Autor Thema: Südkorea  (Gelesen 19530 mal)

ManOfConstantSorrow

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Südkorea
« Antwort #15 am: 17:40:44 Mo. 05.November 2007 »
Incheon: 400 Mitglieder der Bauarbeitergewerkschaft KFCITU demonstrierten zur Unterstützung eines seit 113 Tagen andauernden Streiks von Elektrikern. Während der Demo verbrannte sich ein streikender Elektriker selbst aus Protest gegen die sture Haltung der Arbeitgeber, die nicht verhandeln wollen. Die Gewerkschaft will mit 13 Sub-Unternehmern Tarifverträge für die Elektriker am Bau aushandeln, aber die Verhandlungen scheiterten, deshalb trat die Gewerkschaft in den Streik. Die Forderungen sind Anerkennung der Gewerkschaft, 44-Stunden-Woche, und Schluß mit illegalem Subkontraktieren. Außerdem geht es um sichere Arbeitsbedingungen.
 

Quelle: Building and Wood Workers International
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ManOfConstantSorrow

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Südkorea
« Antwort #16 am: 12:15:51 Do. 15.November 2007 »
Seoul: 20 000 nahmen an einer Demo gegen ein Freihandelsabkommen mit den USA teil. Die Demonstranten forderten außerdem eine Korrektur der Gesetze bezüglich prekärer Arbeit und schärfere Regeln gegen spekulierende ausländische Investoren. Es wurde auch der Rückzug südkoreanischer Truppen aus dem Irak gefordert. Da die Demo nicht genehmigt war, kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei.

Quelle: The Hankyoreh, 12.11.07
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Südkorea
« Antwort #17 am: 14:49:02 Mo. 17.Dezember 2007 »
Funktionäre der Migrantengewerkschaft ausgewiesen

Wie wir berichteten wurden am 27. November die Funktionäre der Migrantengewerkschaft MTU Präsident Kajiman, Vize-Präsident Raju und Generalsekretär Masum verhaftet. Wie soeben gemeldet wird, wurden sie in ihre Heimatländer abgeschoben. Weitere Informationen und die Bitte um Solidarität finden sich im Artikel „Urgent : Three Leaders of Migrants Trade Union Deported, Morning of Dec. 13!
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Südkorea
« Antwort #18 am: 12:05:11 Sa. 22.Dezember 2007 »
Solidemo

 

Manila: Mitglieder einer breiten Koalition von Migranten- Organisationen demonstrierten vor der Botschaft Südkoreas gegen die Repression gegen die dortige Migrantengewerkschaft MTU. Deren Vorsitzende (aus Nepal und Bangladesh) waren Ende November verhaftet worden und sind inzwischen abgeschoben worden. In Südkorea arbeiten nach Schätzung der Regierung 50 000 Philippinas/Philippinos.

inquirer.net, 18.12.07
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Südkorea
« Antwort #19 am: 17:13:01 Fr. 14.März 2008 »
Geschützt von 1000 Riot-Polizisten hat die lokale Verwaltung den Streikposten der prekär Beschäftigten der Koscom geräumt. Dabei wurden einige Streikende verletzt. Koscom vertreibt die Daten der Korea Exchange, der Börse in Seoul. Die etwa 60 Beschäftigten der Koscom hatten seit September letzten Jahres für ihre Festeinstellung gekämpft.

Quelle: The Hankyoreh, 13.3.08
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Südkorea
« Antwort #20 am: 15:50:14 Mo. 26.Mai 2008 »
Allianz missachtet Gewerkschaftsrechte in Korea

Beschäftigte der Allianz in Korea streiken seit dem 23. Januar gegen die Einführung eines leistungsbezogenen Vergütungssystems, das nicht dem geltenden Tarifvertrag entspricht. Die Konzernspitze in München hatte es bereits im März abgelehnt, eine koreanische Gewerkschaftsdelegation zu empfangen. Wegen gewerkschaftlicher Tätigkeiten wurden 87 Filialleiter in Korea entlassen…

http://presse.verdi.de/pressemitteilungen/showNews?id=34e9c5c0-28b8-11dd-584e-0019b9e321e1
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Südkorea
« Antwort #21 am: 14:27:46 So. 15.Juni 2008 »
Undankbare Koreaner: Wollen die doch keinen Schrott fressen...

Die USA forderten es als Voraussetzung des beiderseits gewünschten Freihandelsabkommens: Die Importrestriktionen für Rindfleisch (dessen Import 2003 vollständig ausgesetzt worden war wg BSE Gefahren und die 2006 für Tiere, die mit bis zu 30 Monaten Lebensalter getötet wurden wieder aufgehoben wurde) sollten mit einem dann am 17. April 2008 unterschriebenen Abkommen endgültig beseitigt werden. Womit sie die Rechnung gemacht hätten, allerdings ohne den Wirt. Denn, als dann sofort in die Debatte kam, dass entgegen der Absprachen doch Knochen mitgeliefert wurden, kochte die Volksseele über, und in zahlreichen Blogs konnte man beispielsweise lesen, Korea sei nicht der Mülleimer der USA. Die Proteste waren dermaßen heftig, dass die vom gerade eben erst gewählten Präsidenten benannte Regierung ihren kollektiven Rücktritt anbieten mußte - in Seoul sollen eine Million Menschen protestiert haben.
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Südkorea
« Antwort #22 am: 11:20:25 So. 22.Juni 2008 »
Gewalttätige Proteste gegen US-Rindfleischimporte

Seoul. afp/sda/baz. Im Streit um die Einfuhr von US-Rindfleisch nach Südkorea haben sich Demonstranten in Seoul am Sonntag Strassenschlachten mit der Polizei geliefert. Bei den gewalttätigen Auseinandersetzungen wurden Dutzende Menschen verletzt.

Zwölf Demonstranten wurden nach Polizeiangaben festgenommen. Die Zusammenstösse begannen am Morgen nach einer nächtlichen Kerzenwache gegen die Aufhebung eines 2003 verhängten Einfuhrverbots für US-Rindfleisch, als Hunderte wütende Demonstranten einen Polizeibus angriffen.

Nach Angaben der Organisatoren hatten 60 000 Menschen an der Kerzenwache teilgenommen. Die Polizei sprach von 10 000 Teilnehmern.

Die südkoreanische Regierung hatte den Importstopp, der aus Furcht vor mit BSE infiziertem Fleisch erlassen worden war, im April aufgehoben. Die USA hatten angedroht, ein separates Freihandelsabkommen mit Südkorea nicht zu ratifizieren, wenn das Land seinen Rindfleisch-Markt nicht öffnet.

Kritiker bemängeln, dass es keine ausreichenden Sicherheitskontrollen für das importierte Rindfleisch gebe. Auch die Erklärung der südkoreanischen Regierung vom Samstag, in Verhandlungen mit den USA neue Sicherheitsgarantien erhalten zu haben, konnte den Zorn der Bevölkerung nicht besänftigen.

Demnach hätten sich die USA bereit erklärt, kein Fleisch von Rindern zu exportieren, die zum Zeitpunkt der Schlachtung älter als 30 Monate sind. Ältere Rinder gelten als anfälliger für BSE.

Die Massenproteste hatte in Südkorea zu einer schweren Regierungskrise geführt. Ministerpräsident Han Seung Soo und sein gesamtes Kabinett boten vor zwei Wochen wegen der Krise ihren Rücktritt an. Präsident Lee Myung Bak ersetzte daraufhin mehrere hochrangige Mitarbeiter. Ausserdem wird eine baldige Regierungsumbildung erwartet.

http://www.baz.ch/news/index.cfm?ObjectID=AF588868-1422-0CEF-7057FE856C7A7C03
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Südkorea
« Antwort #23 am: 12:08:57 So. 29.Juni 2008 »
Hunderte Verletzte bei Demonstration in Südkorea

Seoul. ap/baz. Bei Ausschreitungen während einer Grossdemonstration in Südkorea sind in der Nacht zum Sonntag mehrere hundert Menschen verletzt worden. Etwa 15.000 Demonstranten gingen in Seoul auf die Strasse, um gegen die Wiederaufnahme von Rindfleisch-Importen aus den USA zu protestieren.

Einige Personen versuchten, die Polizeibusse wegzuziehen, die den Weg zum Präsidialamt versperrten. Die Polizisten setzten daraufhin Wasserwerfer und Feuerlöscher ein, um die Demonstranten zurückzudrängen. Diese wiederum griffen die Sicherheitskräfte mit Stahlrohren und Steinen an.

Nach Angaben der Organisatoren wurden hunderte Demonstranten verletzt. Laut Polizei erlitten auch mehr als 100 Beamte Verletzungen. Rund 50 Demonstranten seien festgenommen worden.

http://www.baz.ch/news/index.cfm?ObjectID=D3223BE4-1422-0CEF-701C53AAB24C29F5

P.S.: Condoleezza Rice ist gerade in Südkorea :D
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Südkorea
« Antwort #24 am: 11:03:21 Mo. 30.Juni 2008 »
Anlässlich des Besuchs der amerikanischen Aussenministerin demonstrierten erneut 15 000 gegen den Import von Rindfleisch aus den USA. Dabei kam es zu Strassenschlachten, als die Demonstranten zum Präsidentenpalast ziehen wollten. Dabei ging die Polizei - wie schon bei früheren Demos - mit äusserster Brutalität vor, allerdings wehrten sich diesmal die Demonstranten. Mehrere hundert Demonstranten und über hundert Polizisten wurden verletzt, viele davon schwer. 35 Polizeifahrzeuge wurden beschädigt. Tags zuvor war eine Polizeieinheit eingekesselt und die Beamten einzeln verprügelt worden: "Wenn ihr uns gefangen nehmt, haben wir eine harte Zeit. Jetzt seid ihr gefangen, seht wie das ist" (Chosun Ilbo, 27.6.) Ein Versuch von 50 Mitgliedern der YMCA, sich zwischen Demonstranten und Polizei auf den Boden zu legen, um Konfrontation zu verhindern, ging schief: die Polizisten trampelten einfach drüber. "Wir gingen davon aus, dass die Polizei uns nicht angreift, wenn wir auf dem Boden liegen und 'Keine Gewalt' rufen. 10 Polizisten traten auf mich drauf. Das kommt einer Kriegserklärung an das Volk gleich", so der Generalsekretär der YMCA von Korea im Krankenhaus (The Korea Herald, 30.6.08 ). Unterdessen schäumen die konservativen Zeitungen vor Wut, nachdem in den letzten Tagen auch einige ihrer Büros aufgemischt worden waren. "Gesetzlosigkeit, Anarchie, Schläger überall, Poliisten verprügelt, Reporter angegriffen, anständige Bürger haben Angst", so die Chosun Ilbo (27.6.08 ); und die Dong-A Ilbo: "Korea fällt ins Koma" (28.6.08 )

http://www.youtube.com/watch?v=X8J2eTVN194&eurl=http://www.umwaelzung.de/aaktuell.html
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Südkorea
« Antwort #25 am: 14:43:33 Do. 17.Juli 2008 »
4000 Arbeiter in drei Fabriken des Reifenherstellers Kumho Tire traten im Zusammenhang mit Tarifverhandlungen in den Streik. Es geht um Lohnerhöhungen und geplanten Arbeitsplatzabbau.

Quelle: The Korea Times, 9.7.08
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Südkorea
« Antwort #26 am: 12:17:23 Fr. 08.August 2008 »
Haftbefehle gegen den gesamten KCTU Vorstand und die Metallgewerkschaft

Die Volksbewegung gegen das Abkommen über Fleischimporte aus den USA hat die neue südkoreanische Regierung schwer getroffen. Der Gewerkschaftsbund KCTU und die ihm angehörende Metallgewerkschaft hatten Anfang Juli 2008 zum Streik gegen dieses Abkommen aufgerufen und diesen auch erfolgreich organisiert. Jetzt gehen landesweit die Staatsanwaltschaften gegen den Gewerkchaftsbund vor: Es habe sich, wie die Regierung sagt, um einen illegalen politischen Streik gehandelt. Der gesamte Vorstand des KCTU und auch der Metaller werden mit Haftbefehlen überzogen, der Sitz des Gewerkschaftsbundes von der Polizei umstellt. Die Pressemitteilung:
http://labournet.de/internationales/korea/gewfleischstreik.html
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Kuddel

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Re: Südkorea
« Antwort #27 am: 19:42:42 Sa. 03.Januar 2009 »
Südkoreanisches Parlament

Abgeordnete prügeln sich mit Wachleuten[/size]

Aufruhr in Südkoreas Volksvertretung: Als Wachleute versuchten, eine Sitzblockade der Opposition zu beenden, kam es zu einer wilden Rauferei.


Oppositionsabgeordnete im südkoreanischen Parlament haben sich mit Wachleuten geprügelt.

Zu der handgreiflichen Auseinandersetzung kam es, als mehr als 150 Wachleute versuchten, den von zahlreichen Volksvertretern und ihren Helfern besetzten Hauptsitzungssaal der Nationalversammlung in Seoul zu räumen.

Nach Berichten der nationalen Nachrichtenagentur Yonhap erlitten ein Abgeordneter und etwa 20 Helfer und Wachleute leichte Verletzungen.

Mit der Blockade will die Demokratische Partei (DP) verhindern, dass die regierende konservative Große Nationalpartei (GNP) dank ihrer Mehrheit umstrittene Gesetze verabschieden kann.

Der Zugang zum Podium des Parlamentspräsidenten wird bereits seit mehr als einer Woche blockiert. Im Mittelpunkt des Streits stehen dabei die Ratifizierung eines Freihandelsabkommens mit den USA und verschiedene Änderungen des Mediengesetzes.

Die sozialdemokratische DP will die Annahme des Handelspakts solange hinauszögern, bis die Regierung unter anderem weitere Maßnahmen zum Schutz der koreanischen Landwirte ergreift. Derartige Blockadeaktionen haben im südkoreanischen Parlament in der Vergangenheit schon oftmals zu gewalttätigen Auseinandersetzungen geführt.


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Re: Südkorea
« Antwort #28 am: 19:14:57 Di. 13.Januar 2009 »
Minerva verhaftet    


[Protest gegen Internetzensur und
die Verhaftung eines Bloggers]

Seoul: Die Staatsanwaltschaft hat einen Mann verhaftet, von dem sie behauptet, dass er als "Minerva" zu einem berühmten Wirtschaftsexperten im Internet geworden ist. Vorwurf: "Verbreitung falscher Informationen", was in Südkorea seit einiger Zeit strafbar ist und mit bis zu 5 Jahren Haft geahndet werden kann. Minerva war zur Berühmtheit gelangt, weil er eine Woche vorher den Zusammenbruch der Lehmann Brothers vorausgesagt hatte und mit mehreren hundert Postings scharfe - und oft überzeugende - Kritik an der Wirtschaftspolitik der Regierung geübt hat. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm jetzt vor, er hätte fälschlich behauptet, die Regierung hätte am 29.12. die Banken angewiesen, den Handel mit USDollar zu unterbrechen, um einen weiteren Fall des Won zu verhindern. Die Regierung wies dies umgehend zurück, der Won stürzte aber erst recht. Was die Staatsanwaltschaft (und die rechten Medien wie z.B. die DongA Ilbo) besonders erbost, ist, dass der Mann offenbar keine "fundierte Universitätsausbildung" hat, sondern sich seine Kenntnis über ökonomische Zusammenhänge selbst beigebracht hat.

Quelle: The China Post, Dong-A Ilbo, JoongAng Daily, 10.1.09
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Re: Südkorea
« Antwort #29 am: 11:08:51 Mo. 13.April 2009 »
Gewerkschafter verhaftet    

Seit im letzten Juli beim Nachrichten-Kabelsender YTN die Regierung einen neuen Chef ernannt hat, protestiert die Gewerkschaft des Senders dagegen, u.a. indem sie dem neuen Chef den Zutritt zu seinem Büro blockierte. Das Management hat bereits fünf Anzeigen gegen Gewerkschafter erstattet. Vor kurzem kamen Tarifverhandlungen zum Erliegen, die Gewerkschaft plante daraufhin einen Streik. Bei den Tarifverhandlungen geht es um Gehaltserhöhungen um 7,2 Prozent und die Wiedereinstellung von sechs wg. der Proteste entlassenen und suspendierten Gewerkschaftern. Kurz vor Streikbeginn verhaftete die Polizei vier Gewerkschaftsführer. Die Gewerkschaftsmitglieder reagierten mit einer Arbeitsniederlegung auf diese Festnahmen.   

Quelle: The Korea Times, The Hankyoreh, 23.3.09


   Streik bei YTN zuende    
Der seit 23. März andauernde Streik der Beschäftigten des Kabel-Nachrichtensenders YTN ist mit einem Kompromiß beendet worden. Die sechs entlassenen Gewerkschafter werden wieder eingestellt; ein verhafteter Gewerkschaftsführer wurde freigelassen. Im Gegenzug zieht die Gewerkschaft eine Klage gegen den neuen Chef des Senders zurück. Der war von Staatspräsident Lee Myung-bak gegen den Willen der Beschäftigten ernannt worden - es ist sein früherer Medienberater.

Quelle: Yonhap, 3.4.09


Migrantin geschlagen    

Daejeon: Ein lokaler Reporter war zufällig in der Lage zu filmen, wie die Beamten mit "illegalen" ArbeiterInnen umgehen. Eine Chinesin (koreanischer Herkunft) war mit einem Touristenvisum eingereist und hatte in einem Restaurant gearbeitet. Mit Gewalt wurde sie bei einer Razzia in einen Gefangenentransporter gezerrt - und das sieht man im Video - dort von einem Beamten geschlagen, ohne dass sie sich wehrte. Es gab anschließend eine kleine Demo. Die Einwanderungsbehörde will den Vorfall untersuchen.    

Quelle: Indymedia Korea, The Korea Times, 10.4.09


Google weist Realname-System zurück    

Google Korea hat einige Funktionen seiner Seiten abgeschaltet. Videoclips können nicht mehr auf Youtube gestellt werden, Kommentare können nicht mehr gepostet werden. Der Grund: Seit 1. April gilt, daß in Südkorea alle großen Provider und Betreiber von Webseiten mit mehr als 100 000 Hits pro Tag die reale Identität ihrer aktiven Nutzer überprüfen müssen - anhand von Namen und Personalausweisnummer. Google hät dies für eine Einschränkung der "Meinungsfreiheit im Internet". Solange die Nutzer nix uploaden, brauchen sie auch keine Realnamen anzugeben. Google verweist darauf, daß Südkoreaner auch weiterhin die internationalen Seiten von Google nutzen können [die allerdings nicht in koreanischer Sprache sind!].

Quelle: The Hankyoreh, 10.4.09
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