Autor Thema: Wege zu Wissen & Wohlstand (Vorwort)  (Gelesen 48147 mal)

Dr.Mabuse

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Wege zu Wissen & Wohlstand (Vorwort)
« am: 18:41:32 Sa. 25.Januar 2003 »
Die folgenden Beiträge wurden von Medizinern in den 70er Jahren unter dem Titel: Wege zu Wissen und Wohlstand - Lieber Krankfeiern als Gesundschuften" als Broschüre herausgegeben. Diese Büchlein wurden mehrfach beschlagnahmt und verboten, Ärztezeitschriften haben es in Auszügen abgedruckt um so den Feind zu studieren.

Aber CHEFDUZEN braucht keine Repressionen zu fürchten. Ich habe dieses Exemplar aus dem normalen Buchhandel vor einigen Tagen erstanden (es mußte nur bestellt werden). Die Autoren fordern kein Copyright ein, der Text wurde schon zigfach nachgedruckt....

Der Text wurde leicht gekürzt, von Witzchen und dem etwas verstaubten 70er Jahre Jargon befreit und so sollte er recht brauchbar sein. Falls man mit einigen der Vorschlägen nichtmehr so gut durchkommt und falls sich die Diagnosemöglichkeiten in den letzten 30 Jahren wesentlich verändert haben bitte ich um Nachricht und einem Kommentar zu dem entsprechenden Artikel. Auch sollte sich jeder melden, der mit irgendeinem Krankheitsbild besonders gute Erfahrungen gemacht oder etwas zu ergänzen hat.

Aus dem Vorwort der Broschüre:

Die Zeit, die du im Sprechzimmer verbringst ist im allgemeinen viel zu kurz um zu einer gründlichen Diagnose zu kommen.
In diesem Buch findest du einige "Krankheiten", die sich unserer Meinung nach eignen eine Krankschreibung zu erreichen, also Sachen, die sich nicht so leicht im Rahmen der Schulmedizin entlarven lassen.
Präge dir die Krankheitsbilder gut ein, spiele es notfalls auch einem Bekannten vor. Am Besten eignen sich Krankheiten, die du schon einmal gehabt hast und so gut beschreiben kannst. Und merke dir die Tricks mit denen du von Seiten der Ärzte rechnen mußt.

Woran erkennen Mediziner Simulanten?
-Daran, daß die von dir geschilderten Beschwerden offenbar übertrieben sind, z.B. hast du gesagt es gehe dir dreckig,, du grinst aber oder machst einen kraftstrotzenden Eindruck.
-Daran wie du dich bewegst, dich ausziehst,redest...
-Daran, das die Befunde (Blutbild, Röntgen...) nicht zu der von dir beschriebenen Krankheit passen. Sollte bei den folgenden von uns aufgeführten Krankheitsbildern nicht passieren.

Sind Mediziner ersteinmal mißtrauisch geworden, gibt es Tricks Simulanten herauszufinden:
Sie erklären, wenn du die Krankheit hättest, die du beschreibst, müßtest du auch noch die und die Beschwerden haben. Wenn Du die zusätzlichen Beschwerden bei dir bestätigst bist du unter Umständen aufs Glatteis gegangen.
Oder du sagst, du könntest den Hals nicht drehen, dann lenken sie dich mit anderen Untersuchungen ab und sprechen dich plötzlich von der  Seite an:"ach Frau Soundso..." Wenn du den Kopf schnell drehst bist du praktisch überführt.

Tips und Tricks:
SAGE SELBER NIE DIE DIAGNOSE!
Ärzte haben die medizinische Weißheit für sich gepachtet. Sie wollen sich als tolle Diagnostiker fühlen, laß ihnen diese Freude!

Biete auch nebensächliche  Beschwerden an. Rede nicht wie ein Medizinbuch. Nebensächlichkeit wie z.B.schlechtes  Schlafen, leichte Kopfschmerzen, Schlappheit, bei Frauen unregelmäßige Regel, die Tatsache, daß jemand aus der Familie ähnliches öfter gehabt hat, leichter Gewichtsverlußt, brüchige Fingernägel, Appetitlosigkeit...und was dir noch einfällt.

Falls der Arzt sich zu mißtrauisch verhält, wechsele den Arzt. Erkundige dich bei Bekannten nach einem Arzt, der sich mit dem Krankschreiben nicht so anstellt.

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Wege zu Wissen & Wohlstand (Vorwort)
« Antwort #1 am: 01:31:37 Do. 06.März 2003 »
Tja, lieber Dr. Mabuse, die Broschüre gibts, wenn ich mich nicht irre,  noch an anderer Stelle als Originalfassung im Internet:


http://krankfeiern.gulli.com/krank.html

Dr.Mabuse

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Wege zu Wissen & Wohlstand (Vorwort)
« Antwort #2 am: 01:48:16 Fr. 14.März 2003 »
Danke lieber Gast! Du willst mir also sagen, ich hätte den ganzem Mist garnicht abzutippen brauchen, hä?

Mir reicht´s, ich hol mir´n gelben Schein! Hab plötzlich so ne Migräne...

jupiter

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Wege zu Wissen & Wohlstand (Vorwort)
« Antwort #3 am: 01:27:11 Di. 05.August 2003 »
Das ist ja mal ne coole Seite!

Der Kapitalismus geht eh kaputt. Warum sollen wir mitgehen?

 8)

jupiter

Reit-Igel

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Wege zu Wissen & Wohlstand (Vorwort)
« Antwort #4 am: 12:15:01 Sa. 14.Februar 2004 »
Fakt ist doch - WIR :roll:  sind der Staat

Paul

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Wege zu Wissen & Wohlstand (Vorwort)
« Antwort #5 am: 12:16:59 Fr. 20.Februar 2004 »
Zitat
Tja, lieber Dr. Mabuse, die Broschüre gibts, wenn ich mich nicht irre, noch an anderer Stelle als Originalfassung im Internet:


http://krankfeiern.gulli.com/krank.html


Leider gibt es diesen Link nicht mehr!!
Damit scheint die Seite hier die einzige zu sein, die sich mit dem Thema Krankfeiern befaßt.

Vielen, vielen Dank für die Mühe und Arbeit, die sich DrMabuse hier gemacht hat!!!

GoogleGuy

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Wege zu Wissen & Wohlstand (Vorwort)
« Antwort #6 am: 12:39:53 Fr. 20.Februar 2004 »
Zitat
Damit scheint die Seite hier die einzige zu sein, die sich mit dem Thema Krankfeiern befaßt.

Falsch!

http://www.bundeswehrabschaffen.de/wegezu/krank.html
http://www.anarchismus.at/txt2/krank.htm
http://www.secretgate.org/krank.html
und weitere Quellen

Und noch ein Lesenwerter taz-Aartikel zum Thema.

Aber trotzdem Dank an Dr. Mabuse, der diesen Text in liebevoller Handarbeit hier veröffentlicht hat  :wink:

Gast_Pandora

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Wege zu Wissen & Wohlstand (Vorwort)
« Antwort #7 am: 21:23:26 Do. 04.März 2004 »
ich bleib bei meinem Pschyrembel. 15 Minuten drin blättern und mir gehts wirklich schlecht. :0)

regenwurm

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Wege zu Wissen & Wohlstand (Vorwort)
« Antwort #8 am: 16:27:17 So. 29.Mai 2005 »
Aus allen Ecken und Enden tönt uns das Krisengeschrei der Kapitalisten
und ihrer Politiker in den Ohren.
Die Illusionen tausender Arbeiter, die glaubten, man müsse sich bloß ruhig verhalten
und ja nicht auffallen am Arbeitsplatz, zerplatzen in den letzten Jahren,
mit der Aushändigung der Entlassungspapiere.Gewiß-Rädelsführer, Blaumacher und Saboteure fliegen eher,
doch Ihnen gehört unsere Sympathie-nicht denen, die mit gekrümmten Rücken als höchstes Glück auf dieser Erde, den "Besitz"
eines Arbeitsplatzes wähnen.
Das Krankfeiern selbst ändert jedoch nichts am Fabriksystem oder der Bürohierachie. Das geht bloß durch gegenseitiges Vertrauen, gemeinsam langsamer arbeiten, Sabotage und wilde Streiks.
Kein Vertrauen in die Gewerkschaften zu haben, ist schon vernünftig, weicht jedoch oft dem lapidaren "man kann ja eh nix machen". Genau damit überlebt diese Produktionsweise, die heute schon die technologischen Möglichkeiten unserer wildesten Zukunfts-Fantasien in sich birgt.
Die Gesetzmäßigkeiten des Kapitals-nicht der Mensch, sondern der maximale Profit als Mittelpunkt jeder Entwicklung-das ist die Ursache der Krankheit, der Todesfälle am Arbeitsplatz."Arbeit macht frei" stand über den Eingang der Vernichtungslager der Nazis. Zynischer Höhepunkt einer deutschen Arbeitsmoral.
Der alte Trick, für alle alles Schlechte auf dieser Welt den richtigen Sündenbock zu finden, greift angesichts der so entstehenden Einfachheit, immer wieder.
"Die Asylanten müssen Granulat fegen." Da schlägt das Herz des deutschen Spießers wieder höher. "Arbeitslose endlich von der Straße weg-in den Arbeitsdienst".
Alles scheint jetzt schon in Ordnung.
Recht so, wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen, wird er sagen, unser Staats-Loyaler, mit dem gesunden Menschenverstand. So gibt es wohl für jede (Arbeits-)
Moral eine "Rechtfertigung". Doch wir verweigern uns diesen Diskussionen, heben nur den Arm und weisen in Richtung:"Schuttplatz der Geschichte".
Hier nehmen wir den Faden wieder auf. So kann diese Datenbank eine subversive Kraft werden, wenn sie gemeinsam angewandt wird. Wenn der dumme Meister eine einschüchtern will, am nächsten Tag hat man eine Erkältung. Wenn die Zeiten am Band verschärft werden, ja, dannmuß man doch krank weden, wenn der Bürostreß zunimmt, Gastritis kriegen...
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regenwurm

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Wege zu Wissen & Wohlstand (Vorwort)
« Antwort #9 am: 05:32:35 Mi. 28.September 2005 »
Zitat
Die Überflüssigen haben die "alte" Broschüre -Lieber Krankfeiern als gesund schuften- neu überarbeitet
Diagnose: Kapitalismus
Therapie: Pause

Medizinisches Wissen zur Überwindung von Arbeitszwang und Behördendrangsal
also klickt hier

am besten downloaden...man weiß ja nie


hier schon mal ein kleiner Auszug:

Allgemeiner Teil: Tipps & Tricks gegen Arzt & Kasse
Sonstige, kleine aber feine Tipps
Immer als erstes zum Praktiker / zur praktischen Ärztin (wegen der Verzögerung). Arztbriefe immer öffnen.

Und geh immer sofort zum Arzt. Er darf dich höchstens zwei Tage rückwirkend krankschreiben.

Wenn du Tabletten gekriegt hast, lies dir den dazugehörenden Waschzettel durch, damit du weißt, wie viel du angeblich genommen hast. Komm nicht auf die Idee, die Tabletten tatsächlich zu nehmen.
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Kater

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Wege zu Wissen & Wohlstand (Vorwort)
« Antwort #10 am: 17:05:05 Do. 29.September 2005 »
hier noch ein Artikel dazu:

Zitat
Mach mal Pause
Peter Nowak 28.09.2005

Die "Überflüssigen" veröffentlichen eine Broschüre mit "medizinischem Wissen" zum Krankfeiern
Die Presseeinladung hörte sich geheimnisvoll an. Die Pressekonferenz könne womöglich einen Polizeieinsatz provozieren, wurden die Journalisten gewarnt. Die Polizei ließ sich dann allerdings nicht blicken im Berliner "Haus der Demokratie". Dafür waren dort eine Menge Menschen mit weißen Masken und roten Kapuzenpullis mit der Aufschrift Die Überflüssigen. Das ist der Namen einer Gruppe, die sich erstmals bei den Sozialprotesten gegen Hartz IV mit spektakulären Aktionen zu Wort gemeldet hatte.

In dieser Tradition stand auch ihre jüngste Aktion. Sie haben ein Büchlein mit dem Titel Diagnose Kapitalismus - Therapie Pause vorgestellt, das "medizinisches Wissen zur Überwindung von Arbeitszwang und Behördendrangsal" weitergibt. Damit haben sie eine Broschüre wieder zugänglich gemacht, die 1980 unter dem Titel Wege zu Wissen und Wohlstand – lieber Krankfeiern als gesund schuften für Schlagzeilen sorgte. Dafür war aber hauptsächlich die Justiz verantwortlich.

Am 30.11.1980 wurde das Büchlein zum ersten Mal beschlagnahmt. Insgesamt gab es über 80 Hausdurchsuchungen bei Buchhändlern, Verlagen sowie alternativen Projekten, die die Handreichung für ein gesundes Leben angeblich verbreiteten. Begründet wurde die Polizeimaßnahme mit dem "Aufruf der Begehung von Straftaten", weil die Broschüre schließlich Tipps gibt, wie man eine Krankheit simuliert, um sich ein Attest zu besorgen.

Die Überflüssigen begründen die Wiederauflage der Broschüre mit politischen Gründen. Der Krankenstand sei heute so niedrig wie nie zuvor. Viele Arbeitnehmer würden sich trotz Fieber und Schmerzen zum Arbeitsplatz schleppen, weil sie Angst um ihren Job haben. Oft können sich die Menschen auch die Krankheit einfach nicht mehr leisten. Gerade für die wachsende Zahl von Menschen in prekären Arbeitsverhältnissen, ohne Anspruch auf Krankengeld und Lohnfortzahlung im Krankheitsfalle, bedeutet eine längere Arbeitsunfähigkeit oft Verschuldung und Angst ums Überleben.

weiter:

http://www.heise.de/tp/r4/artikel/21/21031/1.html

Carsten König

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Wege zu Wissen & Wohlstand (Vorwort)
« Antwort #11 am: 19:51:39 Do. 29.September 2005 »
Alles klar, eine Zensur findet nicht statt. Gleichwohl darf "Mein Kampf" in Auszügen kommentiert publiziert werden. Angeblich für die wissenschaftliche Analyse.
Wieso darf sich denn nicht wissenschaftlich, meinetwegen unter soziologischen Gesichtspunkten, mit einer flexiblen Arbeitszeitsgestaltung durch die Arbeitnehmer beschäftigt werden?

Hier wird eindeutig und unbegründet mit zweierlei Maß gemessen, daher willkürlich und verfassungswidrig.

Aber wie so oft: Heute schmeißen die Verfassungsfeinde nicht unbedingt Bomben.

HeinzSucher

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Wege zu Wissen & Wohlstand (Vorwort)
« Antwort #12 am: 11:43:47 Di. 18.Oktober 2005 »
hab das noch gefunden

http://www.krank-feiern.org/

 :D

regenwurm

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Wege zu Wissen & Wohlstand (Vorwort)
« Antwort #13 am: 13:55:45 Di. 18.Oktober 2005 »
ich hab's mir gleich ausgedruckt
wer weiß wann die seite vom netz genommen wird

also kopieren und weiterreichen
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klaus72

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Wege zu Wissen & Wohlstand (Vorwort)
« Antwort #14 am: 17:42:42 Di. 18.Oktober 2005 »
Anleitung zum Krankfeiern ist fein.

Aber was nun, wenn wir bei Krankheitsfall zur noch vom Amtsarzt diagnotiziert werden müssen ? ( ...ich hoffe, sowas kommt nicht vor ! )
Der Amtsarzt wird in Zukunft vermutlich sehr "arbeitsgeberfreundlich" orientiert sein.




Zitat: Wer in der Schule im Fach Geschichte sehr aufmerksam aufgepasst hat, wird feststellen,dass  die heutige Politik nicht zeitgemäß "arbeitet".

Mit nachdenklichem Gruß !