Autor Thema: Privatbullen  (Gelesen 17294 mal)

ManOfConstantSorrow

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Privatbullen
« am: 02:15:30 So. 15.Januar 2006 »
Nicht nur militärische Aufgabe werden in private Hand übergeben, nun gibt es auch eine Privatisierung von Polizeidiensten:

Zitat
Polizei und Sicherheitsdienste unterzeichnen Kooperationsvertrag

Kiel – Als fünftes Bundesland ordnet jetzt auch Schleswig-Holstein sein Verhältnis zwischen Polizei und privaten Sicherheitsdiensten per Vertrag: Die Unternehmen könne sich jetzt offiziell als Kooperationspartner der Polizei qualifizieren. Ein Logo am Auto weist sie als seriös aus. Die Unternehmen bekommen keine zusätzlichen Befugnisse, sollen aber von der Polizei in beschränktem Umfang über die Kriminalitätslage informiert werden und bei Fahndungen die Augen offener halten. Landespolizeidirektor Wolfgang Pistol verspricht sich "ein Plus bei der Kriminalitätsvorbeugung". Über rund um die Uhr besetzte Leitzentralen der Wachfirmen sollen Informationen ausgetauscht werden.

http://www.kn-online.de/news/archiv/?id=1783446

Dabei bedenke man, welche Löhne im privaten Sicherheitswgewerbe bezahlt werden...
Zitat
Die Wachleute in Thüringen haben mit 4,36 Euro pro Stunden die niedrigsten Löhne in ganz Deutschland. Auch die Geld- und Werttransporteure, die unter anderem Geldtransporte für die Bundesbank ausführen, erhalten nur 6,08 Euro Stundenlohn.
Quelle

Der Umsatz der Branche innerhalb des vergangenen Jahrzehnts ist um 91 Prozent auf 4,07 Milliarden Euro gestiegen.
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

ManOfConstantSorrow

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Privatbullen
« Antwort #1 am: 02:23:51 So. 15.Januar 2006 »
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

Ralf Hagelstein

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Privatbullen
« Antwort #2 am: 13:33:39 So. 15.Januar 2006 »
Nicht neu, aber immer noch aktuell:

Zitat
Die private Stadtsicherheit
Wie in Deutschland eine milliardenschwere Sicherheitsindustrie an
Einfluß gewinnt und ihre Macht die Grundrechte gefährdet

von Thomas Brunst

1. Einführung/ Problembeschreibung
Während der Einsatz privater Sicherheitsdienste im öffentlichen Bereich mehr und mehr
ausgeweitet wird, steigt auch die Anzahl der Beschwerden. So sorgte jüngst das mit dem „QUIP*
Award“ prämierte Gütesiegelunternehmen GSE (Gesellschaft für Sicherheit und Eigentumsschutz),
das im Auftrag der Berliner Verkehrbetriebe (BVG) Fahrgastkontrollen in U- und S-Bahnen
durchführt, für einen handfesten Skandal: Fahrgäste beklagten sich über rüde Fahrscheinkontrollen
und Übergriffe von GSE-Kontrolleure. Touristen berichteten davon, vor Betreten des
Verkehrsmittels Kontrolleuren die Fahrscheine vorgezeigt (wegen Auskunftsersuchen) zu haben.
Unmittelbar danach seien sie dann in Bahnen als Schwarzfahrer notiert worden, weil die
Fahrscheine nicht gestempelt waren (1) Das Fass zum überlaufen brachte die Statistik der Berlin
Tourismus Marketing Gesellschaft (BTM), die angab das sich die Anzahl der Beschwerden über
BVG-Kontrolleure in einem kurzen Zeitraum verzehnfacht hätten. Offensichtlich ließen mache
Kontrolleure - wegen lockender Kopfprämien - vorwiegend ausländische Fahrgäste „gezielt ins
offene Messer laufen“, schrieb die „taz“ Berlin auf ihrer Sonderseite vom 21.08.03 hierzu.
Übergriffe von privaten Sicherheitsdiensten beispielsweise im Bereich des öffentlichen
Personennahverkehr (ÖPNV) sind an der Tagesordnung. Gemessen an der Anzahl der
Beschwerden und Strafanzeigen von Betroffenen und Zeugen finden aber nur wenige spektakuläre
Sachverhalte den Weg in die Tageszeitungen. Sind die schwarzen Sheriffs der Münchner U-Bahn
fast schon in Vergessenheit geraten, gingen ähnliche Meldungen in den letzten Jahren aus
Großstädten wie Frankfurt a. M., Düsseldorf und Hamburg durch die Medien.

Quelle und weiterlesen: http://www.trend.infopartisan.net/trd0804/050804.html
"Zynisch ist nicht der Satiriker, sondern die Gesellschaft." Gabriella Lorenz


ManOfConstantSorrow

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Privatbullen
« Antwort #3 am: 12:23:56 Sa. 25.März 2006 »
Südafrika: Rund 90.000 Wachleute im Streik

Rund 90.000 Wachleute in Südafrika befinden sich seit gestern in einem zweitägigen Streik. In Pretoria organisierten über 10.000 von ihnen eine Demonstration. Die Wachleute verlangen höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen. Dazu gehört das Recht, auf die Toilette zu gehen, ohne beschuldigt zu werden, seinen Posten zu verlassen. Das Sicherheitsgewerbe in Südafrika boomt - ein Riesengeschäft für die Firmen angesichts der Hungerlöhne. Nach Gewerkschaftsangaben erhält nicht einmal die Hälfte der Beschäftigten den Minimumlohn von 250 US-Dollar (rund 210 Euro) im Monat.Südafrika: Rund 90.000 Wachleute im Streik

Rund 90.000 Wachleute in Südafrika befinden sich seit gestern in einem zweitägigen Streik. In Pretoria organisierten über 10.000 von ihnen eine Demonstration. Die Wachleute verlangen höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen. Dazu gehört das Recht, auf die Toilette zu gehen, ohne beschuldigt zu werden, seinen Posten zu verlassen. Das Sicherheitsgewerbe in Südafrika boomt - ein Riesengeschäft für die Firmen angesichts der Hungerlöhne. Nach Gewerkschaftsangaben erhält nicht einmal die Hälfte der Beschäftigten den Minimumlohn von 250 US-Dollar (rund 210 Euro) im Monat.

rf-news 24.03.06
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Kater

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Privatbullen
« Antwort #4 am: 00:51:03 Mi. 26.April 2006 »
Zitat
Streikende werfen Passagiere aus Zug

25. Apr 19:07

Ein seit Wochen andauernder Streik in Südafrika ist eskaliert: Sechs Passagiere eines Zuges starben, nachdem Wachleute sie während der Fahrt hinausgeworfen hatten.
 
In Südafrika haben streikende Wachleute sechs Fahrgäste in der Nähe von Johannesburg aus einem fahrenden Zug geworfen. Alle sechs Menschen kamen Medien zufolge ums Leben.
Zuvor hatten die Wachleute ihre Opfer verprügelt und andere Bahnpassagiere belästigt. Eine Sprecherin der Bahnbetreiber rief die Bevölkerung im Rundfunk dazu auf, die Vorortzüge möglichst zu meiden. Auch aus Kapstadt und Durban gab es Berichte über gewalttätige Übergriffe. Dort hatten Streikende in der vergangenen Woche einen Streikbrecher erschossen.

Die Wachleute streiken bereits seit Wochen für elfprozentige Lohnerhöhungen, ihre Arbeitgeber bieten dagegen acht Prozent. Die rund 280.000 Mitarbeiter der 4200 registrierten Wachdienste in Südafrika verdienen in der untersten Lohngruppe umgerechnet nur rund 200 Euro. (nz)

http://www.netzeitung.de/vermischtes/394566.html

ob die Streikenden dadurch bei den Bahnpassagieren zukünftig auf mehr Sympathie und auf Solidarität treffen werden, kann man wohl zu Recht bezweifeln, bei Bahn und Nahverkehr wäre es doch viel effektiver bei einem Streik, dafür zu sorgen, daß alle umsonst mitfahren können, in dem keine Fahrkarten mehr verkauft und kontrolliert werden und trotzdem jeder mitfahren kann...

hier ein Bericht von Streiks in Frankreich aus dem letzten Jahr, da ging es zwar um Strom, aber die Zielrichtung ist klar:

Zitat
Dienstag 15. Juni 2004

Erboste Gewerkschafter stellen Raffarin den Strom ab

Paris (AP) Aus Protest gegen eine Teilprivatisierung der Energiekonzerne EDF und GDF haben Gewerkschafter dem französischen Premierminister Jean-Pierre Raffarin den Strom abgestellt. Im Privathaus des konservativen Regierungschefs in Mittelfrankreich bauten EDF-Mitarbeiter am Dienstag kurzerhand den Zähler aus, wie die CGT berichtete. Auch beim UMP-Vorsitzenden Alain Juppé und Arbeitgeberpräsident Ernest Antoine Sellière gingen die Lichter aus.
(...)
Dutzende Haushalte, die die wegen Zahlungsrückständen keinen Strom mehr hatten, wurden wieder ans Netz angeschlossen. In Lothringen sorgten Gewerkschafter dafür, dass Fahrzeuge eine Autobahnzahlstelle umsonst passieren konnten.

ManOfConstantSorrow

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Privatbullen
« Antwort #5 am: 17:01:47 Mo. 29.Mai 2006 »
"Man kommt sich vor, als würde man Sklave sein, für Billiglohn arbeiten, am besten den ganzen Tag." So charakterisiert Martin Hoffmann aus dem sächsischen Löbau seine Arbeit bei einer Wachschutzfirma. Wachleute verschiedener Firmen gaben Plusminus Einblick in die rauen Sitten ihrer Brachen, die geprägt ist von langen Arbeitstagen und Lohndumping…“
Text des Fernsehbeitrages vom 23.05.2006 von plusminus :
http://www.daserste.de/plusminus/beitrag_dyn%7Euid,MDR_2932265%20%20%20%20%20%7Ecm.asp
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

ManOfConstantSorrow

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Privatbullen
« Antwort #6 am: 18:46:27 Fr. 16.Juni 2006 »
Seit dem 12. Juni halten über 150 Beschäftigte von Securicor die indonesische Zentrale des "Sicherheits"Multis besetzt - sie fordern die Befolgung eines Urteils des Obersten Gerichtshofs der das Unternehmen aufforderte, 200 entlassene Beschäftigte wieder einzustellen.
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

hotte

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Privatbullen
« Antwort #7 am: 01:14:24 So. 18.Juni 2006 »
Zitat
Original von ManOfConstantSorrow
"Man kommt sich vor, als würde man Sklave sein, für Billiglohn arbeiten, am besten den ganzen Tag."

pah, wieso bloß den ganzen Tag ackern gehen?
Vom Amt gibt es doch lekker Geld fürs Nichtstun.
Die Tipps dazu gibts hier im Forum.
Also: wer für andere ackert ist doch selber schuld!

regenwurm

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Privatbullen
« Antwort #8 am: 09:03:50 So. 18.Juni 2006 »
Zitat
pah, wieso bloß den ganzen Tag ackern gehen?

es ja dein Leben !



gegen Rechts hilft nur Links....

Wird doch Bauer !

mit genervten Gruß

Zack.Faules pack
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midola

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Privatbullen
« Antwort #9 am: 11:58:34 So. 18.Juni 2006 »
Zitat
Original von ManOfConstantSorrow
Nicht nur militärische Aufgabe werden in private Hand übergeben, nun gibt es auch eine Privatisierung von Polizeidiensten:

Zitat
Polizei und Sicherheitsdienste unterzeichnen Kooperationsvertrag

Kiel – Als fünftes Bundesland ordnet jetzt auch Schleswig-Holstein sein Verhältnis zwischen Polizei und privaten Sicherheitsdiensten per Vertrag: Die Unternehmen könne sich jetzt offiziell als Kooperationspartner der Polizei qualifizieren. Ein Logo am Auto weist sie als seriös aus. Die Unternehmen bekommen keine zusätzlichen Befugnisse, sollen aber von der Polizei in beschränktem Umfang über die Kriminalitätslage informiert werden und bei Fahndungen die Augen offener halten. Landespolizeidirektor Wolfgang Pistol verspricht sich "ein Plus bei der Kriminalitätsvorbeugung". Über rund um die Uhr besetzte Leitzentralen der Wachfirmen sollen Informationen ausgetauscht werden.

http://www.kn-online.de/news/archiv/?id=1783446

Dabei bedenke man, welche Löhne im privaten Sicherheitswgewerbe bezahlt werden...
Zitat
Die Wachleute in Thüringen haben mit 4,36 Euro pro Stunden die niedrigsten Löhne in ganz Deutschland. Auch die Geld- und Werttransporteure, die unter anderem Geldtransporte für die Bundesbank ausführen, erhalten nur 6,08 Euro Stundenlohn.
Quelle

Der Umsatz der Branche innerhalb des vergangenen Jahrzehnts ist um 91 Prozent auf 4,07 Milliarden Euro gestiegen.

ich schmeiß mich gleich hinterm zug...

und das gerade auch noch in Norddeutschland, dort wo der größte verbrecher des wachgewerbes sitzt, der herr x. ist nur rein zufällig auch xxxxxx xxx Bundesverband deutscher Wach- und Sicherheitsunternehmen e.V.

ich habe mal eine zeitlang für diesen scheißladen gearbeitet. seriös? derjenige, der in dieser firma das wort seriös in den mund nimmt, gehört...

(xxxxxx)



es gibt so viele fälle von vorsätzlichen betrug am kunden, dass ich diese gar nicht einzeln aufzählen möchte. hinzu kommt die personalpolitik des unternehmens. dort wurden schon damals leute für DM 3,50/h beschäftigt.

privates sicherheitsgewerbe...der größte schwindel überhaupt in deutschland.


Aus diesem Beitrag wurden von mir Teile entfernt, aufgrund eines Schreibens der dort genannten Firma.
Ich bitte um Verständis
Admin
Nein zum Sozialabbau - Wir brauchen ein Einkommen unabhängig vom Faktor Arbeit - Grundeinkommen für alle!!!

Politik-Spezial - Das Bürgerforum

aian19

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Privatbullen
« Antwort #10 am: 17:11:44 Mo. 19.Juni 2006 »
Zitat
pah, wieso bloß den ganzen Tag ackern gehen?
Vom Amt gibt es doch lekker Geld fürs Nichtstun.
Die Tipps dazu gibts hier im Forum.
Also: wer für andere ackert ist doch selber schuld!

@hotte

Kann es sein, das du den Sinn dieses Forums gar nicht begriffen hast ? ?(
"Wer kämpft, kann verlieren, wer nicht kämpft, hat schon verloren"

"Wenn Unrecht zu Gesetz wird, ist der Gesetzlose der einzige, der noch rechtmäßig handelt."

Mene mene tekel upharsin

besorgter bürger

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Privatbullen
« Antwort #11 am: 21:43:10 Mo. 19.Juni 2006 »
Zitat
pah, wieso bloß den ganzen Tag ackern gehen? Vom Amt gibt es doch lekker Geld fürs Nichtstun.

wenn man aus einem ausbeutungsverhältniss gerade rausgekommen ist kann es schon sein das man erstmal überhaupt keinen bock drauf hat jemals wieder arbeiten zu gehen aber langfristig macht einen dieses nichtstun echt fertig und auf dauer von dieser lächerelich geringen sozialleistung zu leben ist auch nicht gerade das gelbe vom ei.
Viele Menschen würden eher sterben als denken. Und in der Tat: Sie tun es.

Torsten

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Privatbullen
« Antwort #12 am: 08:49:11 Di. 20.Juni 2006 »
Gib Schütze Arsch im letzten Glied eine Funktion, eine Uniform, einen Titel und er wird sich als Teil der Mächtigen vorkommen und auf Jeden eindreschen, den ihm seine Herren als Feind benennen.
Wer freiwillig kriecht, spürt nicht den Druck, der ihn zum Kriechen zwingt. Friede sei mit Euch.

Torsten

ManOfConstantSorrow

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Privatbullen
« Antwort #13 am: 11:20:49 Di. 13.März 2007 »
Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus ist gegen einen gesetzlichen Mindestlohn; parallel dazu unterstützt er die “christlichen Gewerkschaften“, denen vorgeworfen wird tarifliches Lohndumping zu betreiben. Bedingt durch einen Tarifabschluss der christlichen Gewerkschaft GöD mit dem Arbeitgeberverband BDWS (Nov. 2006) finden sich in Thüringen die “ärmsten“ Wachleute der Bundesrepublik…

http://de.indymedia.org/2007/03/170182.shtml
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Paul Brömmel

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Privatbullen
« Antwort #14 am: 13:48:25 Di. 13.März 2007 »
:D Ja,unser König Dieter weiß schon,was für seine Untertanen gut ist !
Als Mitglied der Christlichen Gewerschaft sollte er auch nach deren Tarif bezahlt werden !  :D