Autor Thema: Kämpfe in der Automobilindustrie  (Gelesen 88271 mal)

ManOfConstantSorrow

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 6665
Kämpfe in der Automobilindustrie
« am: 22:11:43 Sa. 12.Juni 2004 »
Vernichtung von 10.000 Arbeitsplätzen bei Mercedes geplant

Bei Mercedes stehen 10% der weltweit 104.000 Arbeitsplätze auf dem Spiel. Einen so genannten "Überhang" von über 10.000 Stellen hat die Unternehmensberatungsfirma McKinsey in der Produktion der C-Klasse entdeckt. Gründe seien Rationalisierungsfortschritte. Betroffen sind vor allem die Werke Sindelfingen, Bremen und East London (Südafrika). Vor allem in Sindelfingen soll noch in diesem Jahr mit der Arbeitsplatzvernichtung begonnen werden.

Die großen Automobilmonopole stehen in einem mörderischen Konkurrenzkampf um die Beherrschung des Weltmarkts. In Deutschland ist in den ersten 5 Monaten des Jahres die Zahl der Neuzulassungen um 2,5 Prozent zurückgegangen. Überdurchschnittliche Verluste hat Mercedes mit einem Minus von über 5 Prozent zu verzeichnen. Gleichzeitig werden von den Monopolen ständig steigende Maximalprofite benötigt, um weltweit ihre Positionen gegen die Konkurrenz auszubauen. So findet derzeit eine heftige Schlacht um Marktanteile in China statt, wofür dort mit Milliardeninvestitionen Produktionsstätten und Beteiligungen ausgebaut werden. Von im Jahr 2003 in China produzierten 2 Millionen Autos stammten 700.000 von deutschen Monopolen.
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

ManOfConstantSorrow

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 6665
Kämpfe in der Automobilindustrie
« Antwort #1 am: 18:46:24 Di. 29.Juni 2004 »
29.06.04
Opel: Verlagerung nach Polen mit machtpolitischen Hintergründen

General Motors Europe hat entschieden, einen Teil der Zafira-Produktion in sein Werk im polnischen Gliwice statt nach Rüsselsheim zu verlagern. Dass dafür keineswegs die Lohnunterschiede, sondern ganz andere Faktoren ausschlaggebend sind, zeigt eine Meldung der Nachrichtenagentur Reuters. Nach Aussagen des Chefs von Opel Polen, Rytwinski, ist die Verlagerung ein Ausgleichsgeschäft für Polens Kauf von Kampfjets bei der US-Rüstungsfirma Lockheed Martin. General Motors und die US-Regierung haben sich dafür zu einem wechselseitigen Investitionen über 6,3 Milliarden Dollar verpflichtet.

(Quelle:rf-news.de)
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

ManOfConstantSorrow

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 6665
Kämpfe in der Automobilindustrie
« Antwort #2 am: 17:11:08 Do. 15.Juli 2004 »
Ein wirklich vernünftiger Ansatz auf globalisierte Konzernpolitik zu reagieren ist das Herausbringen eines internationalen Kollegeninfos...

Gefunden unter: http://www.kollegeninfo.de/extras/DC%20Worker%20News.html
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

ManOfConstantSorrow

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 6665
Kämpfe in der Automobilindustrie
« Antwort #3 am: 12:22:50 Sa. 17.Juli 2004 »
Zitat
Original von rf-news.de


16.07.04
"Wir erklären den Autoherstellern den Krieg"

Die südafrikanische Metallarbeitergewerkschaft Numsa hat gestern eine Presseerklärung unter der Schlagzeile herausgebracht: "Wir erklären den Autoherstellern den Krieg". Die Gewerkschaft lehnt die von den Autokonzernen angebotene Lohnerhöhung von 6,5% ab und besteht auf 9% sowie Verbesserungen beim Urlaub und der Gesundheitsvorsorge.
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

Kann das sein?

  • Sr. Member
  • ****
  • Beiträge: 257
Kämpfe in der Automobilindustrie
« Antwort #4 am: 17:14:43 Do. 07.April 2005 »
Wie sagte VW-Chef Pieschetsrieder in 2004? Er könnte sich vorstellen, dass es in 10 Jahren gar keinen Autohersteller mehr im alten Europa gibt.

Ein neuer Chinese ist im Anrollen: Der chinesische Autobauer Brilliance bringt noch dieses Jahr sein sog. "Modell 1" für unter 20.000 Euro mit allem hier üblichen Technik-Schnickschnack. Alle Teile von international führenden Lieferanten, Fertigungstechnik besteht aus in Deutschland entwickelten Anlagen bzw. aus dem BMW-Gemeinschaftswerk. Design kommt aus Italien. Noch 5000 Stück will man dieses Jahr in Deutschland verkaufen, spätestens im Jahr 2008 weltweit 300000 Stück. Der Staatskonzern "Brilliance" hat 35000 Mitarbeiter in 3 Werken, für den aisatischen Markt baut man auch noch BMW´s der 3er und 5er-Reihe in China nach.

Ob WC demnächst die arbeitslosen deutschen Automobilwerker nach China zwangsvermittelt?

ManOfConstantSorrow

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 6665
Kämpfe in der Automobilindustrie
« Antwort #5 am: 15:13:29 Mo. 23.Januar 2006 »
1.300 Arbeiter der Toyota-Kirloscar Motor (TKM) in Indien wurden am Samstag kurzfristig festgenommen, nachdem sie sich vor dem „State Labour Secretary Office“ versammelt hatten. Sie wurden später am Tage wieder freigelassen. Hintergrund sind Entlassungen von 3 Kollegen die der „undisziplinierten Gewerkschaftsaktivität“ verdächtigt wurden. Es folgten Streiks und Aussperrungen. Der Konflikt begann am 8. Januar, es folgten 12 Tage Aussperrung. Siehe dazu die (englische) Meldung
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

ManOfConstantSorrow

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 6665
Kämpfe in der Automobilindustrie
« Antwort #6 am: 01:34:08 Mo. 12.Juni 2006 »
10.06.06 -

Die Automobilarbeiter in Argentinien haben eine Lohnerhöhung von 19 Prozent durchgesetzt, bei einer Inflationsrate von 11,5 Prozent. Der Tarifvertrag mit den Niederlassungen von General Motors, Ford, Volkswagen und DaimlerChrysler wurde auf den 1. April zurückdatiert.
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

ManOfConstantSorrow

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 6665
Kämpfe in der Automobilindustrie
« Antwort #7 am: 18:43:15 Di. 13.Juni 2006 »
Im Werk Azambuja/Portugal von General Motors (GM) wird heute gestreikt. Der Streik der 1.150 Beschäftigten, verteilt auf drei Schichten, wird jeweils reihum für zwei Stunden durchgeführt. Er richtet sich gegen die geplante Werksschließung. Die IG Metall hat alle Beschäftigten in den deutschen Opel-Werken zu Solidaritätsbekundungen und Protesten aufgerufen.
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

ManOfConstantSorrow

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 6665
Kämpfe in der Automobilindustrie
« Antwort #8 am: 18:33:46 Mi. 14.Juni 2006 »
Während im portugiesischen Azambuja heute die 1100 ArbeiterInnen der dortigen General-Motors-Fabrik in allen drei Schichten gegen die drohende Werksschließung streiken wollen, droht dem Konzern bei Opel in Bochum aus anderen Gründen eine Produktionsunterbrechung. Die Beschäftigten der Logistik-Firma ESI wollen ihre Hungerlöhne nicht länger hinnehmen und befinden sich seit heute morgen um 6 Uhr im Streik. Da die Fließbänder bei Opel just-in-time von dieser Firma mit Scheiben und Kleinteilen beliefert werden, könnte sich der Streik schon bald auf die Autoproduktion auswirken.

http://www.labournet.de/branchen/auto/allg/esi.html
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

ManOfConstantSorrow

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 6665
Kämpfe in der Automobilindustrie
« Antwort #9 am: 11:59:40 Fr. 16.Juni 2006 »
General Motors investiert 115 Millionen Euro in eine neue Autofabrik in St. Petersburg. Durch dieses dritte GM-Werk in Russland soll die jährliche Produktion auf 100.000 Autos steigen. Das neue Werk soll 2008 den Betrieb aufnehmen und 700 Menschen beschäftigen, die 25.000 Autos im Jahr zusammenbauen. Produziert werden soll der Geländewagen Chevrolet Captiva.
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

ManOfConstantSorrow

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 6665
Kämpfe in der Automobilindustrie
« Antwort #10 am: 02:00:38 So. 18.Juni 2006 »
17.06.06  
Am Freitag streikten die 1.150 Arbeiter im portugiesischen GM-Werk in Azambuja für 24 Stunden gegen die Absicht des General-Motors-Konzerns, das Werk Ende 2006 zu schließen. GM will die Produktion in das spanische Werk in Saragossa verlagern, das angeblich 500 Euro billiger produziert. Gegen die Schließungspläne gab es schon mehrere koordinierte Proteste der Opelbelegschaften in Europa.
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

ManOfConstantSorrow

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 6665
Kämpfe in der Automobilindustrie
« Antwort #11 am: 19:20:04 Di. 20.Juni 2006 »
Bei Opel in Rüsselsheim und beim Volkswagen-Werk Auto 5000 stehen die Zeiger auf Protest. Die rund 2000 VW-Arbeiter traten für mehr Gehalt in den Warnstreik und die 5000 Opelaner demonstrieren in Rüsselsheim gegen die Werkschließungspolitik des Mutterkonzerns General Motors (GM).

Rund 2000 VW-Arbeiter von „Auto 5000“ in Wolfsburg sind nach Gewerkschaftsangaben erneut in den Warnstreik getreten. Bei einer Kundgebung am Dienstag bekräftigten sie ihre Forderung nach Einkommenserhöhungen von fünf Prozent. Angesichts der positiven Entwicklung beim VW-Touran - das Modell wird von den „Auto 5000“-Beschäftigten gebaut - sei die Forderung mehr als gerechtfertigt, argumentiert die IG Metall.

Auch 5000 Opel-Mitarbeiter in Rüsselsheim haben aus Angst vor weiterem Stellenabbau und Werksschließungen gegen die Geschäftspolitik des Mutterkonzerns General Motors (GM) demonstriert.

Die Produktion am Opel-Stammsitz in Rüsselsheim stand für zwei Stunden still. Der Protest richtete sich auch gegen die zunächst verschobene Schließung des portugiesischen GM-Werks in Azambuja mit 1150 Beschäftigten, das aus Kostengründen dicht machen soll.

Die Protestwelle gegen die Politik von General Motors soll auch in den nächsten Tagen weitergehen. Laut Betriebsrat sind in dieser Woche Aktionen in Ungarn, Österreich und Spanien geplant. In der kommenden Woche würden sich auch die Werke Eisenach und Bochum beteiligen.

http://www.handelsblatt.com/pshb?fn=tt&sfn=go&id=1260652
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

ManOfConstantSorrow

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 6665
Kämpfe in der Automobilindustrie
« Antwort #12 am: 21:43:59 Mi. 21.Juni 2006 »
21.06.06: Am Montag legten in der Mittagsschicht 1200 Kollegen für 4 Stunden die Arbeit nieder, um gegen die Schließung des Werkes in Portugal zu protestieren. Nach einer 45-minütigen Information über die Auseinandersetzung um das Werk in Portugal gingen die Kollegen nach Hause, so daß erst mit der Nachtschicht die Produktion wieder anlief.

Telefonisch erklärte der Betriebrat Hartmann des Werkes Kaiserslautern gegenüber rf-news: „Es handelte sich um eine Aktion im Rahmen der vom GM-Europabetriebsrat angekündigten Aktionen:“ Zur Stimmung und Kampfbereitschaft der Kollegen führte er aus: “Es gab eine große Beteiligung und Bereitschaft. Jeder weiß hier worum es geht. Heute ist es Azambuja, morgen kann es Kaiserslautern, Eisenach oder ein anderes Werk sein!“

Gestern interviewte Kollegen erklärten dazu: „Es haben alle mitgemacht.“ und „Die Stimmung war bei der Mehrheit sehr gut.“ Nur einige wenige waren etwas niedergeschlagen, „weil die Opel-Belegschaften nicht mehr zur Ruhe kommen.“

„Nur so geht’s. Es ist gut, dass alle Werke mitmachen ...... besser wär’s vielleicht, wenn wir überall zum gleichen Zeitpunkt antreten würden.“ war zu hören, oder: „Es war ein guter Anfang, oder besser gesagt, ein guter Start in eine neue Runde.“ Und „Natürlich sind wir nächstes Mal wieder dabei.“

__________________
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

ManOfConstantSorrow

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 6665
Kämpfe in der Automobilindustrie
« Antwort #13 am: 20:31:19 Do. 22.Juni 2006 »
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

ManOfConstantSorrow

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 6665
Kämpfe in der Automobilindustrie
« Antwort #14 am: 01:49:14 Sa. 24.Juni 2006 »
23.06.06

Heute legte die Belegschaft im Werk von General Motors im belgischen Antwerpen vorübergehend die Arbeiter nieder. Das führte zu einem Produktionsausfall von 400 Autos. Streiks gegen geplante Werksschließungen in Europa gab es auch schon im portugiesischen Azambuja, im spanischen Saragossa, in Österreich, in Ungarn und bei Opel in Rüsselsheim.
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!