Autor Thema: Soziale und politische Unruhe in Afrika  (Gelesen 629 mal)

Kuddel

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Re: Soziale und politische Unruhe in Afrika
« Antwort #15 am: 16:36:38 Mi. 10.April 2019 »


Kuddel

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Re: Soziale und politische Unruhe in Afrika
« Antwort #16 am: 04:20:59 Do. 11.April 2019 »
Zitat
Mehrere Tote bei Protesten im Sudan

Der Informationsminister des Landes, Hassan Ismail, berichtete von mindestens elf Menschen, die bei den Zusammenstößen am Mittwoch ums Leben kamen, darunter sechs Sicherheitskräfte. Aktivisten sprachen von bis zu 14 Toten.
https://www.tagesschau.de/ausland/sudan-proteste-105.html

ManOfConstantSorrow

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Re: Soziale und politische Unruhe in Afrika
« Antwort #17 am: 18:51:39 Fr. 12.April 2019 »
Diese politischen Wechsel werden uns gern als Machtkämpfe unter irgendwelchen Führern/Eliten verkauft. Es war auch bei der Berichterstattung über Ägypten so. Nachdem Mubarak vom arabischen Frühling zum Teufel gejagt worden ist, war zuerst ein Militärrat aus hochrangigen Offizieren am Drücker. Der Militärrat reagierte auf große Demonstrationen mehrmals mit der Umbildung der von ihm zuvor eingesetzten Regierung, wobei 2012 as-Sisi nachrückte. Mursi wurde im selben Jahr als Nachfolger gewählt, 2013 putschte das Militär. Die westliche Presse lobte das Militärregime, das den "Islamisten" Mursi abgelöst hat und mit Repression wieder für "Ordnung" sorgt.

Diese Betrachtungen blenden weitgehend die Rolle der Bevölkerung aus.

Das sollten wir auch bei dem Konflikt im Sudan vermeiden. Es ist zu einfach zu behaupten, daß das Militär den diktarischen Herrscher Omar al-Bashir abgesetzt hat. Das Militär hat nur auf den Druck der Bevölkerung reagiert und mußte es tun, das es sonst selbst die Autorität und Macht verloren hätten. Die Protestbewegung wirkte in die Armee hinein und die Soldaten ihre Loyalität zur Führung in Frage stellten. Die Protestbewegung führt sich inspiriert durch die Proteste in Algerien. Die Menschen im Sudan sehen sich aber nicht durch eine Militärregierung vertreten. Sie protestieren weiter:

Zitat
Proteste nach Putsch im Sudan
"Wir werden die Straße nicht verlassen"

Auch nach dem Militärputsch gehen die Proteste im Sudan weiter. Die Demonstranten fordern eine zivile Regierung - und wollen nicht aufhören, bis es einen echten Politikwechsel gibt.
https://www.tagesschau.de/ausland/sudan-181.html

Auch in Algerien kehrt keine Ruhe ein:
Zitat
Algerien
Wunsch nach echtem Wandel

Der Protest im Land setzt sich fort. Viele Algerier fordern, dass auch Interimspräsident Abdelkader Bensalah, ein alter Weggefährte Bouteflikas, abtritt. Sie befürchten, dass sich das alte Regime so weiter erhält.


Doch die Demonstranten sind nicht in Feierlaune. Seit Tagen fordern viele Algerier landesweit den Rücktritt von Interimspräsident Bensalah. Die Polizei antwortet in der Hauptstadt Algier mit Tränengas und Wasserwerfern. Obwohl die Demonstranten in den vergangenen Wochen viel erreicht haben, weichen sie keinen Zentimeter von ihren Forderungen ab. Sie wollen kein Puppentheater, in dem die Handpuppen nur ihre Kleidung wechseln, im Hintergrund aber die alten Strippenzieher weiter das Skript bestimmen. Sie wollen, dass die Bühne abgerissen wird und der Vorhang gelüftet wird.
https://www.sueddeutsche.de/politik/algerien-wunsch-nach-echtem-wandel-1.4405870

Das Bild, das man hier zeichnet, von dem aufgeklärten und demokratischen Deutschland/Mitteleuropa, das einem rechten Osteuropa und islamistischen Nordafrika gegenübesteht, läßt sich nicht länger aufrecht erhalten. Mitteleuropa befindet sich auf einem Rechtskurs, während die Menschen in Osteuropa und Nordafrika für mehr Freiheiten und eine bessere soziale Situation kämpfen.

Wir sollten den politischen Kompaß, den man uns mitgegeben hat, schleunigst über Bord werfen.
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

ManOfConstantSorrow

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Re: Soziale und politische Unruhe in Afrika
« Antwort #18 am: 18:32:33 Sa. 13.April 2019 »
Zitat
Sudan:
Opposition kündigt weitere Proteste an
Die Demonstranten im Sudan beharren auf einer zivilen Regierung. Der Wechsel an der Spitze des Militärrats reicht ihnen nicht, sie wollen ihre Sitzblockade fortsetzen.


https://www.zeit.de/politik/ausland/2019-04/sudan-opposition-proteste-ruecktritt-awad-ibn-auf

Zitat
Mehr als 100 Festnahmen nach neuen Protesten in Algier
Auch nach dem Rücktritt von Abdelaziz Bouteflika gehen die Massenproteste in Algerien weiter. Polizei und Demonstranten lieferten sich gewaltsame Auseinandersetzungen.




In Algerien haben am achten Freitag in Folge Hunderttausende Menschen für politische Veränderungen demonstriert – dem Rücktritt des langjährigen Präsidenten Abdelaziz Bouteflika zum Trotz. Viele Protestler fordern, dass auch der Kreis um das ehemalige Staatsoberhaupt entmachtet wird. In Onlinenetzwerken war zu Kundgebungen unter dem Motto "Sie werden alle gehen" aufgerufen worden.

Der Protest blieb großteils friedlich. In der Hauptstadt Algier kam es allerdings zu Zusammenstößen, als die Polizei versuchte, den zentralen Audin-Platz zu räumen. Einige Demonstranten sollen Steine und Flaschen auf Polizisten geworfen haben, die wiederum Tränengas und Gummigeschosse einsetzten. 27 Beamte wurden verletzt. Mehr als 100 Personen wurden nach Polizeiangaben festgenommen.

Das Parlament hatte mit dem 77-jährigen Abdelkader Bensalah einen Weggefährten Bouteflikas zum Übergangspräsidenten ernannt. Bensalah kündigte "transparente" Präsidentenwahlen für den 4. Juli an. Demonstranten bemängeln aber, Wahlen könnten innerhalb des Systems, zu dem bislang auch Bouteflika gehört habe, weder frei noch fair sein.

Der prominente Oppositionelle Mustapha Bouchachi betonte auf einer Kundgebung, dass die Forderungen der Demonstranten noch nicht erfüllt seien. "Das Volk ist eindeutig: Die aktuelle Übergangsphase muss von Männern und Frauen geleitet werden, die vom algerischen Volk akzeptiert werden." Armeechef Ahmed Gaïd Salah wies dagegen die "unrealistischen Slogans" der Protestbewegung zurück.
https://www.zeit.de/politik/ausland/2019-04/algerien-proteste-abdelaziz-bouteflika-reform-demokratie
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counselor

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Re: Soziale und politische Unruhe in Afrika
« Antwort #19 am: 20:00:04 Mo. 15.April 2019 »
Zitat
Sudan - Der Kampf für Freiheit und Demokratie breitet sich in Afrika aus

Breite Massenproteste haben im Sudan den verhassten Diktator Omar al-Bashir hinweggefegt und binnen 24 Stunden auch den eilends vom Militär eingesetzten bisherigen Verteidigungsminister Awad Ibn Auf.

Quelle: https://www.rf-news.de/2019/kw16/der-sudan-bebt-wir-stehen-an-einem-wendepunkt
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

ManOfConstantSorrow

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Re: Soziale und politische Unruhe in Afrika
« Antwort #20 am: Heute um 11:24:04 »
Zitat
Erneut Massenproteste vor Armeehauptquartier im Sudan

Demonstranten fordern zivile Regierung




Khartum – Eine Woche nach dem Sturz des langjährigen Machthabers Omar al-Bashir im Sudan haben in der Hauptstadt Khartum erneut große Menschenmengen vor dem Armeehauptquartier protestiert. "Die Macht den Zivilisten" und "Freiheit, Frieden Gerechtigkeit", riefen die Demonstranten, wie ein AFP-Fotograf am Donnerstag berichtete.

Die Straßen um den Militärkomplex waren voller Menschen, die sich Augenzeugen zufolge aus mehreren Stadtteilen auf den Weg gemacht hatten.

"Es ist extrem schwierig näher an den Ort des Protests zu kommen, weil hunderte und hunderte Menschen auf den Straßen sind", sagte ein Augenzeuge.

Aufruf in sozialen Medien


Das Protestcamp vor dem Armeehauptgebäude ist seit beinahe zwei Wochen das Epizentrum der Demonstrationen. Die Zahl der Teilnehmer war in den vergangenen Tagen zurückgegangen. Zu den jüngsten Demonstrationen hatten nicht die Protestanführer der vergangenen Wochen aufgerufen. Vielmehr sind sie ein Ergebnis von Aufrufen einzelner Aktivisten und Demonstranten in den sozialen Medien.

Der seit drei Jahrzehnten autoritär herrschende Staatschef Bashir war vor einer Woche nach monatelangen Massenprotesten vom Militär gestürzt und am Mittwoch in ein Gefängnis gebracht worden. Für eine Übergangszeit von zwei Jahren wurde ein Militärrat eingesetzt. Die Demonstranten fordern die rasche Einsetzung einer Zivilregierung und eine Strafverfolgung Bashirs.
https://derstandard.at/2000101711824/Erneut-Massenproteste-vor-Armee-Hauptquartier-im-Sudan
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