Autor Thema: Kämpfe in der Automobilindustrie  (Gelesen 89062 mal)

counselor

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Re: Kämpfe in der Automobilindustrie
« Antwort #270 am: 18:29:14 Do. 31.Januar 2019 »
Zitat
Györ - Streik mit vollem Erfolg beendet: Audi erfüllt die Forderungen zu 100 Prozent

Gestern abend, am Mittwoch, dem 30. Januar 2019, hat die Gewerkschaft AHFSZ nach Verhandlungsabschluss um 18 Uhr den fast einwöchigen Streik bei Audi in Györ beendet. Die Kolleginnen und Kollegen haben ihre Forderung nach einer 18-prozentigen Lohnerhöhung für 2019 voll durchgesetzt. Herzlichen Glückwunsch zu diesem Ergebnis, zum entschlossenen Kampf und zu der großen Solidarität!

Quelle: https://www.rf-news.de/2019/kw05/streik-mit-vollem-erfolg-beendet-audi-erfuellt-die-forderungen-zu-100-prozent
Alles ist in Bewegung. Nichts war schon immer da und nichts wird immer so bleiben!

Kuddel

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Re: Kämpfe in der Automobilindustrie
« Antwort #271 am: 20:13:06 Do. 31.Januar 2019 »
Zitat
Trotz Ende des Streiks :
Weiteres Audi-Werk steht still

Der Streik im ungarischen Motorenwerk Györ ist zwar beendet – doch die Auswirkungen wirbeln weiterhin die gesamte Produktion des VW-Konzerns durcheinander. Nun trifft es ein weiteres Werk.
https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/trotz-streik-ende-weiteres-audi-werk-steht-still-16017678.html

Hahaha!

ManOfConstantSorrow

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Re: Kämpfe in der Automobilindustrie
« Antwort #272 am: 18:47:02 Sa. 09.Februar 2019 »
Zitat
Die bisherigen Erfolge der Maquilastreiks in Nordmexiko mobilisieren über Autozulieferer hinaus: Weitere Belegschaften in den Streik getreten



Demonstration der Streikenden in Nordmexiko am 31.1.2019 - gegen die Unternehmen und die Gewerkschaft...Auch wenn die Zahlen von Bericht zu Bericht leichte Schwankungen enthalten, bliebt festzuhalten, dass über 40 der ursprünglich bestreikten 48 Unternehmen der Auto-Zulieferer-Branche inzwischen die Forderungen der Belegschaften erfüllt haben, nach einer Lohnerhöhung um 20% (klingt nach viel, ist aber bei einem Stundenlohn von knapp einem Dollar mehr als bescheiden) und einem Jahresbonus von rund 1.600 Dollar. Und auch wenn viele Berichte in bürgerlichen Medien – sei es aus Unkenntnis oder bösem Willen – vermelden, gewerkschaftliche Forderungen seien erfüllt worden, wird immer wieder deutlich, dass es eine „klassische“ selbstorganisierte Streikbewegung ist, die sich da entwickelt hat und weiter entwickelt.
http://www.labournet.de/?p=143936
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!

Fritz Linow

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Re: Kämpfe in der Automobilindustrie
« Antwort #273 am: 21:53:20 Di. 12.März 2019 »
Zitat
12.3.19
Audi-Streik beflügelt weitere Belegschaften zum Kampf

Die ungarische Tageszeitung Népszawa berichtete in der letzten Woche, dass der erfolgreiche Streik der 10.000 Kolleginnen und Kollegen bei Audi in Ungarn die Belegschaften in einer Reihe von Automobilzulieferbetrieben mobilisiert hat, ebenfalls offensive Forderungen nach Lohnerhöhung und Verbesserung der Arbeitsbedingungen zu erheben. (...)
https://www.rf-news.de/2019/kw11/audi-streik-befluegelt-auch-andere-belegschaften-zum-kampf

Fritz Linow

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Re: Kämpfe in der Automobilindustrie
« Antwort #274 am: 23:53:41 Fr. 15.März 2019 »
Zitat
15.3.19
Ford will mehr als 5000 Stellen streichen

Die Sparmaßnahmen von Ford kommen für Autoexperten nicht überraschend. Trotzdem wird bezweifelt, ob der Stellenabbau zur Rettung von Ford ausreichend ist.(...)
https://www.wiwo.de/unternehmen/auto/sparmassnahmen-ford-will-mehr-als-5000-stellen-streichen

Ford wird sicherlich weiter bestehen. Ford hat schon so manche Krise überstanden, wie zum Beispiel 1932 beim Ford Massacre. Bedrückende Filmaufnahmen vom Kampf gegen Ford gibt es hier:

Detroit Workers News Special 1932: Ford Massacre (1932)
https://www.youtube.com/watch?v=HFEskpjPbfE

Wenn von "Rettung" die Rede ist, dann geht es zumeist um irgendwelche Arschlöcher.


Kuddel

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Re: Kämpfe in der Automobilindustrie
« Antwort #275 am: 09:46:13 Sa. 16.März 2019 »
Ford Massacre (1932)

Danke.
(Ein kleiner Wermuthstropfen war, daß der Film in einer anderen Geschwindigkeit eindigitalisiert worden ist, als man ihn damals projiziert hat. Dadurch sind alle Bewegungen zu hektisch.)
Solche Bilder direkt vom Geschehen habe ich noch nie gesehen.
Sie haben mir die Tränen in die Augen getrieben.
Ein Massaker verübt von der Polizei an demonstrierenden Erwerbslosen.

Kuddel

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Re: Kämpfe in der Automobilindustrie
« Antwort #276 am: 20:36:52 Mi. 10.April 2019 »
Zitat
Nach Urteil des Bremer Landesarbeitsgerichts
Mercedes drohen Millionennachzahlungen an Schichtarbeiter

Das Bremer Landesarbeitsgerichts hat einem Daimler-Mitarbeiter Recht gegeben. Er hatte gegen unterschiedlich hohe Schichtzulagen geklagt. Wieso dieses Urteil nun Auswirkungen für die ganze Branche haben kann.


Auf Mercedes kommen Nachzahlungen in Millionenhöhe für die Schichtmitarbeiter im Bremer Werk zu. Denn das Bremer Landesarbeitsgericht hat am Mittwochmorgen einem Bremer Mercedes-Mitarbeiter Recht gegeben, der wegen unterschiedlicher Schichtzulagen geklagt hatte. Der Angestellte arbeitet in der Dauernachtschicht. Dafür erhält er einen Schichtzuschlag von 15 Prozent auf seinen Lohn.

Wer aber nur unregelmäßig nach 22 Uhr im Mercedes-Werk am Montageband steht oder sonst wie in den Hallen beschäftigt ist, dessen Nacharbeit wird mit einen Zuschlag von 50 Prozent entlohnt. Das wollte der Mitarbeiter nicht mehr länger hinnehmen und reichte im Sommer 2016 eine Klage ein. Unterstützt wurde er dabei von der IG Metall.

Mercedes-Schichtarbeiter erhält nun 30.000 Euro

Das Urteil kann für den Konzern teuer werden, auch wenn das Gericht bei der Bezahlung nicht ganz der Argumentation des Arbeitnehmers gefolgt ist. So wollte der Mitarbeiter monatlich 960 Euro durch die unterschiedliche Bezahlung geltend machen; seitdem er die Klage eingereicht hat, wäre so ein Betrag von etwa 30.000 Euro zusammengekommen. Nach Angaben der IG Metall hat das Gericht aber aufgrund anderer Berechnungen einen monatlichen Betrag von knapp 700 Euro zugrunde gelegt. Das bedeutet nun immer noch eine Summe von knapp 22.000 Euro. Im Laufe des Verfahrens hatte Daimler seinem Angestellten wiederum eine Einmalzahlung von 25.000 Euro geboten. Die Bedingung: Er müsse die Klage zurückziehen.

Dieses Angebot lehnte er aber ab, wie die IG Metall Bremen berichtete und schlug grundsätzlich einen Vergleich aus. „Daraufhin hat der Vertreter von Daimler gedroht, die Nachtschicht abzuschaffen, das Werk zu schließen und Arbeit in ein ungarisches Werk zu verlagern“, sagte der Geschäftsführer der IG Metall Bremen, Volker Stahmann, bereits vor der Urteilsverkündung.

Im Vorfeld wollte sich Daimler zu dem Fall auf Nachfrage des WESER-KURIER nicht äußern. Der Konzern wies lediglich darauf hin, dass die Höhe der Schichtzuschläge in den jeweiligen Tarifverträgen festgeschrieben sei. Und diese seien mit der IG Metall ausgehandelt worden.

Tarifvertrag muss nun nachverhandelt werden


Doch Stahmann bezeichnete den Bestandteil der Tarifverträge als „uralt“. Sie seien vor vielen Jahrzehnten aufgenommen worden. „Damals ging man davon aus, dass sich der Körper bei regelmäßiger Nachtarbeit anpasst“, sagt er. Heutzutage sei das aber widerlegt. In der vergangenen Tarifrunde 2018 hatte die IG Metall eine Schichtzulage von 30 Prozent gefordert – unabhängig von der Regelmäßigkeit der Nachtarbeit. Die Gewerkschaft konnte sich jedoch nicht durchsetzen. Das Bremer Gericht erklärte mit seinem Urteil nun die tarifvertragliche Regelung des Manteltarifvertrags der Metallindustrie für das Unterwesergebiet in der Fassung vom 17. Dezember 2018 für unwirksam. Das bedeutet, dass Arbeitgeber und IG Metall in diesem Punkt für den Manteltarifvertrag nachverhandeln müssen.

Stahmann sagte zu den Nachtschichten grundsätzlich: „Es macht für einen Menschen keinen Unterschied, ob man regelmäßig oder unregelmäßig in der Nachtschicht arbeitet.“ In der unterschiedlichen Bezahlung sieht er einen Verstoß gegen das Gleichbehandlungsgebot. Gestützt wird er bei seiner Ansicht vom Bundesarbeitsgericht (BAG) in Erfurt. Das hatte vergangenen März für einen Fall aus der Textilbranche entschieden, dass regelmäßige und unregelmäßige Schichtarbeit gleich bezahlt werden müssen. Die aktuelle Regelung, schrieb das BAG in der Urteilsbegründung, würde regelmäßige Schichtarbeiter „gleichheitswidrig schlechter“ stellen. Laut Stahmann habe das Bremer Gericht bei der Verhandlung Mitte Januar nun durchblicken lassen, dass es für den Daimler-Mitarbeiter ähnlich ausgehen könnte.

Der Arbeitgeberverband Nordmetall sah vor der Urteilsverkündung zwischen der Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts für die Textilindustrie und dem nun verhandelten Fall des Daimler-Mitarbeiters einen Unterschied. Es liege eine andere rechtliche Ausgangslage zugrunde, teilt ein Sprecher mit. „Sollte das Landesarbeitsgericht Bremen dies anders sehen und ähnlich entscheiden wie das Bundesarbeitsgericht, werden wir intensiv prüfen, hiergegen Rechtsmittel einzulegen.“

Keine Revision vor dem Bundesarbeitsgericht möglich

Doch das Gericht folgte in seinem Urteil eher der Argumentation der Gewerkschaft. In der Urteilsbegründung hieß es: „Nach bisherigem Kenntnisstand in der Arbeitsmedizin kann nicht davon ausgegangen werden, dass die Belastungen einer Nachtarbeit von fünf oder mehr aufeinanderfolgenden Tagen gesundheitlich geringer sind als die Belastungen von Nachtarbeit an weniger als fünf aufeinanderfolgenden Tagen. Die Belastung und Beanspruchung der Beschäftigten steigt nach bisherigem Kenntnisstand in der Arbeitsmedizin durch die Anzahl der Nächte pro Monat und die Anzahl der Nächte hintereinander, in denen Nachtarbeit geleistet wird. Die Anzahl der aufeinanderfolgenden Nachtschichten sollte daher möglichst gering sein.“

Da die dritte Kammer des Bremer Landesarbeitsgerichts mit seiner Entscheidung der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts folgt, hat sie eine Revision in Erfurt nicht zugelassen.

Das nun in Bremen gefällte Urteil könnte nach Auffassung der IG Metall fast alle Tarifverträge der Metall- und Elektroindustrie in Deutschland betreffen. Wie viele Mitarbeiter davon profitierten, sei aber noch unklar, da nicht in jedes Unternehmen eine Nachtschicht habe, sagt Stahmann. Auch gebe es etwa in den Tarifverträgen für Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen schon Regelungen, wonach regelmäßige und unregelmäßige Nachtarbeit gleich bezahlt wird.

3400 Bremer Mercedes-Mitarbeiter folgen dem Urteil


Im Bremer Mercedes-Werk haben seit November etwa 3400 Mitarbeiter ihre Ansprüche auf höhere Zuschläge angemeldet. Das betrifft nicht nur die Mitarbeiter der Nachtschicht, sondern auch die, die regulär länger als 20 Uhr arbeiten. Sollten ihnen allen seitdem 960 Euro pro Monat an nicht gezahlten Zuschlägen zustehen, würde das für Daimler nun eine Millionennachzahlung bedeuten.
https://www.weser-kurier.de/bremen/bremen-wirtschaft_artikel,-mercedes-drohen-millionennachzahlungen-an-schichtarbeiter-_arid,1821224.html

Kuddel

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Re: Kämpfe in der Automobilindustrie
« Antwort #277 am: 11:51:49 Mi. 17.April 2019 »
Zitat
Die Streikbewegung in Nordmexiko:
Entwicklung, Stand und Konsequenzen


Die Streiks stellen in verschiedener Hinsicht eine Besonderheit dar: Erstens begannen sie als sogenannte „wilde“ Streiks, also ohne Aufruf einer Gewerkschaft. Das ist auch deswegen entscheidend, weil die Tendenzen zur Selbstorganisation in Form von Räten, unabhängigen Gewerkschaften oder Komitees neue Perspektiven für die mexikanische und die gesamtamerikanische Arbeiterbewegung bieten. Zweitens beziehen sie sich auf die Politik von Staatspräsident López Obrador (oft AMLO genannt) und seine Partei Morena, sind also durchaus als politische Streiks zu betrachten, denn sie fordern die Einhaltung des Gesetzes zum Mindestlohn, es geht also um mehr als um einen klassischen Tarifstreit. Drittens haben sie mehrere Ausweitungen erfahren, sind tendenziell grenzüberschreitend und haben damit, wenn auch teilweise indirekt, Globalisierung, Freihandel und Migration zum Thema. Und viertens war die spontane Bewegung erfolgreich.
http://www.labournet.de/?p=147538


“Keine ist frei, bis wir es alle sind” Der Frauenkampftag am 8. März in Mexiko-Stadt
bezieht sich auch auf die Kämpfe in der Maquila-Industrie

Kuddel

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Re: Kämpfe in der Automobilindustrie
« Antwort #278 am: 09:48:18 Sa. 15.Juni 2019 »
Zitat
Südkorea
Streik für verbessertes Lohnangebot


Rund 1.800 Bandarbeiter bei Renault Samsung in Busan traten am vergangenen Freitag in den Streik, so dass statt 900 nur 41 Fahrzeuge hergestellt wurden. Ein Lohnabkommen zwischen der Geschäftsleitung und der Gewerkschaft im vergangen Monat hatten die gewerkschaftlich organisierten Arbeiter abgelehnt. Statt dem angebotenen Bonus für 2018 von 12 Millionen Won (ca 9.000 Euro) fordern sie die Erhöhung des Grundlohns.
https://www.rf-news.de/2019/kw24/streik-fuer-verbessertes-lohnangebot

Kuddel

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Re: Kämpfe in der Automobilindustrie
« Antwort #279 am: 21:50:22 Mi. 10.Juli 2019 »
Bei den Automobilzulieferern findet die stärkste Lohndrückerei statt.
Doch es ist auch die Achillesferse der Industrie. Wenn Teile fehlen, steht das Fließband im Stammwerk still.

Zitat
Streik:
Fysam-Mitarbeiter fordern bessere Bezahlung


In Böhmenkirch haben die Beschäftigten des Automobilzulieferers am Dienstag die Arbeit niedergelegt. Weitere Streiks an anderen Standorten sollen diese Woche folgen.


Die Beschäftigten des Autozulieferers Fysam Auto Decorative, ehemals SAM bzw. Binder, haben am Dienstag gestreikt. Ab 11 Uhr waren die Beschäftigten der Frühschicht am Böhmenkirchener Werk in den Heidhöfen von der IG Metall Göppingen-Geislingen zum Protest aufgerufen. Wie Gewerkschaftssekretär Manuel Schäfer auf Nachfrage mitteilt, haben sich rund 95 Prozent der Frühschicht (circa 80 bis 100 Mitarbeiter) daran beteiligt. Die Produktion habe teilweise stillgestanden.



Streiks an anderen Standorten

In der Spät- und Nachtschicht wurden die Streiks fortgesetzt. An anderen Standorten – die Hauptverwaltung ist in Steinheim ansässig, weitere Werke bestehen in Söhnstetten, Laichingen-Feldstetten und Mexiko – soll diese Woche ebenfalls die Arbeit niedergelegt werden.

Wie die Gewerkschaft in einer Pressemitteilung beschreibt, wolle man durch den Warnstreik den Druck auf die Geschäftsleitung erhöhen. Nachdem der Automobilzulieferer nach einer Insolvenz im März vom chinesischen Konzern Fuyao übernommen worden war, habe man zunächst auf produktive Gespräche gehofft.



Diese Hoffnungen haben sich nun offenbar zerschlagen: Zu den Forderungen der Streikenden zählen neben höheren Stundenlöhnen auch 500 Euro mehr Weihnachtsgeld und eine Angleichung des Urlaubsgelds.„Wir haben versucht, mit der Geschäftsleitung konstruktiv zu verhandeln“, wird Manuel Schäfer von der IG Metall Göppingen-Geislingen zitiert.

Werden Mitarbeiter entlassen?

Trotz Ankündigung habe man in der dritten Verhandlungsrunde aber kein Angebot erhalten. Dies zeige, wie wenig die Geschäftsleitung die Leistung der Beschäftigten respektiere, die trotz schwieriger Bedingungen arbeiteten. Weiter äußerte sich Schäfer: Der Geschäftsleiter fordere für ein Jahr den Verzicht auf jegliche Lohnerhöhung. In dieser Zeit wolle er umstrukturieren und auch Mitarbeiter entlassen.



„Die Beschäftigten sind extrem sauer“, so Schäfer. So seien inzwischen sogar die Leiharbeitslöhne höher als die Einstiegslöhne bei Fysam. Zudem habe sich das Leitungsteam „mehrfach unverschämt und unmenschlich verhalten“. Jetzt seien die Beschäftigten zu allem bereit.

Fysam beschäftigt laut Firmenangaben rund 1900 Mitarbeiter. Jeweils 400 bis 500 arbeiten in Böhmenkirch bzw. Steinheim.
https://www.swp.de/suedwesten/landkreise/lk-heidenheim/streik-fysam-mitarbeiter-fordern-bessere-bezahlung-31764624.html

Kuddel

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Re: Kämpfe in der Automobilindustrie
« Antwort #280 am: 10:50:58 Mo. 02.September 2019 »
Zitat
USA: Autoarbeiter stimmen nahezu einstimmig für Streik

In zwei Wochen werden die Tarifverträge für 155.000 Autoarbeiter bei GM, Ford und Fiat Chrysler in den USA auslaufen. Den Arbeitern steht eine Schlacht gegen die Konzerne, ihre Geldgeber an der Wall Street und das korrupte Verbrechersyndikat der Gewerkschaft United Auto Workers (UAW) bevor.

Bei den Urabstimmungen der letzten Woche zeigte sich die Kampfbereitschaft der Autoarbeiter. In Michigan, Missouri, Illinois, Ohio, Tennessee und Kentucky stimmten zwischen 94 und 99 Prozent aller teilnehmenden Arbeiter für einen Streik.
https://www.wsws.org/de/articles/2019/09/02/auto-s02.html

Kuddel

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Re: Kämpfe in der Automobilindustrie
« Antwort #281 am: 12:21:42 Mi. 11.September 2019 »
Zitat
8.000 GM-Autoarbeiter in Südkorea streiken

In Südkorea sind etwa 8.000 Autoarbeiter von General Motors Korea, erstmals seit GM 2001–2002 die Firma von Daewoo übernommen hat, gegen den US-Autokonzern in einen Streik der gesamten Belegschaft getreten. Weitere 2.000 Beschäftigte des Technologiezentrums von GM Korea wollen sich am Dienstag den Streikenden anschließen. Insgesamt soll der Streik bis Mittwochabend dauern.

Der Streik in Korea findet nur wenige Tage vor Ablauf des Tarifvertrags für 155.000 Autoarbeiter bei GM, Ford und Fiat Chrysler in den USA statt. Dort haben im ganzen Land die Arbeiter der Autowerke mit Mehrheiten zwischen 92 und 99 Prozent für einen Streik gegen die US-Autokonzerne gestimmt.
https://www.wsws.org/de/articles/2019/09/11/kora-s11.html

Kuddel

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Re: Kämpfe in der Automobilindustrie
« Antwort #282 am: 13:30:41 Mo. 16.September 2019 »
Zitat
Streik bei General Motors

Zum ersten Mal seit zwölf Jahren stehen bei dem US-Autoriesen General Motors alle Räder still: Seit Mitternacht streiken die Arbeiter für bessere Bedingungen. Das Management von GM ist darüber "enttäuscht".




Im Kampf für einen besseren Tarifvertrag bei General Motors (GM) haben tausende Beschäftigte die Arbeit niedergelegt. Der Streik begann um Mitternacht (Ortszeit), wie die Gewerkschaft United Auto Workers (UAW) im Kurzbotschaftendienst Twitter mitteilte. Sie hat 46.000 Mitarbeiter zum Streik aufgerufen - dem ersten seit zwölf Jahren. Grund sind gescheiterte Verhandlungen über einen neuen Tarifvertrag.



Die Geschäfte von GM laufen derzeit gut. Im vergangenen Jahr machte der Konzern 11,8 Milliarden Dollar (10,6 Milliarden Euro) Gewinn vor Zinsen und Steuern. Die Gewerkschaft argumentiert, es sei Zeit, die Beschäftigten teilhaben zu lassen.
https://www.dw.com/de/streik-bei-general-motors/a-50442471

Kuddel

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Re: Kämpfe in der Automobilindustrie
« Antwort #283 am: 18:33:56 Di. 17.September 2019 »
Zitat
Nun läuft das Unternehmen aus der US-Autometropole Detroit Gefahr, den Streik teuer zu bezahlen. Nach Schätzung des Credit-Suisse-Analysten Dan Levy könnten GM aufgrund von Produktionsausfällen täglich Kosten in Höhe von rund 50 Millionen Dollar (45 Mio Euro) vor Zinsen und Steuern entstehen.
https://www.wiwo.de/unternehmen/industrie/tarifkonflikt-streik-seit-mitternacht-gm-mitarbeiter-fordern-hoehere-loehne/25021608.html

ManOfConstantSorrow

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Re: Kämpfe in der Automobilindustrie
« Antwort #284 am: 11:09:48 Do. 19.September 2019 »
Zitat
„Wir werden keine Produktionssteigerung akzeptieren“
GM-Arbeiter in Mexiko diskutieren über Streik in den USA


Am 16. September nahmen etwa 35 Autoarbeiter des Montagewerks Silao von General Motors (GM) in Zentralmexiko an einer Versammlung teil. Es ging um den Austritt aus ihrer unternehmerfreundlichen Gewerkschaft und um die Frage, wie die mexikanischen Autoarbeiter auf den Streik von 46.000 US-amerikanischen GM-Arbeitern reagieren sollten, der in der Nacht zu diesem Montag begonnen hatte.

Der Arbeiter, der das Treffen leitete, sprach anschließend mit dem Autoworker Newsletter der World Socialist Web Site. Er sagte: „Wir haben die Arbeiter über die Situation in den Vereinigten Staaten informiert und waren uns alle einig, dass wir keine Produktionssteigerung akzeptieren werden. Tatsächlich sagte unser Anwalt dazu, dass wir nicht verpflichtet seien, Überstunden zu leisten, und wenn etwas passiere [im Sinne von Strafmaßnahmen], dann sollten wir uns weigern, irgendwelche Papiere zu unterschreiben.“

Dann forderte er die amerikanischen Kollegen auf: „Haltet uns auf dem Laufenden, und wir werden die Leute hier informieren, um eine Entscheidung herbeizuführen. Jetzt schon gibt es Unterstützung im Betrieb, und wir müssen einfach weiter kämpfen. Wenn uns mehr Kollegen unterstützen, werden wir vorankommen.“

General Motors, der größte US-amerikanische Autokonzern und der führende Autobauer in Mexiko, schikaniert die Arbeiter in Silao seit Wochen und schüchtert sie ein, um die Produktion im Hinblick auf den Streik in den Vereinigten Staaten hochzufahren.

Silao-Arbeiter berichteten empört, dass die Direktion Blutproben unter dem Vorwand, den Bleigehalt festzustellen, angeordnet habe, und diese anschließend als Drogentest auslegte. Sie versuchte, damit die Entlassung militanter Arbeiter zu rechtfertigen, ohne dass überhaupt konkrete Ergebnisse vorgewiesen wurden. Außerdem sind schlecht bezahlte Überstunden angeordnet worden, und die Arbeiter wurden angewiesen, „wegen erschwerter Bedingungen“ früher anzufangen. Auch wurde Arbeitern verboten, ihren Rucksack in die Montagehalle mitzunehmen.

Die Versammlung vom Montag musste mehrere Hindernisse überwinden, sagte der Arbeiter, der jedoch auch darauf hinwies, dass die Kollegen wegen des Streiks in den USA neues Vertrauen gefasst hätten. Er berichtete: „Auf Facebook hat jemand in einem Statement behauptet, das Ereignis sei abgesagt worden.“ Auch seien mehrere Arbeiter „aus Angst, ihren Arbeitsplatz zu verlieren, gar nicht gekommen“. Andere äußerten den Verdacht, ein „Schnüffler“ oder Spitzel könnte bei dem Treffen anwesend sei.

„Aber wir kämpfen weiter. Wir werden keine Manöver des Werks oder der Gewerkschaft akzeptieren. Wir haben in unsern Gruppen im Ganzen etwa 200 bis 300 Leute, und wenn wir 500 oder 1.000 erreichen, dann können wir den Betrieb stilllegen.(...)
https://www.wsws.org/de/articles/2019/09/19/mexi-s19.html
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!