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Daimler: Milliarden-Gewinn, keine Gewerbesteuern und Arbeitsplatzabbau

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Carsten König:
Genau dieser Dreiklang an Grausamkeiten zeichnet heutige Unternehmen aus:


--- Zitat ---Die Steuerberater von DaimlerChrysler sind ihr Geld offenkundig wert: Einem Zeitungsbericht zufolge wird der Industrieriese in diesem Jahr trotz eines Milliarden-Ergebnisses keine Gewerbesteuer zahlen. Für die Region Stuttgart eine Belastung - zugleich baut Daimler Stellen ab.
--- Ende Zitat ---

Quelle: http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,415387,00.html

Und das wahrscheinlich unter dem wahnhaften Applaus von Politik und Aktionären...

Troll:

--- Zitat ---Mercedes fehlen Mitarbeiter

1000 Ferienkräfte benötigt

Stuttgart (kö) - Bei Mercedes kommt es nach dem Personalabbau zu ersten Engpässen. Für die überarbeitete E-Klasse werden vorübergehend 1000 Mitarbeiter benötigt.
Grund dafür ist die hohe Nachfrage, die sich nach der Auffrischung des Modells ergeben hat. Weil zugleich die Urlaubszeit naht, setzt Mercedes nun auf Ferienkräfte und Kurzzeitbeschäftigte mit befristeten Verträgen. Allerdings soll das Personal nach bisherigen Plänen nur bis Ende Oktober verstärkt werden. Gesamtbetriebsratschef Erich Klemm erklärte, der Engpass zeige, dass derzeit von „Personalüberhängen in der Produktion derzeit keine Rede" sein könne. Daimler-Personalvorstand Günther Fleig sagte gegenüber unserer Zeitung dagegen, an der grundsätzlichen Notwendigkeit des Personalabbaus habe sich nichts geändert. Die vorübergehenden Einstellungen hingen mit der Ferienzeit zusammen. Denn nach wie vor müsse Mercedes seine Effizienz erheblich steigern.
Gesamtbetriebsratschef Erich Klemm übte deutliche Kritik an den Abbauplänen von Konzernchef Dieter Zetsche. Es sei zu befürchten, dass sich der Konzern ins eigene Fleisch schneide. Bei den anstehenden Verhandlungen werde man darauf drängen, die Folgen für die Betroffenen möglichst gering zuhalten.
--- Ende Zitat ---

Quelle: Stuttgarter Nachrichten 13. Mai 2006

Troll:

--- Zitat ---Arbeitslose sollen E-Klasse montieren

Sindelfingen (ise) - Die Arbeitsagentur in Stuttgart sucht für DaimlerChrysler 620 Arbeitslose und Hartz-IV-Empfänger, die mit befristeten Verträgen bei der Montage der neuen E-Klasse im Werk Sindelfingen aushelfen. Insgesamt soll es rund 1000 bis Oktober befristete Jobs geben. Seit Herbst 2005 will der Konzern in Sindelfingen über 3000 reguläre Stellen abbauen.
--- Ende Zitat ---
Quelle: Stuttgarter Nachrichten 18. Mai 2006

Da kann ich nur sagen "Verantwortung übernehmen" und Zetsche bis Oktober, für gleichen Lohn, ans Band stellen bevor er entlassen wird.

Troll:


--- Zitat ---DaimlerChrysler zahlt weiter keine Steuern

Stuttgart (rpo). DaimlerChrysler zahlt offenbar 2006 trotz Milliardengewinns keine Steuern an die Kommunen. Ungeachtet des Steuergeheimnisses gebe es entsprechende Signale aus Stuttgart, Sindelfingen und Esslingen, so ein Medienbericht am Mittwoch. Dabei erwartet das Unternehmen für 2006 einen Gewinn von über sechs Milliarden Euro.

Damit entgingen den Kommunen erneut Gewerbesteuereinnahmen in Millionenhöhe, berichteten die "Stuttgarter Nachrichten". DaimlerChrysler hatte schon im vergangenen Jahr in Deutschland keine Steuern gezahlt. Dabei nutzt DaimlerChrysler die steuerlichen und bilanziellen Spielräume eines internationalen Konzerns, Einnahmen und Ausgaben in verschiedenen Ländern zu haben. Zu dem Bericht wollte sich Konzernsprecher Thomas Fröhlich nicht äußern.

Der US-deutsche Autobauer erwartet für das laufende Jahr zwar einen Betriebsgewinn vor Steuern, Abschreibungen und Zinsen von mehr als sechs Milliarden Euro. Dennoch belastet der laufende Personalabbau bei Mercedes und in der Verwaltung sowie die teuere Sanierung der Kleinwagenmarke Smart das Ergebnis erheblich. Seit Ende vergangenen Jahres versucht DaimlerChrysler, vor allem ältere Mitarbeiter durch hohe Abfindungsangebote und Vorruhestandsregelungen zum Ausstieg zu bewegen. RP Online
--- Ende Zitat ---

Da fällt mir spontan ein: Schmarotzer, Parasiten, asoziale Abzocker

old dad:

--- Zitat ---Da fällt mir spontan ein: Schmarotzer, Parasiten, asoziale Abzocker
--- Ende Zitat ---

ich möchte mich nicht gleich unbeliebt machen,  den ich stimme dir grundsätzlich zu.

nun sehen wir es doch mal wie es ist:

arbeitslose habe keine lobby
sie organisieren sich nicht

es gibt zig seiten im net, aber es scheint nicht möglich eine halbwegs gemeinsame interessenvertretung zu bilden.
es gibt keine möglichkeit die cdu/spd zu ändern.
es ist aber möglich eine politische kraft zu bilden. leider muß ich ein negativ beispiel bringen:

die grünen.

wer hat vor 20 jahren gedacht, das diese leute mal in die regierung kommen? absurd was so passiert ist. aber das ökologieverständniss hat seit dem stark zugenommen.

wir reden (jedenfalls damals) von einer kleinen gruppe radikalen. vergleichen wir das mit dem jetzt: ca. 4,5 mio arbeitslose.... das sind alles wählerstimmen. die nicht bei irgendwelchen parteien laden müßten oder noch schlimmer überhaupt nicht wählen....
eine interessenvertretung mit 4,5 mio wählerstimmen das kann berge versetzen.
bedenkt man noch die niedriglohnsektoren, mir fällt leider nur einer ein: friseurhandwerk,
gibt es bstimmt noch 1-2 millonen zusätzliches potential.

solange es keine gemeinsame front gibt, wird der arbeitslose immer mehr ins abseits gedrängt. die ein euro jobs usw, sind doch nur eine
beschäftigungstherapie. sie soll die leute davon abhalten über ihre situation klar zu werden. schließlich hätten wir schon längst französische verhältnisse, wenn alle kapieren würden das es auch sie treffen kann.
der deutsche (hauptmann von köpenick) ist halt durch erziehung und gesellschaft, der typische befehlsempfänger. leider legt er dies nicht mal bei einem lebensünwürden 300 € im monat, ab.

um auf den punkt zu kommen, eine initiative ist die einzige möglichkeit.

politisch und auch als kundenpotiental.

es müßte ein buch/liste veröffentlicht werden, dort sollten alle unternehmen die in deutschland geld verdienen aber keine steuern zahlen, namentlich genannt sein. dann könnte man mit einer petition, z.b.  mit 200.000 unterschriften an die public relations abteilung von xy (medienwirksam) überreicht werden. man könnte auch einen satirischen "standortpreis" überreichen.

so lange das nicht passiert, kann sich der einzelne darüber aufregen.aber es wird nichts passieren.
nur durch bewußt machen in der öffentlichkeit (+ es negativ bewerten) damit kannst du  unternehmen auf mit solchen praktiken zum umdenken bringen.
so lange sie ungeschorren bzw hofiert werden, von medien und politik wird es schlimmer werden, nicht besser.

dabei wundert es mich schon seit einiger zeit, das sich unternehmen dieser größe nicht "generell" von der steuer befreien lassen. schließlich zahlen sie viele gehälter und der staat hat durch die arbeitnehmer die erträge. aber eine öffentliche erpressung, wäre warscheinlich schlecht fürs image.

der letzte gedanke hierzu:

würden du oder ich es als verantwortliche anders machen? bei derzeitiger lage?

die unternehmen vergessen einfach, das auch leute geld haben müssen um produkte zu kaufen. lohnniveau ständig senken, arbeitsplätze abbauen, bedeut auch weniger kunden/konsum. als unternehmer hat man auch eine sozialpolitische verantwortung, die aber schon lange nicht mehr zählt. selbst bei den mittelständlern, ist dies schon vergangheit....  sie haben von den größen gelernt....

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