Autor Thema: Arbeiterunruhen in China  (Gelesen 44001 mal)

ManOfConstantSorrow

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Arbeiterunruhen in China
« am: 18:14:31 Do. 26.Januar 2006 »
Mitte Januar lieferten sich die Arbeiter der Militärfabrik Nr. 354 drei Tage lang Kämpfe mit der Polizei. Die Fabrik ist pleite und soll weit unter Wert verkauft werden. Den Arbeitern wurde jedoch nicht die versprochene Abfindung gezahlt. Deshalb besetzten sie die Fabrik und nahmen die Manager fest. Als 1.300 Militärpolizisten versuchten, die Manager zu befreien, kam es zu Auseinandersetzungen, bei denen es zahlreiche Verletzte gab.

rf-news 26.01.06
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ManOfConstantSorrow

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Arbeiterunruhen in China
« Antwort #1 am: 19:12:37 Fr. 17.Februar 2006 »
Seit dem 10. Februar streiken über 1.000 Arbeiter der früher staatlichen Heze-Baumwollfabrik. Die Beschäftigten sind zumeist Frauen und werden mit Löhnen von rund 300 Renminbi im Monat abgespeist, ca. 30 Euro. Der Streik in der Baumwollweberei legt auch die Produktion in anderen Fabriken des Unternehmens lahm. Die Geschäftsleitung will den Streik durch die Aufforderung an die Arbeiterinnen brechen, binnen 14 Tagen eine Erklärung zu unterschreiben, zur Arbeit zurückzukehren. Tun sie das nicht, soll das als freiwillige Kündigung behandelt werden.
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ManOfConstantSorrow

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Arbeiterunruhen in China
« Antwort #2 am: 19:03:45 Di. 20.Juni 2006 »
Die Zahl der Streiks in China nimmt seit Jahren enorm zu, obwohl es kein offizielles Streikrecht gibt. Entsprechend sind die Kämpfe gar nicht alle erfasst. 1987 gab es laut Statistiken der Regierung 5.600 Arbeitskonflikte. 2001 war ihre Zahl auf 154.600 angeschwollen, im letzten Jahr waren es 300.000. Die Streiks und Arbeitskonflikte drehen sich häufig um nicht gezahlte Löhne oder niedrigere Löhne als ausgemacht.
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Kater

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Arbeiterunruhen in China
« Antwort #3 am: 17:22:41 Do. 27.Juli 2006 »
Zitat
Angeblich Arbeiter-Aufstand bei chinesischen McDonald's-Zulieferer
Donnerstag 27. Juli 2006, 17:01 Uhr

In einer chinesischen Fabrik, die die Kindermahlzeiten "Happy Meals" für die Fast-Food-Kette McDonald's herstellt, sollen nach Angaben einer US-Organisation mehr als tausend Beschäftigte gegen ihre Arbeitsbedingungen rebelliert haben. Bei Konfrontationen mit Sicherheitskräften in der Anlage von Hengli in der südlichen Provinz Guangdong seien zahlreiche Menschen verletzt worden, teilte die nicht-staatliche Organisation China Labor Watch mit, die die Arbeitsbedingungen in China unter die Lupe nimmt. Auch seien rund ein Dutzend Arbeiter festgenommen worden.

Von den Behörden wurden diese Angaben nicht bestätigt. Ein Sprecher des Hongkonger Unternehmens Merton, dem die Fabrik gehört, bestätigte lediglich, dass es einen "Vorfall" gegeben habe. Laut China Labor Watch brach die Rebellion am Samstag aus und setzte sich bis zum Sonntag fort. Die Arbeiter hätten gegen ihre niedrigen Löhne von 75 bis 100 Dollar im Monat, fehlende freie Tage und gegen ihre elenden Wohnverhältnisse protestiert.

Der Organisation zufolge arbeiten die Beschäftigten in Hengli elf Stunden pro Tag und sechs Tage pro Woche. Sie häuften bis zu 70 Überstunden im Monat an - mehr als doppelt soviele, wie die chinesischen Gesetze erlaubten. 50 Prozent der Produktion in der Fabrik seien für den US-Konzern McDonald's bestimmt.

http://de.news.yahoo.com/27072006/286/angeblich-arbeiter-aufstand-chinesischen-mcdonald-s-zulieferer.html

regenwurm

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Arbeiterunruhen in China
« Antwort #4 am: 17:40:04 Do. 27.Juli 2006 »
China 11.6.05 Schläger bringen Dorfbewohner um im Landkonflikt
 
Hunderte Schläger haben das Dorf Shengyou in der Provinz Hebei überfallen, 6 Dorfbewohner ermordet und 48 krankenhausreif geprügelt. Es geht um den Besitz von Boden: das Dorf hat bis jetzt sich geweigert, Land für den Bau eines Kraftwerks der Hebei Guohua Power Co. frei zu geben. Schon am 20. April 05 hatte es einen Überfall gegeben, wobei die Dörfler einen der Jugendlichen festhalten konnten. Er gab dann zu, für 100 Yuan in Beijing angeworben worden zu sein, um in dem Dorf Leute zusammen zu schlagen. Dieses Mal waren die Angreifer mit Jagdflinten, Messern und anderem bewaffnet.
Ein Dorfbewohner konnte den Überfall mit seiner Videokamera aufnehmen
 
Quelle:
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Klassenkämpfer

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Arbeiterunruhen in China
« Antwort #5 am: 18:44:29 Do. 27.Juli 2006 »
SOLIDARITÄT MIT DEN CHINESISCHEN ARBEITE/RINNEN UND DER WELT


ES LEBE DIE REVOLUTION

NIEDER MIT DEM KAPITALISMUS

FÜR GERECHTIGKEIT FREIHEIT FRIEDEN
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dragonmaster

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Arbeiterunruhen in China
« Antwort #6 am: 11:53:39 Fr. 28.Juli 2006 »
Das grenzt ja schon an Staatsterrorismus, ist aber bei dieser pseudo kommunistischen- neoliberalen Diktatur

regenwurm

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Arbeiterunruhen in China
« Antwort #7 am: 12:39:10 Fr. 28.Juli 2006 »
ManOfconstantSorrow betätigte die Tastatur:
Zitat
Die Zahl der Streiks in China nimmt seit Jahren enorm zu, obwohl es kein offizielles Streikrecht gibt. Entsprechend sind die Kämpfe gar nicht alle erfasst.

Hat auch was mit Pressefreiheit zu tun !

Reporter ohne Grenzen verteidigt das Recht auf freie Meinungsäußerung weltweit - unabhängig von wirtschaftlichen, religiösen und politischen Interessen.
-Link-


„Der Fall China: Freiheit für den Markt – wo bleiben die Medien?“
-Zum Internationalen Tag der Pressefreiheit-
 Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) tat sich zusammen mit der Menschenrechts-Organisation „Reporter ohne Grenzen“

das Problem
Zitat
"In mehr als 100 Ländern würden die Medien zensiert, Journalisten und Verleger sowie deren Familien drangsaliert, „nur weil sie die Wahrheit sagen“

Quelle:
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ManOfConstantSorrow

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Arbeiterunruhen in China
« Antwort #8 am: 20:49:37 Mi. 14.März 2007 »
In der chinesischen Provinz Hunan kam es Ende letzter Woche mehrere Tage lang zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen 20.000 Menschen, vor allem Bauern, Arbeitslosen und Studenten, mit der Polizei. Ausgangspunkt war der Protest von Studenten gegen die Erhöhung der Buspreise. Dagegen hatte der Chef der Buslinie Schläger herangekarrt. Daraufhin weitete sich der Protest massiv aus und die Demonstranten griffen Polizeiwachen und -autos an. Seit 2005 wurden viele Buslinien privatisiert.
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ManOfConstantSorrow

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Arbeiterunruhen in China
« Antwort #9 am: 19:14:00 So. 15.April 2007 »
Shenzhen: Mehr als 300 Kranführer im Yantian International Container Terminal streikten von Freitag abend bis Sonntag morgen. Soweit bekannt, setzten sie Lohnerhöhungen durch. Das YICT bewegt fast die Hälfte aller Container im Hafen von Shenzhen, der inzwischen der 4-größte der Welt im Containerumschlag sein soll. YICT ist ein Joint Venture zwischen der Hutchinson Port Holding aus Hong Kong und der ShenzhenYantian Port Group.

International Herald Tribune, 9.4.07
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ManOfConstantSorrow

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Arbeiterunruhen in China
« Antwort #10 am: 19:43:02 Fr. 04.Mai 2007 »
4.5.07
Über 400 Arbeiter des Chiwan Container Terminals in der südchinesischen Großstadt Shenzhen legten mit Beginn des 1. Mai ihre Arbeit nieder und nahmen sie erst am Mittwoch um 17.00 Uhr wieder auf. Zwischendurch veranstalteten sie einen Sitzstreik außerhalb des Terminal-Geländes. Die Arbeiter verlangen, dass die Überstunden wie vereinbart bezahlt werden. Die Hafenstadt Shenzhen mit ihren 11 Millionen Einwohnern liegt gegenüber von Hongkong. Der bestreikte Terminal schlägt allein jährlich 5 Millionen Container um.
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ManOfConstantSorrow

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Arbeiterunruhen in China
« Antwort #11 am: 12:15:31 Di. 22.Mai 2007 »
Kreis Bobai, Guangxi: Seit Tagen gibt es in verschiedenen Dörfern und Städten des Kreises Demos gegen die neue Ein-Kind-Politik der lokalen Behörden. Sie waren von oben kritisiert worden, weil sie die Quoten nicht erfüllten. Deshalb wurden enorme Geldstrafen eingeführt, bis zu 36 000 Yuan etwa für das dritte Kind, zusätzlich noch Gebühren für "Kinderfürsorge" von bis zu 70 000 Yuan. Das sind Beträge weit ausserhalb der Möglichkeiten der Bevölkerung, weshalb vielen sämtlicher Besitz abgenommen worden ist. In Shabo wurde bei einer solchen Demo das Bürgermeisteramt zerstört und abgefackelt, nachdem Beamte die Demo provoziert hatten. Ein Familienplanungsbeamter soll umgekommen sein. Auch in anderen Gemeinden wurden Gebäude angezündet und Autos auf den Kopf gestellt.

Quelle: EastSouthWestNorth, Mingpao News, 21.5.07
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Kater

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Arbeiterunruhen in China
« Antwort #12 am: 11:05:37 Sa. 09.Juni 2007 »
Zitat
Zusammenstöße zwischen Streikenden und Polizei in China
Samstag 9. Juni 2007, 10:56 Uhr
 
Hongkong (AP) In der südchinesischen Stadt Shenzhen ist es zu Zusammenstößen zwischen tausenden streikenden Fabrikarbeiterinnen und der Polizei gekommen. Mehrere hundert Polizisten wollten die Menge der Streikenden am Freitag auflösen, wie die in Hongkong erscheinende Tageszeitung «Ping Juo Jat Bo» am Samstag berichtete. Mit ihrem seit zehn Tagen andauernden Streik protestierten die Arbeiterinnen gegen ihre lange Wochenarbeitszeit.

Außerdem wandten sie sich gegen Versuche der Firma, in der Plastikchristbäume hergestellt werden, langjährig Beschäftigte ohne Entschädigungszahlung zu entlassen, wie die Zeitung «South China Morning Post» berichtete. Die Polizei habe mindestens eine Frau geschlagen und etwa 100 Streikende zur Vernehmung vorübergehend in Gewahrsam genommen, schrieb das Blatt unter Berufung auf die Arbeiterinnen. In der Firma Baoji Artifacts sind den beiden Zeitungen zufolge mehr als 10.000 Menschen beschäftigt.

http://de.news.yahoo.com/09062007/12/zusammenstoesse-streikenden-polizei-china.html

Ziggy

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Arbeiterunruhen in China
« Antwort #13 am: 11:25:00 Sa. 09.Juni 2007 »
Nicht ganz topic, aber auch China:

http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,487583,00.html

Unfassbar!

Mit dem Verrückten in Teheran machen wir ja keine Geschäfte (übrigens: wirklich?), mit allen anderen Verbrechern aber schon.
Um seine Liebe zu beweisen, erklomm er die höchsten Berge, durchschwamm die tiefsten Meere und zog durch die weitesten Wüsten. Doch sie verließ ihn – weil er nie zu Hause war.

ManOfConstantSorrow

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Arbeiterunruhen in China
« Antwort #14 am: 12:45:31 Di. 12.Juni 2007 »
In Shenzhen in China streiken Tausende Arbeiterinnen schon seit zehn Tagen gegen die langen Arbeitszeiten. In der Fabrik für Plastikweihnachtsbäume arbeiten 10.000 vorwiegend weibliche Beschäftigte. Hunderte von Polizisten gingen gegen die streikenden Arbeiterinnen vor.
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