Autor Thema: Arbeiterunruhen in China  (Gelesen 43953 mal)

xyu

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Re:Arbeiterunruhen in China
« Antwort #135 am: 23:04:22 Mi. 21.Dezember 2011 »
taz-artikel von heute:

Zitat
21.12.2011

Revolte im chinesischen Wukan
Fischerdorf besiegt die KP

Die Revolte der Bewohner des Dorfes Wukan im Süden Chinas nötigt die kommunistische Partei zu großen Zugeständnissen. Der Landverkauf wird zurückgenommen.von Sven Hansen

Setzten sich offenbar durch: Demonstrierende Bauern in Wukan, Südchina.  Bild:  reuters

BERLIN taz | Nach den schweren Unruhen in dem Fischerdorf Wukan in Südchina versucht die Regierung in Peking mit Verhandlungen statt Gewalt zu einer Lösung zu kommen. "Die Regierung gibt nun zu, dass wir Dörfler rational gehandelt und legale Forderungen gestellt haben", sagte einer der Aufständischen im Dorf Wukan am Mittwoch gegenüber der Presse.

Die Straßenblockaden, die das kleine Dorf in der südchinesischen Provinz Guangdong seit Tagen als Bollwerk gegen die Staatsmacht errichtet hat, würden bereits abgebaut, berichteten Dorfbewohner.
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In dem rund 20.000 Einwohner zählenden Ort herrschten in den vergangenen Tagen anarchische Zustände. Aus Wut über eine Landenteignung und den Tod eines ihrer Verhandlungsführers in Polizeigewahrsam hatten die Dorfbewohner kommunistische Funktionäre und Polizisten verjagt und sich hinter Straßensperren verbarrikadiert. Die chinesische Führung hatte das Dorf von Sicherheitskräften umstellen lassen, sich aber gleichzeitig um Verhandlungen bemüht.

Ursprünglich wollten die Bevölkerung des 12.000-Einwohner-Dorfes am Mittwoch in die Distriktstadt Lufeng marschieren. Sie wollten damit ihre Forderung nach Rücknahme eines umstrittenen Landverkaufs, der die Revolte ausgelöst hatte, die Freilassung verhafteter Dorfvertreter und die Herausgabe der Leiche des verstorbenen Unterhändlers erreichen.
Inhaftierte sollen freigelassen werden

Dies soll nun ebenso geschehen wie eine unabhängige Untersuchung der Todesursache des verstorbenen Unterhändlers. Dies hat Guangdongs Vizeparteichef Zhu Mingguo bei den Verhandlungen versprochen. Nacheinander sollen auch vier weitere Inhaftierte freigelassen werden.

Zhu gilt als Vertrauter des Provinzparteichefs Wang Yang, dem Ambitionen nachgesagt werden, beim KP-Parteitag im nächsten Herbst in Chinas höchstes Führungsgremium, den ständigen Ausschuss des Politbüros, einziehen zu wollen. Deshalb unternimmt er wohlweislich alles, um den Konflikt im boomenden Guangdong zu entschärfen. Der war im September eskaliert, als Einwohner bei Protesten gegen den umstrittenen Landdeal die Polizeiwache stürmten.

Anfang Dezember brach der Konflikt dann erneut aus. Darauf waren alle KP-Kader aus dem Dorf geflohen. Angriffe der Polizei konnte das Dorf hernach abwehren, war aber fortan von Land und See aus blockiert. Auch waren fünf Vertreter des Dorfes festgenommen worden, von denen einer in der Haft gestorben war.

Parteichef Wang hatte in einer Staatszeitung Verständnis für die Proteste in Wukan geäußert und sie als "nahezu unvermeidlich" beschrieben. Sie seien das "Ergebnis der Konflikte im Verlauf der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung". Zhu versprach jetzt die Rückübertragung von 27 Hektar Land an das Dorf.

Der mutmaßlich von Korruption begleitete Landverkauf an eine Immobilienfirma war nach Meinung der Bewohner Wukans nur einer von vielen umstrittenen Deals, in dem ihnen die Kontrolle über ihr Land genommen wurde.

Quelle: http://www.taz.de/Revolte-im-chinesischen-Wukan/!84166/

Kuddel

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Re:Arbeiterunruhen in China
« Antwort #136 am: 14:05:34 Mi. 28.Dezember 2011 »
Zitat
Tausende Arbeiter streiken für höhere Löhne
28. Dezember 2011 09:59

Angestellte von südkoreanischem Konzern legten Arbeit nieder


Shanghai - Aus Protest gegen zu niedrige Gehälter sind im Osten Chinas tausende Arbeiter des südkoreanischen Technologiekonzerns LG in den Streik getreten. Wie die in New York ansässige Organisation "China Labour Watch" am Mittwoch mitteilte, wehren sich rund 8000 chinesische Angestellte der LG Group mit dem am Montag begonnenen Ausstand dagegen, dass ihre Kollegen aus Südkorea zum Jahresende höhere Bonuszahlungen erhielten als sie selbst. Der Streik verlief demnach bisher weitgehend friedlich, in der Kantine des Unternehmens seien Möbel umgeworfen worden.

In China hatten seit November landesweit zehntausende Angestellte die Arbeit niedergelegt und höhere Löhne gefordert. Die Regierung in Peking sieht die Streiks mit Argwohn, duldet sie in ausländischen Unternehmen aber eher als in heimischen. Die Führung befürchtet vor allem, dass ihr die Kontrolle innerhalb der betroffenen Firmen entgleiten könnte. Ein von China Labour Watch verbreitetes Video zeigt eine Versammlung bei der LG Group, in der chinesische Angestellte die Arbeit der offiziellen Gewerkschaften in Anwesenheit eines Behördenvertreters als "nutzlos" kritisieren. Vertreter des in Nanjing (Nanking) ansässigen Werks wollten sich auf Nachfrage nicht zu den Vorgängen äußern. (APA/AFP)
http://derstandard.at/1324501395905/Tausende-Arbeiter-streiken-fuer-hoehere-Loehne

Strombolli

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Re:Arbeiterunruhen in China
« Antwort #137 am: 01:11:52 Fr. 30.Dezember 2011 »
Zitat
... in der Kantine des Unternehmens seien Möbel umgeworfen worden.

Was, die haben noch eine Kantine? Was für ein kommunistischer Unfug, welch soziale Entleisung!  :evil:
Das Systemmotto: "Gib mir Dein Geld! - Jetzt, Du dreckiges Opfer !!!! - Und habe immer ANGST VOR DEM MORGEN !!!"

"Hört auf, Profite über Menschen zu stellen!" Occupy
Permanent angelogen & VERARSCHT IN DEUTSCHLAND! - Ich habe mit Dir fertig

Kuddel

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Re:Arbeiterunruhen in China
« Antwort #138 am: 17:27:42 Mo. 02.Januar 2012 »
Zitat
Die Streiks eskalieren
Von John Chan
31. Dezember 2011


Die in China ausgebrochenen Streiks nehmen eine zunehmend militante Form an. Das zeigt ein Streik von tausenden von Arbeitern in der Shenzhen Hailing Hardware-Fabrik für Datenspeicherung, die dem japanischen Hitachi-Konzern gehört, der seit dem 4. Dezember andauert.

Hailings 4500 Arbeiter, die meisten von ihnen Frauen, stellen Festplatten her. Sie haben bei ihren Konfrontationen mit Sondereinheiten der Polizei beträchtlichen Mut bewiesen und sich den Einschüchterungen von Regierung und staatlichen Gewerkschaften tapfer widersetzt. Sie protestieren gegen eine geplante Zusammenlegung mit dem US-Konzern Western Digital. Ein japanischer Manager hat ihnen mitgeteilt, dass ihnen ihre bisherigen Dienstjahre nicht angerechnet werden und ihnen keine Abfindungen oder sonstigen Vergütungen mehr zustehen.

Mehr als zweitausend Beschäftigte traten sofort in einen Sitzstreik, aber das Management ignorierte mit der Rückendeckung durch die Stadtregierung von Shenzhen weiter ihre Forderungen nach einer Verhandlung über Ausgleichszahlungen. Videos über den Sitzstreik vom 5. Dezember und eine anschließende Konfrontation mit Sondereinheiten der Polizei findet man hier.

Die Polizei riegelte die Fabrik am 10. Dezember mit der Zustimmung des Managements ab. Einhundert Spezialkräfte der Polizei versuchten, ein besetztes Fabrikgebäude zu stürmen und die Arbeiter festzunehmen. Tausend Arbeiter und Arbeiterinnen widersetzten sich, indem sie die Polizei einkreisten. Ein Video von den Verhaftungen ist hier zu sehen.

Ein Arbeiter postete auf einer örtlichen Forumseite einen Blog. Er erklärte, dass die Polizei das Industrieareal ohne Haftbefehle gestürmt habe. Als die Arbeitenden die Rechtmäßigkeit des Einsatzes infrage stellten, wurde ihnen die Antwort „mit den Schlagstöcken der Sondereinheiten“ gegeben. Zeugen der Brutalität waren die Beschäftigten nahegelegener Fabriken auf dem Weg zur Arbeit. Viele von ihnen griffen ein und stießen ebenfalls mit den Polizisten zusammen. Sie bewarfen die Beamten mit Essen und Wasserflaschen und riefen Parolen, in denen sie der Regierung vorwarfen, „Kollaborateure“ und „Hetzhunde“ ausländischer Investoren zu sein.

Nachdem es der Polizei nicht gelang, den Hailing-Protest niederzuschlagen, versuchte das Management, den Streik durch die Bestechung eines Teils der Arbeitskräfte zu beenden. Am 19. Dezember versprach die Firma altgedienten Angestellten und Schichtführern Wohngeld und Kilometergeld für ihre Autos, wenn sie im Gegenzug die Unterschriften von Kollegen einsammelten, die sich bereit erklärten, wieder an die Arbeit zu gehen. Etwa vierhundert Angestellte und Schichtführer haben daraufhin ein rivalisierendes Lager, das den Streik der Arbeiter ablehnt, gebildet. Das Management versuchte auch, die gewählten Vertreter der Streikenden zu bestechen, indem man jedem von ihnen für eine Unterschrift unter eine Vereinbarung über die Rückkehr an den Arbeitsplatz einige hundert Yuan anbot.

Wang Tongxing, stellvertretender Vorsitzender des Shenzhen-Zweiges des Gesamtchinesischen Gewerkschaftsverbandes (ACFTU), hielt am 24. Dezember auf einer Versammlung der Hailing-Arbeiter eine Drohrede. Der Bürokrat bestand auf einem sofortigen Ende des Streiks und erklärte, dass die ACFTU sich von solchen Methoden distanziert“. Wang warnte: „Die Besetzung von Lagerhäusern und Produktionsstätten ist gegen das Gesetz. Das Recht der Arbeiter auf Arbeit zu behindern, ist gegen das Gesetz. Die Verteilung von Flugblättern und das Anstiften von Arbeitern zum Streik sind gegen das Gesetz.“ Niemand, der sich dieser Verbrechen schuldig gemacht habe, „kommt davon.“

Die polizeistaatliche Reaktion auf den Streik von Hailing wurzelt tief in der Angst der KP China. Sie fürchtet, dass jeglicher länger andauernde Streik schnell zu einem Brennpunkt für eine breitere Bewegung der Arbeiterklasse werden könnte.

Gleichzeitig mit dem Streik von Hailing fanden in den vergangenen zwei Wochen weitere Arbeitskämpfe statt. Dreihundert Arbeiter traten am 17. Dezember in der Dongguan Essential Paper Products Company in einen Sitzstreik. Die Firma beliefert heimische und internationale Papierverpackungsfirmen, wie die in den USA ansässige MeadWestvaco. Die Belegschaft protestierte, nachdem die Fabrik ohne Vorwarnung über Nacht geschlossen wurde. Das Management verschwand einfach spurlos. Die Regierung weigert sich, die Maschinen und Güter der Firma zu verkaufen, um die nicht ausgezahlten Löhne der Arbeiter zu finanzieren. Sie besteht darauf, zunächst einmal die Gläubiger zu bedienen.

Am 26.Dezember traten achttausend Beschäftigte der LG-Display-Fabrik in Nanjing, die einem südkoreanischen Konzern gehört, in einen Streik. Sie protestierten gegen den Beschluss der Firma, einen Jahresend-Bonus auszuzahlen, der nur ein Sechstel dessen betrug, was koreanischen Angestellten gezahlt wird. Die achtzig Fließbänder des Komplexes, an denen LCD- und LED-Fernseher hergestellt werden, wurden gestoppt. Der in den USA ansässigen China Labour Watch zufolge ist es in der Fabrik zu einer Anzahl von Streiks gekommen, mit denen gegen die schlechte Behandlung von Angestellten protestiert wurde, die für gerade einmal 430 US-Dollar bis zu 290 Stunden pro Monat arbeiten. In dem Artikel hieß es, die in LG-Fabriken in der Guangdong-Provinz Arbeitenden hätten die Streiks in Nanjing aufmerksam verfolgt, da ihre Arbeitsbedingungen sich ähneln.

Am 28. Dezember legten 1500 Arbeiter der von Japanern betriebenen Aries Auto Part Corporation in Guangzhou die Arbeit nieder. Sie protestierten damit gegen die Kürzungen von Jahresend-Boni. Die Fabrik ist ein Zulieferbetrieb von Autokonzernen wie Honda, Toyota und Nissan. Dies ist bereits der zweite Streik dort. Im April war es zu Auseinandersetzungen um niedrige Löhne gekommen.

Die niedrigen Löhne der chinesischen Arbeiter sind als Folge fallender Auftragseingänge aus dem Westen, insbesondere aus dem krisengeplagten Europa, weiter gefallen, ihre miserablen Arbeitsbedingungen haben sich weiter verschlechtert. Die Behörden in Guangdong haben eine geplante zwanzigprozentige Erhöhung des Mindestlohns, die im nächsten Jahr anstand, abgesagt. Diese Entscheidung soll die Profite der Hersteller erhöhen, wird aber den Konflikt mit der Arbeiterklasse weiter verschärfen. Die Weltwirtschaftskrise, die nach dem Crash von 2008 begann, verschlimmert sich. 20 Millionen chinesische Arbeiter haben ihren Arbeitsplatz dadurch verloren. Die jüngsten Streiks geben nur einen Vorgeschmack darauf, was demnächst in China zu erwarten ist.
http://www.wsws.org/de/2011/dez2011/chin-d31.shtml

Eivisskat

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Re:Arbeiterunruhen in China
« Antwort #139 am: 11:06:23 Mi. 11.Januar 2012 »
Zitat
China: Arbeiter in Xbox-Fabrik drohen mit Massenselbstmord

Aus Protest gegen ihren Arbeitgeber haben 300 Angestellte einer Xbox-Fabrik in China gedroht, sich in den Tod zu stürzen.
Der Vorfall wirft erneut ein schlechtes Licht auf Elektro-Fertiger Foxconn, der neben Microsofts Spielkonsole auch Apples Iphone produziert.



http://www.fr-online.de/panorama/china-arbeiter-in-xbox-fabrik-drohen-mit-massenselbstmord,1472782,11418796.html

Eivisskat

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Re:Arbeiterunruhen in China
« Antwort #140 am: 17:27:46 Di. 24.Januar 2012 »
Zitat
Aufrüstung der Überwachung in China

In Wuhan nahm ein Netz von 250.000 Überwachungskameras seinen Dienst auf, alle größeren Städte sollen mit einer derartigen Rundumüberwachung transparent werden

Offiziell wurde am 29. Dezember 2011 eines der größten Video-Überwachungssysteme der Welt in Betrieb genommen. In der Stadt Wuhan, der Hauptstadt der Hubei-Provinz mit fast 10 Millionen Einwohnern, nahm damit ein Netzwerk von 250.000 Kameras seinen Dienst auf.


http://www.heise.de/tp/artikel/36/36277/1.html

ManOfConstantSorrow

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Re:Arbeiterunruhen in China
« Antwort #141 am: 11:49:09 Do. 12.April 2012 »
Zitat
Pleite    

Dongguan: Die Spielzeugfabrik Chuangying (Kapital aus Hong Kong) erklärte den Bankrott. Daraufhin demonstrierten ca. 1000 Arbeiter durch den Stadtteil Hengli zum Sitz der lokalen Verwaltung, weil die Firma seit Monaten mit den Löhnen im Rückstand ist. Die Demonstranten forderten von den Behörden , sich um die Lohnnachzahlung zu bemühen. Polizei umzingelte die Aktion. In den letzten Monaten soll es dort etliche derartige Proteste gegeben haben, da die Nachfrage aus den USA und Europa rückläufig ist.
Quelle: Radio Free Asia, 12.1.2012

Zitat
Lohn wird gezahlt    

Dongguan, Guangdong: Die Stadtverwaltung von Hengli, Dongguan, hat erklärt, daß sie 90 % der ausstehenden Löhne für die ArbeiterInnen der Chuang Ying Spielzeugfabrik bezahlen wird
Quelle: The China Post, 14.1.12

Zitat
Landprotest    

Inspiriert von den erfolgreichen Kämpfen in Wukan haben etwa 1000 Leute aus dem Dorf Wanggang in Guangzhou demonstriert. Sie beschuldigen den Dorfchef und dortigen KP-Vorsitzenden, ihr Land verkauft oder verpachtet zu haben und dabei mehr als 400 Millionen Yuan eingesackt zu haben.
Quelle: Yahoo! News, South China Morning Post, 18.1.12

Zitat
Streiks    

Shenzhen: Etwa 4000 ArbeiterInnen streikten bei Sanyo Electric am Samstag, 14.1.12. Sie befürchten, daß sie bei der Zusammenlegung des Geschäftes mit Panasonic ohne Abfindung auf der Strecke bleiben. Bei Zusammenstößen mit der Polizei wurden 4 Arbeiter festgenommen.
Nanning, Guangxi, 16.1.12: Tausende ArbeiterInnen der Foster Electrical  sind in Streik getreten, weil die Firma keine Jahresprämie zahlen will
Quelle: Yahoo! News, 16., 18.1., Radio Free Asia, 17.1.12

Zitat
   Streiks    

Jingdezhen (Provinz Jiangxi): 2000 Arbeiter der Automobilfabrik Changhe Auto (Tochterfirma von Changan Auto) traten am 13.1.2012 in den Streik gegen die geplante Verlagerung der Produktion hin zu Changan-Mazda. Diese bedeutet ein Ende der Produktion bei Changhe, ohne neue Jobs für die Arbeiter. Verärgert wg. drohender Fabrikschliessung und niedriger Löhne (Rmb 1700/Monat) legten sie die Arbeit nieder und stürmten Managementbüroräume. Der Geschäftsführer reagierte arrogant und wurde verjagt. 400 Streikende demonstrierten auf der Strasse und blockierten stundenlang den Verkehr, unter großer Polizeipräsenz. Die Behörden der Provinz Jiangxi intervenierten und versprachen die Rettung der Fabrik. Der Streik endete danach am 16.1.
Yantai (Provinz Shandong), 12.1.2012: Mehr als 1000 Arbeiter (insg. 80 000 in dieser Fabrik) von Foxconn streikten gegen ungleiche Löhne für gleiche Arbeit. Die Löhne derjenigen, die vor dem 28.Feb. 2011 eingestellt wurden, sind auf Rmb.1750 erhöht worden, die Löhne der danach Eingestellten auf Rmb. 1600, und ganz Neue bekommen Rmb 1350 im Monat.
Quelle: wsws.org, 17.1.2012

Zitat
   Geld her!    

Zhong-xiang, Hubei: Hunderte Wanderarbeiter haben die Verwaltung der Wujing Highway Construction belagert, und forderten die Auszahlung von 200 Millionen Yuan an ausstehenden Löhnen. Die Firma hat Lohnschulden von bis zu 600 Mio., die bis ins Jahr 2009 zurückreichen. Die Firma sagt, sie habe kein Geld und könne nicht bezahlen, was aber die Manager nicht davon abhält, einen aufwendigen Lebensstil zu pflegen.
Quelle: Shanghai Daily, 21.1.12

Zitat
   Spannung    

Schanghai: 70 Anwohner protestierten mit Transparenten gegen den Bau eines 220kV-Umspannwerks, weil sie um ihre Gesundheit fürchten (nur 300 bis 400m von ihren Wohnungen entfernt) und außerdem die Legalität des Baus bezweifeln. In der Nacht zuvor hatten 40 Anwohner einen Bauzaun niedergerissen und sich ein Scharmützel mit 10 Wachschutzleute geliefert. Der Bau wurde vorübergehend eingestellt, die Einwohner zu einem Treffen mit den Behörden eingeladen.
Quelle: Shanghai Daily, 10.2.12012

Zitat
Streit um Land    

Panhe (Provinz Zhejiang): Vor einigen Jahren nahmen die lokalen Behörden den Dorfbewohnern Land weg und verkauften es an 12 Unternehmen. Im Juli letzten Jahres wählten die Dorfbewohner 20 Repräsentanten, die mit den Behörden verhandeln sollten, z.B. über Entschädigungszahlungen und die Freilassung zweier Dorfbewohner, die wegen Sachbeschädigung am Eigentum der landkaufenden Unternehmen verhaftet worden waren. Die Behörden boten zwar eine Entschädigung, aber die sollte der Dorfentwicklung zugute kommen und nicht den ehemaligen Landbesitzern. Deshalb gab es keine Einigung. In Februar 2012 nahmen mindestens 200 Dorfbewohner an drei Protesten teil. Polizei räumte die Blockade und hängte eine Ankündigung auf, in der es heißt, die Behörden kämen für die medizinische Behandlung aller bei den Protesten verletzen Dorfbewohner auf. Ein mit der Untersuchung der Angelegenheit beauftragter Beamter beschuldigt die Demonstranten, die ökonomischen Forderungen politisieren zu wollen.
Quelle: Global Times., 16.2.2012

Zitat
   Stahlarbeiterstreik    



[Streik bei Hanzhong Steel] Hanzhong, Shaanxi: Mehr als 5000 Arbeiter der Hanzhong Steel streikten für höhere Löhne. Trotz Wochenend- und Feiertagsarbeit kriegen sie nicht mehr als 1000 bis 1500 Yuan im Monat. Am 15.2. demonstrierten sie von der Hütte in die Stadt, wobei es zu Rangeleien mit der Polizei gekommen sein soll. Etwa ein Dutzend Arbeiter sollen festgenommen worden sein.
Quelle: China Labour Bulletin, 17.2.12

Zitat
Streik bei Putzmeister    

Shanghai: Ein Teil der Arbeiter von Putzmeister Machinery Shanghai sind in Streik getreten. Etwa 800 Arbeiter bauen Betonpumpen zusammen; wie groß die Streikbeteiligung ist, ist nicht bekannt. Die Arbeiter wollen Arbeitsplatzsicherheit oder höhere Abfindungen, nachdem die Firma komplett durch die chinesische Sany Heavy Industry übernommen worden ist.
Quelle: AsiaOne, The Standard (HK), 17.2.12

Zitat
Rentnerprotest    

Yichang (Provinz Hubei): Seit Tagen protestieren tausende Arbeiter, die am Bau des Drei-Schluchten-Staudamms beteiligt waren, beim Sitz ihres ehemaligen Arbeitgebers Gezhouba Group. Es geht um etliche Punkte, z.B. diejenigen, die vor 2006 in Pension gingen, bekommen ca. Rmb.1500/ Monat (manche weniger), diejenigen, die danach pensioniert wurden, bekommen mehr als Rmb.3000. Desweiteren gibt es Probleme mit der Krankenversicherung. Ausgelöst wurde der Protest durch die Behauptung des Geschäftsleiters, die Pensionäre bekämen Rmb 3000 im Monat.
Quelle: Radio Free Asia, 22.2.2012

Zitat
Wanderarbeiter    

Laut Ministerium für Arbeit und Soziales sind im letzten Jahr die Durchschnittsmonatslöhne der Wanderarbeiter (Leute vom Lande, die in den Städten arbeiten) auf Rmb 2049 gestiegen, eine Steigerung im Vergleich zum Vorjahr um 21,2 Prozent. Die Zahl der Wanderarbeiter erhöhte sich auf 253,78 Millionen, 4,4 Prozent mehr als im Jahr 2010.
Quelle: China Daily, 29.2.2012

Zitat
Wulffen oder Tsangen    

Hong Kong. Zwischen 2800 und 5000 Menschen demonstrierten vor der Stadtregierung. Sie verlangen, daß der scheidende Regierungschef Donald Tsang vor Gericht gestellt wird. Ihm wird vorgeworfen, daß er im Umgang mit Geschäftsleuten gerne großzügig war und Vorteile genommen hat. So besuchte er u.a. Luxusjachten und flog mit Privatmaschinen; in Shenzhen soll er ein Luxusapartement weit unter Marktpreis gemietet haben. Er bestreitet die meisten Vorwürfe; die Wohnung in Shenzhen will er aufgeben. Donald Tsang ist der Mann der VR China in Hong Kong und regiert dort seit 2005.
Quelle: The China Post, 4.3.12

Zitat
   Haushelferinnen    

Hong Kong. Mehr als 100 Haushelferinnen aus Indonesien demonstrierten anläßlich eines Kurzbesuchs des indonesischen Präsidenten. Sie beklagen die Zusammenarbeit der indonesischen Regierung mit den Vermittlungsagenturen an. Diese internationalen Sklavenhändler vermitteln zwar Jobs - die Frauen schulden ihnen dann aber bis zu 21 000 HK$, bei einem Monatslohn von 3750 HK$ (etwa 360 €). Die Regierung täte nichts, um den Mißbrauch der ins Ausland verschickten Frauen zu verhindern. Ausserdem wandten sie sich gegen die Benzinpreiserhöhungen in Indonesien selbst.
Quelle: South China Morning Post, 25.3.12


Zitat
Protest gegen "Wahl"    

Hong Kong. Etwa 2000 demonstrierten gegen die Wahl des neuen Regierungschefs. Der wird in einem Gremium gewählt, das mehrheitlich aus ernannten Mitgliedern besteht. Dagegen gibt es seit Jahren Proteste. Als das Ergebnis bekannt gegeben wurde, versuchten Hunderte, das Gebäude zu stürmen. Die Polizei setzt u.a. Pfefferspray gegen die Demonstranten ein.
Quelle: The Standard (HK), 26.3.12

Zitat
   Streiks    

Daxing, Guangzhou, Guangdong: 3000 ArbeiterInnen der Xingtai Schuhfabrik (兴泰鞋业有限公司) streikten vom 20.-22.3. Sie kriegen mal grade 1100 RMB, davon werden aber noch Versicherungen und anderes abgezogen. Es kam zu Verkehrsbehinderungen; Polizei erschien in großer Zahl. Die Firma will jetzt 25 RMB pro Tag zulegen.
Shenzhen: Über tausend Beschäftigte der Oclaro (Industrieelektronik) sind in Streik getreten. Die Firma will die Produktion stückweise nach Malaysia verlegen. Die Beschäftigten fordern die Zusicherung von "vernünftigen" Abfindungen.
Quelle: Radio Free Asia, 23.3.12

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Streik bei Foxconn    

Taiyuan, Shanxi: Eine unbekannte Anzahl von ArbeiterInnen in der Foxconn-Fabrik in Taiyuan streiken. Der Beginn des Streiks ist nicht ganz klar, er dauerte am 26. aber noch an. In dieser Fabrik will Foxconn das neue "iPhone5" für Apple bauen und sucht dafür noch 20 000 ArbeiterInnen. Von der Aktion gibt es einen kurzen Videoclip. !
Quelle: phones review, 26.3.12

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   Landprotest    

Innere Mongolei: Am 2.4. kam es bei Protesten um Landrechte zum gewalttätigen Zusammenstoß zwischen "hunderten" Einwohnern von Tulee Gachaa (Bezirk Naiman) und 80 Polizisten, dabei wurden 22 Dorfbewohner verhaftet. Es ging um Land, dass zugunsten des staatlichen Forstunternehmens Xinglonggao enteignet worden war, jetzt aber seit Jahren brach liegt. Am nächsten Tag demonstrierten 40 Bauern und Bewohner des Dorfes bei der Bezirksverwaltung in Daxintale (auf Mongolisch: Daachintal). 20 der Festgenommenen kamen inzwischen angeblich frei.
Quelle: Radio Free Asia, 4.4.2012

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   Streiks    

Für den März 2012 konnte China Labour Bulletin 38 Streiks feststellen, vor allem im Produktions- und Transportsektor. Das ist die größte Anzahl, seitdem CLB vor 15 Monaten eine tägliche Aufzeichnung begann. Bei 19 der Streiks ging es um Lohnforderungen, bei drei um Fabrikverlagerungen, bei drei um Protest gegen Fusionierungs- oder Restrukturierungspläne, bei vier um Überstundenbezahlung. Bei 13 Streiks tauchte Polizei auf, bei zwei Streiks gab es Verhaftungen. Bei elf Streiks kam es zu Verhandlungen, in zwei Fällen wurden die Arbeiterforderungen erfüllt. 17 Streiks fanden im Produktionssektor statt. Fahrer von Bussen oder Taxis streikten in mindestens zehn Städten (Höhepunkt 26./27 März wg. Erhöhung der Treibstoffpreise). In drei Städten streikten Kindergärtner und Gymnasiallehrer halb-oder ganztägig für bessere Bezahlung. In Fabriken von Foxconn gab es zwei Streiks in Jiangsu und Shanxi mit jeweils mehreren hundert Teilnehmern. Dabei ging es gegen unfaire Lohnstrukturen und Änderungen bei der Berechnung von Überstunden.
Quelle: China Labour Bulletin, 4.4.2012

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   Streiks    

Shenzhen: Ca. 1000 Arbeiter der Yu Pa Plastics and Hardware (in Hong Kong Besitz, produziert Duschköpfe und Schminkkästen) streikten ab 23.März mindestens eine Woche lang, weil das Unternehmen die Fabrik verlagern will, ohne Abfindungen zu zahlen, wie es das Gesetz verlangt.
Shenzhen:.Am 29.März legten 5000 Beschäftigte der Ohm Electronics (gehört dem japanischen Unternehmen Panasonic, stellt Batterieladegeräte und Trafos her), weil das Unternehmen keine Rentenversicherungsbeiträge zahlt. Außerdem liegt der Lohn unter dem Mindestlohn. Die Streikenden hatten 12 Forderungen, z.B. Lohnerhöhung um Rmb. 200/Monat und die eigene Wahl der Gewerkschaftsvertreter. Nach drei Tagen Streik stimmte das Unternehmen den Forderungen zu.
Huizhou (Provinz Guangdong): Am 30 März traten alle 2000 Arbeiter der Kam Toys & Novelty Manufacturing (in Hong Konger Besitz, macht hauptsächlich Minispielzeugautos und Puppen) in den Streik gegen Lohnrückstände und Überstunden. Die Streikenden blockierten das Eingangstor.
Provinz Guizhou: Beinahe 1000 Arbeiter einer Raketenfabrik (Komponenten für bemannte Raumfahrzeuge und ballistische Raketen), die zur China Aerospace Science & Industry gehört, streikten ab 27. März drei Tage lang und blockierten Strassen. Die Streikenden sind verärgert, weil nur technische Spezialisten Mietzuschüsse bekommen und sie selbst teure Wohnungen bezahlen müssen. Polizei löste den Streik auf, dabei wurden mehr als 10 Arbeiter verletzt.
Jinan: 4000 Arbeiter der Jinan Qingqi Motorradfabrik (Tochterfirma der staatlichen China Ordnance and Equipment Group) streikten am 28. März gegen den geplanten Übergang zu einer anderen Tochterfirma, die jedoch als Privatfirma angemeldet ist. Die Streikenden waren um ihre Jobs besorgt. Um die Arbeiter zu besänftigen, erklärte das Unternehmen die Registrierung als Privatfirma als "Fehler" und kündigte die Umwidmung in eine Staatsfirma an.
Nanping (Provinz Fujian): Am 27. März begannen 400 bis 500 Arbeiter von Fujian Nanping Motor (ehemaliges Staatsunternehmen, stellt Generatoren her) einen Streik gegen den Verkauf der Fabrik an ein kleineres Privatunternehmen zum Schnäppchenpreis im letzten Jahr. Sie demonstrierten zur Stadtverwaltung, forderten Aufklärung und die Bestrafung korrupter Beamter. Zunächst wollte Polizei die Demo auflösen, wurde aber von den Arbeitern verjagt. Die Demonstration endete erst, als der Bürgermeiter eine Untersuchung versprach.
Shenzhen: Ab Anfang April hat die Stadtverwaltung die Zahl der auf den Strassen patrouillierenden Polizisten auf 10 000 verfünffacht.
Quelle: World Socialist Web Site, 10.4.2012
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

Kuddel

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Ökobewegung in China
« Antwort #142 am: 14:25:59 Sa. 28.Juli 2012 »
Protest gegen Umweltverschmutzung
Wütende Chinesen stoppen Industrieprojekt

Chinas Behörden beugen sich dem Druck der Straße: Zehntausende Demonstranten in der ostchinesischen Küstenstadt Qidong verhindern die Einleitung von Abwässern aus einer Papierfabrik ins Meer. Die Anwohner stürmten ein Regierungsgebäude und lieferten sich Schlachten mit der Polizei.



Zehntausende Anwohner der ostchinesischen Küstenstadt Qigong versammelten sich am Samstag vor einem Regierungsgebäude, um gegen die Einleitung von Abwässern aus einer Papierfabrik zu protestieren.


Wütende Demonstranten schlugen Scheiben ein und stürzten Autos um. Die Bewohner haben Angst, dass die in den Fischereihafen eingeleiteten Abwässer das Meer um die Küstenstadt vergiften.


Die Bürger stürmten ein Gebäude der Regionalregierung, zerstörten Computer und verwüsteten die Büros. Augenzeugen berichten davon, dass Demonstranten Bestechungsgeschenke wie Zigaretten und Alkohol aus dem Haus trugen.


Eine aufgebrachte Bewohnerin von Qidong im Protestmarsch gegen die Abwasser-Pipeline. Immer häufiger gehen chinesische Bürger auf die Straße, um gegen die fortschreitende Umweltverschmutzung zu demonstrieren.


Tausende Polizisten versuchen die aufgebrachte Menge in den Griff zu bekommen - mit begrenztem Erfolg.


Auch Polizeiautos wurden von den verärgerten Bürgern umgestürzt und demoliert.


Wie viele Demonstranten und Polizisten bei den Protesten verletzt worden sind, blieb unklar.


Prügel für die Polizei.


Die zunehmende Umweltverschmutzung in China treibt immer häufiger Demonstranten auf die Straße. In der ostchinesischen Küstenstadt Qidong haben Zehntausende Menschen jetzt die Einleitung von Abwässern aus einer Papierfabrik ins Meer gestoppt - Teilnehmer schätzten die Zahl der Demonstranten auf 50.000.

Ein Augenzeuge berichtet, die Bürger hätten das Büro der Lokalregierung gestürmt und Kisten voller Alkohol und Zigaretten aus dem Gebäude getragen - damit werden in China üblicherweise Beamte bestochen. Die Demonstranten sollen die mutmaßlichen Bestechungsmittel vor dem gestürmten Gebäude ausgelegt haben.

"Überall sind Menschen!"

Auf dem sozialen Netzwerk Sina Weibo war von bis zu 100.000 Teilnehmern die Rede. "Überall sind Menschen. Auf den Mauern, den Gebäuden, auf Autodächern und in den Straßen", schrieb ein Blogger. Auf Fotos ist zu sehen, wie der Parteisekretär von Qidong in zerrissener Kleidung von Sicherheitskräften abgeführt wurde. Die Echtheit der Bilder konnte nicht bestätigt werden, die Suchfunktion des Netzwerkes war nach wenigen Stunden gesperrt.

Die Demonstranten wehrten sich nach eigenen Angaben gegen die Einleitung von täglich bis zu 150.000 Tonnen verseuchten Wassers aus einem Papierwerk der japanischen Firma Oji Papier in den Fischerhafen der Stadt. Das Unternehmen teilte der japanischen Nachrichtenagentur Jiji Press mit: "Das eingeleitete Wasser ist geklärt und entspricht den örtlichen Umweltschutznormen." Dennoch war der Betrieb des Papierwerks von den Behörden eingestellt worden und soll, laut einer Mitteilung der Polizei vom Samstag, auch nicht wieder aufgenommen werden.

Jährlich 180.000 unangemeldete Demos

Die Proteste gegen die Umweltverschmutzung in Folge des rasanten aber oft unregulierten Wirtschaftswachstums der vergangenen Jahrzehnte in China nehmen zu. Insgesamt finden im Land Schätzungen zufolge jährlich 180.000 unangemeldete Proteste statt - fast 500 pro Tag. Die Gründe reichen von Umweltverschmutzung über nicht ausgezahlte Löhne, Polizeigewalt bis zu Enteignungen.

Anfang Juli gaben die Behörden in der Provinz Sichuan den Bau eines Stahlwerks auf, nachdem die Bürger über mehrere Tage hinweg gegen die befürchteten Umweltbelastungen demonstriert hatten, in der Stadt Shifang im Südwesten des Landes verhinderten Proteste den Bau einer Kupferfabrik. Im Sommer 2011 konnten Demonstranten zwei große Industrieprojekte im Osten und Nordosten Chinas stoppen.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/massenproteste-in-china-wuetende-anwohner-stoppen-abwasserleitung-a-846898.html




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Re:Arbeiterunruhen in China
« Antwort #143 am: 21:39:10 Mi. 22.August 2012 »
Motorola-Angestellte protestieren gegen Entlassungen

Dutzende Motorola-Angestellte haben am Freitag in ihren Büros in Beijing und Nanjing protestiert, nachdem ihnen im Rahmen des Plans des Unternehmens, tausend Stellen auf dem chinesischen Festland zu kürzen, gekündigt worden war. Die Kürzungen der Stellen, die 25 Prozent der weltweiten Reduzierungen der Firma bedeuten, fanden nur drei Monate nach der Übernahme durch Google Inc statt.

Der Betrieb schien normal in den Einrichtungen bei Motorola Shanghai, beispielsweise im Verkaufsbüro nahe dem Hauptbahnhof Shanghai und im Forschungszentrum in Jinqiao im Shanghaier Bezirk Pudong New Area, auch wenn den Angestellten die Kündigung bestätigt worden war. "Motorola engagiert sich dafür, ihnen durch diesen schwierigen Übergang zu helfen, und wird großzügige Abfindungszahlungen und Vermittlungsdienste leisten, um ihnen zu helfen, neue Jobs zu finden", so Motorola in einer E-Mail-Stellungnahme vom Freitag...

Quelle: German China
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Kuddel

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Re:Arbeiterunruhen in China
« Antwort #144 am: 14:23:03 Mo. 07.Januar 2013 »
Zitat
Zeitungsjournalisten wagen Streik gegen Zensur

Journalisten in der südchinesischen Prozinz Guangdong sind aus Protest gegen die staatliche Zensur in Streik getreten. Nach übereinstimmenden Medienberichten protestieren etwa 100 Mitarbeiter der chinesischen Wochenzeitung Southern Weekend, weil der Leitartikel der Neujahrsausgabe des Blattes umgeschrieben wurde.

In der ursprünglichen Fassung des Artikels wurde demnach der Schutz von Persönlichkeitsrechten gefordert, der publizierte Text dagegen enthielt nur Lob für die Kommunistische Partei des Landes.

Laut Martin Patience, dem China-Korrespondenten der BBC, handelt es sich bei Southern Weekend um eine renommierte, für ihre gründlichen Recherchen bekannte Redaktion, welche die stark eingeschränkte Redefreiheit in China regelmäßig ausreizt. Bereits vergangene Woche forderten 35 ehemalige Mitarbeiter und 50 Praktikanten des Blattes den Rücktritt des Propaganda-Leiters der Provinz, Tuo Zhen.

Eine Kraftprobe dieser Art gab es zwischen chinesischen Zeitungsmitarbeitern und Politikern womöglich noch nie, hieß es in dem BBC-Bericht weiter. Proteste gegen die Zensur sind in dem autoritär regierten Land selten, das für seine scharfe Zensur bekannt ist.
http://www.sueddeutsche.de/politik/china-zeitungsjournalisten-wagen-streik-gegen-zensur-1.1566467

ManOfConstantSorrow

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Re:Arbeiterunruhen in China
« Antwort #145 am: 20:24:44 Mi. 16.April 2014 »
Zitat
Arbeiter von Schuhfabrik in China streiken

Tausende Arbeiter legen mit ihrem Streik einen chinesischen Zulieferer grosser Sportartikelhersteller wie Adidas und Nike lahm. Ein Angebot des Schuhhersteller Yue Yuen Industrial schlugen die Streikenden in der südchinesischen Stadt Gaobu am Dienstag aus.


Den seit zehn Tagen anhaltenden Ausstand setzten die Mitarbeiter fort. Sie wollen unter anderem höhere Sozialversicherungsbeiträge und Lohnerhöhungen erreichen. Adidas erwartet keine Lieferengpässe durch den Streik.

Es handelt sich um den grössten Arbeitskampf in China in der jüngsten Vergangenheit. Der Konflikt zeigt das zunehmende Selbstbewusstsein der Arbeitnehmer in China, die sich immer besser informieren und organisieren und dafür auch moderne Mittel wie soziale Netzwerke und das Internet nutzen.

Ein Sprecher von Yue Yuen sagte, die Firma habe bessere Sozialleistungen angeboten. Die neuen Konditionen sollten am 1. Mai in Kraft treten. Die Streikenden lehnten das Angebot jedoch ab.

«Die Firma betrügt uns schon seit zehn Jahren», sagte eine Arbeiterin auf dem riesigen Industriegebiet von Gaobu im Delta des Perlenflusses. «Die Verwaltung von Gaobu, das Arbeitsamt und die Sozialversicherung betrügen uns alle zusammen», schimpfte sie. Hunderte Polizisten blieben in dem Industriegebiet stationiert, einige mit Schilden und Schäferhunden.

Der Sportausrüster Adidas erklärte, man beobachte den Konflikt, und bestätigte, der Mutterkonzern von Yue Yuen, Pou Chen Group, sei auch in Gesprächen mit der örtlichen Regierung über die Arbeitsbedingungen. Zu Lieferengpässen für Adidas komme es nicht. Der deutsche Konzern lässt - ähnlich wie Konkurrenten - seine Sportartikel bei weltweit über 1000 Zulieferern produzieren.
http://www.suedostschweiz.ch/wirtschaft/arbeiter-von-schuhfabrik-china-streiken

Zitat
Streik statt Nike

Seit mehr als einer Woche protestieren die Mitarbeiter eines großen Sportartikel-Zulieferers. Das Angebot höherer Sozialleistungen reicht ihnen nicht.


Zu Streiks und Arbeitsniederlegungen kommt es in der südchinesischen Provinz Guangdong immer wieder. Vor allem am Perlflussdelta vor den Toren Hongkongs, wegen seiner vielen Textilfabriken und Betriebe von Konsumartikeln auch bekannt als „Werkbank der Welt“. Doch einen so langen Ausstand wie derzeit beim Schuh- und Sportartikelhersteller Yue Yuen Industrial hat es in der Region schon lange nicht mehr gegeben.

Seit rund anderthalb Wochen legen Tausende von Arbeiterinnen und Arbeitern in der südchinesischen Stadt Gaobu den Betrieb von Yue Yuen lahm. Die in New York ansässige unabhängige Arbeiterorganisation China Labor Watch (CLW) spricht gar von „Zehntausenden“.

Auch am Mittwoch blockierten sie die Zufahrtsstraßen zum Fabrikgelände, hielten Mahnwachen und marschierten in Blöcken durchs nahe gelegene Stadtzentrum. Sie fordern höhere Löhne und bessere Sozialleistungen und protestieren gegen unfaire Bedingungen in den Arbeitsverträgen. Yue Yuen ist der weltgrößte Zulieferer für Sportartikel. Er beliefert unter anderem Adidas und Nike.

Auf Bildern in den sozialen Netzwerken ist zu sehen, wie die Streikenden sogar einen städtischen Bus kaperten und ihn quer auf eine Kreuzung stellten. Zu Ausschreitungen ist es nach Angaben der örtlichen Stadtverwaltung bislang nicht gekommen. „Alle Seiten verhalten sich besonnen“, heißt es. Sie hat dennoch Hunderte von Polizisten auf dem Fabrikgelände des chinesischen Unternehmens stationiert, einige mit Schilden und Schäferhunden.

Die Firmenzentrale hatte am Dienstag den Streikenden zugesagt, ab 1. Mai die Sozialleistungen deutlich anzuheben. Doch die Arbeiter gaben sich damit nicht zufrieden. „Die Firma betrügt uns schon seit zehn Jahren“, wird eine Mitarbeiterin zitiert. Sie beschwerte sich auch über das örtliche Arbeitsamt, der Sozialversicherung und der Verwaltung der Stadt Gaobu.

Streiks werden von den Behörden geduldet

Obwohl Streiks und Demonstrationen in der Volksrepublik selten genehmigt werden, kommt es dennoch immer wieder zu Protesten. Sie richten sich meistens gegen schlechte Arbeitsbedingungen, zu niedrige Löhne oder miserable Umweltbedingungen. Solange sich die Streikenden nicht organisieren oder landesweit vernetzen, lassen die Behörden Proteste zu.

Die Zentralregierung in Peking hat dazu zwar keine konkreten Bestimmungen erlassen und meidet das Themenfeld auch. Zugleich sieht die chinesische Führung darin ein Mittel, Behördenwillkür und Korruption anzuprangern und die örtlichen Behörden unter Druck zu setzen. Peking ist zudem daran interessiert, dass die Löhne in der Region steigen. Bislang dominierte am Perflussdelta die Textil- und Leichtindustrie. Die chinesische Führung möchte aber, dass sich dort mehr Hightech-Industrie entwickelt.

Die Firmenleitung von Nike war am Mittwoch zu keiner Stellungnahme bereit. Adidas erklärte lediglich, dass man den Konflikt beobachte, und bestätigte, der Mutterkonzern von Yue Yuen, die Pou Chen Group, befinde sich in Gesprächen mit der örtlichen Regierung.
http://www.taz.de/Arbeitskampf-in-China/!136925/
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Kuddel

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Re:Arbeiterunruhen in China
« Antwort #146 am: 16:18:30 Sa. 26.April 2014 »
Zitat
Streik in Schuhfabrik dauert an

Es geht nicht um höhere Löhne, sondern um bessere Sozialleistungen. Seit fast zwei Wochen streiken Arbeiter eines großen Schuhfabrikanten in Südchina. Jetzt wird verhandelt, aber ein Ende ist nicht in Sicht.


Der Streik bei einem der weltgrößten Schuhhersteller in China dauert trotz eines ersten Entgegenkommens des Arbeitgebers an. Zwischen 5000 und 10 000 Arbeiter in zwei Fabriken der Yueyuen Schuhfirma in Dongguan in der Provinz Guangdong legten auch am Freitag die Arbeit nieder, wie die unabhängige Schlichtungsstelle für Arbeitskonflikte in der südchinesischen Stadt der Nachrichtenagentur dpa mitteilte. Die seit fast zwei Wochen streikenden Arbeiter fordern höhere Sozialleistungen und Nachzahlungen für unzureichend gezahlte Arbeitgeber-Abgaben.

Der Sportartikelhersteller Adidas hat schon Aufträge aus der bestreikten Fabrik abgezogen und an andere Hersteller vergeben. Yueyuen ist nach eigenen Angaben der weltgrößte Auftragsfertiger für große Marken wie Adidas, Nike, Reebok, New Balance oder Puma. Das Unternehmen, das der taiwanesischen Pou Chen Gruppe gehört, produzierte im vergangenen Jahr 313 Millionen Paar Schuhe und hat mehr als 400 000 Beschäftigte.

Die Arbeiter fordern insbesondere höhere Abgaben in den Renten- und Wohnungsfonds, wie Zhang Ziru von der Schlichtungsstelle erklärte. Die Fabrik habe inzwischen zusätzliche Zahlungen entsprechend der Lohnhöhe angeboten. Dadurch würde teilweise aber auch der Arbeitnehmeranteil steigen, was die Beschäftigten nicht akzeptieren wollten. Die Arbeiter forderten auch Nachzahlungen für unzureichend gezahlte soziale Leistungen, was in China ein Präzedenzfall wäre.

Zudem wollten die Streikenden die bestehenden Arbeitsverträge aufkündigen und neufassen, was die Fabrik ablehne, weil sie die bestehenden Verträge für rechtsgültig halte, berichtete Zhang Ziru. Ob auch andere Weltmarken ihre Aufträge wegen des Streiks zurückgezogen haben, blieb zunächst unklar. Die taiwanesische Mutterfirma wollte sich auf Nachfrage vorerst nicht dazu äußern.
http://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-dienstleister/china-streik-in-schuhfabrik-dauert-an/9807884.html

Kuddel

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Polizei kämpft für Adidas + beendet Streik
« Antwort #147 am: 14:08:25 Mo. 28.April 2014 »
Zitat
Nach dem zweiwöchigen Streik bei einem der weltgrößten Schuhhersteller in Südchina ist die Produktion weitgehend wieder aufgenommen worden. "Heute streikt niemand mehr", berichtete ein Arbeiter der Yueyuen Schuhfirma in Dongguan in der Provinz Guangdong.

Die Polizei und Behörden hätten die Streikenden aber unter Druck gesetzt. "Vor zwei Tagen kam Polizei in die Fabrik und nahm jeden mit, der die Arbeit verweigerte." Ihre Forderungen seien noch nicht erfüllt.

Der Streik hat das Unternehmen 27 Millionen US-Dollar gekostet, wie aus einer Mitteilung an der Hongkonger Börse hervorgeht. Seine Zugeständnisse kosteten Yueyuen in diesem Jahr weitere 31 Millionen US-Dollar.

Aktivist gilt weiter als vermisst

Der Schuhhersteller hatte sich bereit erklärt, ausstehende Sozialleistungen nachzuzahlen und die Lebenshaltungspauschale für die Arbeiter um 230 Yuan (27 Euro) im Monat zu erhöhen. Doch müssen die Beschäftigten jetzt selbst auch nachträglich noch einen erhöhten Arbeitnehmeranteil in den Pensions- und Wohnungsfonds zahlen.

"Viele sorgen sich, ob sie ihr Geld wiedersehen, wenn sie die Fabrik verlassen", so der Arbeiter. Auch wollten sie neue Arbeitsverträge.

Die Regierung in Peking kritisierte das Unternehmen, weil es unzureichend Sozialabgaben gezahlt habe, forderte die Arbeiter aber zugleich auf, mit legalen Mitteln ihre Forderungen durchzusetzen. Örtliche Stellen gingen hingegen gegen Streikende und Arbeiteraktivisten vor.

Der unabhängigen Schlichtungsstelle für Arbeitskonflikte, die die Arbeiter beraten hatte, wurden Strom, Telefon und Wasser abgedreht. Auch wurden Computer beschlagnahmt. Der Aktivist Lin Dong, der vor knapp einer Woche von der Polizei abgeholt worden war, galt am Montag weiter als vermisst.
http://www.welt.de/wirtschaft/article127390459/Arbeiter-der-weltgroessten-Schuhfabrik-beenden-Streik.html

ManOfConstantSorrow

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Re:Arbeiterunruhen in China
« Antwort #148 am: 19:44:02 Mo. 11.Januar 2016 »
Zitat
Umweltprotest    
Shangrao, Jiangxi: Tausende marschierten in die Nachbarstadt zum Wannian County Industriepark, um gegen die seit langem stattfindende Vergiftung von Luft und vor allem Wasser zu protestieren. Fabrikeinrichtungen wurden zerstört; es kam zu gewaltsamen Auseinandersetzungen mit der Polizei. Die setzte Tränengas ein; Schüsse sollen gefallen sein. Es gab einige Verletzte.
Quelle: Molihua, 2.11.15

Zitat
Streik bei Osram


Foshan, Guangdong: 2000 Arbeiter der Osram Lighting streiken. Sie protestieren gegen die geplante Ausgliederung des Lampengeschäftes. Siemens will sich auf Speziallampen (etwa für Autos) konzentrieren. Die genauen Forderungen sind unklar; es geht wohl um Entschädigung/ Abfindung.
Quelle: Molihua, 8.11.15

Zitat
Hong Kong Gay Pride    
An die 10 000 beteiligten sich an der diesjährigen Gay Pride Parade. Darunter waren auch hochrangige Diplomaten, darunter die Konsuln von Frankreich, GB, USA, Schweden, Kanada und Deutschland. Die Hauptforderung war das Recht auf Eheschließung für andersgeschlechtliche Paare.
Quelle: South China Mornng Post, Yahoo! Singapore News, 8.11.15

Zitat
Arbeiterproteste
Shenzhen: Hunderte Arbeiter der Shanghe Jianming Toy Factory protestieren seit letzter Woche, weil der Hong Konger Boss sich davon gemacht hat und Manager schon unter der Hand Rohmaterial verkaufen. Sie schlafen vor dem Fabriktor auf der Straße. Ein großes Polizeiaufgebot ist vor Ort. Die Fabrik schuldet ihnen noch Überstundenzulagen und Abfindungen. (Radio Free Asia)
Hanzhong, Shanxi: Hunderte Arbeiter der Hanzhong Iron and Steel Group demonstrierten, weil das Werk ihnen noch Löhne für einige Monate schuldet und seit Jahren keine Rentenversicherungsbeiträge mehr abgeführt hat. Der frühere Staatsbetrieb war schon mehrmals am Rande des Bankrots. (Molihua)
Quelle: div., 11.11.15

Zitat
Land
Shantou, Guangdong: Erneut haben Tausende gegen die Beschlagnahmung von Ackerland für den Bau einer Müllbehandlungsanlage demonstriert. Bei Auseinandersetzungen mit der Polizei gab es Verletzte; Hunderte sollen festgenommen worden sein.
Quelle: Molihua, 12.11.15

Zitat
Protest gegen Müllverbrennungsanlage
Shantou, Guangdong: Mehr als 1000 Polizisten setzten gepanzerte Fahrzeuge, Wasserwerfer, Tränengas ein, um die Blockade durch Anwohner zu brechen. Die wollen den Bau einer großen Müllverbrennungsanlage verhindern. Ein 22-jähriger Mann starb an seinen Verletzungen.
Quelle: Molihua, 30.11.15

Zitat
Proteste
Shenzhen, 25.11.: 200 Arbeiter der Fulong Paper Products demonstrierten, weil die Firma ihnen noch Lohn schuldet. Außerdem sind noch Rechnungen von Zulieferern offen. Der Hong Konger Boss hat sich in die USA verdrückt. Bei Auseinandersetzungen mit der Polizei gab es einen Verletzten und einige Festnahmen. (CLB Map)
Jiaxing, Zhejiang, 30.11.: Tausende demonstrierten gegen den Plan, eine PX-Fabrik (9003, 8652) zu bauen. Es gab viele Festnahmen. (Molihua)
Wuhan: 30.11.: Fast 1000 Leute demonstrierten, weil sie sich von der Wuhan Wealth Investment Management betrogen fühlen. 70 000 haben dort investiert, jetzt ist die Firma in einer "Cash Crisis" und kann einige Forderungen nicht bedienen. Es kam zu Auseinandersetzungen mit der Polizei. (Molihua)
Langfang, Hebei, 30.11.: Tausende High School Studenten protestierten gegen hohe Gebühren, zuletzt für Strom in den Klassenräumen. (Molihua)
Quelle: div., 1.12.15

Zitat
Zeitarbeiter
Yanchang, Shaanxi: Hunderte zeitarbeiter der Qi Ölproduktionsanlage der Yanchang Petroleum demonstrierten im Werk vor dem Verwaltungsgebäude. Sie verlangen gleichen Lohn wie Festangestellte. Ihr Lohn soll nächstes Jahr noch mehr gekürzt werden, verschiede Zulagen kriegen sie nicht. Es kam zu Auseinandersetzungen mit der Polizei mit Verletzten und Festnahmen.
Quelle: CLB Map, 3.12.15

Zitat
Nokia


Suzhou, Jiangsu: Nokia wird sein Werk in Suzhou Ende des Jahres schließen. Es wurde 1998 als Nokia Siemens Networks gegründet. Festeingestellte Arbeiter lobten die Arbeitsbedingungen; Leiharbeiter sollen aber immer wieder gestreikt haben. Es hatte mal 2000 Beschäftigte, die im Mai 2015 auf 1000 reduziert worden sind. Die ArbeiterInnen verlangen jetzt Abfindungen.
Quelle: CLB Map, 8.12.15

Zitat
Protest gegen Repression
Mehr als hundert Menschen haben in Hong Kong gegen die Repression in der Provinz Guangdong gegen Arbeiteraktivisten protestiert. Seit Anfang Dezember hat dort die Polizei 21 Aktivisten von mindestens vier NGOs festgenommen und verhört. 7 sind noch in Haft oder verschwunden. Büros von Organisationen und Privaträume wurden gerazzt. Rechtsanwälte oder Familienmitglieder bekamen bisher keinen Kontakt mit den Verhafteten. Die Repressionswelle wird im Zusammenhang damit gesehen, dass es in der letzten Zeit viele Bankrotte und Verlagerung gab und die betroffenen Aktivisten halfen, Abfindungen zu verlangen
Quelle: Hong Kong Free Press, 10.12.15

Zitat
Proteste
Tongliao, Innere Mongolei: Mehr als 300 Wanderarbeiter protestieren, weil sie ihren Lohn noch nicht gekriegt haben. Die Gebäude, die sie gebaut haben, sind seit einem Monat fertig.
Xiaoshan, Zhejiang: Eine große Anzahl medizinisches Personal demonstrierte vor dem öffentlichen Volkskrankenhaus Nummer 4, weil es zumindest teilweise privatisiert werden soll.
Quelle: CLB Map, 11.12.15

Zitat
Gegen Müllverarbeitung
Shenzhen: Eine große Anzahl von Leuten aus dem Dorf Jingui bei Shenzhen protestierten gegen eine geplante Müllverarbeitungsanlage. Die Stadtverwaltung schickte Riot-Polizei, die Hunderte zwangsweise in Bussen abtransportierte. Einige wurden verhaftet.
Quelle: Radio Free Asia, 9.12.15

Zitat
Taxifahrerin angeschossen
Linyi, Shandong: An die 3000 TaxifahrerInnen demonstrierten, weil unlizenzierte Taxis ihnen die Kunden wegnehmen. Ihr Zorn richtet sich vor allem gegen Didi Kuaidi, die ähnlich wie Uber Fahrgäste mittels einer Smartphone-App vermittelt. Didi Kuaidi hat in diesem Segment chinaweit einen Marktanteil von über 80 % (Uber kommt auf 16,2 %). Die TaxifahrerInnen sagen, ihr Geschäft sei um 60 % gefallen. Bei einer Konfrontation mit Riot-Polizei wurde einer Fahrerin in das Bein geschossen. Die Polizei sagt, das sei aus Versehen passiert.
Quelle: Radio Free Asia, 11.12.15

Zitat
Hong Kong Haushelferinnen    
Etwa 700 Haushelferinnen aus Indonesien und den Philippinen demonstrierten für bessere und regulierte Arbeitszeiten. Derzeit haben sie zwar einen Tag frei in der Woche; der Arbeitstag aber ist unbegrenzt - zumal sie zusammen mit ihren Chefs wohnen. Außerdem verlangen sie höhere Löhne. Vor kurzem ist der Lohn für Haushelferinnen auf 4210 HK$ erhöht worden - das sind etwa 490 €.
Quelle: The Standard (HK), 14.12.15

Zitat
Stahlarbeiter    
Mian, Hanzhong, Shaanxi: Erneut haben 1000 Arbeiter der Hanzhong Iron and Steel demonstriert (9129). Die Firma hat seit Jahren keine Sozialversicherungsbeiträge abgeführt.
Quelle: CLB Map, Molihua, 15.12.15

Zitat
Schuharbeiter
Fuzhou, Fujian: Tausende ArbeiterInnen der Fuzhou Lu Qing Gushan (Kapital aus Taiwan) protestierten gegen ihre Entlassung und für Abfindungen. Qing Lu produzierte u.a. für Nike und Reebok.
Quelle: Molihua, 16.12.15

Zitat
Brauer

[Polizei bewacht das Bier]

Shanghai: Hunderte Arbeiter der Suntory Beer streiken, weil die Brauerei durch die Tsingtao übernommen worden ist. Sie verlangen eine Entschädigung bzw. Einen Anteil. Hunderte Polzisten wurden mobilisiert; es kam zu Auseinandersetzungen mit Verletzten.
Dongguan, Guangdong: Mehr als 200 Arbeiter der Hong Kui Lin Industrial streiken für höhere Löhne. Polizei hat zwei Arbeiter schwer verletzt.
Quelle: CLB Map, 18.12.15

Zitat
Gegen Müllverbrennung
Puning, Guangdong: Seit dem 10.12. protestieren die Anwohner gegen eine geplante Müllverarbeitungsanlage. Jetzt ist der Streit eskaliert. Ein Schuldirektor hatte seine Schüler angewiesen, eine Petition zugunsten der Anlage zu unterschreiben; einige weigerten sich. Der Direktor schlug zu; die Sache weitete sich aus. Am Ende standen 30 000 Leute einem Großaufgebot von Polizei gegenüber. Es soll einige hundert Verletzte gegeben haben.
Quelle: Molihua, 25.12.15

Zitat
Lehrer
Renhuai, Guizhou: 6000 LehrerInnen sind seit dem 24.12. in Streik, weil die Stadtverwaltung einen Zuschlag nicht bezahlen will.
Qingdao: Etwa 7000 Arbeiter der Qingdao Iron and Steel Holding streiken. Sie protestieren gegen "unfaire" Abfindungen bei der Verlagerung der Fabrik. Es kam zu Schlägereien mit der Polizei mit Verletzten.
Quelle: Molihua, 29.12.15

Zitat
Abfindungen
Shenzhen: Mehr als 2000 ArbeiterInnen der Zhongtian Xin Electronics protestierten vor der Stadtverwaltung. Die Smartphone-Fabrik (produzierte u.a. für ZTE, Samsung, Huawei) ist geschlossen. Die ArbeiterInnen fordern ihre Löhne für Dezember und Abfindungen.
Quelle: Hong Kong Free Press, 29.12.15

Zitat
Hong Kong Gegen weiße Elefanten
Zwischen 1600 und 4000 Menschen demonstrierten gegen die Regierung. Hauptthema war die Forderung nach einer allgemeinen Rente(nversicherung). Statt dessen finanziere die Regierung Weiße Elefanten, das heißt teure Infrastrukturprojekte wie etwa die Hochgeschwindigkeitszuglinie nach Guangzhou.
Quelle: Hong Kong Free Press, The China Post, 2.1.16

Zitat
Taxifahrer    
Shenzhen: Von den 16 000 Taxifahrern in Shenzhen sollen bis zu 90 % in Streik getreten sein. Sie protestieren gegen die Konkurrenz durch Uber und andere Vermittlungsplattformen. Aber auch gegen die hohen Mietgebühren für ihre Taxis (50 % der Autos gehören 5 großen Firmen) bzw die geringen Löhne, wenn sie für Andere fahren.
Quelle: The Standard (HK), 5.1.16

Zitat
Obdachlose
Die Zahl der Obdachlosen hat sich seit 2004 bis 2015 von 600 auf mehr als 1600 erhöht. Der Grund liegt in den stark gestiegenen Mieten und den oft verwahrlosten Zuständen in den mehrfach unterteilten billigeren Wohnungen. Die meisten Obdachlosen sind Männer zwischen 45 und 64 Jahren. Die meisten leben in West-Kowloon, wo es auch die meisten Luxuswohnungen (die oft bis zu 3 Millionen € kosten) gibt. In den letzten zwei Jahren hat sich auch die Zahl der "McSleepers" auf mehr als 250 vervierfacht. Das sind Leute, die in 24-Stunden-Fast-Food-Restaurants übernachten.
Quelle: South China Mornng Post, 9.1.16

Zitat
Verschwunden


Zwischen 3500 (Polizeiangabe) und 6000 demonstrierten wegen des Verschwindens von 5 Buchhändlern. Vier von ihnen verschwanden im Oktober letzten Jahres, drei davon wurden wohl in Guangdong bei Besuchen festgenommen. Einer wurde während eines Urlaubs in Thailand verschleppt. Der Fall von Lee Bo ist noch brisanter, weil vermutet wird, dass er am 30.12. in Hong Kong selbst gekidnapt wurde. Er hat danach zweimal seine Frau aus Shenzhen angerufen und ihr mitgeteilt, dass er in der VR China "eine Untersuchung unterstützt". Das Gespräch führte er in Mandarin, obwohl er sich normalerweise mit seiner Frau in Kantonesisch unterhält. Er hat auch einen Pass Großbritanniens; ein anderer Verschwundener hat einen US-Pass und ein weiterer einen schwedischen Pass. Alle Fünf sind Mitarbeiter des Verlags Mighty Current (und des Causeway Bay Bookstore), der erfolgreich politische Bücher über die VR China verlegt und vorwiegend an Besucher aus der VR verkauft. Darunter befinden sich Bücher von Dissidenten, aber auch weniger seriöser Politik-Klatsch.
Quelle: South China Mornng Post, Hong Kong Free Press, The Standard (HK), 10., 11.1.16
    
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!