Autor Thema: Catering Betriebsrat gefeuert  (Gelesen 12031 mal)

ManOfConstantSorrow

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Catering Betriebsrat gefeuert
« am: 14:57:41 Mo. 22.Mai 2006 »
In der Commerzbank Frankfurt/M kocht nicht nur das Nudelwasser!

Auch die Kolleginnen kochen vor Wut. Denn:

Der 50 jährige Harald Stubbe, Betriebsrat bei EUREST in der Commerzbank in Frankfurt/M, wurde gekündigt und ist seit dem 1. Mai arbeitslos. Nun kämpft er juristisch mit Unterstützung der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) gegen die Entlassung und fordert seine sofortige Wiedereinstellung. EUREST ist ein Caterer mit über 800 Betrieben in Deutschland. Nach dem bundesweit bekannt gewordenen Fall von GATE GOURMET in Düsseldorf - ein international tätiger Caterer-Konzern ? haben wir es nun erneut mit einer Firma aus dieser Branche zu tun, die Arbeiterrechte mit Füßen tritt.

http://de.indymedia.org/2006/05/147536.shtml
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

Abraxas

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Re: Catering Betriebsrat gefeuert
« Antwort #1 am: 16:03:48 So. 21.Dezember 2008 »
ich kenne den kollegen, mittlerweile ist er und die gesammte belegschft der betriebsstätte aus der ngg ausgetreten. hatte sich ngg bei der kündigung nicht mit ruhm bekleckert brachte der jetzt abgeschlossene haustarifvertrag mit dem arbeitgeber das fass zum überlaufen. die kolleginnen haben sich in der gewerkschaft iww organisiert und vertreten ihre interessen jetzt selber
"es ist eine dumme idee menschen schlecht zu behandeln, die mit deinem essen alleine sind"

Sir Vival

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Re:Catering Betriebsrat gefeuert
« Antwort #2 am: 16:52:38 So. 20.Februar 2011 »
is zwar schon älter, aber ja ja ja:
Die liebe NGG. Mit denen hatte ich 1998 auch meinen Spass.
Wurde mit fast allen Eismann-Kollegen nach der Übernahme durch Schöller nach 1 Jahr gefeuert (u.a. weil ich keine illegalen mehr als 10 Stunden Fahrtouren machte) und die NGG hat nur abgenickt. Wir wurden sogar überredet, nicht zu klagen, sondern die (hohe) Abfindung und fast 4 Monate Freistellung anzunehmen und die betriebsbedingte Kündigung zu akzeptieren. Damals war ich noch so doof. Ich hatte keinerlei Nachteile beim Amt, aber ich hätte klagen sollen.
Die Gewerkschaften sind auch nur noch Vereine, wo Geld gesammelt wird, nach Südamerika geflogen wird, um sich ficken zu lassen. Von wem auch immer.
Alles Lutscher und Abnicker!
Der Tod stellte seine Sense in die Ecke und bestieg den Mähdrescher, denn es ward Krieg!
Politiker sind wie Tauben. Sind sie unten, fressen sie dir aus der Hand. Sind sie oben, wirst du beschissen
Es gibt 2 Arten von Politikern:
- der eine kann nichts!
- der andere nichtmal das!

Abraxas

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Re:Catering Betriebsrat gefeuert
« Antwort #3 am: 18:18:56 Mo. 21.Februar 2011 »
Es gibt auch Gewerkschaften die helfen. Helfen kann jeder. Flugblatt runterladen, Bei der nächsten Commerzbankfiliale auf den tresen legen. www.wobblie.de
"es ist eine dumme idee menschen schlecht zu behandeln, die mit deinem essen alleine sind"

xyu

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Re:Catering Betriebsrat gefeuert
« Antwort #4 am: 14:07:18 Di. 13.Dezember 2011 »
Commerzbank Frankfurt: Gewerkschafter in Kantine gefeuert

Subunternehmer Eurest versucht Mitglied des Gesamtbetriebsrats zu entsorgen /
IWW kündigt Aktivitäten gegen  Compass Group und Commerzbank an

Pressemitteilung der IWW in deutschsprachigen Raum, 12. Dezember 2011:

Der Catering-Riese Eurest (Compass Group) betreibt in Frankfurt/Main und Umgebung über 100 Kantinen. Mit einem fadenscheinigen Manöver versucht die Kette nun, ein Mitglied des Gesamtbetriebsrats und aktiven Gewerkschafter der Industrial Workers of the World los zu werden. Unserem Kollegen Harald Stubbe ist zum 31. März 2012 gekündigt worden. Wir betrachten dieses Manöver als gewerkschaftsfeindliche Maßnahme.

Harald arbeitet in einer Kantine, die eine Außenstelle der Commerzbank in Frankfurt, Mainzer Landstraße 277, mit Essen versorgt. Diese Abteilung wird jetzt aufgelöst – was kein ungewöhnliches Vorgehen ist, da die Commerzbank im Mai 2009 mit der Dresdner Bank fusioniert ist und im Zuge der Weltfinanzkrise selbst ins Straucheln geriet. Nun beginnt das Bank-Management zu rationalisieren, sprich Personal zu entlassen. Um die Kantinen-Arbeiter_innen meint man sich nicht scheren zu müssen. Dieser Bereich ist schließlich seit Jahren an Subunternehmer ausgelagert.

Anstatt Harald Stubbe einen adäquaten Posten in einer anderen Eurest-Kantine in Frankfurt anzubieten, versucht Eurest die Gelegenheit beim Schopfe zu ergreifen: betriebsbedingte Kündigung.

Wir können dieses Ansinnen – aus der Perspektive eines auf maximalen Profit orientierten Niedriglohn-Konzerns – sogar verstehen. Denn Harald Stubbe hat als Betriebsrat in seiner kleinen Kantine – zusammen mit seiner IWW-Betriebsgruppe – den schlimmsten Auswüchsen der Unternehmerwillkür einen Riegel vorgeschoben. Er wurde – gegen eine Kampagne der Mainstream-Gewerkschaft NGG -  wiederholt in den deutschlandweiten Gesamtbetriebsrat von Eurest gewählt.

Wir nehmen den juristisch wie gewerkschaftspolitisch doch recht fragwürdigen Versuch der Kündigung als Anregung, unsere Organisierungsbemühungen im Kantinenbereich zu verstärken. Die kleine IWW hat sich in der Vergangenheit recht erfolgreich mit dem Riesen Eurest angelegt – nicht nur in Frankfurt, auch in Köln. Wir haben einen Beitrag geleistet, die Rechte von Kantinen-Arbeiter_innen bei Ford, der Commerzbank und der Deutschen Bank zu verteidigen. Durch uns sind skandalöse Vorgänge hinter den Theken und Warmhalte-Kübeln bei Eurest bekannt geworden; wir haben die Praxis der Auslagerung von Kantinen an skrupellose Dienstleistungskonzern grundsätzlich kritisiert.

In Deutschland stagnieren die Geschäfte von Eurest inzwischen. Wir werden einen internationalen Aktionstag vorbereiten, um Eurest und die Compass Group auch auf dem wachsenden us-amerikanischen Geschäftsfeld zu attackieren. Es trifft sich gut, dass sich im Oktober 2011 in Portland, Oregon eine IWW Industrie-Gewerkschaft im Bereich Nahrung und Einzelhandel gegründet hat (IWW Food and Retail Workers Union).

Wir werden uns ferner der Commerzbank zuwenden und die folgenden Fragen öffentlich thematisieren: Was ist die Gegenleistung der  Bank für schätzungsweises 18,2 Milliarden Euro an staatlichen Rettungsgeldern, die seit 2008 geflossen sind? Oder besser: Was hat die arbeitende Bevölkerung von der Rettung der Commerzbank gehabt?

Wir fordern:

    Sofortige Rücknahme der Kündigung von Harald Stubbe!
    Die Auslagerung von Kantinen an Niedriglohn-Konzerne rückgängig machen!
    Höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen!
    Schluss mit menschenverachtenden Arbeitsbedingungen, unbezahlter Mehrarbeit und Hartz-IV-Aufstocker-Löhnen!

Quelle: http://www.wobblies.de/?p=1361