Autor Thema: Linkspartei auf dem Weg nach Rechts  (Gelesen 26509 mal)

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Linkspartei auf dem Weg nach Rechts
« Antwort #15 am: 17:29:26 So. 21.Mai 2006 »
@Carsten König

Wie kommst Du auf Stalinisten?
Politik ist der Spielraum, den die Wirtschaft ihr lässt.
Dieter Hildebrandt
Es ist kein Zeichen geistiger Gesundheit, gut angepasst an eine kranke Gesellschaft zu sein.
Jiddu Krishnamurti

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Linkspartei auf dem Weg nach Rechts
« Antwort #16 am: 11:46:29 Fr. 26.Mai 2006 »
@Carsten König

Ich habe Deine(?) Antwort gefunden. Danke  ;)

Stalinistische Methoden der WASG
Politik ist der Spielraum, den die Wirtschaft ihr lässt.
Dieter Hildebrandt
Es ist kein Zeichen geistiger Gesundheit, gut angepasst an eine kranke Gesellschaft zu sein.
Jiddu Krishnamurti

Torsten

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Linkspartei auf dem Weg nach Rechts
« Antwort #17 am: 12:48:34 Fr. 26.Mai 2006 »
Zitat
Original von Carsten König
Es bleibt eine Bande an Stalinisten.

Was ist eine Bande von undefinierbaren Leuten? "Stalinismus" ist eine undefinierte bürgerlche Kampfparole, die grundsätzlich gegen Jeden ins Feld geführt wird, der sozialer als völlig antisozial ist. Dabei hat die "Linkspartei" mit dem lieben und verehrten Genossen Stalin nun weiß Gott nichts am Hut und schimpft wiederum Jeden, der links dieser Sozialdemokraten steht, "Stalinisten".

Antikommunist und Bisky formulierte 2005 auf dem Parteitag in Dresden: "Wir möchten nicht Jeden in unseren Reihen haben - schon gar nicht Kommunisten."

Einige wesentliche Punkte der politischen Position der "Linkspartei" formulierte ich vor der letztjährigen bundestagswahl:

Zitat
Die Linke.PDS - 9 Thesen zur 'neuen Linkspartei'

In Vorbereitung auf die vorgezogenen (besser vorgezwungenen) Bundestagswahlen 2005 sind die Forderungen nach einer linken Alternative zur einheitlichen antisozialen, nach innen reaktionären und nach außen aggressiven Politik aller etablierten großen Parteien laut wie nie. Als neue linke Kraft wird 'Die Linke.PDS' gepriesen und die Wahlprognosen zeigen einen großen Zulauf. Dabei wird bei der Analyse des Wahlprogramms, von Beobachtungen und geschichtlichen Erfahrungen klar, daß jegliche Hoffnung, diese Partei könne eine veränderte Politik und eine soziale Umgestaltung der Gesellschaft herbeiführen, völlig unbegründet sind.

1. 'Die Linke.PDS' wirbt mit Vorhaben, die sie nur als Regierungspartei mit parlamentarischer Mehrheit umsetzen könnte. Erstens wird sie diese Mehrheit aber selbst unter Zusammenspiel aller günstigen Umstände nicht erreichen und zweitens sieht sie selbst ihr Ziel darin, eine linke Opposition zu bilden. In der Rolle als Opposition sind aber die Ziele nicht zu verwirklichen. Das Programm ist somit verlogen und die im Wahlkampf genannten Vorhaben sind niemals umsetzbar, sondern reiner Stimmenfang.

2. Jede Regierung, die unter kapitalistischen Verhältnissen versucht, eine soziale Politik entgegen den Interessen des Kapitals umzusetzen, hat eine sehr kurze Lebenserwartung. Die geschichtliche Erfahrung (Sachsen/Thüringen, Spanien, Chile, Uruguay, Haiti...) lehrt, daß das Kapital in diesem Fall zu Gewaltmitteln und offenem Terror greift, das Parlament auflöst und / oder eine Marionettenregierung installiert.

3. Die PDS beweist seit Jahren in den Ländern Berlin und Mecklenburg-Vorpommern, daß sie dieselbe asoziale Politik betreibt wie die anderen bürgerlichen Parteien auch und ein ebensoguter Lakai des Finanzkapitals ist wie diese.

4. Die Hoffnung, die Basis der Partei sei besser als ihre Spitzen und werde für ein soziales Engagement und Auftreten im Parlament sorgen, ist völlig unbegründet. Im Parlament und in den Medien wird nicht die Basis auftreten, sondern die korrupten, karrieresüchtigen und profilierungswütigen Spitzen Lafontaine, Gysi und ähnlich Volksverdummer, denen jede Lüge recht ist, um ihren Platz am Freßnapf zu sichern und die politische 'linke' Nische dazu nutzen. Auf die Politik der BRD hat das keinerlei Auswirkung.

5. 'Die Linke.PDS' heuchelt, Ziel ihrer Politik sei die Errichtung eines 'demokratischen Sozialismus', worunter sie nichts anderes versteht, als 'soziale Marktwirtschaft' bzw. einen 'sozialen Kapitalismus'. Dies ist aber unter kapitalistischen Produktionsverhältnissen unmöglich, denn der Kapitalismus kann nicht mit parlamentarischen Mitteln sondern nur durch harte außerparlamentarische Kämpfe begrenzt (niemals dauerhaft) sozialer gestaltet werden. 'Die Linke.PDS' weist der Bevölkerung einen falschen Weg.

6. Es ist eine Illusion, die gewählten Parlamentsabgeordneten der 'Die Linke.PDS' würden sich dafür interessieren, aus welchen Motiven und mit welchen Hoffnungen sie gewählt wurden. Die PDS und WASG haben das deutlich in Verhandlungen über Wahlbündnisse und Aufstellung von Kandidaten anderer Parteien gezeigt, welche Inhalte jenseits der Kapitalismusverbesserungsillusionen einbringen wollten.

7. Es ist weder beabsichtigt noch möglich, mit 'Die Linke.PDS' eine gesellschaftliche Gegenkraft zu den kapitalbegünstigenden Kräften zu organisieren, zu formen und im praktischen außerparlamentarischen Klassenkampf wachsen zu lassen.

8. Die Hoffnung, 'Die Linke.PDS' würde die Kleinarbeit zur Information der sozial Benachteiligten über tatsächliche Ursachen und Lösungswege der gegenwärtigen wirtschaftlichen und sozialen Probleme voranbringen, ist unbegründet. Im Gegenteil: je mehr Stimmen diese Partei erhält, umso stärker wird ihre Präsenz in den Medien und dadurch ihre Wahrnehmung durch die Medienkonsumenten sein. Dadurch wird nur die Illusion gefördert, der Kapitalismus sei parlamentarisch verbesserbar und das Bewußtsein, selbst und außerparlamentarisch etwas tun zu müssen, gehemmt.

9. Die Medien der Kapitalisten und derer korrupter Lakaien (also sowohl private als auch „öffentlich-rechtliche") betreiben seit Monaten Wahlwerbung für 'Die Linke.PDS' - auch mit Kritik kann man nämlich sehr effektiv Jene werben, welche diese Kritik als haltlos oder falsch empfinden. Die übliche Taktik gegenüber unerwünschten Kräften seitens der Medien, die für die Mehrheit die bestimmende (Des-)Informationsquelle sind, ist das Totschweigen. Wenn die Kapitalisten über diese Partei berichten lassen - wem nutzt sie dann wohl?

Anhand dieser Thesen kann sich nun Jeder selbst fragen, ob er sich durch diese Partei vertreten fühlt, diese Partei sein Vertrauen genießt und er ihr am 18.09.2005 seine Stimme geben möchte.
Wer freiwillig kriecht, spürt nicht den Druck, der ihn zum Kriechen zwingt. Friede sei mit Euch.

Torsten

mindcontrol

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Linkspartei auf dem Weg nach Rechts
« Antwort #18 am: 13:00:14 Fr. 26.Mai 2006 »
Wer meine bisherigen Beiträge aufmerksam gelesen hat sollte begriffen haben :

Alle hier geäußerten Überlegungen kommen viel zu spät!
Auch der in der wsw-site immer wieder beschworene Aufruf zur Bildung
einer trotzkistischen Arbeiterpartei oder zum Bürgerkrieg ist vergebens!
ES WIRD DAZU NICHT MEHR KOMMEN !
Der Grund ist : Es existiert die Möglichkeit, auf elektromagnetischem Wege unbemerkt individuelle Gehirne zu beeinflussen.
Davon wurde in der Vergangenheit auch viele Male Gebrauch gemacht !
In der Öffentlichkeit treten solche Fälle dann als unerklärliche pradoxe Vorfälle auf : Attentate von Geistesgestörten, Sinneswandel um 180 Grad, Stimmenhören, Alien limbs usw.

Die gegenwärtige Entwicklung ähnelt - ob man dies wahrhaben will oder nicht - fast genau den Prophezeiungen in dem "Protokoll der Weisen von Zion".
Jetzt höre ich das Schreien der Superschlauen :" HA! kLAR! Wieder ein
Verschwörungstheoretiker !"
Irrtum!
Intelligenz ist käuflich!
Glaubt Ihr wirklich, dass- wenn man sehr viel Geld hat- das Weltgeschehen einfach so treiben läßt ?
Wenn man wirklich reich ist gibt es nur noch EINE steigerung der Lust :
M A C H T über andere !
Die hierfür erforderlichen Mittel sind in den letzten 50 Jahren entwickelt worden.
Es gab dabei zwischen den beiden Großmächten USA und der ehemaligen Sowjetunion ein regelrechtes Wettrennen.
Dieses hat die Sowjetunion verloren.
Näheres dazu kann NOCH im Internet recherchiert werden:
Die Folgen könnt Ihr Euch selbst ausmalen.
Es ist zu spät !

mindcontrol
Früher haben die Armen die Reichen bekämpft; heutzutage bekämpfen die Reichen die Armen.

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Linkspartei auf dem Weg nach Rechts
« Antwort #19 am: 13:49:53 Fr. 26.Mai 2006 »
@mindcontrol

Deine Beiträge finde ich Klasse und somit kann ich Dir nur recht geben:

Du bist garantiert Ferngesteuert!  :D
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aian19

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Linkspartei auf dem Weg nach Rechts
« Antwort #20 am: 14:12:44 Fr. 26.Mai 2006 »
Zitat
Davon wurde in der Vergangenheit auch viele Male Gebrauch gemacht !
In der Öffentlichkeit treten solche Fälle dann als unerklärliche pradoxe Vorfälle auf : ......., Sinneswandel um 180 Grad, Stimmenhören, .....usw.

Wenn ich die Symptome sehe, heißt das ja, es wurde bisher nur an Politikern ausprobiert, oder  :D
"Wer kämpft, kann verlieren, wer nicht kämpft, hat schon verloren"

"Wenn Unrecht zu Gesetz wird, ist der Gesetzlose der einzige, der noch rechtmäßig handelt."

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Gun Stick Onkle

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Linkspartei auf dem Weg nach Rechts
« Antwort #21 am: 15:58:29 Fr. 26.Mai 2006 »
Hallo Torsten!

Das heißt also mit anderen Worten, man soll gar nichts mehr machen, und soll die Hoffnung aufgeben? Danke! mache ich aber nicht mit! Ich habe von 1996, bis ca. 2000, die SPD unterstützt, und viel Geld und Zeit verloren! Heute würde ich sagen, das war ein Fehler! Trotzdem ich würde es immer wieder tun!

Nun bin ich in der WASG. Du sagst, "die sind auch nicht besser!" Nun gut, ich teile Deine Sorgen und Befürchtungen, vieles sehe ich genauso! Trotzdem, ich setze auf PDS/ die LINKE/ und WASG! Ich habe sonst nichts mehr! Ich bin weiterhin der Meinung, das es schon was gebracht hat, wenn auch Wenig, das diese die LINKE, im Bundestag ist! Nun Ja, wenn ich in einigen Jahren, wiedermal, zum Ergebnis komme, das es ein Fehler war, die WASG, zu unterstützen, dann habe ich halt eben Pech gehabt!

Ich sehe noch heute meine Oma vor mir, wenn ich sie fragte, "Warum denn Hitler nicht einfach einer erschossen hat?"

Sie sagte dann!:

"Man konnte doch gar nichts machen!"

"An den kam man doch gar nicht ran!"

"Den hat man doch gar nicht zu sehen bekommen!"

"Da konnte man doch noch nichtmal  mit dem Nachbarn drüber reden!"

Wenn mich meine Enkel mal fragen, "Opa, was hast Du denn gemacht?" Dann kann ich mit Ihnen, im Internet surfen, und zeigen, was ich alles gemacht habe, (z.B. am 3.06.06, in Berlin!)

Kannst Du, Torsten das dann auch?

viele Grüße, Rudi
Fast immer gut drauf! Für jeden guten Spaß zu haben!
Demokratie muss von den Menschen kommen, und nicht von wenigen Reichen!

Torsten

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Linkspartei auf dem Weg nach Rechts
« Antwort #22 am: 16:13:20 Fr. 26.Mai 2006 »
Zitat
Original von Gun Stick Onkle
Das heißt also mit anderen Worten, man soll gar nichts mehr machen, und soll die Hoffnung aufgeben?

Ganz und gar nicht. Man soll seine Hoffnungen nur nicht an bekannte Verräter der Arbeiterklasse hängen, wie traditionell die Sozialdemokraten und sonstigen Kaptalismusverbesserer sind.

Sieh Dir die Geschichte an. Wie wurden soziale Erfolge der Arbeiterbewegung durchgesetzt? Welche Mittel davon propagieren Linkspartei und WASG und vor Allem: welche streben sie an?

Mein Prinzip ist: gehe mit jedem Kampfgenossen so weit, wie Ziele, Wege und Mittel übereinstimmen. Nun, derzeit ist die Initiative Mindestlohn ein solches gemeinsames Ziel. Aber schon bei den Mitteln und Wegen scheiden sich die Geister, denn die Führung der Linkspartei ist der MEINUNG, man müsse mit Massenaktionen auf der Straße den Politikern damit drohen, sie nicht wiederzuwählen, und dann würden sie die gewünschten Gesetze beschließen.

Dabei entblöden sich die PDS-Ideologen nicht, die Kapitalistenmedien-Parole von der "politischen Klasse" nachzublöken.

Zitat
Die politische Klasse

Der Begriff "Klasse" ist, wenns um die Einteilung von Menschen bezüglich ihrer gesellschaftlichen Stellung geht, nicht besonders beliebt. Das erinnert so an Klassengegensätze und Klassenkampf, Herrschende und Beherrschte, Ausbeutende und Ausgebeutete, Unterdrücker und Unterdrückte. Wer in solchen Kategorien denkt, ist nicht mehr weit davon entfernt, zu fragen, wozu z.B. seine Klasse, die Arbeiterklasse, welche sowieso die ganzen gesellschaftlichen Werte schafft, eine andere Klasse, die Kapitalistenklasse, braucht, deren gesellschaftliche Aufgabe darin besteht, sich einen großen Teil dieser gesellschaftlichen Werte anzueignen, anzuhäufen oder zu verschlemmen - Alles mit der Begründung, das stünde ihnen wegen des Risikos und der Verantwortung zu, was sie lauthals von ihren politischen und Medienlakaien in die Runde krähen lassen. Bloß daß das Risiko hauptsächlich das Risiko ihrer Lohnarbeiter ist, für weniger Lohn mehr arbeiten zu müssen und letztlich auf die Straße zu fliegen und die Verantwortung darin besteht, die Arbeiter so anzustellen, auszupressen und zu feuern, daß der Profit immer das mögliche Maximum erreicht.

Deshalb beschäftigen die Kapitalisten zu Hunderten und Tausenden Dummköpfe und / oder Verräter, welche behaupten, diese in ihrer Charakterisierung wesentlich auf Marx und Engels zurückgehenden Klassen gäbe es nicht mehr, gäbe es in dieser Form nicht mehr, ihre unvereinbaren Interessengegensätze bestünden nicht mehr oder es gäbe mal eben andere und / oder neue Klassen. So schlug eines Tages auch die ideologische Geburtsstunde der "politischen Klasse", deren Existenz mir erst gestern wieder von einem recht bekannten "Linken", der sich ansonsten auch ganz gern mal auf Marx beruft, verkündet wurde.

Nun, was soll diese "politische Klasse" sein? Soweit ich den verschwommenen Begriff verstanden habe, umfaßt diese Klasse alle Menschen, welche politische Entscheidungsträger sind. Ihre Handlungen sind darauf ausgerichtet, Angehörige der politischen Klasse zu bleiben (bzw. weniger schmeichelhaft, ihren Platz am parlamentarischen Diätenfreßnapf oder sonstige existenzsichernde politische Ämter zu behalten). Das macht sie zutiefst volks- oder besser wählerverbunden, weil sie ja wiedergewählt werden und / oder ihre politische Karriere fortsetzen wollen.

Allerdings hat die Sache ein paar Haken. Angeblich leben wir ja in einer Demokratie. Somit bestimmte ja JEDER wahlberechtigte Bürger die Politik, wäre also der "politischen Klasse" zuzurechnen. Zumindest Jeder, welcher sein Wahlrecht noch wahrnimmt, obwohl er längst gemerkt hat, daß die Stelle, an der er sein Kreuz macht, nur an den Gesichtern und Sprüchen der Parlamentarier etwas ändert, nicht aber an der Politik. Darüberhinaus wäre mir völlig schleierhaft, warum Parlament und Regierung von Myriaden von Lobbyisten, hauptsächlich denen von Großunternehmen, umschwärmt werden wie der Hundehaufen von Fliegen. Sie sind ja nur auf Wiederwahl aus, wahre und integere Volksvertreter, deren Auftrag die Interessenvertretung der Wähler und deren Ziel die Wiederwahl ist. Die Kapitalisten sind wohl - folgt man dieser Interpretation - doch ziemlich dumm, haufenweise Geld in Lobbyarbeit und Zuwendungen, Beraterhonorare, Aufsichtsratsposten und Parteispenden zu stecken, da das bei den nur dem Wahlbürger verpflichteten Rittern von der aufrechten Gestalt sowieso nicht zieht.

Aber sei's drum, lassen wir die "politische Klasse" mal gelten. Das würde dennoch nichts am Marxschen Klassenbegriff ändern. Denn der bezieht sich auf die Stellung in der Produktion, also auf die ökonomische Basis der Gesellschaft, nicht auf ihren ideologisch-politischen Überbau. Und die Angehörigen der "politischen Klasse" stammen bekanntlich aus verschiedenen ökonomischen Klassen, leisten Lohnarbeit (beispielsweise als Berater), sind Selbständige oder nebenbei Eigentümer von Unternehmen, welche selbst Lohnarbeiter beschäftigen.

Klassen sind Mengen von Elementen, welche sich durch grundlegende gemeinsame Eigenschaften und grundlegende Unterschiede zu den Elementen anderer Klassen auszeichnen. Diese Klasseneinteilung wird durch die Zuordnung eines Elements in anderen Zuordnungssystemen nicht angetastet. Betrachte ich z.B. das Geschlecht, kann ich Männer und Frauen (bis auf seltene unklare Fälle) unterscheiden. Das ändert sich auch dann nicht, wenn ich zudem noch in Blonde, Brünette, Rothaarige oder Kleine und Große, Dicke und Dünne unterscheide.

Die "politische Klasse" hat NICHTS mit der Marxschen Klassenzuordnung aufgrund der Stellung des Individuums im Produktionsprozeß zu tun, sowenig wie andere angebliche neue Klassen. Auch eine Änderung der Marxschen Klassenmerkmale ist nicht eingetreten. All die Bemühungen, Klassenbegriffe und -definitionen zu verwischen, sind nichts Anderes als Versuche, den Klassenkampf und seine objektiven Ursachen zu leugnen.

Das klingt zunächst recht theoretisch, hat aber ganz unmittelbare Auswirkungen auf aktuelle Kämpfe um soziale Zugeständnisse der Herrschenden. Z.B auf die aktuelle Mindestlohninitiative, zu welcher sich (bisher) ver.di, NGG, IGM, Linkspartei.PDS und WASG zusammenfanden.

Einige "Linke" vertreten die Auffassung, die Politik werde von der "politischen Klasse" bestimmt und deren Motiv sei die Wiederwahl. Weshalb Massendemonstrationen ausreichen würden, um die Angehörigen dieser "Klasse" davon zu überzeugen, daß sie den Mindestlohn einführen müssen, weil sie ja wiedergewählt werden wollen.

Aber soziale Maßnahmen werden nur dann vom Parlament beschlossen, wenn man dessen Auftraggeber, die Kapitalisten, mittels Streik und Boykott unter Druck setzt. Wenn ihnen der Profit wegbricht, greifen die zum Telefon und rufen ihre Lobbyisten an. Die gehen dann zu ihren Parlamentariern und weisen die Zustimmung zur Gesetzesvorlage an. So, wie schon zu Bismarcks Zeiten Sozialgesetze nur durch ökonomische Gewalt gegen die Herrschenden erzwungen wurden - und nicht, weil eine "politische Klasse" wiedergewählt werden wollte.

Das Verständnis der gesellschaftlichen Klassenstruktur hat ganz unmittelbare Auswirkungen auf ganz aktuelle politische Kämpfe. Diese sind nur erfolgreich zu führen, wenn man Volksverdummer, wie z.B. die Verkünder der "politischen Klasse", bloßstellt.
Wer freiwillig kriecht, spürt nicht den Druck, der ihn zum Kriechen zwingt. Friede sei mit Euch.

Torsten

Gun Stick Onkle

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Linkspartei auf dem Weg nach Rechts
« Antwort #23 am: 16:20:28 Fr. 26.Mai 2006 »
Ich glaube, mindcontrol, Du liest zuviel Siencefiktion?

Wenn die Geheimdienste, wirklich so gut wären, wie Du uns das hier darstellen willst, dann hätten sie schon lange Herrn Bin Laden gefangen, hätten nukleares Material, bei Herrn Saddam Hussein gefunden, hätten den 11.09. verhindert und wären in der Lage, einige unschöne Terroranschläge, in London, Madrid, und im fernen Osten, zu verhindern!

Dann hätte man auch damals, in New Orlins, die Folgen des Tornados, besser handhaben können.

Du solltest Dich nicht von solchen Kunststückchen, blenden lassen, wie sie immer mal vorgeführt werden. Auch bei den Geheimdiensten, wird nur mit Wasser gekocht!

Natürlich gibt es immer wieder Selbstmorde und "Krankheiten", die nur schwer bis gar nicht erklärt werden können. Aber daraus zu schließen, die Geheimdienste wären allmächtig? Ich habe da so meine Bedenken!

So ist es nichtmal gelungen, bei Saddam Hussein, intelligenten Staub, (kleinste Mikrophone, in Staubkorngröße,) zu platzieren! Er ließ nämlich jeden Besucher erst duschen, und eigene Kleidung anziehen. Damit war das Problem schonmal gelöst.

Also, mindcontrol, nicht soviel Siencefiktion, nicht soviel Phantasie und nicht soviel Leichtgläubigkeit!

Ich habe gestern im Radio gehört, das die Börsenverbrecher, lebenslang ins Gefängnis müssen! Das ist auch USA, das lässt mich aufhorchen! Warten wir erst mal ab, wo die Grenzen der Kapitalisten und der Reichen liegen?

Vietnam, hat damals auch erst aufgehört, als kein Politiker mehr öffentlich erwähnen konnte, das Vietnam gerechtfertigt ist!

Genauso, wird die Macht des neoliberalen Kapitals, dann an seine Grenzen stoßen, wenn keiner mehr in der Öffentlichkeit, die Gutartigkeit des Kapitals, erwähnen kann, ohne ausgebuht und ausgepfiffen zu werden? (Fragt mal Frau Merkel und Herrn Müntefering, wie das so ist, beim DGB?)

Wir hier im Forum, können ein wenig dazu beitragen, das ein solcher Punkt, immer näher rücken kann! Wir sollten jede Gelegenheit nutzen!

viele grüße, Rudi
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Carsten König

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« Antwort #24 am: 14:08:11 Sa. 27.Mai 2006 »
Zitat
Ganz und gar nicht. Man soll seine Hoffnungen nur nicht an bekannte Verräter der Arbeiterklasse hängen, wie traditionell die Sozialdemokraten und sonstigen Kaptalismusverbesserer sind.

Das war nämlich auch NIE das Ziel von Marx:

Zitat
»Die Befreiung der Arbeiterklasse kann nur das Werk der Arbeiterklasse selbst sein.«

Quelle: K. Marx, Kommunistisches Manifest, MEW 4, 472

Zitat
»Alle bisherigen Bewegungen waren Bewegungen von Minoritäten (Minderheiten) oder im Interesse von Minoritäten. Die proletarische Bewegung ist die selbständige Bewegung der ungeheuren Mehrzahl im Interesse der ungeheuren Mehrzahl.«

Carsten König

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Linkspartei auf dem Weg nach Rechts
« Antwort #25 am: 20:26:10 Mi. 31.Mai 2006 »
Zitat
Es ist eine empfindliche Niederlage für die Parteispitze der WASG: Per Gericht hat der abgesetzte, renitente Berliner Landesvorstand erstritten, weiter im Amt bleiben zu können - jetzt wird der Wahlkampf gegen die Linkspartei für die Abgeordnetenhauswahl im September vorbereitet.

Quelle: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,419070,00.html

Das wars wohl mit der Linkspartei/WASG

hans2005

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« Antwort #26 am: 06:02:12 Do. 01.Juni 2006 »
hi
is ja immer wieder interessant anzusehen wie die linken sich gegenseitig bekaempfen.
ob da der verfassungsschutz dahintersteckt?
ist ja bei der NPD auch so.
da war wohl jeder 3 funktionaer angestellter des verfassungsschutzes.
darum kam auch die klage nicht durch.

ich war frueher auch mal SPD sympathisant..
doch spaetestens seid gerhard schroeder is schluss mit lustig.

wie sind die alternativen?

kopf in den sand secken und heulen oder eben linkspartei waehlen.
die kommen jedenfalls ueber die noetigen 5 % um ins parlament zu kommen.

da sollten sich alle linken integrieren und dann eben ihre interessen vertreten.

alles andere ist mumpitz und bringt gar nix.

dann kann man auch gleich die biertrinkerpartei waehlen.
die liegen auch bei 0, prozent.

aber solange die linke sich selber kaputt macht freuen sich die neoliberalen.

Torsten

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Linkspartei auf dem Weg nach Rechts
« Antwort #27 am: 07:51:28 Do. 01.Juni 2006 »
Zitat
Original von hans2005
wie sind die alternativen?

Sieh mal nach unter http://www.kpdb.de/ .
Wer freiwillig kriecht, spürt nicht den Druck, der ihn zum Kriechen zwingt. Friede sei mit Euch.

Torsten

fbk

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Linkspartei auf dem Weg nach Rechts
« Antwort #28 am: 11:17:50 Do. 01.Juni 2006 »
Was wäre, wenn wir mit  500000 Menschen, besser noch mehr, das Parlament besuchen, die Rathäuser auf wirkliche Bürgerfreundlichkeit überprüfen, die Polizei als Freund und Helfer in unsere Aktionen integrieren, unsere Wut und möglichen Hass in anhaltende Aktivitäten zur Beseitigung des grundgesetzlosen Zustandes umlenken, unser Denken und Handeln an Für und Wider die Menschlichkeit prüfen, uns nicht beirren lassen von links oder rechts oder mitte, nicht von Partei oder Fußballverband?

Dieses Streitereien über links und nicht links sind pervers!
Die Diskussionen und Regelvorgaben zur Befreiung der Arbeiterklasse kotzen mich an. wir hatten das schon. Ergebnis war einer der größten Verbrecher – Stalin – und jede Menge Fuzzis, die sich ein schönes Leben gestalteten, indem sie die befreite Arbeiterklasse schuften ließen.

Was ist mit der Befreiung der Frau? Ist sie eine Untergruppe der Arbeiterklasse?
Was ist mit der Befreiung der Kinder?

Was ist mit dem kleinen Gewerbetreibenden, dem Kleinproduzenten oder Dienstleistenden, dem Bauern, dem Künstler, dem Tagträumer, dem Nachtschwärmer...?

Was ist mit der Befreiung der anderen Lebewesen, Tiere und Pflanzen, sie sind unsere natürlichen Verbündeten. Jedoch wird ihnen seit hunderten Jahren nur Schaden zugefügt, werden sie vernichtet.

So wie die Menschheit insgesamt vernichtet wird (auch wenn es etwas länger dauert und jensen-ex das vielleicht nicht mehr mitbekommt).

Es wird zuviel disputiert und manipuliert. Häufig ziellos. Dem müssen wir entgegen wirken.
Fürchtet Euch nicht vor dem Team von „mindcontrol“. Die lachen nur solange wie sie meinen unsichtbar zu sein. Wenn ihnen die Bezüge entfallen und sie für ihren Lebensunterhalt mit ihrer Hände Kraft werkeln müssen, sehen die das auch anders.
fbk
wenn es eine  Zukunft gibt, dann  ist sie liebevoll und machtlos, also weiblich www.sie-wollte-die-ddr-retten.de

Gun Stick Onkle

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Linkspartei auf dem Weg nach Rechts
« Antwort #29 am: 12:48:13 Do. 01.Juni 2006 »
Die meisten der WASG, in Berlin, sind A....löcher und Egoisten!

Sie hören offensichtlich erst auf, wenn sie die WASG, bzw. die LINKE, völlig zerstört haben, und aus dem Bundesparlament, gefeuert haben! Das war dann ihr Beitrag, etwas für die einfachen Menschen getan zu haben!?

Wie es ohne die LINKE, im Parlament zugeht, konnten wir erst Gestern, wieder mal mit Schrecken zur Kenntnis nehmen, als die Regierung sich zu einem Gesetz entschieden hatte, das erstmal unter der Decke der Verschiegenheit gehalten werden sollte, und zum Mord aufrufen sollte! Nur der LINKE´n ist es zu verdanken, das es öffentlich geworden ist!

Glauben die eigentlich wirklich, wenn sie Alles zerschlagen haben, das es dann besser wird? Glauben die eigentlich wirklich, wenn die PDS, nicht mehr in den Parlamenten ist, das es dann besser wird? Wollen die in Berlin, wirklich wieder eine CDU Regierung, die sich dann über die Reste hermacht, die die alte CDU Regierung, übrig gelassen hat?

Die WASG in Berlin, ist entweder, in der Mehrzahl, oportunistisch verwegen, oder strohdumm! Eine andere Alternative gibt es nicht! Auf jeden Fall, ist sie kein bischen besser, als die anderen sogenannten etabilierten Parteien! Eher noch ein wenig schlimmer!

Was wollen die eigentlich, die WASG, in Berlin? Die meisten davon, haben offensichtlich den Verstand verloren!

Rudi
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