Autor Thema: Südkorea  (Gelesen 19541 mal)

ManOfConstantSorrow

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Südkorea
« am: 17:42:50 Mo. 17.Juli 2006 »
17.07.06
1.500 Arbeiter von Subunternehmern des Stahlkonzerns Posco in Südkorea haben seit mehreren Tagen das Verwaltungsgebäude von Posco besetzt. Sie streiken für eine 15-prozentige Lohnerhöhung und protestieren gegen den Einsatz von Streikbrechern. Die Sondereinsatzkommandos der Polizei versuchen seit Tagen, das Gebäude zu räumen. Daran hindern sie aber mehr als tausend Arbeiter, die zur Unterstützung der Streikenden vor das Gebäude gezogen sind. Auf beiden Seiten gab es Verletzte.
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regenwurm

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Südkorea
« Antwort #1 am: 18:25:41 Mo. 17.Juli 2006 »
Zitat
Die Sondereinsatzkommandos der Polizei versuchen seit Tagen, das Gebäude zu räumen. Daran hindern sie aber mehr als tausend Arbeiter

Endlich mal eine Gute Nachricht !

Wollen wir dann mal weiterverfolgen, wie es ausgeht.
Das System macht keine Fehler, es ist der Fehler.

handkey

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  • der neue Chef wollte uns gleich gegeneinander hetzen, 14 Leute sind aufgestanden und rausgegangen, weil wir keine Sekunde für einen so unehrlichen Chef arbeiten werden.
Südkorea
« Antwort #2 am: 16:40:53 Di. 18.Juli 2006 »
"es kommt nicht so sehr darauf an, die Arbeit niederzulegen, wie es darauf ankommt, sie in eigener Regie wieder aufzunehmen..."
(Errico Malatesta)
 :]
Staubsaugervertreter verkaufen Staubsauger,
Versicherungsvertreter verkaufen Versicherungen,
warum sollten ausgerechnet Volks- oder Arbeitervertreter
aus der Art schlagen?

ManOfConstantSorrow

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Südkorea
« Antwort #3 am: 19:12:44 Mi. 19.Juli 2006 »
19.07.06 - Südkoreas Regierung setzt 7.000 Polizisten gegen streikende Bauarbeiter ein
Rund 2.000 streikende Bauarbeiter von Subunternehmen haben seit letzten Donnerstag das Hauptquartier von Südkoreas größtem Stahlkonzern Posco besetzt. Durch den Streik liegen 20 Baustellen von Posco lahm, darunter ein Großprojekt zum Bau einer Direktreduktionsanlage. 7.000 Polizisten zur Bekämpfung von Aufständen kämpfen sich seit dem Wochenende Stockwerk für Stockwerk in dem 12-stöckigen Hauptquartier durch, um die Arbeiter zu vertreiben.
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ManOfConstantSorrow

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Südkorea
« Antwort #4 am: 13:22:01 Mo. 14.August 2006 »
Polizei prügelt Gewerkschaftsaktivisten zu Tode
Am frühen Morgen des 1. August starb Ha Joong Keun, Baugewerkschafter der Korean Federation of Construction Industry Trade Unions (KFCITU), KCTU, an den Folgen eines Einsatzes der Aufruhrpolizei am 16. Juli, als 3.000 der seit 1. Juli streikenden POSCO-Subunternehmen-Belegschaften eine Demonstration vor der Konzernzentrale organisierten, die mit Gewalt aufgelöst werden sollte. Die Demonstration war organisiert worden, nachdem POSCO eine Vereinbarung gebrochen hatte: Das Unternehmen hatte zugesagt, die Subunternehmen zu Verhandlungen mit der Gewerkschaft zu bewegen, stattdessen aber heimlich Streikbrecher angeworben. Als das Unternehmen die Riot-Polizei rief und diese aus dem ganzen Lande 10.000 Mann mobilisierte, flüchteten sich 3.000 Bauarbeiter in den Firmensitz und hielten diesen besetzt. Nach mehreren Tagen (in denen das Unternehmen Wasser und Strom für die Gebäude sperren liess) gingen die Arbeiter freiwillig heraus - und 58 von ihnen wurden festgenommen. Der Gewerkschaftsverband KCTU organisiert eine Solidaritätskampagne in deren Argumentation auch die ökonomische Rolle von POSCO in Südkorea und seine Public Relations und die Bedingungen unter denen die Belegschaften die Fabriken bauen müssen (unter anderem unter - verbotener - Anwendung von Asbest) gegenübergestellt.
(LabourNet)

Hintergungbericht
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ManOfConstantSorrow

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Südkorea
« Antwort #5 am: 15:51:13 Fr. 22.September 2006 »
Streik bei Posco beendet - Solidarität der Bauinternationale geht weiter

86 der im August festgenommenen Gewerkschafter von POSCO sind immer noch im Gefängnis. 23 Gewerkschafter sind "untergetaucht" und der Vorsitzende der Bauarbeiterföderation wird mit 4 Jahren Gefängnis bedroht. Nachdem unter massivstem öffentlichen Druck gegen sie beinahe die Hälfte der 3.000 Streikenden nach 82 Tagen die Arbeit wieder aufgenommen hatte, stimmten in einer zweiten Urabstimmung am 20. September rund 1100 der noch 1600 Streikenden für die Annahme eines Vertrags, den die Gewerkschaft mit den Subunternehmen ausgehandelt hatte (in der ersten Urabstimmung über diesen Tarifvertrag am 11. September lehnten beinahe zwei Drittel (64,5%) der Gewerkschaftsmitglieder den Vorschlag ihres Vorstandes ab).
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ManOfConstantSorrow

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Südkorea
« Antwort #6 am: 13:09:22 Fr. 12.Januar 2007 »
Tarifverhandlungen
Krawall im Hyundai-Hauptquartier
Der südkoreanische Automobilkonzern sucht die Konfrontation mit den Gewerkschaften. Es geht um die Höhe des Jahresbonuses und den Tarifvertrag. Die Produktion stockt bereits - und die Fäuste fliegen. Ein Manager und der Werkschutz erhielten Prügel. Jetzt sichern 2000 Polizisten das Hauptquartier in Seoul.


Seoul - Beim größten koreanischen Autobauer Hyundai drohen handfeste Auseinandersetzungen. Es geht um einen gültigen Tarifvertrag, den die Gewerkschaft anzweifelt. Die 44 000 Mitglieder starke Hausgewerkschaft hat für diesen Mittwoch zu einer Großdemonstration vor der Firmenzentrale im Süden Seouls aufgerufen. Es werden eine lautstarke Menge und Handgreiflichkeiten erwartet.

Fäuste flogen schon vor der Neujahrszeremonie am 3. Januar in Ulsan, als dem dortige Werksleiter und dem Vize-Chef des Konzerns von Gewerkschaftsmitgliedern die Zufahrt blockiert wurde. Bei den Auseinandersetzungen wurde einer der Manager im Gesicht verletzt, zehn Mann des Werkschutzes erlitten Blessuren.
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Nach harten Tarifverhandlungen hatten sich Huyndai Motor und die Gewerkschaft im vergangenen Jahr neben einer Lohnerhöhung auch auf die Jahresboni 2006 geeinigt. Sollte das Produktionsziel des Managements überschritten werden, wären Boni von 150 Prozent eines Monatslohns fällig. Liegt der Output leicht unter dem Soll, sind 100 Prozent Bonus vereinbart; wird das Ziel um zehn Prozent verfehlt, sollten nur 50 Prozent als Extra bezahlt werden. Von den Fließbändern liefen jedoch nur 98,5 Prozent. Entsprechend entschied Hyundai, nur 100 Prozent zu zahlen. Das wiederum versetzte die Gewerkschaftsbosse in Rage, die nun behaupten, es gäbe mündliche Absprachen, in denen für 2006 mindestens 150 Prozent versprochen wurden.

Aus Protest wurden von der Gewerkschaft seit dem 28. Dezember Überstunden und Wochenendarbeit verweigert. Nach Schätzungen der Konzernleitung ist daraus bereits ein Schaden von rund 120 Mrd. Won (100 Mio. Euro) entstanden. Dies entspreche einem Produktionsausfall von 8000 Autos.

Am heutigen Mittwoch wollen 2000 Gewerkschaftsmitglieder nach Seoul reisen und vorm Hauptquartier des Autokonzerns demonstrieren. 2000 Polizisten sichern das Gelände, Fenster wurden verriegelt, Schiffcontainer aufgestellt - um die aufgebrachten Gewerkschafter fernzuhalten.

Südkoreanische Gewerkschaften sind mächtig und wenig zimperlich, die großen Industriekonglomerate einiges gewohnt. Doch jetzt platzte den Hyundai-Managern der Kragen, sie gehen auf Konfrontationskurs. Vize-Chef Kim Dong-jin verwies auf die harte internationale Konkurrenz und den für Exporteure ungünstigen Won-Kurs. Beim Bezirksgericht in Ulsan, wo das größte Hyundai-Werk steht, reichte der Konzern Klage gegen die Hausgewerkschaft und 22 ihrer Funktionäre ein. Wegen der Arbeitsverweigerung wird ein Schadenersatz von einer Mrd. Won gefordert.

"Sollte die Gewerkschaft mit ihren illegalen Aktionen fortfahren, wird das Unternehmen irreparable Schäden erleiden", ließ die Konzernzentrale erklären. "Die illegalen Streiks haben einen Punkt erreicht, bei dem auf radikalste Weise der Unternehmensführung das Recht verweigert wird, Arbeit und Anlagen effizient zu organisieren."

Seit dem Jahr 2000 reichte Hyundai Motor neun Klagen gegen die Gewerkschaft in Südkorea ein, die meisten wurden jedoch wieder zurückgezogen. Jetzt soll es kein Einlenken geben.

Artikel erschienen am 10.01.2007 in DIE WELT
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ManOfConstantSorrow

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Südkorea
« Antwort #7 am: 21:42:33 Do. 19.Juli 2007 »
Am Montag traten 9.915 gewerkschaftlich organisierte Arbeiter bei General Motors Daewoo in Südkorea in den Streik. Die Frühschicht und die Nachtschicht streikten jeweils zwei Stunden für eine Erhöhung der Monatslöhne um umgerechnet 140 US-Dollar und eine besondere Bonuszahlung in Höhe von vier Monatsgehältern. 28.000 Arbeiter von Kia Motors streikten am Montag sechs Stunden für eine Lohnerhöhung von 8,9 Prozent.
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ManOfConstantSorrow

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Südkorea
« Antwort #8 am: 19:51:39 So. 22.Juli 2007 »
Seoul: Polizei räumt zwei besetzte Kaufhäuser

Die Polizei setzte in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul ein riesiges Aufgebot von 7.000 Beamten ein, um zwei besetzte Kaufhäuser zu räumen. Diese waren von rund 200 Beschäftigten besetzt worden. Sie protestierten damit gegen die geplante Entlassung von 900 Verkäufern mit befristeten Arbeitsverträgen, die Mehrzahl von ihnen Frauen.
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Schraubenwelle

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Südkorea
« Antwort #9 am: 07:38:15 Mo. 23.Juli 2007 »
auf Südkorea und der Arbeiter dort.
Denn China produziert die gleichen Waren um bis zu 85 % billiger als Südkorea.
das einstmals so erfolgreiche Südkorea bekommt nun erhebliche Probleme dadurch.
China produziert immer mehr hochwertige Waren zu einem Preis den fast kein anderes Land mehr halten kann.
Manche Ökonomen sagen voraus das China der Produktionsstandort der Welt wird.Egal um was es sich handelt.
China wird im laufe diesen Jahres Deutschland von Platz drei der Wirtschaftsleistung verdrängen.
Meine Persönliche Meinung...da wird noch was auf uns zukommen wovon einem Angst und Bange wird Südkorea ist das erste Anzeichen dafür.

ManOfConstantSorrow

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Südkorea
« Antwort #10 am: 12:44:46 Di. 31.Juli 2007 »
Seoul: Beschäftigte der E-Land-Gruppe, Gewerkschaftsaktivisten und einige Studenten haben erneut einen "New Core"- Supermarkt besetzt. 300 gingen rein als "Kunden", 200 weitere drangen bei Beginn der Aktion ein. Einen Tag zuvor war eine Besetzung eines anderen Supermarkts gescheitert; dabei waren mehr als ein dutzend Polizisten und Aktivisten verletzt worden. Die Polizei hat jetzt erst mal 3500 Mann vor dem Supermarkt postiert und drei führende Funktionäre des Gewerkschaftsverbandes KCTU verhaftet. Der Streit bei E-Land geht darum, daß die Firma grade rechtzeitig vor dem Inkrafttreten eines Gesetzes zum Schutz prekärer Arbeiter 900 Leute - meist Frauen - entlassen hatte. Die hatten nur befristete Verträge, wären aber durch das neue Gesetz geschützt gewesen.  

Quelle: Korea Herald, 30.7.07
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gutholz

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Südkorea
« Antwort #11 am: 01:59:50 Mi. 01.August 2007 »
hi all

respekt vor den koreaner ........ auf der ganzen welt wehren sich die leute

meistens leider ohne erfolg........ nur hier in deutschland wo die menschen-

rechte dafür geschaffen wären --- sieht man es wie in japan wo die leute zu

träge sind ....... weil es ihnen zu gut geht oder gut gegangen ist.........

einfach den baseballschläger aus dem schrank holen und damit zu seinem

arbeitsplatz gehen und seine rechte bei einem streick zu verteidigen .........

aber ohne gewalt und krassen aktionen wird sich nichts verändern...

man muss erst jemanden wehtun damit er anfängt zu denken......

gruss und kuss

ManOfConstantSorrow

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Südkorea
« Antwort #12 am: 12:49:50 Do. 02.August 2007 »
Seoul: Tausende Polizisten haben den E.Land- Supermarkt geräumt, der von Beschäftigten und Gewerkschaftern besetzt worden war. Dabei gab es einige Verletzte und 200 Festnahmen.

Quelle: Korea Herald, 1.8.07
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ManOfConstantSorrow

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Südkorea
« Antwort #13 am: 14:23:12 Di. 28.August 2007 »
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ManOfConstantSorrow

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Südkorea
« Antwort #14 am: 18:52:50 Fr. 21.September 2007 »
Busan: Im Zusammenhang mit den jährlichen Tarifverhandlungen wurden Anfang September 450 streikende Arbeiter des Autoteileherstellers S&T Daewoo ausgesperrt. Als Reaktion machen sie einen Dauersitzstreik in der Betriebskantine. Nach fast zwei Wochen ging der Geschäftsführer in die Kantine, um mit den Gewerkschaftsführern zu verhandeln. Als diese sahen, daß er kam, gingen sie hinaus. Daraufhin trat der Geschäftsführer in den Hungerstreik. Er fordert, daß die Gewerkschaft verhandelt.
 

Quelle: Yahoo! India News, 19.9.07
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