Autor Thema: Unruhen in Bangladesch  (Gelesen 28370 mal)

ManOfConstantSorrow

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Re: Unruhen in Bangladesch
« Antwort #75 am: 09:10:47 Do. 17.Januar 2019 »
Zitat
Bangladesh garment workers reject wage hike, walk off job



BANGLADESH — Thousands of Bangladeshi garment workers downed tools and walked out of clothing factories Monday, refusing to end a week-long strike over wages and rejecting government efforts to end the standoff.

Police said thousands of laborers marched off factory floors for an eighth consecutive day, disrupting Bangladesh’s $30-billion-a-year industry spinning clothes for major western brands.

Roughly 80 percent of Bangladesh’s export earnings come from clothing sales abroad, with global retailers H&M, Primark, Walmart, Tesco and Aldi among the main buyers.

Last year, Bangladesh was the second-largest global apparel exporter after China. It has ambitious plans to expand the sector into a $50-billion-a-year industry by 2023
https://newsinfo.inquirer.net/1073068/bangladesh-garment-workers-reject-wage-hike-walk-off-job
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

ManOfConstantSorrow

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Re: Unruhen in Bangladesch
« Antwort #76 am: 14:05:44 Sa. 20.April 2019 »
Soziale und Politische Kämpfe haben viele Gesichter.
Es geht auch um Geschlechterrollen und -Rechte. Oder es geht um Traditionen und religiös motivierte Unterdrückung, wie durch das Kastenwesen.

Eine aktuelle Meldung aus Bangladesh:

Zitat
Proteste nach Mord an 19-jähriger Schülerin
 

Nusra Jahan Rafo wurde verbrannt, nachdem sie sexuelle Belaästigung angezeigt hatte (https://www.bbc.com/news)

Landesweit haben in Bangladesch Menschen gegen sexuelle Belästigung von Frauen und Mädchen protestiert. Sie fordern Gerechtigkeit für den Mord an einer 19-jährigen Schülerin, die verbrannt worden war, nachdem sie ihren Schulleiter wegen sexueller Belästigung angezeigt hatte.

In der Hauptstadt Dhaka forderten Dutzende Studierden, die Rolle der Polizei in dem Fall müsse gerichtlich untersucht werden. Die Zeitung „Daily Star“ zitierte in ihrer Onlineausgabe einen Organisator der Proteste mit den Worten, die Polizei habe nicht nur nachlässig gehandelt, sondern sei an dem Mord der Schülerin verwickelt, weil sie auf die Anzeige nicht schnell genug reagiert habe.

Polizist filmt Aussage zu sexueller Belästigung

Nusra Jahan Rafi hatte ihren Schulleiter wegen sexueller Belästigung bei der Polizei angezeigt. Zwei Wochen später wurde sie in der Schule verbrannt. Laut einem Bericht der BBC hatte der Schulleiter die junge Frau aus einer Kleinstadt südlich der Hauptstadt Dhaka in seinem Büro angefasst. Sie ging daraufhin mit ihrer Familie zur Polizei. Während ihrer Aussage soll ein Polizist sie mit seinem Handy gefilmt und das Video dann lokalen Medien zugespielt haben. Der Schulleiter wurde festgenommen – und Nusrat geriet in den Fokus der Öffentlichkeit. Es gab Proteste, die die Freilassung des Schulleiters forderten.

Von Mitschülerinnen und Mitschülern mit Kerosin übergossen

Trotzdem ging die junge Frau wieder zur Schule, um eine Abschlussprüfung abzulegen. Dem Bericht zufolge sollen Mischülerinnen und Mitschüler sie auf ein Dach gelockt und von ihr gefordert haben, die Anzeige zurückzunehmen. Als sie sich geweigert habe, hätten sie sie mit Kerosin übergossen und angezündet. Zehn Tage später ist sie an ihren schweren Verletzungen gestorben. Sie erlitt Verbrennungen an 80 Prozent ihres Körpers.

Vor ihrem Tod zeichnete die schwer verletzte Frau im Krankenhaus eine Nachricht mit dem Handy ihres Bruders auf. Der Schulleiter hätte sie sexuell belästigt, sprach Nusra Jahan Rafi ins Handy. Sie werde gegen dieses Verbrechen bis zu ihrem letzten Atemzug vorgehen.

Schulleiter soll Verbrennung angeordnet haben

In dem Fall der Schülerin wurden inzwischen mehrere Personen festgenommen. Nach Polizeiangaben haben sie ausgesagt, von dem inhaftierten Schulleiter aufgefordert worden zu sein, der jungen Frau etwas anzutun. Einer der jungen Männer gab zudem an, er habe einen Groll gegen die Schülerin gehegt, weil sie sein Interesse nicht erwiderte. Ein Polizeisprecher bestätigte inzwischen auch die Festnahme des örtlichen Vorsitzenden der Regierungspartei. Dieser soll einem der Hauptverdächtigen zur Flucht geraten haben.

Der Fall hat auch die Politik erreicht: Premierministerin Sheik Hasina traf die Familie des Opfers und versprach Aufklärung. Sie sagte, keiner der Schuldigen an Nusrats Mord werde von rechtlichen Schritten verschont bleiben.

Sexuelle Gewalt gegen Frauen nimmt in Bangladesch zu

In Bangladesch werden sexuelle Übergriffe so gut wie nicht bestraft. Die meisten Opfer trauen sich nicht, sie zu melden, aus Angst, dass man ihnen nicht glaubt und sie dann stigmatisiert sind. Oft werden Opfer auch eingeschüchtert. Menschenrechtsorganisationen beklagen in Bangladesch wegen unzureichender Strafverfolgung eine steigende Zahl an Vergewaltigungen und Belästigungen. Auch die Anzeige der jungen Schülerin soll bei der Polizei als Bagatelle abgetan worden sein. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch sprach von einem „schrecklichen Mord an einer mutigen Frau“. Der Fall zeige, dass die Regierung in der Pflicht sei, Opfer sexueller Gewalt ernstzunehmen und sicherzustellen, dass sie ohne Angst vor Vergeltung gegen die Täter vorgehen könnten.
https://www.deutschlandfunk.de/bangladesch-proteste-nach-mord-an-19-jaehriger-schuelerin.1939.de.html?drn:news_id=998703
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

Troll

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Re: Unruhen in Bangladesch
« Antwort #77 am: 14:19:16 Sa. 20.April 2019 »
Meine Güte, und bei uns wollen Frauen das gleiche Geld für gleiche Arbeit, ich würde sagen "Fresse halten sonst hol ich den Kerosinkanister!" und schon ist Ruhe im Karton, jaja, wir sind VIEL besser als ganz schlecht.

P.S.  t-online (!) hatte letztens einen Artikel darüber, mir ist die Klappe auf den Boden gefallen, aber ich weiß nicht mehr was, wann, wohin, das entsetzen wird nicht weniger sondern mehr.
Der war es: https://www.t-online.de/nachrichten/panorama/kriminalitaet/id_85609938
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