Autor Thema: Arbeit und Strafvollzug  (Gelesen 2537 mal)

regenwurm

  • Hero Member
  • *****
  • Beiträge: 3536
  • Das System macht keine Fehler, es ist der Fehler.
Arbeit und Strafvollzug
« am: 12:42:12 Mo. 26.Juni 2006 »
Arbeit und Strafvollzug: eine rechtsvergleichende Studie der Aufgaben und Ausgestaltung der Gefangenenarbeit in Frankreich, Deutschland und England

worum geht es hier:

Zitat
Die Gefangenenarbeit - seit Jahrhunderten ein Pfeiler des Strafvollzugs - ist in den letzten Jahren in vielen europäischen Ländern unter Kritik geraten: in ihrer jetzigen Form sei sie kaum geeignet, ihrer Resozialisierungsaufgabe gerecht zu werden. In erster Linie wird der Mangel an Arbeitsplätzen, die niedrige Entlohnung, der ungenügende Rechtsschutz und die oft unqualifizierte, monotone Art der Beschäftigung bemängelt. Sind diese Vorwürfe gerechtfertigt?

Link:
Das System macht keine Fehler, es ist der Fehler.

raffi

  • Newbie
  • *
  • Beiträge: 32
Arbeit und Strafvollzug
« Antwort #1 am: 14:52:27 Di. 21.November 2006 »
Auch im Strafvollzug ist sehr großer Personalmangel und wenn da gespart wird, dann rächt sich das irgendwann.
2 Dinge sind unendlich: Das Universum und die menschliche Dummheit.
Aber beim Universum bin ich mir doch nicht so sicher. A. Einstein

Aragorn

  • Newbie
  • *
  • Beiträge: 44
Arbeit und Strafvollzug
« Antwort #2 am: 22:26:32 Fr. 24.November 2006 »
>die niedrige Entlohnung, der ungenügende Rechtsschutz und die oft unqualifizierte,
>monotone Art der Beschäftigung bemängelt. Sind diese Vorwürfe gerechtfertigt?

Soweit ich weiß "verdient" man im Knast wohnen, essen, bis 10€/Tag als Taschengeld und darf alle zwei Wochen Besuch empfangen.
Ich kann nur sagen das das bedeutend besser sein kann als das leben draußen wo man als Facharbeiter nicht auf Sozialhilfeniveau kommt und von den nach Abzug von Miete und Arbeitskosten mit den restlichen 6€/Tag vor allem den Kaloriengrundbedarf finanzieren muss. Und in Zeiten wo man der Arbeit hinterherziehen muss sind auch einmal Besuch in zwei Woche draußen vollkommen illusorisch. Ich zähle die mir wichtigen Sozialkontakte inzwischen in seit x Jahren nicht mehr gesehen.

Übrigens ist kriminalität aus einem weiteren Grund absolut zu befürworten:
Anders als Arbeitseinkommen das einem das Sozialamt voll anrechnet - unabhängig ob noch Unkosten durch die Arbeit entstehen, etc.
ist Einkommen aus eindeutig kriminellen Handlungen nicht angreifbar.

Will heissen:
1.mit kriminellem Einkommen steht man in Zeiten des Einkommens definitiv bedeutend besser dar als würde man legales Einkommen erzielen.
2.wenn man geschnappt wird (mir stellt sich auch die Frage ob es weitergeleitet wird wenn man dem Amt nachweist das es Einkommen aus kriminellen Handlungen ist)
steht man auch bedeutend besser da als ein Facharbeiter mit Familie oder Single mit Niedrigeinkommen.

Also hätte ich nicht eine andere Moral anerzogen bekommen - aus rein rechtlichen, finanziellen und Sozialpolitischen Gründen scheint mir eine kriminelle Laufbahn bedeutend sinnvoller zu sein als der Versuch im ersten Arbeitsmarkt eine Familie durchzubringen.
(Übrigens sehe ich auch 1€-Jobs als besseren Zustand als eine Tätigkeit im ersten Arbeitsmarkt vor Hartz4-Reform womit es endlich brauchbare Freibeträge für Arbeit gibt)