Autor Thema: Boomender deutscher Rüstungsexport  (Gelesen 5559 mal)

Kuddel

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Re: Boomender deutscher Rüstungsexport
« Antwort #15 am: 12:57:07 Mi. 20.März 2019 »
Was für ein Horror!
Ich hatte das alles irgendwie verdrängt:

  • Kiel steht seit Ewigkeiten unter enormer Abhängikeit von der Rüstungsindustrie.
  • Die KN (Kieler Nachrichten) hat das Meinungsmonompol und wußte schon immer auf welcher Seite sie steht.

    Wikipedia verrät folgende geschichtliche Hintergründe: Die Kieler Nachrichten (KN) ist die einzige in der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt Kiel erscheinende Tageszeitung. Die erste KN-Ausgabe erschien am 3. April 1946 zunächst als CDU-Lizenzzeitung. Später stellte sich die Zeitung in die Tradition der 1864 gegründeten Kieler Zeitung und der Kieler Neueste Nachrichten, die 1894 gegründet worden waren. Die Kieler Zeitung war die erste in Kiel erscheinende Tageszeitung. Gegründet wurde sie vom Bankier und Politiker Wilhelm Hans Ahlmann. Die Kieler Neuesten Nachrichten waren seit Ende des 19. Jahrhunderts die auflagenstärkste Tageszeitung in Kiel.

    Die Zeitung wurde 1894 unter dem Namen "General-Anzeiger für Schleswig-Holstein" vom Geologie-Professor Johannes Lehmann-Hohenberg gegründet, der damit eine Plattform für den Nationalsozialen Verein Friedrich Naumanns schaffen wollte.

    Ab September 1942 wurde der Name Kieler Zeitung dann noch einmal verwendet, als die NSDAP zwangsweise die größte Zeitung in Schleswig-Holstein, die Kieler Neuesten Nachrichten, mit der bereits parteiamtlichen Nordischen Rundschau zusammenlegte. Das Fusionsblatt erschien als Kieler Zeitung mit dem Untertitel „Das Gauamtliche Organ der NSDAP“ und dem Zusatz „Nachrichtenblatt aller Behörden“.

    Bis Februar 2009 hielt die Axel Springer AG 24,5 Prozent an dem Verlagsunternehmen. Die Axel Springer AG verkaufte ihren Anteil an die Verlagsgesellschaft Madsack in Hannover. Die SPD ist über ihre Medienholding Deutsche Druck- und Verlagsgesellschaft mit 20,4 Prozent an der Mediengruppe Madsack beteiligt; eine politische Neuausrichtung im weiterhin CDU-nahen, konservativen Blatt war damit allerdings nicht verbunden.
  • Rheinmetall ist ein Verbrechunternehmen erster Güte.
    Hintergründe wieder aus Wikipedia: Gründung: 13. April 1889. Umsatz: 5,90 Mrd. Euro (2017). Rheinmetall war 2017 auf Platz 25 der größten Rüstungsunternehmen weltweit. Rheinmetall übernahm 1901 die in Konkurs gegangene Munitions- und Waffenfabrik AG in Sömmerda. In den Folgejahren wuchs Rheinmetall auch auf Grund von Bestellungen aus dem Ausland. 1906 wurde daher das Werk in Düsseldorf erweitert. Bei Beginn des Ersten Weltkrieges war Rheinmetall einer der größten Rüstungshersteller im Deutschen Kaiserreich.  Im Rahmen der Aufrüstung der Wehrmacht entwickelte und produzierte Rheinmetall-Borsig ab Mitte der 1930er Jahre im Auftrag des Reichskriegsministeriums Waffen und Munition. Die Fertigungspalette reichte von Maschinengewehren und -kanonen über Panzerabwehrgeschütze, Minenwerfer und Feldkanonen bis hin zu Flugabwehrkanonen und Eisenbahngeschützen. Für Entwicklung und Bau von gepanzerten Kettenfahrzeugen wurde 1937 in Berlin das Tochterunternehmen Alkett (Altmärkische Kettenwerke) gegründet. Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Rüstungsproduktion maximal gesteigert und die Entwicklung neuer Waffensysteme gefordert. Der staatliche Einfluss durch Institutionen der Wehrmacht und die Eingliederung von Rheinmetall-Borsig in das Staatsunternehmen Reichswerke Hermann Göring nahm so weit zu, bis das Unternehmen vollständig verstaatlicht und in die planmäßige Kriegsvorbereitung integriert wurde.

    Die Reichswerke Hermann Göring waren neben der I.G. Farben und der Vereinigte Stahlwerke AG der größte deutsche Konzern im nationalsozialistischen Deutschen Reich. An der Spitze der Aktiengesellschaft stand Göring.  Im ersten Aufsichtsrat nach Gründung saßen (...)  Wilhelm Keppler (Leiter der Wirtschaftsorganisation in der NSDAP) (...). 1937 kam es schließlich zu einem „Friedensschluss“ (im Konkurrenzkampf der Ruhrkonzerne), als sich bei Karl Kimmich (Vorstandsmitglied der Deutsche Bank AG) Paul Pleiger, Peter Klöckner und Friedrich Flick trafen. Nach der Besetzung der Tschechoslowakei 1939 wurden die Škoda-Werke) in den Konzern eingegliedert ebenso die Waffenwerke Brünn. Bereits Ende März bestanden die Reichswerke aus 84 Gesellschaften u. a. mit eigenem Transport- und Schifffahrtsunternehmen. Am 7. Juli 1939 erfolgte die Gründung der Holding Reichswerke AG „Hermann Göring“. Nach dem Polenfeldzug wurden den Reichswerken alle Rüstungsbetriebe Polens treuhänderisch übereignet. Die eigene Kohlebasis zur erweiterten Eisen- und Stahlherstellung war das nächste Ziel der Holding Hermann Göring. Zu diesem Zweck wurde die jüdische Petschek-Gruppe mit ihrem Kohlevorkommen arisiert. Nach der Eroberung der Ukraine sollten die Werke zur Munitionsherstellung im Donezbecken an die Reichswerke übergehen.

    Im April 1945 befreiten die alliierten Truppen ungefähr 40.000 Kriegsgefangene, KZ-Häftlinge, Zwangsarbeiter und ausländische Arbeitskräfte, die zu diesem Zeitpunkt etwa vierzig Prozent der Gesamtbelegschaft der Reichswerke ausmachten. Der Konzern beschäftigte während des Gipfels seiner Geschäftstätigkeit über 600.000 Arbeiter, darunter ab 1943 über fünfzig Prozent Zwangsarbeiter. Nach Kriegsbeginn setzten die Reichswerke sowohl Kriegsgefangene und Deportierte aus den besetzten Gebieten als auch KZ-Häftlinge ein.

    Ab 1938 wurden verstärkt ausländische Arbeitskräfte angeworben, um den weiteren Aufbau der Werke voranzutreiben. Zunächst wurden Ausländer aus den verbündeten und neutralen Ländern Italien und Rumänien angeworben. Anschließend kamen Arbeitskräfte aus dem besetzten Polen und dem Protektorat Böhmen und Mähren als Zwangsarbeiter. In der nächsten Phase wurden Arbeitskräfte aus den besetzten Niederlanden, Belgien und Frankreich angeworben oder Kriegsgefangene eingesetzt. Bis Ende 1941 arbeiteten 4.650 Kriegsgefangene aus westeuropäischen Ländern in acht Lagern der Reichswerke.  Ab Juni 1942 wurden niederländische Justizstrafgefangene, die im Gefängnis Wolfenbüttel untergebracht waren, eingesetzt. Ferner erfolgte die Zwangsrekrutierung von zivilen Arbeitern aus der Sowjetunion, im September 1943 5.800 (darunter 1.700 Frauen) und im Mai 1944 9.800 (darunter 2.300 Frauen). Zu Beginn des Jahres 1942 waren in den Lagern Salzgitter-Drütte, Reppner, Beinum und Heiningen 2.060 sowjetische Kriegsgefangene untergebracht.

    1940 errichtete die Gestapo Braunschweig auf dem Gelände der Reichswerke das Arbeitserziehungslager Hallendorf bei Salzgitter-Watenstedt, auch Lager 21 genannt, das nicht nur zur Abschreckung und Unterdrückung der Bevölkerung, sondern auch zur Disziplinierung der ausländischen Zwangsarbeiter (vor allem der Polen) diente. 1942 wurde dieses Männerlager um ein Frauenlager in unmittelbarer Nähe erweitert. In diesem Lager wurden schätzungsweise 26.000 bis 28.000 Männer sowie 7.000 Frauen schikaniert, mussten zwangsarbeiten und wurden unter unmenschlichen Bedingungen untergebracht, gequält und bestraft. Bis zu 1.000 Ermordete dieser Arbeitserziehungslager sind namentlich bekannt.

    Die SS errichtete speziell für die Reichswerke im Raum Braunschweig/Salzgitter drei Konzentrationslager als Außenkommandos/Nebenlager des KZ Neuengamme bei Hamburg: das KZ Salzgitter-Drütte, das KZ Salzgitter-Watenstedt sowie das KZ Salzgitter-Bad.

    Das KZ Salzgitter-Drütte wurde am 13. Oktober 1942 durch 250 KZ-Häftlinge in den Lagerräumen unter der Hochstraße gebaut. Die Zahl der KZ-Häftlinge stieg bis Mitte 1944 auf über 2.700 Männer an, um im September 1944 auf 3.150 anzusteigen. Es war damit zahlenmäßig das größte Außenlager des KZ Neuengamme. Im KZ Salzgitter-Watenstedt waren bis zu etwa 2.000 KZ-Häftlinge in unmittelbarer Nähe des Dorfes Leinde bei Salzgitter-Watenstedt untergebracht, die im Werk der Stahlwerke Braunschweig GmbH arbeiten mussten. Jeden Tag starben unter den bewusst herbeigeführten unmenschlichen Verhältnissen nach Schätzungen 20 bis 30 Häftlinge. Das KZ Salzgitter-Bad wurde im September 1944 durch die SS und die Hermann-Göring-Werke in Salzgitter-Bad errichtet. In einem ehemaligen „Zivilarbeiterlager“ der „Bergbau- und Hüttenbedarf AG“ wurden etwa 500 Frauen untergebracht. Alle drei Lager wurden am 7. April 1945 vor den anrückenden alliierten Soldaten geräumt.

    Westdeutschland: Bis 1950 herrschte ein völliges Produktionsverbot. Danach wurden Rheinmetall-Borsig in eine reine Holdinggesellschaft umgewandelt und zwei unabhängige Tochterunternehmen gegründet. Den Aufschwung brachte das Jahr 1956. Bereits mit Aufstellung der Bundeswehr 1956 wurde wieder ein wehrtechnisches Produktionsprogramm aufgelegt. Rheinmetall produzierte Maschinengewehre, Maschinenkanonen und Munition. Das erste Produkt war das MG1. Die Fertigung schwerer Waffen, wie Geschützrohre und Lafetten, wurde 1964 wieder aufgenommen.

    "Umstrittene" Waffenexporte und andere Skandale: Der Verkauf von Leopard-Panzern nach Indonesien. Export von zweihundert Leopard 2A7+ nach Saudi-Arabien. Die Staatsanwaltschaft Bremen führt seit August 2013 gegen Manager der Rheinmetall Defence Electronic wegen des Verdachts, neun Millionen Euro Bestechungsgelder an griechische Politiker und Beamte gezahlt zu haben. Die indische Polizei ermittelte 2013 wegen Bestechungsverdacht gegen zwei Manager der Rheinmetall Air Defense AG, die den Gegenwert von ca. 400 000 EUR an einen indischen Vermittler gezahlt haben sollen. 2013 starteten Menschenrechtsorganisationen  und der südkoreanische Gewerkschaftsbund Korean Confederation of Trade Unions eine Kampagne gegen Tränengaslieferungen nach Bahrain, die die dortige Polizei zur Unterdrückung von Demonstrationen‎ benutzt, wobei es seit 2011 mehrere Todesfälle gab. Bahrain bezieht das Tränengas unter anderem von der Firma Rheinmetall Denel. Des Weiteren wurden Bomben der MK-80-Serie in der von Saudi-Arabien angeführten Militärintervention im Jemen eingesetzt. 2015 wurde bekannt, dass sich mehrere ehemalige Mitarbeiter des Unternehmens in Athen wegen Bestechung vor Gericht verantworten müssen. 2016 und 2017 wurden Pläne von Rheinmetall bekannt, in der Türkei eine Panzerfabrik zu bauen.  In einem Fernsehbeitrag der ARD wurde  Rheinmetall beschuldigt, in Italien, Ägypten und in Südafrika Bomben für Saudi-Arabien für den Einsatz im Jemen herzustellen und somit das Waffenexportverbot zu umgehen.

    Negativpreis Black Planet Award 2017, in der Begründung heißt es: 
    Zitat
    Sie treten dabei Umweltschutz, Frieden und Menschenrechte mit Füßen. RHEINMETALL fördert Krieg, ruiniert Menschenrechte und zerstört die Umwelt. Auch illegale Waffendeals, Steuerhinterziehung und Kriegstreiberei zeigen wie die Verantwortlichen von Rheinmetall für die Profitmaximierung Ethik und Moral missachten. Sie nehmen durch ihr Handeln den Untergang der Erde als Schwarzen Planeten in Kauf.

Wenn man sich den Twitterkanal https://twitter.com/RheinmetallAG einmal ansieht, stößt man auf ein Weltbild, das ebenso menschenverachtend und krank ist, wie das des Attentäters von Christchurch.

Dieser Verbrecherkonzern gehört zerschlagen. Die Manager sollte man in den Knast, bzw. eine Gummizelle stecken.

Kuddel

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Re: Boomender deutscher Rüstungsexport
« Antwort #16 am: 09:47:20 Fr. 12.April 2019 »
Zitat
Jemen-Krieg :
Bundessicherheitsrat genehmigt Rüstungsexport nach Saudi-Arabien

Die Bundesregierung hat die Lieferung von Rüstungsmaterial erlaubt, das im Jemen-Krieg eingesetzt werden könnte. Für Saudi-Arabien gilt ein Lieferungsstopp mit Ausnahmen.
https://www.zeit.de/politik/ausland/2019-04/jemen-saudi-arabien-ruestungsgueter-waffenlieferung-bundessicherheitsrat

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Re: Boomender deutscher Rüstungsexport
« Antwort #17 am: 20:49:47 Do. 18.April 2019 »
Zitat
Krieg im Jemen: Die tödlichen Waffen aus Frankreich

Die französische Regierung soll über den massiven Einsatz französischer Waffen durch die arabische Koalition im Jemenkrieg informiert sein – das beweist ein Geheimdienstbericht, der Disclose, einer französischen Plattform für Investigativ-Journalismus, zugespielt wurde. Disclose und ARTE Info gehen in diesem Dossier dem Geheimdienstbericht auf den Grund, zeigen inwiefern die von Saudi-Arabien geführte Koalition mit gezielten Angriffen, die jemenitische Bevölkerung aushungern will und enthüllen, in welchem Maß Deutschland, die USA und Großbritannien weiter Waffen an die Krieg führenden Mächte im Jemen liefern. Ein Land, in dem seit 2015 ein blutiger Krieg herrscht, der das Land die größte humanitäre Katastrophe der Welt gestürzt hat.

Quelle: Arte
Direkt zur Recherche Jemen: Waffen made in France
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