
Proteste gegen Kriegsverbrecher in Bangladesch

Mehrere Millionen Menschen sind am Donnerstag zu Massenprotesten in zahlreichen Städten Bangladeschs auf die Straße gegangen. Sie forderten die Todesstrafe für all diejenigen, die sich im Unabhängigkeitskrieg vor mehr als 40 Jahren durch Verbrechen gegen die Menschlichkeit schuldig gemacht haben. Sie verlangten außerdem ein Verbot der islamistischen Partei Jamaat-e-Islami.



Die Proteste in Bangladesch hatten am 5. Februar begonnen, als ein Gericht den stellvertretenden Generalsekretär dieser Partei, Abdul Quader Mollah, wegen Kriegsverbrechen zu lebenslanger Haft verurteilte. Tausende Jugendliche gingen daraufhin auf die Straße und forderten für ihn die Todesstrafe. Seither eskalieren die Proteste. Demonstranten besetzten am Donnerstag Straßenkreuzungen in den wichtigsten Städten des Landes.

Das heutige Bangladesch war nach dem Ende der britischen Kolonialherrschaft 1947 zunächst ein Teil Pakistan. 1971 erkämpfte es sich in einem blutigen Krieg mit indischer Unterstützung die Unabhängigkeit. Schätzungsweise drei Millionen Zivilisten wurden in den acht Monaten von pakistanischen Kräften und ihren Kollaborateuren ermordet, rund 200 000 Frauen vergewaltigt. Am 21. Januar 2013 wurde der frühere Jamait-e-Islami-Chef Abul Kalam Azad wegen Verwicklung in diese Verbrechen in Abwesenheit zum Tode verurteilt.
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Kuddel

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Re:Unruhen in Bangladesch
« Antwort #40 am: 17:48:55 Mi. 13.März 2013 »
Zitat
Proteste in Bangladesch
Kurzer bengalischer Frühling

In Bangladesch demonstrieren Zigtausende gegen den Einfluss der islamistischen Opposition – und fordern die Todesstrafe für einen ihrer Führer.von Lalon Sander



Gegen die Islamisten, für die Hinrichtung von Kriegsverbrechern: Shahbagh-Demonstrantinnen in Dhaka. 

BERLIN taz | Gewissermaßen ist mit der Gewalt der vergangenen Wochen politische Normalität nach Bangladesch zurückgekehrt. Mit fast täglichen Streiks versucht die Opposition, die Regierung unter Druck zu setzen; die ließ die Proteste niederschlagen und am Montag über 150 Oppositionspolitiker festnehmen.

Hinzu kommt eine weitere Protestbewegung, die unter diesen Umständen eher der Regierung nützt: die Besetzer der Shahbagh-Kreuzung in der Hauptstadt Dhaka und ihre Verbündeten im ganzen Land. Erstmals in der Geschichte Bangladeschs hat diese Bewegung es geschafft, zigtausende Menschen ohne die Hilfe der Parteiapparate zu mobilisieren. Konsequent wahrte sie Distanz zu allen Parteien und verwirrte so die politische Szene. Plötzlich ging das Volk selbstständig auf die Straße.

Ausgangspunkt sowohl der wochenlangen Shahbagh-Besetzung als auch der Gewalt seitens der Opposition sind Gerichtsprozesse gegen Kriegsverbrecher aus dem Unabhängigkeitskrieg gegen Pakistan 1971. Bisher wurden drei hochrangige Führer der islamistischen Jamaat-e-Islami (JI) verurteilt: zwei zum Tode, einer zu lebenslanger Haft.

Tägliche Streiks

Die Shahbagh-Besetzer protestierten gegen das „milde“ dritte Urteil und forderten auch dafür die Todesstrafe. Hingegen wertet die JI die Prozesse als politische Verfolgung.

Seit dem dritten Urteil Ende Februar haben beide Strömungen ihren Unmut auf die Straße getragen. Die JI und ihre Verbündeten setzten mit der Ausnahme von zwei Tagen an jedem Arbeitstag Streiks durch. Bei den Protesten starben bisher mehr als 60 Menschen.

Der Shahbagh-Protest hingegen wurde von einem losen Netzwerk von Bloggern angestoßen und verdankt sein Wachstum dem Engagement zahlreicher Studenten, Künstler und zivilgesellschaftlicher Aktivisten. Er ist auch für bisher politisch nicht Aktive anschlussfähig, wegen seiner Parteiunabhängigkeit – zumal die Forderung nach härterer Strafe für Kriegsverbrecher als unkorrumpierbar ehrenwertes Ziel gilt.

Außerdem wächst seit Jahren die Verärgerung der bürgerlichen Stadtbevölkerung über die JI, deren straff organisierte und gewalttätige Aktivisten in den Dörfern einen fundamentalistischen Islam durchsetzen, oft Terrorgruppen angehören und Pogrome gegen Minderheiten organisieren.

Die Shabagh-Demonstranten fordern nicht nur die Todesstrafe, sondern auch mehr Säkularität und ein Verbot der „Kriegsverbrecherpartei“ JI. Doch ihre parteipolitische Neutralität ist nicht einfach zu wahren, denn die Kriegsverbrecherprozesse gegen die JI-Führer wurden von der regierenden Awami-Liga angestoßen und zielen neben der islamistischen Opposition auch auf Politiker der oppositionellen Volkspartei BNP, historischer Rivale der Awami-Liga.

Verbotsverfahren gegen die JI

Somit ist eine inhaltliche Nähe der Shahbagh-Bewegung zur Regierungspartei unübersehbar. Zwar wurden Awami-Politiker von der Tribüne der Shahbagh-Proteste mit Flaschenwürfen vertrieben, doch im Parlament war es die Liga, die die Forderungen der Demonstranten auf den Weg brache: Eine Gesetzesänderung könnte ermöglichen, dass die kritisierte dritte Haftstrafe in ein Todesurteil umgewandelt wird. Zugleich bereitet die Regierung ein Verbotsverfahren gegen die JI vor.

BNP und JI waren zunächst verwirrt vom Ausmaß des Shahbagh-Protests. Hatte die JI noch vor dem zweiten Kriegsverbrecherurteil mit „Bürgerkrieg“ gedroht, hielt sie sich danach zunächst zurück. Es schien offen, ob sie die Unterstützung ihres langjährigen Partners, der größeren und gemäßigteren BNP, behalten würde. Doch nach dem dritten Urteil hat sich die Opposition wieder sortiert: Für die JI hat der Kampf um ihr Überleben begonnen und die BNP hat erkannt, den Anschluss zu Shahbagh verpasst zu haben.

Während der Gewalt der vergangenen Tage rückten die Shahbagh-Besetzer und die Regierung noch näher zusammen. Die Proteste der Shahbagh-Bewegung sind aus Angst für Leib und Leben ohnehin kleiner und seltener geworden und sie brauchen den Schutz der Polizei. Diesen gewährt die Awami-Liga willig und lässt andererseits die Opposition niederschlagen und verhaften. Die Behauptung der BNP, die Protestbewegung sei nur nur eine „Marionette“ der Regierungspartei, könnte so zur selbsterfüllenden Prophezeiung werden.
http://www.taz.de/Proteste-in-Bangladesch/!112772/

Kuddel

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Re:Unruhen in Bangladesch
« Antwort #41 am: 19:18:26 Mi. 13.März 2013 »
P.S.: typisch Taz: "Kurzer bengalischer Frühling"
Und wat'n Quark! Die Streikwellen und politischen Proteste sind länger andauernd und schlagkräftiger, als irgendeine Bewegung in der westlichen Welt. Die Taz kommentiert wohl nur die eigene Berichterstattung.

Kuddel

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Re:Unruhen in Bangladesch
« Antwort #42 am: 17:28:36 Mi. 20.März 2013 »
Am 24. November 2012 starben 112 Fabrikarbeiterinnen bei einem Brand in einer Textilfabrik, die unter anderem für Walmart, KiK und C&A produzierte. Am 24. Januar 2013 sind erneut sieben Arbeiterinnen, vier von Ihnen jünger als 17 Jahre an ihrem Arbeitsplatz verbrannt.

In dem Video sehen wir die Rede einer Sprecherin der Bangladeshi Textilarbeiter_innen. Sie spricht über die Toten, die schrecklichen Arbeitsbedingungen und über die notwendige Solidarität zwischen allen Arbeiter_innen. Ausdrücklich nimmt sie auf die us-amerikanischen Walmart Arbeiter_innen Bezug, die im September und November 2012 einen wichtigen Arbeitskampf gegen Walmart geführt haben.

Video: http://de.labournet.tv/video/6505/rede-einer-textilarbeiterin-bangladesh


Trailer für einen Dokumentarfilm über die militanten Kämpfe der Textilarbeiter_innen in Bangladesh:
http://de.labournet.tv/video/6506/machinists

Kuddel

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Re:Unruhen in Bangladesch
« Antwort #43 am: 10:49:05 Mi. 24.April 2013 »
Zitat
Bangladesch:
Viele Tote bei Einsturz von Textilfabrik

Ein achtstöckiges Fabrikgebäude in Bangladesch ist eingestürzt. TV-Sender berichten von mindestens 70 Toten und mehr als 300 Verletzten. Die Firmenbesitzer hätten offenbar eine Warnung missachtet, keine Arbeiter hineinzulassen.


Dhaka - Ein achtstöckiges Fabrikgebäude in Bangladesch ist eingestürzt und hat dabei Dutzende Menschen unter sich begraben. Fernsehsender in Bangladesch berichten von "sehr vielen Toten" und mehr als 300 Verletzten.

Am Mittwochmorgen gegen 8.45 Uhr war das Gebäude zusammengekracht. In ihm befanden sich mehrere Textilfabriken, ein Einkaufszentrum sowie eine Bank. Das Unglück ereignete sich in Savar, am Stadtrand von Dhaka, der Hauptstadt von Bangladesch.

"Wir gehen von noch sehr viel mehr Toten aus, denn in den Trümmern befinden sich noch viele Menschen", sagte ein Polizist zu Journalisten an der Unglücksstelle. "Aber wir haben noch keinen Überblick, wie viele Leute vermisst werden." Möglicherweise befanden sich zum Zeitpunkt des Unglücks mehr als 2000 Menschen in dem Gebäude.

Bisher habe man etwa 70 Leichen und etwa hundert Verletzte bergen können, sagte der Polizist weiter. "Es ist furchtbar, wir hören Schreie von Menschen, können ihnen aber nicht so schnell helfen." Manche würden nach Wasser verlangen, man höre aber auch Gebete.

Verwandte graben mit bloßen Händen in den Trümmern


Derzeit versuchen Rettungssanitäter, Polizei und Armee, Menschen aus den Trümmern zu befreien. Fernsehbilder zeigen, dass Hunderte von Verwandten der Fabrikarbeiter und Schaulustige sich am Unglücksort versammelt haben. Vorsorglich sperrte die Polizei die Verkehrswege in dem Stadtteil. Anwohner berichten, einige Menschen würden verzweifelt versuchen, zu dem Gebäude zu gelangen, und mit bloßen Händen nach ihren Verwandten zu graben.

Die Zeitung "Daily Star" schreibt, man habe bereits am Dienstag erste Risse in den Wänden des Gebäudes gesehen. Die Fabrikbesitzer hätten offenbar eine Warnung missachtet, keine Arbeiter hineinzulassen, sagte ein Polizist. Nach dem Sturz sei angeblich nur das erste Stockwerk intakt geblieben.

Die Kleiderfabriken in Bangladesch sind berüchtigt für mangelhafte Sicherheitsvorkehrungen. Im November war eine Fabrik abgebrannt, 112 Menschen waren dabei ums Leben gekommen. Ganz in der Nähe der jetzigen Unglücksstelle war vor acht Jahren schon einmal ein Gebäude eingestürzt. Damals starben 64 Menschen.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/textilfabrik-in-bangladesch-stuerzt-ein-mindestens-drei-tote-a-896171.html

Kuddel

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Re:Unruhen in Bangladesch
« Antwort #44 am: 18:16:35 Do. 25.April 2013 »
Ein Verwandter hält das Bild einer jungen Frau in die Kamera. Sie ist eine von vielen Textilarbeiterinnen, die nach dem Einsturz des Gebäudes in Savar noch vermisst werden.



Einige Arbeiter berichten, es hätten sich schon am Dienstag Risse in den Wänden des Gebäudes gebildet, woraufhin das Haus evakuiert worden sei. "Die Manager haben uns aber zurück an die Arbeit gezwungen, und nur eine Stunde, nachdem wir das Gebäude wieder betreten hatten, stürzte es krachend ein", erzählt eine junge Angestellte der Nachrichtenagentur AFP. Ihren Angaben zufolge arbeiteten etwa 5000 Menschen in dem mehrstöckigen Komplex.
http://www.sueddeutsche.de/panorama/bangladesch-dutzende-tote-und-verletzte-bei-gebaeudeeinsturz-1.1657441



Fast 200 Tote haben die Helfer bereits geborgen, Hunderte könnten noch unter den Trümmern verschüttet sein. Die Zahl der Opfer nach dem Einsturz eines Gebäudes bei Dhaka steigt stündlich. Nun demonstrieren Arbeiterinnen der Textilfabriken gegen die prekären Arbeitsbedingungen.

http://www.sueddeutsche.de/panorama/hauseinsturz-bei-dhaka-hunderte-weitere-verschuettete-in-bangladesch-befuerchtet-1.1658554