Autor Thema: Gewollte und verfolgte Schwarzarbeit  (Gelesen 22963 mal)

Fauler Hundt

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Gewollte und verfolgte Schwarzarbeit
« am: 09:49:45 Do. 18.März 2004 »
Ich arbeite auf dem Bau vorwiegend Großbaustellen und habe folgende Erfahrungen gemacht.

Immer wenn Kontrollen vom AA oder so kamen waren die organisierten Schwarzarbeiter nicht da. (ob es da bestochene Informanten aus dem AA gab?)Wir wurden in unserer Arbeit behindert, mußten schön unseren Sozialversicherungsausweis vorlegen und durften uns hinerher noch das Gemecker von unserem Chef anhören.

Der dicke Boss der Kolonne kommt immer zum Wochenende mit der dicken Marie in der Tasche und zahlt seinen Minilohn an die Kolonnenmitarbeiter.

Sollte von den armen Schweinen doch mal einer erwischst werden geht es ihm an den Kragen und nicht dem Boss.

Ich habe bei den zahlreichen Beiträgen in der Glotze noch nie davon gehört das ein Boss verurteilt worden ist.

Wären bei den Prachtbauten unserer so tollen Regierung in Berlin ständige Kontrollen gewesen , würden sich diese noch im Rohbau befinden.

Den kleinen Arbeiter, Arbeitslosen und Soziempfänger will diese Brut nun stärker verfolgen und kriminalisieren, während man die Bosse belohnt.

Wollten die tatsächlich etwas gegen die Schwarzarbeit im großen Stil machen , müßten sie eine Generalunternehmerhaftung einführen.

Dieser müßte mit drastischen Strafen belegt werden und nicht ide Opfer.
schwarzer mann

DianaMi5

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Gewollte und verfolgte Schwarzarbeit
« Antwort #1 am: 23:30:33 Fr. 25.März 2005 »
Die Grossen lässt man laufen - die Kleinen hängt man

Das war schon immer so und wird auch so bleiben.

aian19

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Gewollte und verfolgte Schwarzarbeit
« Antwort #2 am: 15:24:24 Sa. 26.März 2005 »
Tja, ich hoffe, das sich irgendwann hier in D die Kleinen wehren und die Großen hängen, im wahrsten Sinne des Wortes ! X( X( X( X(
"Wer kämpft, kann verlieren, wer nicht kämpft, hat schon verloren"

"Wenn Unrecht zu Gesetz wird, ist der Gesetzlose der einzige, der noch rechtmäßig handelt."

Mene mene tekel upharsin

Raspe

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Gewollte und verfolgte Schwarzarbeit
« Antwort #3 am: 15:20:41 Di. 31.Oktober 2006 »
Zitat
Original von aian19
Tja, ich hoffe, das sich irgendwann hier in D die Kleinen wehren und die Großen hängen, im wahrsten Sinne des Wortes ! X( X( X( X(

Warum eigentlich nicht?

...die kleinen sind doch deutlich in der Überzahl
wieso brennt's in Deutschland eigentlich nicht?

mupine

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Gewollte und verfolgte Schwarzarbeit
« Antwort #4 am: 16:13:13 So. 04.Februar 2007 »
..strafbar machen sich beide!Arbeitgeber und Arbeitnehmer...

mupine

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Gewollte und verfolgte Schwarzarbeit
« Antwort #5 am: 16:16:32 So. 04.Februar 2007 »
Habe ich selber früher mal auf dem Bau mitgekriegt!Da wollten die "schwarz" angestellten Osteuropäer türmen.Man hat sie aber geschnappt und der Firmenboss hat aber auch eine Strafe gekriegt!

klaus72

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Gewollte und verfolgte Schwarzarbeit
« Antwort #6 am: 17:54:00 So. 04.Februar 2007 »
.
Zitat
.strafbar machen sich beide!Arbeitgeber und Arbeitnehmer...
von mupine an 1789

So viel ich weiss, erhält der Arbeitgeber die Strafe wegen Schwarzarbeit im Strafmaß ab 300.000,- €. Die Malochern müssen die Sozialversicherung und die Lohnsteuer nachzahlen. Eine Geldstrafe wird noch dazu verhängt.

Wer konkret über den o.g. Strafmaß sich auskennt, bitte hier kommentieren.

meine Fragen:
- erhält der AG tatsächlich die Strafe wg. Schwarzarbeit ?
( über die Verurteilung oder Verhaftung des AG hatte ich bis heute nie zu lesen bekommen )
- haftet der Auftragsgeber als Unternehmer, wenn sein Subunternehmer als Auftragsnehmer die Schwarzarbeiter beschäftigt ?
- sind die Sozialversicherungsprämien und Lohnsteuerschulden nach dem Aufdecken der Schwarzarbeit rückwirkend fällig ?
( ....ich glaube, bis zu 4 Jahren kann die Schuld rückwirkend belastet werden....)

Kuddel

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Re:Gewollte und verfolgte Schwarzarbeit
« Antwort #7 am: 18:46:44 Sa. 21.November 2009 »
Zitat
Experte:
„Schwarzarbeit wirkt wohlstandsfördernd“

Schwarzarbeit hat in der Rezession wieder Konjunktur. Die Schattenwirtschaft wird nach Berechnungen des renommierten Linzer Experten Friedrich Schneider in diesem Jahr zwischen fünf und sieben Mrd. Euro mehr umsetzen als 2008. Seine These: Das illegal verdiente Geld ist sofort wieder in den Konsum geflossen und hat die Rezession damit abgemildert.


HB BERLIN. „Während die meisten Branchen unter den Folgen der Finanzkrise leiden, brummt Schwarzarbeit wie lange nicht“, sagte der Wirtschaftsprofessor an der Johannes-Kepler-Universität in Linz in einem am Wochenende veröffentlichten Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters. Mit geschätzten Einnahmen von mehr als 351 Mrd. Euro setze der illegale Sektor so viel um wie seit 2004 nicht mehr.Das sind fast 15 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung Deutschlands. Schneider, der zu den weltweit führenden Experten zum Thema Schwarzarbeit gehört, ermittelte die Summe unter anderem durch Befragungen und Veränderungen der Geldmenge.

Privater Konsum stabilisiert

Der Ökonom macht die Rezession für die blühende Schwarzarbeit verantwortlich. „Wegen steigender Arbeitslosigkeit, zunehmender Kurzarbeit und sinkenden Überstunden müssen viele Deutsche spürbare Verdienstverluste hinnehmen. Das versuchen sie auszugleichen, indem sie schwarz arbeiten.“ Umgekehrt sei in der Krise auch die Nachfrage nach Schwarzarbeit gestiegen, da sie billiger angeboten werde als reguläre Tätigkeiten.

Die Schattenwirtschaft habe dazu beigetragen, den privaten Konsum zu stabilisieren. Drei Viertel des illegal verdienten Geldes würden sofort wieder ausgegeben und damit in den legalen Wirtschaftskreislauf gepumpt. „Wer sein Geld auf diese Weise verdient, der legt es nicht auf das Sparbuch, sondern geht damit Einkaufen“, sagte Schneider. „In diesem Jahr ist die Schwarzarbeit deshalb ein Segen, ja sie wirkt wohlstandsfördernd. Sie hat den Abschwung gedämpft.“ Leidtragende seien Staat und Sozialversicherungen, denen Steuer- und Beitragseinnahmen verloren gingen.

„98 Prozent der Putzfrauen arbeiten schwarz“


Gang und gäbe ist Schwarzarbeit vor allem in Bau und Handwerk. 38 Prozent des illegal erwirtschafteten Umsatzes entfallen Schneider zufolge auf diesen Bereich. An zweiter Stelle folgen mit 17 Prozent die haushaltsnahen Dienstleister, vom Friseur über den Babysitter bis zur Putzfrau. „98 Prozent der Putzfrauen in deutschen Haushalten arbeiten schwarz“, sagte Schneider. „Hier wurde ein kompletter Berufsstand ausgelagert.“ Auf Rang drei folgen mit 16 Prozent der Hotel- und Restaurantbereich.

Schwarzarbeit ist nicht nur in Deutschland auf dem Vormarsch, sondern auch in den Nachbarländern Schweiz und Österreich. Der Anteil am Bruttoinlandsprodukt liege hierzulande mit 14,6 Prozent aber deutlich höher. Im Vergleich zu den 30 Mitgliedstaaten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) nehme Deutschland einen Mittelfeldplatz ein.

Die Schattenwirtschaft umfasst die Produktion von Gütern und Dienstleistungen, die absichtlich vor den staatlichen Behörden verheimlicht werden. Dazu zählen nicht gemeldete Beschäftigungsverhältnisse, aber auch nicht angezeigte selbstständige Tätigkeiten oder die illegale Beschäftigung von Ausländern.
http://www.handelsblatt.com/politik/nachrichten/experte-schwarzarbeit-wirkt-wohlstandsfoerdernd;2487481

ryba

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Re:Gewollte und verfolgte Schwarzarbeit
« Antwort #8 am: 16:54:03 Do. 21.Januar 2010 »
Als eine angebliche Hauptursache für die unbefriedigende Arbeitsmarktentwicklung wird immer ´mal wieder die Schwarzarbeit benannt. Im allgemeinen Sprachgebrauch ist damit die Erbringung von Arbeitsleistung unter Umgehung des Steuerrechts, Sozialversicherungsrechts, Wettbewerbsrechts und des Handwerksrechts gemeint. Meistens ist da der arbeitslose Leistungsempfänger gemeint,  der trotz der so emsigen Zollfahnder irgendwo eine Tätigkeit ausübt und das nicht meldet. Wirtschaftlich wesentlich umfangreicher jedoch ist die Schwarzabeit durch Handwerker, ´mal eben so ohne Rechnung…

Wenn wir uns aber die Definition „Schwarzarbeit“  auf der Zunge zergehen lassen, gibt es da noch eine andere Kategorie, die bisher völlig unterschätzt wird: Wenn ein Arbeitnehmer länger, als es sein Arbeitsvertrag vereinbart, für das Unternehmen arbeitet und die Zeit nicht abgesetzt oder als Überstunde bezahlt wird, so sind für diese Zeit ebenso Lohnsteuer, Sozialabgaben u.s.w. zu entrichten, auch wenn die Mehrarbeitszeit nicht vergütet wird. Man kann sich die Mehreinnahmen an Steuern und der Sozialabgaben vorstellen, wenn man über’s Jahr pro Arbeitnehmer mal nur eine Stunde pro Monat ansetzt. Da würde sich möglicherweise auch eine Kontrollbehörde (wie bei der Arbeitsagentur oder dem Zoll!) rechnen.

 Nur ist es dem Arbeitnehmer, der seine Firma in vielleicht schwieriger Situation unterstützen will und damit möglicherweise auch seinen Arbeitsplatz sichert, natürlich schwer zu vermitteln, dass er für seinen guten Willen (wenn er schon nicht bezahlt wird) auch noch seinen Arbeitnehmeranteil und Lohnsteuer abführen darf! Sicher könnte man da  praktikable Lösung finden, die nicht – wie jetzt - gegen geltende Gesetze verstößt. Denkbar wäre auch, dass daraus ein Bedarf an Arbeitskräften resultiert, aber das ließe sich wohl besser mit der exakten Erfassung und der progressiven Besteuerung von Mehrarbeit erreichen.

Bleibt also die Frage offen, warum wird richtigerweise der Missbrauch von Sozialleistungen so scharf und medienwirksam geahndet, dagegen bei anderen Verstößen gegen das Steuer-, Sozialversicherungs- und Wettbewerbsrecht (s. unbezahlte Mehrarbeit, Arbeit ohne Rechnung…) nicht genauso konsequent vorgegangen? Zumal Expertenmeinungen hier volkswirtschaftlich eine etwa zehnmal so hohe Schadensumme unterstellen, wie bei den ordinären Sozialleistungsbetrügern. Hat der Staat denn noch ´was zu verschenken oder ist das die neue Variante der Wirtschaftsförderung?
Ex oriente lux.

Kuddel

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Re:Gewollte und verfolgte Schwarzarbeit
« Antwort #9 am: 18:38:31 Sa. 30.Dezember 2017 »
Im Transportgewerbe herrscht ein rieseger Grau-bis Schwarzbereich, insbesondere, wenn es um osteuropäische Beschäftigte geht.
In dem Bereich gibt es so gut wie keine Kontrollen. Die aktuellen Razzien sind des Ergebnis von Initiativen in Zusammenarbeit mit kritischen Journalisten.

Ansonsten wird aktiv weggesehen, wenn es um Ausbeutung von Osteuropäern geht.

Anders sieht es aus, wenn Migranten freiberuflich schwarz arbeiten. Da gibt es rassistisch motivierte Kontrollen.

Zitat
Schrottsammler unter der Lupe

Bei einer Kontrolle in Homburg kamen zahlreiche Verstöße ans Licht.


Gemeinsam mit dem Hauptzollamt, dem Bundesamt für Güterverkehr (BAG) und dem Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz haben das Ordnungsamt und die Ortspolizeibehörde Homburg kürzlich zwei Kontrollaktionen durchgeführt. Im Mittelpunkt standen gemeinsame Überprüfungen von gewerbetreibenden Sammlern und Transporteuren von Schrott in Homburg, wie es in der Mitteilung der Stadtverwaltung Homburg heißt.

Immer wieder gab es zuvor den Verdacht, dass gegen Vorschriften des Kreislaufwirtschaftsgesetzes, der Gewerbeordnung und des Güterkraftverkehrsgesetzes verstoßen wird. Des Weiteren bestand der Verdacht des Sozialversicherungsbetrugs und der Schwarzarbeit. In der Tat wurden die Behörden schnell „fündig“. Es wurden bei den zwei Kontrollaktionen in allen Rechtsbereichen Verstöße festgestellt und teilweise weitere Ermittlungen eingeleitet. Illegal eingesammelter Elektroschrott, erhebliche Überladung einzelner Fahrzeuge, mangelnde Ladungssicherung sowie fehlende Gewerbenachweise und Fahrzeugzulassungen waren nur einige Verstöße. Auch wegen des Verdachts der Schwarzarbeit und des Sozialversicherungsbetrugs wird es zu weiteren Ermittlungen kommen. Bei der Überprüfung der Daten eines Fahrers wurde deutlich, dass dieser nicht über eine gültige Fahrerlaubnis für die gesteuerte Fahrzeugklasse verfügt. Eine Streife der Polizeiinspektion Homburg wurde im Rahmen der Amtshilfe hinzugezogen, die Personalien wurden aufgenommen und ein Strafverfahren eingeleitet.

Mit solchen gemeinsamen Aktionen möchten die Behörden neben den Schrottsammlern auch die Bevölkerung auf dieses Thema aufmerksam machen. Den meisten Menschen sei es egal, wer ihren Sperrmüll mitnimmt. Dennoch dürften das ausnahmslos Personen, die dieses Gewerbe auch angemeldet haben, weist das Ordnungsamt darauf hin, die Augen offen zu halten. Am einfachsten sei dies, indem man sich von dem Händler, der den Schrott mitnehmen möchte, die Reisegewerbekarte zeigen lässt.

Die meisten Kontrollierten zeigten sich einsichtig in Bezug auf die Anregungen der Behörden zu den verschiedensten Verstößen und gelobten Besserung.

Weitere Kontrollaktionen dieser Art sollen folgen.
https://www.saarbruecker-zeitung.de/saarland/homburg/homburg/schrottsammler-unter-der-lupe_aid-6995003

Kuddel

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Re:Gewollte und verfolgte Schwarzarbeit
« Antwort #10 am: 12:45:16 Di. 30.Januar 2018 »
Zitat
Zoll in Nordrhein-Westfalen - Großrazzia gegen Schwarzarbeit

Illegale Arbeiterkolonnen, Steuerhinterziehung, Sozialbetrug - durch Schwarzarbeit im Baugewerbe entstehen Millionenschäden. NRW geht jetzt massiv dagegen vor.


Spezialeinheiten des Zolls in Nordrhein-Westfalen gehen in einer Razzia gegen organisierte Schwarzarbeit im Baugewerbe vor. Ein Sprecher des Hauptzollamts Krefeld sprach von mehreren Zugriffen. Genauere Details gab es zunächst nicht. Mehr als tausend Einsatzkräfte seien beteiligt, laut dpa auch die Eliteeinheit der Bundespolizei, die GSG 9.

Im Laufe der Aktion habe es mindestens eine Festnahme gegeben. Durch Schwarzarbeit und Steuerhinterziehung im Baugewerbe entstünden Millionenschäden.
https://www.zdf.de/nachrichten/heute/zoll-in-nordrhein-westfalen-grossrazzia-gegen-schwarzarbeit-100.html

Immer wieder stellt sich die gleiche Frage: Welche Folgen hat es für die osteuropäischen Arbeiter? Strafverfahren? Abschiebung? Oder von nun an ein vernünftiger Job mit gezahlten Sozialversicherungsabgaben?

Kuddel

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Re: Gewollte und verfolgte Schwarzarbeit
« Antwort #11 am: 12:37:45 So. 25.August 2019 »
Immerhin: Hier wird gegen einen Unternehmer und nicht gegen die Arbeiter vorgegangen.

Zitat
Prozess um Schwarzarbeit startet

Schwarzarbeit und Steuerhinterziehung in einem Gesamtvolumen von rund 18,5 Millionen Euro stehen seit Donnerstag im Mittelpunkt eines Prozesses vor dem Landgericht Frankfurt.


Der Anklage zufolge soll ein 54-Jähriger ein Geflecht aus verschiedenen Baufirmen dirigiert haben, bei denen rund 260 Arbeitnehmer ohne Anmeldung bei den Sozial- und Vorsorgekassen auf Baustellen vor allem im Rhein-Main-Gebiet arbeiteten. Am ersten Verhandlungstag äußerten sich die beiden Angeklagten noch nicht zu den Vorwürfen.
https://www.hessenschau.de/panorama/prozess-um-schwarzarbeit-startet-in-frankfurt,kurz-prozess-ffm-106.html

Kuddel

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Re: Gewollte und verfolgte Schwarzarbeit
« Antwort #12 am: 10:15:15 Di. 15.Februar 2022 »
Die ZEIT zum Thema:

Zitat
"Wenn Schwarzarbeit einfach wegfallen würde, hätten wir ein Problem"
Hat bald jeder eine legale Haushaltshilfe? Die Regierung will das zumindest fördern.
https://www.zeit.de/arbeit/2022-01/schwarzarbeit-beschaeftigung-putzkraft-zuschuss

Hat bald jeder eine Haushaltshilfe? Reden die von ZEIT Lesern??

Zitat
Wenn es nach Arbeitsminister Hubertus Heil geht, dürften sich das künftig zumindest deutlich mehr Menschen leisten können. Familien, Alleinerziehende und pflegende Angehörige sollen ab dem nächsten Jahr bei den Kosten für eine Reinigungskraft staatlich unterstützt werden. 40 Prozent der Ausgaben für eine Reinigungskraft soll der Staat für sie übernehmen. Der Minister will so Menschen im Alltag entlasten und gegen illegale Beschäftigung vorgehen

Zitat
Bundesweit dürften es zehn bis 15 Millionen Menschen sein, die stundenweise entweder selbst schwarzarbeiten oder Schwarzarbeit beauftragen. Das lässt sich auf Grundlage von Umfragen schätzen. Und es wird sehr viel Geld mit Schwarzarbeit erwirtschaftet: Im vergangenen Jahr waren es 330 Milliarden Euro. Das entspricht ungefähr 9,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Zitat
90 Prozent der 3,3 Millionen deutschen Haushalte, die eine Reinigungskraft beschäftigen, sollen dies schwarz tun.

Zitat
Die eine sind Rentner und Arbeitslose, die teils sogar in Vollzeit schwarzarbeiten. Die andere Gruppe sind Ausländer, die meist von osteuropäischen Subunternehmern angeheuert werden, teils ohne Arbeitserlaubnis.

Zitat
Wenn Schwarzarbeit aber einfach wegfallen würde, hätten wir als Gesellschaft ein Problem. Paare, bei denen beide berufstätig sind, müssten plötzlich vieles selbst erledigen: putzen, auf die Kinder aufpassen, mit ihnen für die Schule lernen. Das bliebe vermutlich überwiegend an den Frauen hängen. Vermutlich würden vor allem sie kurzfristig weniger oder gar nicht mehr arbeiten gehen. Ein Riesenproblem für die Wirtschaft, für die Frauen selbst, für alle.

Das gesamte Interview der ZEIT ist eklig.
Friedrich Schneider, Ökonom der Universität Linz, forscht seit Jahren zu Schwarzarbeit und betrachtet die Schwarzarbeit als Ökonom. Die Schwarzarbeiter:innen sind für ihn nur Manövriermasse. Für ihn ist es beschlossene Sache, daß die gesellschaftliche Lebensrealität um zwei Jahrhunderte zurückfällt und wir wieder eine Kultur mit Hausbediensteten für normal halten sollen. Er argumentiert dabei, es würde für die Mittelklassefrau einen Rückschritt in ihrer Emanzipation geben, wenn man ihr die Haushaltshilfe nehmen würde.

Das Leben und Leiden des Hauspersonals kommt in dem Interview ebensowenig vor, wie dessen Möglichkeit sich zu wehren und zu kämpfen.