Autor Thema: Arbeiterunruhen in China  (Gelesen 43998 mal)

Kater

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Arbeiterunruhen in China
« Antwort #15 am: 13:09:57 Fr. 15.Juni 2007 »
Zitat
Skandal um chinesische Sklavenarbeiter weitet sich aus
Freitag 15. Juni 2007, 12:57 Uhr
von AFP  

Der Skandal um Arbeiter, die in China in Ziegeleien und Kohlebergwerken wie Sklaven gehalten werden, weitet sich aus. Nach neuesten Schätzungen der Polizei vom Freitag arbeiteten in den Provinzen Henan und Shanxi mehr als tausend Menschen unter erbärmlichen Umständen, darunter Kinder unter acht Jahren. Rund 450 der versklavten Arbeiter wurden bisher befreit, wie die Behörden mitteilten. Sie wurden geschlagen und waren zum Teil fast verhungert. Verstrickt in den Skandal sind nach Zeitungsberichten auch Politiker der Kommunistischen Partei (KP) und die örtliche Polizei.

http://de.news.yahoo.com/15062007/286/kurzberichte-skandal-chinesische-sklavenarbeiter-weitet.html

Kater

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Arbeiterunruhen in China
« Antwort #16 am: 17:41:17 Di. 19.Juni 2007 »
Zitat
Sklavenlager in China
Fälle von Zwangs- und Kinderarbeit schockieren die Bevölkerung und beschädigen das Image des Olympia-Gastgebers
Bernhard Bartsch

PEKING. Ende Februar fuhr Zhang Yinlei, ein 20-jähriger Bauernsohn aus dem zentralchinesischen Henan, in die Provinzhauptstadt Zhengzhou, um Arbeit zu suchen. In einer Jobagentur am Bahnhof bot man ihm ein Glas Wasser an. Zhang trank, ihm wurde schwindelig. Als er wieder zu sich kam, befand er sich in einer Ziegelfabrik mit hohen Mauern und bewaffneten Aufpassern. Mehr als 14 Stunden musste er dort täglich schuften, ohne Lohn. Die heißen Ziegel verbrannten ihm die Hände. Beschwerte er sich, gab es Prügel, und ihm wurde das Essen entzogen. Mitunter kam der Fabrikbesitzer zur Inspektion. Heute weiß Zhang, dass er der Sohn des lokalen Parteisekretärs Wang Dongji war, der auch Mitglied im Nationalen Volkskongress, Chinas Parlament, ist.

Zhang ist einer von 591 sogenannten Sklavenarbeitern, die in China seit Ende Mai befreit wurden und deren Schicksal im In- und Ausland Entsetzen auslöste. Unter den Opfern befinden sich auch zahlreiche Kinder. Mehrere Wochen lang gelang es der Regierung, die Fälle aus der Öffentlichkeit zu halten, doch nachdem das Thema Mitte Juni in Internetforen auftauchte, berichteten auch die Staatsmedien darüber, und die Pekinger Parteiführung ordnete eine Aufklärungskampagne an. Seitdem sollen in den Provinzen Shanxi und Henan fünf Menschenhändlerringe gesprengt und 168 Verdächtige festgenommen worden sein. Über 55 000 Polizisten kamen dabei zum Einsatz.

Ein Jahr vor den Olympischen Spielen in Peking sind die Fälle von Sklaven- und Kinderarbeit Gift für Chinas internationales Image. Menschenrechtsorganisationen sehen sie als Beweis für die systematische Ausbeutung chinesischer Arbeiter. Das US-Außenministerium hat die Volksrepublik auf seine Beobachtungsliste für Menschenhandel und Zwangsarbeit gesetzt.

Kinderarbeit soll sogar bei vier offiziellen Herstellern von Olympiamützen, -taschen und -stiften vorgekommen sein, berichtete in der vergangenen Woche die Organisation Playfair 2008. Einige der Arbeiter seien erst zwölf Jahre alt gewesen. "In China treten viele Menschen die Gesetze mit Füßen, wenn sich damit Geld verdienen lässt", sagt Han Dongfang, Gründer der Hongkonger Arbeiterrechtsorganisation China Labor Bulletin. "Häufig können sie sich darauf verlassen, dass lokale Kader ihnen den Rücken decken."

Blogger rügen die Partei

Chinesische Medien und Blogger reagierten auf die aufgedeckten Fälle mit Aufrufen zur besseren Kontrolle. "Um solche Fälle ein- für allemal zu vermeiden, muss die Regierung ihre Beamten richtig überwachen", schrieb die Pekinger Zeitung Xinjing Bao. Das Parteiorgan Renmin Ribao kommentierte: "Was für ein Schock. Wir müssen nicht nur die bekannt gewordenen Fälle aufklären, sondern auch herausfinden, von wie vielen Fällen wir noch nichts wissen." Und ein Blogger des Portals Dongfang Wang schrieb: "Wie kann es im sozialistischen China noch Sklavenhalter geben?"

Arbeitsrechtler glauben allerdings, dass es mit schärferer Kontrolle nicht getan ist. Zwar seien Fälle von Versklavung auch in China die Ausnahme, erklärt Han, der 1989 als Gewerkschafter zu den Anführern der Tiananmen-Demonstrationen gehörte. Doch die Verletzung von Arbeiterrechten sei nach wie vor üblich. "Ohne unabhängige Gewerkschaften und ein effektives Rechtssystem haben Arbeiter keine Möglichkeit, den Schutz einzufordern, den das Gesetz ihnen verspricht", sagt Han.

So wurden mehrere Fälle von Sklavenarbeit bezeichnenderweise zunächst nicht von den Behörden entdeckt, sondern von Angehörigen. Ende Mai baten rund vierhundert Väter von verschwundenen Arbeitern die Regierung um Hilfe und äußerten den Verdacht, ihre Kinder seien Menschenhändlern in die Fänge geraten.

http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/print/politik/663059.html

Zitat
Arbeitssklaven für 50 Euro
591 Menschen sind in China seit Ende Mai aus sklavenartigen Arbeitsbedingungen befreit worden, unter ihnen 49 Minderjährige und zehn geistig Behinderte.

Die Betroffenen wurden in Fabriken - in vielen Fällen waren es Ziegeleien - in den zentralchinesischen Provinzen Shanxi und Henan festgehalten.

Täglich bis zu 20 Stunden mussten die Sklaven dort arbeiten, meist ohne Bezahlung.

Nach Ermittlungen der Polizei wurden sie Opfer von Menschenhändlerbanden, die an Bushaltestellen und Bahnhöfen Arbeitssuchende köderten, überwältigten und weiter verkauften. Viele der Sklaven zeigten bei ihrer Befreiung Symptome von Misshandlung und Unterernährung.

Der Preis für einen Arbeiter liegt chinesischen Medienberichten zufolge bei 500 Yuan - umgerechnet 50 Euro.

http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/print/politik/663058.html

Kater

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Arbeiterunruhen in China
« Antwort #17 am: 12:26:56 Do. 21.Juni 2007 »
Zitat
Chinesische Regierung will hart gegen Sklavenarbeit vorgehen
Donnerstag 21. Juni 2007, 11:06 Uhr

Peking (AP) Die erschütternden Berichte befreiter chinesischer Sklavenarbeiter haben jetzt auch die Staatsführung in Peking auf den Plan gerufen. «Gesetzesbrecher, die illegal Kinder beschäftigen, Menschen zur Arbeit zwingen oder Arbeiter vorsätzlich verletzen, werden schwer bestraft», kündigte das Kabinett am Donnerstag nach einer Sitzung unter Leitung von Ministerpräsident Wen Jiabao an. Fast 600 Menschen waren in den vergangenen Tagen von der Polizei aus Ziegeleien und Minen befreit worden. Darunter waren auch Kinder, die nicht einmal acht Jahre waren.

Bei den Razzien vor allem in Provinzen Shanxi und Henan waren 45.000 Polizisten beteiligt. Bislang wurden rund 160 Bosse von Ziegeleien und Minen festgenommen, wie die Nachrichtenagentur Xinhua berichtete. Mehr als 8.000 kleine Ziegeleien und Kohlegruben wurden durchsucht. Den Festgenommenen würden «Entführung, Freiheitsberaubung, Beschäftigung Minderjähriger und Mord» vorgeworfen, erklärte die Regierung.

«Ich hoffe, dass sie erschossen werden», sagt der 16-jährige Chen Chenggong, der von der Polizei aus einer Ziegelei befreit wurde. Der Hass aber auch die Furcht vor seinen Peinigern sitzen immer noch tief bei Chen. Sein Gesicht, seine Arme und Beine zeigen immer noch die Wunden von den Schlägen der Wächter.

Sie hatten bei Chen leichtes Spiel. Wie viele Jugendliche vom Lande suchte auch Chen dringend Arbeit, als er auf dem Bahnhof von einem Anwerber angesprochen wurde. Der bot ihm einen gut bezahlen Job in einer Fabrik an. Wenige Stunden später saß Chen mit zwölf anderen im einem Kleinbus und landete in einer Ziegelei. Dort bekam er nur wenig zu essen, wurde oft geschlagen und musste bis zu 20 Stunden am Tag ohne Bezahlung Ziegel schleppen. Den Mann, der ihn angeworben hatte, sah er nie wieder.

Chen arbeitete nach eigenen Angaben mit 34 andere zusammen. Sie mussten auf den Steinen schlafen, die sie schleppten. Duschen, eine medizinische Betreuung und selbst einen Haarschnitt gab es nicht. Acht Wächter hätten die Männer geschlagen, wenn sie zu langsam arbeiteten, sagt Chen. Sechs Wachhunde verstärkten die Furcht und sollten Fluchtversuche verhindern. Chen hat nach eigenen Angaben nur noch einen Gedanken - seine Peiniger hinter Gittern zu sehen. «Ich habe immer noch Angst vor diesen Menschen.»

Ob die Verantwortlichen für die Sklavenarbeit wirklich vor Gericht kommen, ist aber noch nicht klar. Denn es gibt deutliche Hinweise, dass kommunale Behörden und auch Polizisten in den Menschenhandel verwickelt sind, dass sie von ihm profitiert haben. Nach seiner Entführung im März habe er oft uniformierte Polizisten in der Ziegelei gesehen, berichtet Chen. «Sie wurden vom Besitzer bezahlt. Das ganze Dorf gehörte ihm.»

Der Vater eines 18-Jährigen aus der Provinz Henan, der auch verschleppt worden war, berichtete, sein Sohn sei am Samstag heimgekehrt. Er habe ihm erzählt, dass er früher schon einmal von Polizisten befreit worden sei. Nur kurze Zeit später sei er aber wieder von örtlichen Behörden gestoppt und in eine andere Ziegelei gebracht worden.

http://de.news.yahoo.com/21062007/12/chinesische-regierung-hart-sklavenarbeit-vorgehen.html

Troll

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Arbeiterunruhen in China
« Antwort #18 am: 12:32:04 Do. 21.Juni 2007 »
Zitat
Chinesische Regierung will hart gegen Sklavenarbeit vorgehen

Für mich hört sich das an wie "Zeitarbeitsfirmen wollen hart gegen Lohndumping vorgehen".
Politik ist der Spielraum, den die Wirtschaft ihr lässt.
Dieter Hildebrandt
Es ist kein Zeichen geistiger Gesundheit, gut angepasst an eine kranke Gesellschaft zu sein.
Jiddu Krishnamurti

Kater

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Arbeiterunruhen in China
« Antwort #19 am: 12:51:10 Do. 21.Juni 2007 »
ja, der Artikel beschreibt ja, daß kommunale Behörden und sogar Polizisten in die Sache verwickelt sind...

Kater

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Arbeiterunruhen in China
« Antwort #20 am: 12:59:14 Sa. 23.Juni 2007 »
Zitat
Gewaltsame Proteste gegen Zwangsräumung in China
Samstag 23. Juni 2007, 12:29 Uhr
 
Peking (AP) Die Zwangsräumung einer 90 Jahre alten Frau hat in Südchina gewaltsame Proteste ausgelöst. Die Frau habe sich sogar mit einer selbst gebauten Brandbombe auf das Dach ihres Hauses gestellt, berichtete die Informationszentrum für Menschenrechte und Demokratie sowie die Zeitung «Beijing News». Hunderte Polizisten und Feuerwehrleuten waren angerückt, um die Frau aus ihrem Haus zu holen. Sie ist die letzte in der Ortschaft Shengzhou, die einem geplanten Immobilienprojekt nicht weichen will.
Es kam bei dem Zwischenfall am Mittwoch zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen rund 20.000 Demonstranten und der Polizei, wie es hieß. Das Informationszentrum sprach von 20 Verletzten und sechs Festnahmen. Ob die Zwangsräumung schließlich durchgeführt wurde, war nicht nicht bekannt. Der Frau waren als Entschädigung 2.500 Yuan (243 Euro) pro Quadratmeter angeboten worden. Ihre Familie forderte nach Informationen der Zeitung 4.000 Yuan (390 Euro).

http://de.news.yahoo.com/23062007/12/gewaltsame-proteste-zwangsraeumung-china.html

ManOfConstantSorrow

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Arbeiterunruhen in China
« Antwort #21 am: 19:55:57 So. 24.Juni 2007 »
Zitat
Shengzhou (Provinz Zhejiang): Bis zu 20 Bewohner lebten auf dem Dach eines vierstöckigen Gebäudes in Zelten, um damit gegen den vorgesehenen Abriß und ihre Zwangsumsiedlung zu protestieren. Als Polizei und Abrißteams anrückten, schmissen die Bewohner Gasbomben von oben. Es entzündete sich eine Straßenschlacht, zwischen Polizei und tausenden von Anwohnern und Sympathisanten. Der Abriß konnte deshalb nicht stattfinden.

Quelle: Yahoo! News, 24.6.07

Zitat
Provinz Sichuan: Die Verwaltung des Bezirks Ganzi hatte die Ausbeutung des Bergs Nongge Shan an eine chinesische Bergbaugesellschaft für 100 Mill. Yuan (10 Mill. Euro) verkauft. Davon hatten die Anwohner 200 000 (20 000 Euro) abbekommen. Die Anwohner sind 400 bis 500 tibetische Familien. Nach tibetischem Glauben ist der Berg heilig. Am 5. Juni 07 veranstaltete das Bergbauunternehmens anläßlich eines großen Fundes ein Fest und lud viele Verwaltungsbeamte dazu ein. Die anwohnenden Tibeter nutzten die Gelegenheit zum Protest. Nachdem die Beamten den Demonstranten kein Gehör schenkten, kam zu stundenlangen Zusammenstößen von mehr als 1000 Anwohnern mit Bergbaumitarbeitern, Verwaltungsbeamten und Sicherheitspersonal. Die Demonstranten blockierten tagelang eine Straße und schickten Vertreter nach Beijing, um dort Beschwerde einzureichen. Obwohl die lokalen Behörden die meisten dieser Beschwerdeführer abfingen und verhafteten, gelang es einem, durchzukommen und in Beijing Kontakt mit zuständigen Stellen aufzunehmen. Am 18. Juni mußte die Provinzregierung der Bezirksverwaltung von Ganzi befehlen, alle Bergbautätigkeiten, die nicht im Interesse der Öffentlichkeit sind, einzustellen und alle verhafteten Demonstranten freizulassen.
   
Quelle: Radia Free Asia, 24.6.07
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Kater

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Arbeiterunruhen in China
« Antwort #22 am: 16:42:07 Mo. 25.Juni 2007 »
Zitat
Chinesische Unternehmen versklaven 53.000 Wanderarbeiter
Montag 25. Juni 2007, 14:36 Uhr
von AFP  

Die in einen Skandal um Sklavenarbeit verwickelten chinesischen Ziegeleien und Bergwerke haben mehr als 53.000 Wanderarbeiter beschäftigt. Zudem hätten Ermittlungen ergeben, dass 2036 der 3347 untersuchten Firmen ohne die nötigen Lizenzen betrieben wurden, erklärte ein hochrangiger Vertreter der Provinzregierung von Shanxi laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Xinhua vom Montag. Demnach wird damit gerechnet, dass die chinesischen Abgeordneten in den kommenden Tagen ein neues Arbeitsgesetz verabschieden, um den Skandal beizulegen.

http://de.news.yahoo.com/25062007/286/kurzberichte-chinesische-unternehmen-versklaven-53-000-wanderarbeiter.html

ManOfConstantSorrow

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Arbeiterunruhen in China
« Antwort #23 am: 19:33:37 Mi. 04.Juli 2007 »
Gold Peak ist ein internationales Unternehmen, das Batterien herstellt. Die Arbeitsbedingungen der Gold Peak Beschäftigten sind sehr sehr schlecht - 12 Stunden Arbeit am Tag, wenig Lohn, wenig Urlaub... Das Schlimmste aber ist, dass die ArbeiterInnen gänzlich ungeschützt mit dem hochgiftigen Metall Cadmium arbeiten. Sie atmen den Cadmiumstaub ein, essen und trinken direkt am Arbeitsplatz und damit 'essen' und 'trinken' sie auch direkt Cadmium. Im November 2003 fühlte sich eine Kollegin sehr krank und ließ sich im Krankenhaus untersuchen. Es wurden bei ihr extrem hohe Cadmiumwerte nachgewiesen.

Die Beschäftigten waren geschockt und brachten ihren Protest zum Ausdruck, in dem sie sowohl demonstrierten als auch streikten. Gold Peak sagte daraufhin der Kollegin einen Krankenhausaufenthalt zu, ließ aber kurz darauf die Polizei rufen, um die Beschäftigte aus dem Krankenhaus vertreiben zu lassen. Inzwischen sind Hunderte von ArbeiterInnen erkrankt. Gold Peak lehnt bis heute seine Verantwortung ab. Die GP-ArbeiterInnen wollten nach Peking reisen, um bei der Zentralregierung eine Petition einzureichen. Dies hat die Huizhou-Stadtverwaltung in einer oeffentlichen Deklaration den ArbeiterInnen untersagt und drohte, wer doch fahre, wuerde ins Gefaengnis geworfen werden.

Es gibt mittlerweile Unterstützung von Beschäftigten aus den Niederlanden, Frankreich, Dänemark und Polen, u.a. von den Organisationen ITUC, FNV (Niederlande), IMF (International Metalworkers Federation), Independent and Self-Governing Trade Union (Polen). Es gibt zwar aus einzelnen Staedten in Deutschland Unterstuetzung wie aus Hamburg (Hamburger Gewerkschaftslinke), Braunschweig, Berlin... Aber z.B. der DGB wurde nach Unterstuetzung angefragt und hat dazu nein gesagt.

Verbraucher und Gewerkschaften!

    * Zwingt Gold Peak den GP-Beschaeftigten medizinische Behandlung und volle Entschaedigung zu geben!
    * Unterstützen wir den Kampf der KollegInnen von Gold Peak!
    * Insbesondere die Belegschaften sind aufgefordert, in deren Unternehmen Batterien schon 'automatisch' ins Produkt eingelegt werden! Sorgt dafür, dass es keine Gold-Peak-Batterien sind!
    * Aber auch alle anderen Belegschaften und gewerkschaftlichen Verwaltungsstellen sind gefordert, ihren Proteste und ihre Solidarität zu zeigen!

Hoch die internationale Solidarität!

Proteste an:
Mr. Victor Lo
Gold Peak Industries (Holdings) Limited
Gold Peak Building, 8/F, 30 Kwai Wing Road, Kwai Chung,
New Territories, Hong Kong

Kontakt:
Frau Charlotte Wu, Aktivistin der NGO “Globalization Monitor“
Website: http://www.globalmon.org.hk externer Link
E-Mail: ichbincharlotte@gmail.com
Tel.: +88 69 341 92223
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ManOfConstantSorrow

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Arbeiterunruhen in China
« Antwort #24 am: 13:50:21 Mo. 16.Juli 2007 »
HANDELSBLATT, Montag, 16. Juli 2007, 11:27 Uhr
Skandal um Sklavenarbeit

Milde Strafen für chinesische Funktionäre
In der chinesischen Provinz Shanxi mussten Hunderte Arbeiter wie Sklaven schuften. Die Kommunistische Partei bestrafte jetzt die verantwortlichen Funktionäre – allerdings nicht sonderlich hart.


HB PEKING. Nach dem Skandal um Sklavenarbeit verloren 33 Funktionäre ihre Ämter in Behörden oder in der Partei. Ihnen wurde Vernachlässigung ihrer Pflichten bei der Verwaltung und der Aufsicht über Ziegeleien in der Provinz Shanxi im Norden des Landes vorgeworfen, in denen Arbeiter und sogar Kinder wie Sklaven gehalten und zur Arbeit gezwungen worden waren. Zudem erhielten 62 Funktionäre disziplinarische Verwarnungen, berichtete die Nachrichtenagentur Xinhua am Montag. Allerdings wurden als Konsequenz nur drei Verantwortliche aus der Partei ausgeschlossen.

Nach den Enthüllungen waren in Shanxi nach offiziellen Angaben 359 Arbeiter, darunter 12 Kinder, aus Ziegeleien befreit worden. In der Nachbarprovinz Henan wurden 217 Menschen, darunter 29 Kinder, gerettet. Mehrere Verantwortliche sind schon vor Gericht gestellt worden. Der Skandal wurde aufgedeckt, als rund 400 Väter, die schon lange verzweifelt nach ihren Kindern suchen, im Internet einen Brief verbreitet hatten. Sie vermuten aber, dass die bisherigen Erkenntnisse über Freiheitsberaubung und Misshandlungen nur die „Spitze des Eisberges“ sind, da sie ihre eigenen Kinder bis heute nicht gefunden haben.
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UnchainedRage

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Arbeiterunruhen in China
« Antwort #25 am: 14:14:33 Mo. 16.Juli 2007 »
wenn man den letzten absatz so liest könnt einem echt schlecht werden  :(

ManOfConstantSorrow

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« Antwort #26 am: 19:00:02 Di. 17.Juli 2007 »
Zitat
Demonstratives Verfahren: In einem Prozess um Sklavenarbeit in China hat ein Gericht einen Angeklagten zum Tode verurteilt und zum Teil hohe Haftstrafen verhängt. Die Urteilsverkündung wurde live im Fernsehen übertragen.
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,494935,00.html

Zitat
3.000 bis 4.000 Arbeiter der chinesischen Zementfabrik Shuangma sind am 28. Juni in den Streik getreten. Das Werk gehört seit Mai diesen Jahres zu dem französischen Übermonopol Lafarge. Der Konzern mit 71.000 Beschäftigten in über 70 Ländern bezeichnet sich selbst als führenden Baustoffhersteller der Welt. Die Arbeiter sind nicht damit einverstanden, gegen eine Abfindung ihre Arbeit sowie ihre Renten- und Krankenversicherungsansprüche zu verlieren. Die Stadt Erlangmaio, Provinz Sichuan, wurde von den chinesischen Behörden abgeriegelt.

Fakten über den Kapitalismus in China
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ManOfConstantSorrow

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Arbeiterunruhen in China
« Antwort #27 am: 14:05:29 Di. 14.August 2007 »
Zitat
Der ehemalige Bauarbeiter Xi Haoliang wurde aus der Haft entlassen. Er war wegen seiner Beteiligung an den Tiananmen-Protesten in Jahre 1989 ( er soll Schutt in Brand gesteckt haben) zunächst zum Tode verurteilt, dann jedoch begnadigt worden. Er war einer von schätzungsweise 12 Personen, die wegen der damaligen Ereignisse immer noch im Knast sind.   

Quelle: The Jurist, 10.8.07
Zitat
Der stellvertretende Minister für Arbeit und Soziales gab bekannt: Bei den seit Juni durchgeführten Razzien gegen sklavereiähnliche Zustände in Ziegelein, Bergwerken und Fabriken wurden bisher 277 000 Arbeitsstätten mit 12,7 Mill. Beschäftigten durchsucht. 185 000 Gesetzesverstöße wurden entdeckt, bei der Hälfte der Fälle geht es um Beschäftigung ohne Arbeitsvertrag, bei 37 Prozent hatten die Unternehmer die Arbeiter nicht zur Sozialversicherung angemeldet. 1340 Personen wurden aus Zwangsarbeit befreit (davon 367 geistig Behinderte). Ein Viertel der untersuchten Betriebe hatten keine Lizenz. Es gab 140 Verhaftungen.

Quelle: Xinhua, 13.8.07
Zitat
      Bauarbeiterstreik seit 7.8.07 in Hong Kong

Etwa 700 Bauschlosser streiken seit etwa einer Woche für höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen auf der Ho Man Tin Baustelle. Schweisser und Eisenflechter bekamen früher mal um die 1000 HK$, derzeit nur noch die Hälfte. Sie fordern jetzt 950 HK$/Tag (90 €). Bei einer Demo am Sontag war es zu Auseinandersetzungen mit der Polizei gekommen
 

Quelle: The Standard (HK), 13., 14.8.07
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« Antwort #28 am: 14:11:23 Mo. 20.August 2007 »
Zitat
800 Arbeiter des Tanjiashan- Kohlebergwerks (Provinz Hubei) streikten sechs Tage lang, weil sie entdeckt hatten, daß das Management sich 360 Mill. Yuan (36 Mill Euro) angeeignet hatte, die von der Zentralregierung für Abfindungen als Teil des Privatisierungsplans zur Verfügung gestellt worden waren. Am 15.08. ließ das Management den Streik von 200 extra angeheuerten Sicherheitskräften angreifen. Mindestens ein Streikender und ein angeheuerter Schläger kamen dabei ums Leben. Die Auseinandersetzungen dauerten zwei Stunden. Am Abend ließ das Management weitere 100 Leute auffahren, mehr ist noch nicht bekannt.

China Labour Bulletin, 16.8.07
Zitat
Qingyang (Provinz Gansu), 7.08.07 : Mehr als 100 Riotpolizisten zerstreuten mit Gewalt einen langandauernden Arbeiterprotest vor dem Verwaltungsgebäude des Qingyang-Transportunternehmens und nahmen acht Arbeiterführer fest. Seit Januar hatten die Arbeiter dort demonstriert, nachdem das Unternehmen privatisiert worden war. Alle Arbeiter waren ohne Abfindungen oder Arbeitslosengeld entlassen worden.

China Labour Bulletin, 16.8.07
Zitat
Xintai, Shandong: Angehörige der 172 Bergleute, die es am Freitag nicht mehr aus dem gefluteten Kohlebergwerk geschafft hatten, stürmten das Gelände, wo es zu Auseinandersetzungen mit Sicherheitsleuten kam. Sie hatten gehört, daß die Firma die Pumpen abgestellt hat - was bedeutet, daß die Rettungsversuche eingestellt worden sind. An einem anderen Tor kam es zu Auseinandersetzungen mit der Polizei; das Verwaltungsgebäude wurde mit Steinen beworfen.

Yahoo! News Singapore, 19.8.07
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Arbeiterunruhen in China
« Antwort #29 am: 11:12:46 Mo. 27.August 2007 »
Shenzhen: Mehr als 5000 (von insg. über 10 000) ArbeiterInnen der Feihuang Electronic Factory sind in den Streik getreten. Die Fabrik produziert Komponenten (Akkus, Ladegeräte) für Mobiltelefone, u.a. für Nokia und Motorola. 90 Prozent der Beschäftigten sind Frauen aus den Inlandsprovinzen Sezhuan, Hunan, Hubei. Die Fabrik hatte von ihnen verlangt, pro Stunde 90 Ladegeräte mehr zu produzieren. Falls sie das nicht schaffen, sollen sie die fehlende Stückzahl nach ihrer Schicht nacharbeiten, andernfalls wird ihnen der Grundlohn gekürzt. Einige der Streikenden sollen auf das Fabrikgelände eingedrungen sein. Die örtliche Arbeitsbehörde hat sich eingeschaltet, aber die Verhandlungen brachten noch keinen Erfolg.
 
ChinaTechNews, 24.8.07
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