Autor Thema: lemonde diplomatique über Walmart  (Gelesen 2050 mal)

Carsten König

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lemonde diplomatique über Walmart
« am: 21:31:44 Di. 28.Februar 2006 »
Zitat
Vom Tellerwäscher zum Millionär" - die öde Standarddefinition des "amerikanischen Traums" von sozialer Mobilität muss immer wieder mit hübschen Geschichten illustriert werden, damit sich die kollektive Illusion weiter aufrechterhalten lässt. John D. Rockefeller, ein kleiner Buchhalter aus Cleveland, hatte es mit 31 Jahren zum mächtigsten Erdölmagnaten der Welt gebracht. Steve Jobs verließ die Universität ohne Abschluss und gründete in seiner Garage die Computerfirma Apple, mit der es der junge Kalifornier noch vor seinem 30. Geburtstag zum Milliardär brachte.  
 Und nun also Wal-Mart: Anfangs ein kleiner Laden in einem der ärmsten US-Bundesstaaten, in Arkansas, und heute eine Supermarktkette mit einem Jahresumsatz von rund 310 Milliarden Dollar (2005); eine Familie, deren vier Söhne zu den zehn reichsten Menschen der Welt gehören; ein Gigant, der 2003 sogar ExxonMobil überrundete, und obendrein der größte Arbeitgeber der Welt. In den Vereinigten Staaten stammt jede fünfte CD, jede vierte Tube Zahnpasta, jede dritte Babywindel aus den Regalen des Konzerns, der 2,5 Prozent des amerikanischen Bruttosozialprodukts erwirtschaftet.(1) Dieses Unternehmen, das reicher und einflussreicher als die meisten Staaten ist, verdankt seine Macht den Regeln, die es selbst in die Welt gesetzt hat.

Quelle: http://www.monde-diplomatique.de/pm/2006/01/13.mondeText.artikel,a0048.idx,3