Autor Thema: Flieger, die nicht fliegen  (Gelesen 71620 mal)

Kuddel

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Re:Flieger, die nicht fliegen
« Antwort #105 am: 10:35:43 Mi. 23.August 2017 »
Zitat
Überraschungs-Streik sorgt für Chaos in Brüssel

Ohne Vorwarnung legten die Gepäckmitarbeiter von Swissport in Brüssel ihre Arbeit nieder. Die Folge sind verspätete und annullierte Flüge


Vorbereiten konnte man sich am Flughafen Brüssel nicht. Am Dienstagmorgen (22. August) um 7.15 Uhr traten die Angestellten des Gepäckbereichs des Bodenabfertigers Swissport spontan in den Streik. Seither herrscht am Brussels Airport Chaos. Koffer werden nicht mehr pünktlich entladen oder eingeladen. Die Mitarbeiter verlangen eine Zulage für Mehrarbeit und die Einstellung von zusätzlichem Personal.

Rund 130 Flüge waren bisher verspätet und 16 wurden annulliert. Swissport fertigt rund 60 Prozent des Gepäcks in Brüssel ab – darunter auch für Austrian Airlines, Brussels Airlines, Lufthansa und Swiss. Der Flughafen empfiehlt Passagieren, sich bei ihren Fluggesellschaften zu erkundigen. Die Probleme werden nach Aussagen des Flughafens am Mittwoch andauern.
http://www.aerotelegraph.com/ueberraschungs-streik-sorgt-fuer-chaos-in-bruessel

Überraschungsstreiks find ich gut.

Fritz Linow

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Re:Flieger, die nicht fliegen
« Antwort #106 am: 13:40:19 Di. 05.September 2017 »
Zitat
5.9.17
Erneute lange Warteschlangen am Flughafen

Düsseldorf. Am Düsseldorfer Flughafen hat es schon wieder lange Warteschlangen vor den Personen- und Gepäckkontrollstellen gegeben. Die Bordkarten-Kontrolleure ließen zeitweise wegen Überfüllung sogar die Zugänge zu den Sicherheitsschleusen an drei Flugsteigen schließen, so dass kein Passagier mehr in den Sicherheitsbereich gelangen konnte. "Es ging nicht anders. Es war einfach zu voll", sagte ein Mitarbeiter einer betroffenen Fluglinie. Seit Wochen schon kommt es am Airport Düsseldorf zu den Stoßzeiten oft zu sehr langen Warteschlangen. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi führt das auf fehlende Securitykräfte der Firma Kötter an den Kontrollschleusen zurück. "Deshalb müssen die Passagiere zu den Stoßzeiten im Akkord abgefertigt werden. Und das geht auf Kosten der Sicherheit und der Gesundheit der Mitarbeiter", betonte Gewerkschaftssekretär Özay Tarim. Auch gestern sollen wieder rund 70 Mitarbeiter gefehlt haben. Der Zustand könnte noch bis mindestens Mitte Oktober anhalten, vermuten Branchenkenner.
http://www.rp-online.de/wirtschaft/erneute-lange-warteschlangen-am-flughafen-aid-1.7060521

Kuddel

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Re:Flieger, die nicht fliegen
« Antwort #107 am: 15:39:48 Di. 12.September 2017 »
Zitat
Flugausfälle
Wilder Streik kostet Air Berlin rund 4 Millionen Euro pro Tag
http://www.bz-berlin.de/berlin/wilder-streik-kostet-air-berlin-rund-4-millionen-euro-pro-tag

 ;D ;D ;D

Kuddel

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Re:Flieger, die nicht fliegen
« Antwort #108 am: 16:39:43 Mi. 13.September 2017 »
Zitat
Bundesarbeitsministerin Nahles hat die zahlreichen Krankmeldungen von Piloten bei Air Berlin als "hochgradig unsolidarisch" bezeichnet.

Die SPD-Politikerin sagte der Nachrichtenagentur Reuters, die insolvente Fluggesellschaft sei in einer ausgesprochen schwierigen Lage. Die Piloten belasteten einen Verkauf durch ihr Verhalten. Nahles betonte, an dem Unternehmen hingen 8.000 Beschäftigte, die nicht in Mithaftung für die Einzelinteressen einiger Piloten genommen werden sollten.
http://www.deutschlandfunk.de/air-berlin-nahles-kritisiert-krankmeldungen-der-piloten.2932.de.html?drn:news_id=791877


counselor

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Re:Flieger, die nicht fliegen
« Antwort #109 am: 17:13:40 Mi. 13.September 2017 »
Klar, dass die Kapitalistenklasse da aufschreit, wenn der gelbe Schein zum Kampfmittel wird.
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

Kuddel

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Re:Flieger, die nicht fliegen
« Antwort #110 am: 18:38:12 Mi. 13.September 2017 »
Logo, die ganze Bande ist da pötzlich einer Meinung:

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU):"Es ist durchaus ein riskantes Manöver, was da von einigen Piloten ganz offensichtlich versucht wird. Ich kann deshalb an alle nur appellieren, Vernunft wieder einkehren zu lassen."

Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) warnte vor "Störfeuer" - "von welchen Seiten auch immer".

Vorstandschef Winkelmann betonte: "Potenzielle Investoren werden durch die gestrige und heutige Performance verschreckt."

Das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) sieht in den Krankmeldungen einen illegalen Arbeitskampf. Diese sogenannten wilden Streiks hielten in der Luftfahrt mehr und mehr Einzug, sagte IW-Volkswirt Hagen Lesch.

Kuddel

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Re:Flieger, die nicht fliegen
« Antwort #111 am: 17:49:37 Do. 21.Dezember 2017 »
Zitat
Gewerkschaft ruft Ryanair-Piloten zu Streik am Freitagmorgen auf

   Zu einem vierstündigen Arbeitskampf hat die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit alle festangestellten Piloten der deutschen Basen aufgerufen.

   Die Zahl der betroffenen Flüge ist noch unklar.


Unmittelbar vor dem Weihnachtsfest müssen sich die Kunden der irischen Fluggesellschaft Ryanair doch noch auf Streiks der Piloten einrichten.

Zu dem vierstündigen Arbeitskampf von 5.00 Uhr bis 9.00 Uhr an diesem Freitag (22. Dezember) hat die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) alle festangestellten Piloten der deutschen Standorte aufgerufen. Es wäre der erste Streik in der Geschichte der 1985 gegründeten Fluggesellschaft.
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/eil-gewerkschaft-ruft-ryanair-piloten-zu-streik-am-freitagmorgen-auf-1.3802188

Bravo, Cockpit!!!

Immerhin mal eine Organisation, die die Bezeichnung "Gewerkschaft" verdient.
Cockpit beweist, daß man sehr wohl in den Vorweihnachtstagen streiken kann. Der Verband korrupter Schleimbeutel Verdi behauptet ja das Gegenteil und verriet dieser Tage den Streik der Paketfahrer.

ManOfConstantSorrow

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Re:Flieger, die nicht fliegen
« Antwort #112 am: 20:58:55 Sa. 05.Mai 2018 »
Zitat
Der Geschäftsführer der französisch-niederländischen Air France-KLM tritt nach der Ablehnung eines Lohnangebots durch die Beschäftigten zurück. Die Gewerkschaften wollen weiterstreiken.
https://www.wiwo.de/unternehmen/dienstleister/air-france-konzernchef-janaillac-tritt-mitten-im-streik-zurueck/21247506.html
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ManOfConstantSorrow

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Re:Flieger, die nicht fliegen
« Antwort #113 am: 13:46:13 So. 15.Juli 2018 »
Ein für den Spiegel überraschend guter Artikel:

Zitat
Pilotenstreik bei Ryanair
Die Wut der Billigflieger

Ryanair stand jahrzehntelang für günstige Preise - und schlechte Arbeitsbedingungen. Nun begehren die Piloten erstmals großflächig auf. Mit Streiks zur Urlaubszeit wollen sie das Billigsystem ins Wanken bringen.



Streikende Ryanair-Piloten in Dublin

 Gewerkschaften? Für die hatte Michael O'Leary bis vor kurzem nur Verachtung übrig. "Ich kümmere mich nicht um Gewerkschaften", erklärte der Chef des Billigfliegers Ryanair im Sommer 2016. In seinem Unternehmen gebe es keine. Und noch vergangenes Jahr bezeichnete der wortgewaltige Ire die europäischen Pilotenvereinigungen als "Rohrkrepierer", die in Sachen Ryanair bloß "Lärm machen" würden und am Niedergang anderer Fluggesellschaften beteiligt seien.

Aber in diesem Sommer muss sich O'Leary mit diesen "Rohrkrepierern" herumschlagen. Am Donnerstag haben knapp 100 Piloten in Ryanairs Heimatland Irland einen 24-stündigen Streik gestartet - zum ersten Mal überhaupt in der 33-jährigen Geschichte der Fluggesellschaft. Laut Ryanair werden 30 der 290 Flüge von Irland aus gestrichen; Verbindungen nach Deutschland sind zunächst wohl nicht betroffen.

Das ist nur der Anfang einer Welle: Für übernächste Woche hat das Kabinenpersonal in Italien, Spanien, Portugal sowie Belgien ebenfalls einen Ausstand angekündigt. Und bei der deutschen Pilotenvereinigung Cockpit läuft gerade eine Urabstimmung über einen Ryanair-Streik.

All diese Arbeitskampfmaßnahmen treffen Europas größten Billigflieger ganz gezielt mitten in der Hauptreisezeit - wenn Airlines ihr größtes Geschäft machen und der Imageschaden durch stornierte oder massiv verspätete Flüge besonders hoch ist.

Der Aufstand des fliegenden Personals bringt eine Stütze des Ryanair-Geschäftsmodells ins Wanken. Jahrzehntelang hat O'Leary die Gewerkschaften draußen und Mitarbeiter klein gehalten. So wurden Hunderte Piloten nicht bei Ryanair angestellt, sondern über ein so genanntes Contractor-Modell beschäftigt. Dabei mussten die Kapitäne eine Art Ich-AG gründen und Verträge mit Personalvermittlungsfirmen abschließen, ehe sie ins Ryanair-Cockpit steigen durften. Allein dadurch sparte der irische Billigflieger Millionen.

"Grundgehalt von weniger als 1500 Euro"

Noch knauseriger ist Miteigentümer O'Leary - der laut dem Wirtschaftsmagazin Forbes neuerdings Dollar-Milliardär ist - seit jeher bei Stewards und Stewardessen. "Selbst Kabinenchefs in den höchsten Vergütungsstufen in Deutschland bekommen ein Grundgehalt von weniger als 1500 Euro", sagt Uwe Hien, Tarifexperte der Kabinengewerkschaft Ufo. Ryanair äußerte sich auf Anfrage dazu nicht, sondern verschickte eine Erklärung, in der es hieß, Crewmitglieder könnten bis zu 40.000 Euro im Jahr verdienen. Dies ist allerdings nur möglich, wenn sie Passagieren an Bord jede Menge Speisen, Getränke und Rubbellose verkaufen. Denn dafür gibt es Provisionen.


Ryanair-Chef Michael O'Leary

Seit einiger Zeit geraten die Machtverhältnisse bei Ryanair ins Wanken. Im Sommer 2016 startete die Staatsanwaltschaft Koblenz Razzien an mehreren Ryanair-Basen in Deutschland. Es ging dabei um Ermittlungen gegen Personalvermittlungsfirmen wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung und Scheinselbstständigkeit.

Im vergangenen Herbst musste Ryanair dann Zehntausende Flüge streichen. Offiziell hieß es, die Urlaubsplanung des Cockpitpersonals sei falsch gelaufen. Tatsächlich lag es wohl auch daran, dass viele Mitarbeiter der Linie davonliefen und zu Wettbewerbern mit besseren Arbeitsbedingungen wechselten. Vor allem Piloten sind in diesen Boomzeiten des Luftverkehrs gerade sehr gefragt.

Vergangenen Dezember gab es dann sogar einen Warnstreik: in Deutschland, ausgerufen von der Pilotenvereinigung Cockpit. Der dauerte nur kurz und war kaum spürbar, war aber der erste Ausstand überhaupt in der Geschichte der Billigairline. Und als Streiks in Südeuropa bevorstanden, vollzog O'Leary eine Kehrtwende. Er leistete öffentlich Abbitte und erkannte am 15. Dezember 2017 erstmals Gewerkschaften als Vertreter seiner Beschäftigten an.

Die Piloten fordern das Ende der prekären Arbeitsverhältnisse

Gerade die Pilotengewerkschaften fühlen sich nun gegenüber Ryanair stark wie nie zuvor. Denn sie sind vereint wie nie zuvor. Mehr als ein Dutzend nationale Pilotenvereinigungen haben sich zur "Ryanair Transnational Pilot Group" zusammengeschlossen. Diese solle ein Gegengewicht zur Unternehmensspitze bilden, die Verhandlungen koordinieren und "verhindern, dass weiter ein Land gegen das andere ausgespielt wird", sagt Dirk Polloczek, Präsident des Dachverbandes der europäischen Pilotenvereinigungen (ECA).

Die Piloten fordern vor allem ein transparenteres Lohn- und Versetzungssystem, einheitliche Arbeitsbedingungen für die zahlreichen unterschiedlichen Ryanair-Standorte in verschiedenen Ländern - sowie das Ende der prekären Arbeitsverhältnisse. Das Unternehmen hält entgegen, dass Piloten in Irland bis zu 200.000 Euro im Jahr verdienen könnten. In Deutschland stellt es zudem Insidern zufolge auch neuerdings vermehrt Piloten fest an: womöglich aus Sorge, wegen Scheinselbstständigkeit belangt zu werden. Anderswo in Europa läuft das Ich-AG-Modell aber weiter.

Die Kabinengewerkschaften verlangen neben höheren Löhnen unter anderem vergleichbare Konditionen für Festangestellte und mittelbar Beschäftigte. "Das deutsche Recht besagt: Es darf keine unterschiedliche Behandlung bei Arbeitszeiten, Jahresurlaub oder Entlohnung im Krankheitsfall geben", sagt Ufo-Vertreter Hien. Zudem dürfe es nicht länger vorkommen, dass das Management das Personal massiv unter Druck setze, den Passagieren an Bord etwas zu verkaufen. So erklärte O'Leary noch vor zwei Jahren: "Wenn Sie ein schlechter Verkäufer sind, sind Sie weg."

"Wir waren uns einig, dass wir nicht mehr fit waren"

Crews haben es nicht leicht bei Ryanair. Als sich am vergangenen Sonntag ein Flug von Madrid nach Köln massiv verspätete, fühlte sich die Kabinencrew nach achteinhalb Stunden Dienst nicht mehr in der Lage, noch zurück an die Basis in Palma de Mallorca zu fliegen. "Wir alle waren uns einig, dass wir nicht mehr fit waren", heißt es in einem Schreiben der Crew, das dem SPIEGEL vorliegt. Überarbeitung ist im Luftverkehr besonders heikel, schließlich sind Kabinenmitarbeiter für die Sicherheit der Passagiere mitzuständig.

Laut Schreiben nahm ein Ryanair-Manager sich die Flugbegleiter daraufhin am Telefon vor - und bestellte sie dann für den nächsten Morgen zum Rapport nach Dublin ein. Wie das Branchenportal Aerotelegraph.com berichtet, drohte eine Ryanair-Managerin an diesem Mittwoch per Rundschreiben an die Kabinenbesatzungen mit Maßnahmen bis hin zur Entlassung, sollten sich Arbeitsniederlegungen wiederholen. Ryanair kommentierte auf Anfrage die Geschehnisse von Köln nicht.

Wie ernst ist es O'Leary wirklich mit dem Kulturwandel?

Immerhin haben sich Ryanair-Manager zuletzt mehrmals mit Arbeitnehmervertretern getroffen. Doch laut der Gewerkschaftsseite geht es nicht voran. "Die Verhandlungen werden nicht ernsthaft betrieben, sondern in die Länge gezogen", sagt Pilotenvertreter Polloczek. "Es geht offensichtlich darum, das alte Geschäftsmodell so lange am Leben zu halten, wie es irgendwie geht." Und Ufo-Mann Hien berichtet über sein erstes Treffen mit Ryanair-Vertretern: "Die kannten die rechtliche Situation überhaupt nicht oder wollten sie nicht kennen." Ryanair selbst erklärt, man habe mit britischen und italienischen Gewerkschaften Anerkennungsabkommen unterzeichnet, "was zeigt, wie ernst wir Verhandlungen mit Gewerkschaften nehmen."

Den Piloten reicht das nicht. "Die Anerkennung von Gewerkschaften ist kein Selbstzweck, wenn den Worten keine Taten folgen", sagt Janis Schmitt, Vorstand der Vereinigung Cockpit. Und so könnte sich der in Irland bisher relativ moderate Arbeitskampf bald nach Deutschland ausweiten. Die Urabstimmung bei Cockpit läuft. "Viele Kollegen hier sind so frustriert, dass sie ziemlich sicher pro Streik ausgehen wird", berichtet ein langjähriger Ryanair-Mitarbeiter.

Ende des Monats wird ausgezählt. Dann wird es Michael O'Leary wohl oder übel kümmern müssen, was die "Rohrkrepierer" von ihm wollen.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/streik-bei-ryanair-die-wut-der-billigflieger-a-1218147.html
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Kuddel

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Re:Flieger, die nicht fliegen
« Antwort #114 am: 20:47:15 Fr. 27.Juli 2018 »
Zitat
Streik gegen die Ausbeutung

Endlich erlebt Ryanair Streiks. Über Jahrzehnte hat Michael O’Leary alles getan, um Arbeitnehmervertretungen zu verhindern.  Sein Billigflieger-Modell funktioniert bislang nur so gut, weil er miese Arbeitsbedingungen und Niedriglöhne durchdrücken konnte.


Organisierten Widerstand gab es ja nicht. Inzwischen haben viele Fluggäste gemerkt, dass sie die billigen Tickets nur für den Preis bekommen, dass die Ryanair-Beschäftigten ausgebeutet werden. Das Image der zweitgrößten Fluggesellschaft Europas hat gelitten. Deshalb hat sich Ryanair überhaupt nur auf Gewerkschaften eingelassen. Das Unternehmen gebärdet sich im Tarifstreit aber rabiat und droht mit Stellenabbau. Darauf können die Mitarbeiter nur mit heftigen Streiks reagieren.
https://www.saarbruecker-zeitung.de/wirtschaft/sz-wirtschaft/streik-gegen-die-ausbeutung_aid-24094521

Kuddel

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Re:Flieger, die nicht fliegen
« Antwort #115 am: 20:43:57 Fr. 28.September 2018 »
Zitat
Ryanair-Beschäftigte streiken europaweit - Zahlreiche Flugausfälle

Berlin/Frankfurt/Brüssel (Reuters) - Beschäftigte von Ryanair erhöhen mit einem 24-stündigen Arbeitskampf in sechs europäischen Ländern den Druck auf den irischen Billigflieger.


Vor Beginn der Herbstferien in vielen Bundesländern forderten Flugbegleiter und Piloten am Freitag nicht nur mehr Geld, sondern auch bessere Arbeitsbedingungen. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil zeigte sich solidarisch und warf Ryanair vor, fundamentale Rechte wie die Mitbestimmung in Frage zu stellen. Der Billigflieger erwartet, dass europaweit rund 250 von 2400 Flügen ausfallen. Davon wären rund 40.000 Passagiere betroffen. Die Ryanair-Piloten in Deutschland drohten Europas größtem Billigflieger mit weiteren Streiks.

Das irische Unternehmen liegt seit Monaten im Clinch mit Gewerkschaften und musste bisher bereits mehrere Streiks verkraften. Die Arbeitnehmervertreter werfen Ryanair vor, Mitarbeiter in den einzelnen Ländern oft nicht mit lokalen Verträgen auszustatten und nationales Arbeitsrecht nicht anzuwenden. Für die Piloten in Deutschland ist es bereits der dritte 24-Stunden-Streik. "Wir wollen den Wandel des Unternehmens", sagte Tarifexperte Ingolf Schumacher von der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) am Frankfurter Flughafen. "Solange das Unternehmen nicht zumindest mit uns in einen Schlichtungsprozess geht, wird es auch weitere Streiks geben." Die europaweite Aktion zeige: "Ryanair ist hier auf einem Geisterfahrerkurs, kann so nicht weitermachen und muss endlich auch zu konkreten und verlässlichen Tarifverträgen kommen."

Allein an den Berliner Flughäfen wurden 56 Verbindungen gestrichen. Nach Berechnungen des Portals http://www.airliners.de dürften 133 Ryanair-Flüge oder rund 40 Prozent der Verbindungen von und nach Deutschland ausfallen. In Belgien beteiligten sich neben dem Kabinenpersonal auch Piloten am Ausstand. Auf Transparenten und T-Shirts forderten die Beschäftigten am Brüsseler Flughafen "Ryanair muss sich verändern". Streikende in Frankfurt verbargen ihr Gesicht aus Angst vor Repressalien des Arbeitgebers erneut mit dem Konterfei von Ryanair-Chef Michael O'Leary und forderten auf Schildern "Behandle uns mit Respekt".
https://www.finanzen.net/nachricht/aktien/verdi-ruft-ryanair-flugbegleiter-fuer-freitag-zum-streik-auf-6647476


Am 21. September 2017 sagte der Ryanair-Boss Michael O’Leary: „Eher friert die Hölle zu, als dass wir Gewerkschaften zulassen.“

Fritz Linow

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Re:Flieger, die nicht fliegen
« Antwort #116 am: 12:06:20 Di. 30.Oktober 2018 »
Zitat
29.1018
Arbeitskampf über den Wolken

Bei der polnischen Fluggesellschaft LOT Polish Airlines streiken zur Zeit Crewmitglieder und Pilot*innen.

Die finanzielle Situation von LOT ist seit Jahren schlecht. Nachdem das Unternehmen 2012 mit staatlichen Geldern vor der Pleite gerettet wurde, hat der Vorstand 2013 ohne Zustimmung der Gewerkschaften die Gehälter der Mitarbeiter*innen gekürzt. Seit 2014 stellt das Unternehmen keine Festangestellten mehr ein, sondern greift auf Leiharbeiter*innen zurück, wobei diese zu schlechteren Konditionen beschäftigt werden. Das ganze erregte natürlich den Unmut der Beschäftigten. So begann die Auseinandersetzung, die ihren Höhepunkt in den letzten 2 Wochen erreichte.
(...)
 Während die Streikenden von immer mehr Gewerkschaften unterstützt werden, meinte der Pressesprecher der Gewerkschaft Solidarność, Marek Lewandowski: „Solidarność ist nicht Teil dieser Auseinandersetzung und beteiligt sich nicht an diesem Streik.”(...)
https://direkteaktion.org/arbeitskampf-ueber-den-wolken/

Kuddel

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Re: Flieger, die nicht fliegen
« Antwort #117 am: 09:30:29 Mo. 31.Dezember 2018 »
Zitat
Ryanair:
Das neue Jahr 2019 beginnt mit Streiks

Bereits zu Beginn des Jahres 2019 drohen Flugausfälle und Verspätungen bei Ryanair. Das Kabinenpersonal der irischen Billig-Airline will an drei Tagen im Januar streiken.
http://www.reisereporter.de/artikel/6767-ryanair-das-neue-jahr-beginnt-mit-streiks-des-kabinenpersonals-in-spanien

Kuddel

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Re: Flieger, die nicht fliegen
« Antwort #118 am: 13:49:09 Do. 16.Mai 2019 »
In Belgien scheinen wilde Streiks besonders populär zu sein.
Belgische Flughäfen sind jedenfalls oft für eine entsprechende Meldung gut:

Zitat
Last Minute:
Wilder Streik am Flughafen Brüssel

Das kam plötzlich: Am Flughafen in Brüssel starten und landen heute Vormittag kaum Flüge. Grund ist ein Last-Minute-Streik der Fluglotsen. Den ganzen Donnerstag kann es deshalb zu Verspätungen kommen.


Das kam plötzlich: Am Flughafen in Brüssel starten und landen heute Vormittag kaum Flüge. Grund ist ein Last-Minute-Streik der Fluglotsen. Den ganzen Donnerstag kann es deshalb zu Verspätungen kommen.

Der Streik traf die Passagiere förmlich aus dem Nichts: Erst gegen acht Uhr Morgens hatte der Flughafen mitgeteilt, dass das Kontrollzentrum für den Bereich Brüssel von 9.30 Uhr bis 13 Uhr geschlossen bleibt und der Flugverkehr am Brüssel Airport deshalb stark beeinträchtigt ist.

Auf Twitter entladen zahlreiche Passagiere ihren Frust, auf Anzeigetafeln werden fast alle Flüge als gecancelt angezeigt:


Der Flughafen schreibt in einer Mitteilung, der Grund für das Flug-Chaos seien „industrielle Maßnahmen“ bei Skeyes, der belgischen Fluglotsen-Vereinigung. „Verspätungen und Flugausfälle sind auch im weiteren Verlauf des Tages noch möglich.“

Betroffene Passagiere sollen sich an ihre jeweilige Fluggesellschaft wenden. Wenn Flüge abgesagt wurden, sollten die Passagiere gar nicht erst zum Flughafen anreisen. Denn dort stauen sich bereits die Menschenmassen, wie Twitter-Bilder zeigen:


Derzeit sollen dem Flughafen zufolge Freiwillige und Flughafenmitarbeiter den Passagieren helfen und kostenloses Wasser und Snacks verteilen. „Wir entschuldigen uns für die Unannehmlichkeiten und werden Sie auf dem Laufenden halten“, heißt es in der Mitteilung.

Fluglotsen-Vereinigung hatte nicht zu dem Streik aufgerufen

Der Flughafen gibt der Gewerkschaft Skeyes die Schuld an dem Streik – die Vereinigung betont ihrerseits, dass sie die Arbeitsniederlegungen als wilden Streik betrachtet. Die Fluglotsen seien lediglich dazu aufgefordert, irgendwann zwischen 10 und 19 Uhr an einer Informationsveranstaltung über ein Sozialabkommen teilzunehmen – das sei aber auch während der Pausen möglich. 
Als sich herausgestellt habe, dass die Ankündigung den Flugverkehr beeinträchtigt, sei die Sitzung abgesagt worden, teilt Skeyes mit.
https://www.reisereporter.de/artikel/8226-streik-am-flughafen-bruessel-keine-fluege-starten-oder-landen-flugausfaelle-und-verspaetungen-wegen-fluglotsen-streik

Kuddel

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Re: Flieger, die nicht fliegen
« Antwort #119 am: 15:42:09 Mo. 20.Mai 2019 »
Zitat
Dies sei im Wesentlichen der Entschlossenheit der Streikenden zuzuschreiben, die sich auch von der üblichen medialen Anti-Streik-Propaganda nicht hätten einschüchtern lassen. In dem Bericht wird auch noch darauf verwiesen, dass, wie schon beim erfolgreichen Brüsseler Streik bei Ryanair vor einigen Wochen, die politische Debatte um ein „Flughafen-Statut“ unter der Belegschaft intensiv geführt wurde – ein Vorschlag aus basisgewerkschaftlichen Kreisen mit dem Ziel, allgemeine Mindestbedingungen für alle Beschäftigten in den verschiedenen Bereichen der Flughäfen festzulegen“ – so der Abschluss unseres letzten Streikberichts vom Brüsseler Flughafen, der in einer ganzen Reihe von Streikaktionen an diesem Flughafen stand – eine Reihe, die nun ihre Fortsetzung fand. Am Donnerstag, 16. Mai 2019 streikten die Fluglotsen des „Dienstleisters“ Skeyes für vier Stunden, wobei die (christliche) Gewerkschaft ACV erklärte, sie habe nicht zum Streik aufgerufen. Die am stärksten betroffene Fluggesellschaft Brussel Airlines erreichte eine juristische Verfügung, die weitere Streikaktionen ab Freitag unter Strafe stellte. In dem Bericht „Grève du contrôle aérien en Belgique: Brussels Airlines menace“ am 17. Mai 2019 im Air Journal wird darauf verwiesen, dass diese Aktion eine Fortsetzung des Streiktages vom 13. Februar 2019 sei, als ein neues Tarifabkommen mit Skeyes erreicht worden war, von dem die GewerkschafterInnen nun vermuteten, das Unternehmen wolle dieses Abkommen unterlaufen – woraufhin die Gewerkschaften zur „massenhaften Teilnahme“ an einem Gespräch mit der Unternehmensleitung aufriefen. Bereits bei dem Streik im Februar hatten auch die Fluglotsen sich in die Reihe jener gestellt, die für das oben erwähnte Flughafen-Statut eintreten.
http://www.labournet.de/?p=149041