Autor Thema: Leihsklaven In der Autoindustrie  (Gelesen 7314 mal)

ManOfConstantSorrow

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Leihsklaven In der Autoindustrie
« am: 17:13:31 Do. 01.Juni 2006 »
Da die Artikel in FR und FTD nicht lange online bleiben, hier im vollen Wortlaut:

Zitat
Bedeutung der Zeitarbeit in der Autoindustrie wächst

Experte Dudenhöffer spricht von einem nicht mehr weg zu denkenden Element zur Steigerung der globalen Wettbewerbsfähigkeit
Flexibiliät und Innovation - zwei Faktoren, die für die Existenz des Automobilstandorts Deutschland eine Schlüsselrolle spielen. Ein Vehikel zur Steigerung der Flexibilität ist die Zeitarbeit, die einer neuen Studie zufolge immer mehr an Bedeutung gewinnt.


Frankfurt a.M. - Die von Gewerkschaften und Betriebsräten mit scheelen Augen angesehene Zeitarbeit ist auch in der Autoindustrie nicht mehr weg zu denken. Mehr noch - für Professor Ferdinand Dudenhöffer stellt sie ein wesentliches Element dar, die Kostenvorteile anderer, insbesondere osteuropäischer Standorte zum Teil wenigstens auszugleichen. Nach den Worten des an der Fachhochschule Gelsenkirchen forschenden und lehrenden Experten geht es darum, die Arbeitnehmervertretungen davon zu überzeugen, dass Zeitarbeit geeignet ist, den Trend zur Produktionsverlagerung ins Ausland zu bremsen. Management und Betriebsräte sollten in diesem Punkt "nicht im Konflikt miteinander stehen".

Dudenhöffer stützt sich bei diesen Aussagen auf die Ergebnisse einer von der Zeitarbeitsfirma Randstad in Eschborn finanzierten und in seinem Institut - Center Automotive Research - erstellten Studie. Ihr zufolge beschäftigen annähernd 90 Prozent der deutschen Autohersteller und Zulieferer permanent Zeitarbeiter. In absoluten Zahlen sind das mehr als 60 000 Leute.

Drittes Instrument

Neben Arbeitszeitkonten und befristeten Einstellungen ist Zeitarbeit laut Dudenhöffer das dritte personalpolitische Flexibilitäts-Instrument, über das Unternehmen verfügen. Und für die Zukunft der hiesigen PS-Industrie im globalen Wettbewerb spiele Flexibilität zusammen mit dem Faktor Innovationsfähigkeit eine Schlüsselrolle. Neue Werke wie die BMW-Fabrik in Leipzig würden nur gebaut, wenn man die oft enormen Produktionsschwankungen aufgrund konjunktureller Einflüsse oder Modellzyklen ohne zusätzliche Personalkosten, wie Überstundenzuschläge, "verdauen kann". Zeitarbeit diene folglich nicht mehr nur zur Bewältigung von Auftragsspitzen oder zur Überbrückung von Urlaubs- und Krankheitszeiten, sondern bilde einen Teil des operativen Geschäfts. Insofern ließe sich auch der Vorwurf nicht aufrecht halten, dass Zeitarbeit in der Autoindustrie ein Vehikel für Lohndumping sei. Als Hauptmotive, Leiharbeiter zu beschäftigen, gaben die rund 150 in der Studie befragten Personal-Manager und Geschäftsführer Flexibilität und nachfrageorientierte Kapazitätsauslastung an.

Diese Ergebnisse decken sich mit den praktischen Erfahrungen der Randstad-Leute, die hier zu Lande rund 7000 Arbeitnehmer an die Autoindustrie vermittelt haben. Wie Manager Kay-Uwe Wiegel betont, dringen schon die Betriebsräte in den Firmen darauf, dass der Stundenlohn für Zeitarbeiter nicht niedriger als der von Festangestellten ist. Allerdings verhehlt er auch nicht, dass damit im Endeffekt doch eine Personalkostenersparnis für den Entleiher verbunden ist, weil er beispielsweise nichts für Weiterbildung aufwenden oder keinen dreizehnten oder vierzehnten Monatslohn bezahlen muss. Grundsätzlich aber nehme die Bedeutung von Ad-hoc-Einsätzen ab. Vielmehr werde Zeitarbeit immer häufiger als "strategisches Mittel" im Produktionsprozess angesehen. Die Dauer der Beschäftigung von Zeitarbeitern reiche von einigen Wochen bis zu mehreren Monaten.

Meist Hilfskräfte

Neben solchen übergeordneten Trends verdeutlicht die Dudenhöffer-Studie gleichwohl, dass Zeitarbeiter bei den heimischen Autoherstellern und Zulieferern überwiegend als Hilfskräfte Verwendung finden. Der Anteil der entliehenen Facharbeiter am Gesamtumfang dieser Beschäftigungsgruppe in der Branche beträgt lediglich sieben Prozent. Die meisten Zeitarbeiter schließlich sind in der Produktion zu finden vor den Abteilungen Verwaltung sowie Beschaffung und Logistik.
 Jürgen Klotz (FR 1.6.06)


Zitat
Premiumhersteller verschweigen Leiharbeiter

In den Geschäftschäftsberichten der Automobilhersteller tauchen sie fast nicht auf, dabei ist ihr Anteil so hoch wie nie: 86 Prozent der Auto- und Zuliefererkonzerne vertrauen auf Zeitarbeitnehmer. In keiner anderen Branche kommen sie so häufig zum Einsatz, dennoch werden sie geflissentlich verschwiegen.

Auch der Reifenhersteller Continental drückt auf die Kostenbremse und baut Arbeitsplätze in Deutschland ab

"Weder BMW, Ford, Mercedes, Opel, VW noch Bosch oder Continental sprechen offiziell über das Thema Zeitarbeit", sagt der Direktor des Center Automotive Research (CAR) an der Fachhochschule Gelsenkirchen, Professor Ferdinand Dudenhöffer. Zwar werde in den Jahresberichten der Großkonzerne häufig über "innovative Technologien im Personalmanagement" philosophiert. "Das Wort Zeitarbeit wird in aller Regel aber nicht in den Mund genommen", sagt Dudenhöffer.

"Zeitarbeit passt nicht zum Image"
Warum verschweigen viele namhafte Konzerne ihren Anteil an Zeitarbeitern? Es passe einfch immer noch nicht zum Image eines Premiumherstellers zu sagen, dass ein Teil der Produktion durch Leiharbeiter erfolgt. "Hochwertigkeit, Qualitätsarbeit beißt sich heute noch mit dem Begriff der Zeitarbeiter", sagte Dudenhöffer FTD Online.

In Gelsenkirchen stellte der Wissenschaftler am Dienstag die Ergebnisse seiner repräsentativen Studie "Flexibilität durch Zeitarbeit als Wettbewerbsfaktor in der Automobilindustrie" vor - und weckte damit Hoffnungen, dass die von Arbeitplatzabbau und Jobverlagerung ins Billig-Ausland angeschlagene Schwerindustrie zumindest ein Stück weit von Zeitarbeit profitieren könnte. Für die wissenschaftliche Erhebung wurden Ende vergangenen Jahres 148 Automobilhersteller und Zulieferer zum Einsatz von Zeitarbeitnehmern befragt.

Eines der wenigen Unternehmen der Automobilindustrie, welches das Thema Leiharbeit offen und informativ anspreche, sei MAN. Im Jahr 2004 setzte der Konzern deutschlandweit knapp 1600 Leiharbeiter ein - das waren vier Prozent aller Inlandsbeschäftigten der MAN-Gruppe. "Vor allem die Nutzfahrzeuge haben die höhere Auslastung durch eine zunehmende Beschäftigung von Leiharbeitern bewältigt", schreibt der Konzernvorstand des DAX-Unternehmens auf Seite 21 des Geschäftsberichts für das vorvergangene Wirtschaftsjahr.

Einsatz vor allem in der Produktion
In keinem anderen Industriezweig ist der Anteil der eingesetzten Zeitarbeiter so hoch wie in der Automobilindustrie. Während in anderen Branchen durchschnittlich rund ein Prozent der Arbeitnehmer Zeitarbeiter sind, beläuft sich der Anteil der eingesetzten Hilfsarbeiter im Automobilsektor auf 17 Prozent. Zeitarbeit sei für die Automobil- und Zuliefererindustrie längst kein Fremdwort mehr, heißt es in der Studie. 86 Prozent der befragten Konzerne setzten im vergangenen Jahr Zeitarbeitnehmer ein. "Je einfacher die Tätigkeit, umso höher ist dabei der Einsatz von Zeitarbeitskräften", sagt Dudenhöffer, der auch das Prognose-Institut B&D-Forecast leitet.

Nach den Hilfsarbeitern stellen der Studie zufolge Fachkräfte und Facharbeiter mit sieben Prozent die zweitgrößte Gruppe unter den Zeitarbeitnehmern. Und: Mindestens jedes zweite befragte Automobilunternehmen bucht bei Zeitarbeitsfirmen auch Höherqualifizierte und Mitarbeiter mit kaufmännischen Qualifikationen. "Bei den Höherqualifizierten und mit kaufmännischer Qualifikation beschäftigten Arbeitnehmern kommen drei Prozent von Zeitarbeitsfirmen", haben die Forscher herausgefunden. Am stärksten ausgeprägt sei der Einsatz von Leiharbeitern in der Produktion. 64 der Automobil- und Zuliefererunternehmen setzen Zeitarbeiter in der Fertigung ein, 34 Prozent der befragten Unternehmen sogar dauerhaft.


Zeitarbeitnehmer kommen der Studie zufolge nicht nur dann zum Einsatz, wenn Auftragsspitzen bewältigt oder Urlaubs- und Krankheitszeiten überbrückt werden müssen, sondern sie sind Teil des operativen Geschäfts und stellen gleichzeitig ein wichtigen Flexibilitätsinstrument dar. "Neue Werke wie das BMW-Werk in Leipzig konnten nur realisiert werden, weil die Kapazitätsnutzung zwischen 80 Prozent und 140 Prozent ohne Personal-Zusatzkosten vereinbart werden konnten", sagt der ehemalige Porsche-Manager Dudenhöffer. Die Flexibilitätsvorteile der Zeitarbeit sei aus Unternehmenssicht in aller Regel höher als bei befristeten Arbeitsverhältnissen. Und: Bei Zeitarbeit seien die Arbeitskräfte sofort verfügbar. Eine zeitintensive Personalsuche gebe es ebenso wenig wie langwierige Einstellungsgespräche. Das Risiko, "falsche" Arbeitnehmer einzustellen existiere faktisch nicht.

Arbeiter auf Zeit profitieren
Auch die Arbeitnehmer können vom Einsatz als Zeitarbeiter profitieren. 75 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, bei Neueinstellungen in den vergangenen fünf Jahren Zeitarbeitnehmer berücksichtigt zu haben. Acht Prozent der Konzerne rekrutierten mehr als die Hälfte ihrer Festeinstellungen aus bereits bekannten Zeitarbeitnehmern.

Der Anteil der Zeitarbeiter wird im Automobilbau weiter zulegen, prophezeit Dudenhöffer. Zwar sei es kein Instrument, um die Arbeitskosten zu reduzieren, da Zeitarbeiter längst keine Billigarbeiter mehr sind. Allerdings könne zumindest teilweise die Arbeitsplatzverlagerung ins billiger produzierende Ausland verhindert werden.

80 Prozent der befragten Manager gehen davon aus, dass bis zu fünf Prozent der Verlagerung durch den Einsatz von Zeitarbeit vermieden werden kann. Fast jeder Zweite glaubt, dass zu zehn Prozent der Verlagerungen gestoppt werden können. "Mehr Zeitarbeit bedeutet, dass mehr Arbeitsplätze in Deutschland bleiben - wenn auch nicht alle", heißt es in der Studie. Berechnungen Dudenhöffers zufolge werden in den kommenden zehn Jahren allein in der deutschen Automobilbranche weitere 100.000 Arbeitsplätze abgebaut und ins billiger produzierende Osteuropa, China und Indien verlagert.

(FTD 31.05.2006) Hilgert
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

Kuddel

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Leihsklaven In den Medien
« Antwort #1 am: 19:44:55 Di. 25.November 2008 »
Zitat
Leiharbeit
"Ich will nur noch hier weg"


..."Wir müssen die scheußlichste Arbeit machen", sagt der Endvierziger. Wir, das sind Mende und 50 weitere Leiharbeiter, die in diesem Werk Innenausstattung für Autos von Opel und Ford fabrizieren....

http://www.fr-online.de/in_und_ausland/wirtschaft/aktuell/1635057_Ich-will-nur-noch-hier-weg.html

Fritz Linow

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Re:Leihsklaven In der Autoindustrie
« Antwort #2 am: 23:22:32 Mo. 10.Dezember 2018 »
Überflüssig zu erwähnen, wer zuerst abgebaut wird:
Zitat
10.12.18
Ford plant Stellenabbau in Saarlouis
Ford fährt in Europa Verluste ein. Mit einem massiven Sparprogramm will der amerikanische Autohersteller wieder auf Kurs kommen. Das Nachsehen könnten die Beschäftigten haben.(...)
https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/ford-plant-grossen-stellenabbau-in-saarlouis-15935116.html?GEPC=s3

dagobert

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Re:Leihsklaven In der Autoindustrie
« Antwort #3 am: 02:31:59 Mi. 12.Dezember 2018 »
Zitat
Das Nachsehen könnten die Beschäftigten haben.(...)
Könnten?
Werden!
Wie immer.

Kuddel

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Re: Leihsklaven In der Autoindustrie
« Antwort #4 am: 11:55:15 Di. 19.Februar 2019 »
Zitat
Mannheim
"Übernommene Leiharbeiter in Probezeit gefeuert"

Die Zeitung von Kolleginnen und Kollegen für Kolleginnen und Kollegen aller Daimler-Werke in Deutschland, "Die Stoßstange", berichtet aus dem Daimler-Werk Mannheim:


Im Oktober 2017 mussten nach Betriebsvereinbarung zirka 80 Leiharbeiter fest eingestellt werden, weil die Zehn-Prozent-Quote der Belegschaft überschritten wurde. Die Unternehmensleitung wollte aber nur 65 Leiharbeiter fest einstellen. Dagegen klagte der Betriebsrat mit Erfolg. Es wurden im Nachgang mehrere Kollegen in der Probezeit gekündigt, beziehungsweise rausgemobbt. Eine Methode, um doch auf die 65 zu kommen?

Wir sagen:
  • Nein zur Leiharbeit!
  • Festeinstellung aller Leiharbeiter!
  • Weg mit der "Reform" des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes der "Rot-Grünen"-Regierung im Rahmen der Agenda 2010!
  • Solidarität mit den Gekündigten!
  • Gegen die Spaltung von Stammbelegschaften und  Leiharbeitern!
https://www.rf-news.de/2019/kw08/uebernommene-leiharbeiter-in-probezeit-gefeuert

tleary

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Re: Leihsklaven In der Autoindustrie
« Antwort #5 am: 18:55:19 Do. 21.Februar 2019 »
Heute erst bin ich wieder von einer dieser Leiharbeits-Zecken aus dem Schlaf gerissen worden. Anruf um 9:30 Uhr früh, mitten wenn ich mich noch in meiner Tiefschlafphase befinde. Mutti natürlich ans Festnetztelefon gegangen, Telefon in mein Schlafzimmer gebracht.... "Da ist jemand für dich, eine Firma B. .... oder so ähnlich". Ich ganz verduzt und im Halbschlaf den Hörer entgegengenommen.... auf Display geschaut.... eine mir unbekannte Handynummer....

Ich: "Ja bitte!". (Extra nicht mit Namen gemeldet, weil mir nichts gutes schwante)

Gegenseite: "Ja, Herr V., wir hätten da eine Stelle im nächstgrößeren Kaff für Sie.... haben Sie Interesse?"

Ich: "Ich habe mich doch gar nicht beworben bei Ihnen auf diese Stelle?"

Leihklitsche: "Ja, Sie haben sich sehr wohl bei uns beworben, und zwar als "Lagerarbeiterhelfer", "Bürohilfskraft" (und noch irgendeinen anderen Scheißjob)". - Alles Zwangsbewerbungen vom Arschamt.

Ich: "Ja, aber die letzte Bewerbung liegt doch schon mindestens 6 Monate zurück, oder?"  (Habe später nachgesehen: Es sind sogar 9 Monate)

Leihklitsche: "Aber das macht doch nix. Wir hätten auf jeden Fall diese Stelle für Sie."

Ich: "Nein, danke kein Interesse. Hab' schon eine Stelle mittlerweile." (Lüge, aber egal)

Leihklitsche: "Ja, wenn Sie aber wieder 'mal eine Stelle suchen, melden sie sich bei uns".

Ich: "Ja, ganz bestimmt!" ;-)

Leihklitsche: "Schönen Tag noch!"


Jetzt werfen sich für mich folgende Fragen auf:

a) Woher hat die Leihklitsche überhaupt meine Tel? - Ich habe keine bei den letzten (Zwangs-)Bewerbungen angegeben. Auch stehe ich nicht im Telefonbuch.
b) Die Tel können sie eigentlich nur von einer ganz frühen Bewerbung haben, die schon mindestens 2 Jahre zurückliegt. Ich kann mich dunkel daran erinnern, daß ich mich damals noch - unwissend wie ich war - bei denen mit Tel beworben habe.
c) Damit ist für mich bewiesen, daß sie die Daten nicht wie vorgeschrieben nach Abschluß des Bewerberauswahlprozesses vernichtet haben, und somit gegen die BDSVO verstoßen.
»Wir wissen, so wie es ist, kann es nicht weiter gehen. Aber es geht weiter.«
(Autor unbekannt)

dagobert

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Re: Leihsklaven In der Autoindustrie
« Antwort #6 am: 21:23:17 Fr. 22.Februar 2019 »
Da wäre anzudenken, das Auskunftsrecht nach Art. 15 DS-GVO zu nutzen, und anschließend nach Art. 17 DS-GVO die Löschung der Daten zu verlangen.

counselor

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Re: Leihsklaven In der Autoindustrie
« Antwort #7 am: 10:10:35 So. 24.Februar 2019 »
Zitat
Gekündigter Mitarbeiter soll als Leiharbeiter zurück auf seine Stelle

Einem Mitarbeiter wird aus Mangel an Arbeit gekündigt. Wenige Wochen später soll er als Leiharbeiter mit lausigem Stundenlohn wieder an seinen alten Arbeitsplatz zurück. Wie man das nennt? "Eine Riesen-Schweinerei", sagt Heinz Hausner von der IG Metall. Wer so etwas macht? Die Firma Webasto.

Quelle: https://www.pnp.de/mobile/?cid=3235590
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

dagobert

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Re: Leihsklaven In der Autoindustrie
« Antwort #8 am: 14:37:52 So. 24.Februar 2019 »
Mit Blick auf § 8 Abs. 3 AÜG bezweifle ich, dass die Leihfirma ihn einstellen würde.

Zitat
§ 8 Grundsatz der Gleichstellung
(1) Der Verleiher ist verpflichtet, dem Leiharbeitnehmer für die Zeit der Überlassung an den Entleiher die im Betrieb des Entleihers für einen vergleichbaren Arbeitnehmer des Entleihers geltenden wesentlichen Arbeitsbedingungen einschließlich des Arbeitsentgelts zu gewähren (Gleichstellungsgrundsatz). Erhält der Leiharbeitnehmer das für einen vergleichbaren Arbeitnehmer des Entleihers im Entleihbetrieb geschuldete tarifvertragliche Arbeitsentgelt oder in Ermangelung eines solchen ein für vergleichbare Arbeitnehmer in der Einsatzbranche geltendes tarifvertragliches Arbeitsentgelt, wird vermutet, dass der Leiharbeitnehmer hinsichtlich des Arbeitsentgelts im Sinne von Satz 1 gleichgestellt ist. Werden im Betrieb des Entleihers Sachbezüge gewährt, kann ein Wertausgleich in Euro erfolgen.

(2) Ein Tarifvertrag kann vom Gleichstellungsgrundsatz abweichen, soweit er nicht die in einer Rechtsverordnung nach § 3a Absatz 2 festgesetzten Mindeststundenentgelte unterschreitet. Soweit ein solcher Tarifvertrag vom Gleichstellungsgrundsatz abweicht, hat der Verleiher dem Leiharbeitnehmer die nach diesem Tarifvertrag geschuldeten Arbeitsbedingungen zu gewähren. Im Geltungsbereich eines solchen Tarifvertrages können nicht tarifgebundene Arbeitgeber und Arbeitnehmer die Anwendung des Tarifvertrages vereinbaren. Soweit ein solcher Tarifvertrag die in einer Rechtsverordnung nach § 3a Absatz 2 festgesetzten Mindeststundenentgelte unterschreitet, hat der Verleiher dem Leiharbeitnehmer für jede Arbeitsstunde das im Betrieb des Entleihers für einen vergleichbaren Arbeitnehmer des Entleihers für eine Arbeitsstunde zu zahlende Arbeitsentgelt zu gewähren.

(3) Eine abweichende tarifliche Regelung im Sinne von Absatz 2 gilt nicht für Leiharbeitnehmer, die in den letzten sechs Monaten vor der Überlassung an den Entleiher aus einem Arbeitsverhältnis bei diesem oder einem Arbeitgeber, der mit dem Entleiher einen Konzern im Sinne des § 18 des Aktiengesetzes bildet, ausgeschieden sind.

BGS

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Re: Leihsklaven In der Autoindustrie
« Antwort #9 am: 06:23:59 Mo. 25.Februar 2019 »
Ich versteh'nur "Bahnhof".

Was soll das Kauderwelsch bedeuten?

MfG

BGS
"Ceterum censeo, Berolinensis esse delendam"

http://www.chefduzen.de/index.php?topic=21713.msg298043#new
(:DAS SINKENDE SCHIFF DEUTSCHLAND ENDGÜLTIG VERLASSEN!)

dagobert

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Re: Leihsklaven In der Autoindustrie
« Antwort #10 am: 08:26:53 Mo. 25.Februar 2019 »
Dass die Leihfirma ihn auf dieser Stelle (zumindest derzeit) nicht nach ihrem Billigtarifvertrag bezahlen könnte, da er bis vor kurzem noch zur Stammbelegschaft gehört hat.
Der hätte Anspruch auf echtes Equal Pay - und ist für die ZAF damit sehr wahrscheinlich zu teuer.

Fritz Linow

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Re: Leihsklaven In der Autoindustrie
« Antwort #11 am: 21:56:16 Mo. 25.Februar 2019 »
Zitat
25.2.19
Zeitarbeit bei Daimler

Hunderte Leiharbeiter bangen um ihre Jobs

Der Konzern rechnet ab Ende Mai in Untertürkheim mit einem geringeren Personalbedarf. Das bringt schlechte Aussichten für dort tätige Leiharbeiter – und auch für Ferienjobber. (blablabla)
https://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.zeitarbeit-bei-daimler-hunderte-leiharbeiter-bangen-um-ihre-jobs.ece6ed1f-4aea-465b-b1eb-b3c5333504d2.html

Der klassenharmonistische Betriebsrat kämpft wie ein Löwe:

Zitat
Der Betriebsrat verweist auf seinen geringen Handlungsspielraum. „Bei der Abmeldung von Arbeitnehmerüberlassungen hat der Betriebsrat nur ein Informations-, aber kein Mitbestimmungsrecht“, sagt Michael Häberle, der Vorsitzende des Betriebsrats in Untertürkheim.

Es ist ein generelles Dilemma, auf die Strukturen der DGB-Sozialpartnerschaft zu hoffen, sie umwandeln zu wollen oder einfach nur Opposition zu sein.

Onkel Tom

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Re: Leihsklaven In der Autoindustrie
« Antwort #12 am: 08:56:04 Di. 26.Februar 2019 »
...
Zitat
Der Betriebsrat verweist auf seinen geringen Handlungsspielraum. „Bei der Abmeldung von Arbeitnehmerüberlassungen hat der Betriebsrat nur ein Informations-, aber kein Mitbestimmungsrecht“, sagt Michael Häberle, der Vorsitzende des Betriebsrats in Untertürkheim.
...

Nee echt jetzt ? Nur Informationsrecht ohne Mitbestimmungsrecht ? Werde mich dazu mal mit einem Bekannten unterhalten, der
sich gerade als Betriebsratsmitglied schult..

Das, was Michael Häberle äußert, werde ich den Verdacht nicht los, das er damit nur eine Entschuldigung eigenes möglichen
Versagens vorbringt..

Gewerkschaftsarbeit ohne Mitbestimmungsrecht ? Dann wäre ja alles, was nach DGB riecht, m.E. völlig sinnlos..
Lass Dich nicht verhartzen !

dagobert

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Re: Leihsklaven In der Autoindustrie
« Antwort #13 am: 05:03:02 Mi. 27.Februar 2019 »
Ds Mitbestimmungsrecht muss der Betriebsrat bereits bei der Besetzung der Arbeitsplätze ausüben, und da hat er auch eines.