Autor Thema: Südkorea  (Gelesen 20188 mal)

Kuddel

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Re:Südkorea
« Antwort #45 am: 20:05:39 Do. 19.Dezember 2013 »
Ich möchte Euch über die aktuellen Entwicklungen zum laufenden Angriff der südkoreanischen Regierung auf die gewerkschaftlichen Rechte der koreansichen Eisenbahner_innen berichten:
 
Brutaler Angriff auf Eisenbahner_innen
http://gewerkschafterohnegrenzen.blogspot.de/2013/12/brutaler-angriff-auf-eisenbahnerinnen.html
Entgegen dem breiten Widerstand in der Bevölkerung und dem der Eisenbahner_innen, plant die Regie­rung in Südkorea ein Restrukturierungs- und Privatisierungsprogramm bei der koreanischen Bahn (KORAIL). Aufgrund der Weigerung der Regierung und KORAIL, darüber mit den Gewerkschaften zu reden, hat die koreanische Eisenbahnergewerkschaft KRWU am 9. 12.2013 einen Streik begonnen.
...
Streikbrecher tötet Fahrgast während Bahnstreik in Korea

http://gewerkschafterohnegrenzen.blogspot.de/2013/12/haftbefehle-gegen-15-weitere.html
Der Tod eines 84 Jahre alten U-Bahn-Fahrgastes wird einem 19 Jahre alten Transportstudenten vorgeworfen, dem die Arbeit an den Zugtüren als Ersatz für streikende Bahnarbeiter übertragen wurde.
...
Haftbefehle gegen 15 weitere Funktionäre der Eisenbahnergewerkschaft
http://gewerkschafterohnegrenzen.blogspot.de/2013/12/haftbefehle-gegen-15-weitere_19.html
Gegen weitere Funktionäre der Eisenbahnergewerkschaft ist ein Haftbefehl ausgestellt worden.
...

Protestkundgebung am Freitag / 18 Uhr / Berlin - Brandenburger Tor
(Seite der französischen Botschaft)
http://gewerkschafterohnegrenzen.blogspot.de/2013/12/protestkundgebung-am-freitag-18-uhr.html
Auch in mehreren anderen Städten finden Kundgebungen statt, gegen die repressiven Zustände in Korea und zur Unterstützung der streikenden koreanischen Eisenbahner_innen.
...
Weitergehende Informationen findet Ihr hier:
"Railway union workers stage indefinite walkout": http://youtu.be/fHSJLBhoY7w
"Ministerium prüft Lizenzantrag": http://world.kbs.co.kr/german/news/news_newsthema_detail.htm?lang=g&id=news_newsthema&No=120309&current_page=1
"Polizei durchsucht Büros der Eisenbahngewerkschaft": http://world.kbs.co.kr/german/news/news_newsthema_detail.htm?lang=g&id=news_newsthema&No=120373&current_page=
 
Werde auch Du aktiv und unterstütze den weltweiten Protest:
Schicke bitte heute Deine Protest-Mail los: http://bit.ly/1kcOZ8y
Poste diesen Link auf Deiner Facebook-Seite: http://bit.ly/1kcOZ8y
Tweete: "Hände weg von den koreanischen Eisenbahnarbeiter_innen!" - http://bit.ly/1kcOZ8y

Kuddel

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Re:Südkorea
« Antwort #46 am: 09:54:17 Sa. 01.März 2014 »
   

Massiver Streik in Korea - Ihr könnt helfen


von Eric Lee - LabourStart

Koreanische Gewerkschaftsmitglieder kämpfen in vorderster Front für die Demokratie.

Am 25. Februar war Park Geun-hye Präsidentin Südkoreas.

Deswegen hat der Südkoreanische Gewerkschaftsbund, KCTU, gemeinsam mit sozialen Bewegungen, zum Beispiel die der BauerInnen, der städtischen Armenbevölkerung, InhaberInnen von kleineren Läden, Studierenden und der Jugend, an dem Tag zum landesweiten "Streik des Volkes" aufgerufen.

Sie haben unter der Parole "Nach einem Jahr Park-Regierung halten wir es nicht länger aus!" demonstriert.

Menschen- und Gewerkschaftsrechte wurden attackiert und die Demokratie des Landes untergraben, seitdem Park an die Macht gekommen ist.

Streiks zu organisieren ist in der Koreanischen Republik unter Präsidentin Park immer gefährlicher geworden. Harte Repressionen sind üblich, die Gewerkschaften werden angegriffen.

Die Zulassung der LehrerInnengewerkschaft KTU wurde durch den Staat zurückge- nommen und der Gewerkschaft der Regierungsangestellten KGEU wurde sie von Anfang an verweigert. In Gewerkschaftshäusern wurden Razzien durchgeführt. Elf führende Gewerkschaftsmitglieder sitzen zur Zeit hinter Gittern.
Manche befinden sich in U-Haft, manche wurden bereits verurteilt. Vier wurden auf Kaution freigelassen und werden später vor Gericht kommen.

In Solidarität mit den 15 führenden Gewerkschaftsmitgliedern, die in Südkorea im Ge- fängnis, oder lediglich auf Kaution freigelassen wurden, fordert die globale Gewerk- schaftsbewegung zusammen mit der KCTU die Freilassung aller eingesperrten Gewerk- schaftsmitglieder.

Deswegen hat der Internationale Gewerkschaftsbund (ITUC/IGB) diese neue Kampagne bei LabourStart ins Leben gerufen:
www.labourstartcampaigns.net/show_campaign.cgi?c=2194

Es wird Dich weniger als eine Minute kosten, deine Unterstützung für unsere Kolleginnen und Kollegen kundzutun, die in Korea in vorderster Linie für die Demokratie kämpfen.

Nachdem Du selbst unterschrieben hast, informiere bitte Deine KollegInnen in Deiner Gewerkschaft und am Arbeitsplatz darüber.

Ich weiß, dass wir auf Dich zählen können.
Besten Dank!

Eric Lee
LabourStart
Unit 168, Lee Valley Technopark
Ashley Road, Tottenham
London, England N17 9LN
United Kingdom
www.labourstart.org

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Re:Südkorea
« Antwort #47 am: 12:02:05 Mo. 26.Januar 2015 »
Zitat
Linke Partei verboten    

Das Verfassungsgericht hat die Vereinigte Progressive Partei UPP verboten. Sie habe versucht, die "liberale Demokratie" zu unterminieren und ein System wie in Nordkorea anzustreben. Ihre fünf Sitze im Parlament gehen verloren, ihr Vermögen wird eingezogen. Die Partei war erst 2011 als Zusammenschluß mehrerer Gruppen gebildet worden. Es war das erste Verbot einer politischen Partei, seit dieses Gericht 1988 gebildet worden ist. Davor hatten Diktatoren (darunter der Vater der derzeitigen Präsidentin) nach Belieben Parteien zugelassen oder verboten. Schon im Januar diesen Jahres waren führende Mitglieder der UPP, darunter ein Parlamentsabgeordneter, zu langen Haftstrafen verurteilt worden, wegen "Vorbereitung eines Aufstandes".
Quelle: JoongAng Daily, The Hankyoreh, 19.12.14

Zitat
   Massenfestnahme    

Seoul: Mindestens 220 Arbeiter der SK Broadband sind festgenommen worden. Sie waren in die Lobby der Verwaltung gekommen, um ihre Forderungen nach Festeinstellung und besseren Arbeitsbedingungen zu unterstreichen. Sie streiken seit 48 Tagen. SK ist einer der 10 größten Chaebol.
Quelle: CINA, 8.1.15

Zitat
   Repression    

Vier Lehrer wurden zu Haftstrafen mit Bewährung verurteilt, weil sie in einer Versammlung ihrer Gewerkschaft ein Referat über die Politik und Ideologie Nordkoreas gehalten hatten. Dabei waren "Papiere in ihrem Besitz", in denen die Selbstverteidigungsideologie Nordkoreas "gepriesen" wurde. In einem anderen Prozeß wurden neuen frühere Mitglieder der verbotenen Vereinigten Progressiven Partei ebenfalls zu Haftstrafen mit Bewährung veruteilt.
Quelle: The Korea Herald, 23.1.15
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Re:Südkorea
« Antwort #48 am: 20:42:05 So. 07.Mai 2017 »
Zitat
   Leben    
Manila: zwischen 10 000 und 50 000 demonstrierten gegen den Präsidenten. Aufgerufen hatte die Katholische Kirche. Die Demo richtet sich gegen die mehr als 7000 Morde, die im Zusammenhang mit dem "Krieg gegen die Drogen" verübt worden sind, aber auch gegen Pläne, die Todesstrafe wieder einführen zu wollen.
Quelle: InterAksyon, 18.2.17

Zitat
   Streik bei Hyundai Heavy    
Ulsan: Es soll der erste "Vollstreik" bei Hyundai Haevy Industries seit 23 Jahren gewesen sein. Das meint, dass er 8 Stunden gedauert hat; von den 13 000 Gewerkschaftsmitgliedern haben sich zwischen 800 und 1500 beteiligt. Es geht um Lohn, die Firma will keine Lohnerhöhung gewähren, weil es den Werften nicht so gut gehe. Es geht aber auch um Pläne, die Hyundai Haevy umzustrukturieren, d.h. Baumaschinen, Elektro und Automatisierung von den Werften abzuspalten.
Quelle: JoongAng Daily, 24.2.17

Zitat
Transportstreik
Manila: Erneut sind die Jeepneys in Streik getreten. Dieses Mal offenbar größer angelegt; im Großraum Manila wurden viele öffentliche Schulen, bis hin zu Universitäten, geschlossen. Der Streik richtet sich gegen die Verordnung, Fahrzeuge, die 15 Jahre oder älter sind, stillzulegen. Außerdem sollen nur noch Firmen zugelassen werden, die mindestens 10 Fahrzeuge im Einsatz haben und mindestens 7 Mio Peso (etwa 130 000 €) an Eigenkapital haben. Auch in anderen Städten wurde gestreikt.
Quelle: Manila Times, Interaksyon, 27.2.17

Zitat
Park abgesetzt
Das Verfassungsgericht hat Park Geun-hye einstimmig endgültig abgesetzt. 13 Vergehen werden ihr zur Last gelegt, darunter Korruption und die Vernachlässigung ihres Amtes bei und nach dem Untergang der Sewol. Park ist die älteste Tochter des Diktators Park Chung Hee; sie war am 9.12.2016 vom Parlament vorläufig suspendiert worden. Seit dem gab es jeden Samstag riesige Demos gegen sie - in letzter Zeit aber auch für sie. Auch heute demonstrierten beide Seiten; dabei kamen zwei ihrer Unterstützer ums Leben, laut Polizei handelt es sich um Selbstmorde. Innerhalb von 60 Tagen muß jetzt ein neuer Präsident gewählt werden.
Quelle: Korea Times, The Korea Herald, JoongAng Daily, 10.3.17

Zitat
Gegen die Raketen
Im Bezirk Seongju haben Hunderte gegen die Aufstellung des amerikanischen Abfangsystems THAAD demonstriert. Anlass war, dass erste Raketen schon im Land angekommen sind. Dieses schnelle Vorgehen ist angeblich eine Reaktion auf Raketentests durch Nordkorea. Die Demonstranten glauben allerdings, dass man vor der Wahl eines neuen Präsidenten Fakten schaffen will. Denn beide Oppositionsparteien sind gegen die Stationierung oder fordern mindestens eine breite Anhörung.
Quelle: JoongAng Daily, 10.3.17

Zitat
   Gegen Leiharbeit    
San Miguel, Compostela: Am 17.3.2017 hat die Duterte-Administration eigentlich die Leiharbeit (genauer: Verleihung von Arbeitskräften ohne weitere Leistung) auf 6 Monate eingeschränkt. Arbeiter der Shin Sun Tropical Fruit (Kapital aus Südkorea, Bananen) sind jetzt in Streik getreten, weil sie nach 6 Monaten nicht übernommen, sondern entlassen worden sind. Die Plantage hat einfach andere Arbeiter einer anderen Leihfirma angeheuert. (Bulatlat)
Passi City, Iloilo: Seit dem 29.3. streiken 139 Arbeiter der Zuckerfabrik der Central Azucarera de San Antonio. Sie fordern Zulagen ein. Laut Firma sind wesentliche Zulagen schon anerkannt, wie z.B. das 13. Monatsgehalt und Sozialversicherung. Die Arbeiter werden unterstützt von den Zuckerbauern, die eine Barrikade um die Verwaltung errichtet haben, um den Zugang von Streikbrechern zu verhindern. (BusinessWorld)
Quelle: div., 7.4.17

Zitat
   Todeszellen    
Migrante International, das Netzwerk philippinischer ArbeiterInnen im Ausland hat den Präsidenten aufgefordert, sich für die Landsleute einzusetzen, die zum Tode verurteilt sind. Das sind derzeit 81, davon allein in Saudi Arabien 31. Viele davon hatten keine Chance, weil sie von niemandem unterstützt worden sind, auch nicht von den philippinischen Botschaften oder Konsulaten. Der Präsident ist zur Zeit in Saudi Arabien.
Quelle: Rappler, 12.4.17

Zitat
   Erfolgreicher Streik    
Compostela Valley: Nach 13 Stunden Streik haben 133 ArbeiterInnen einer Packstation der japanischen Bananenplantage Sumifru ihre Forderung durchgesetzt: Sie werden in Zukunft im Stundenlohn bezahlt; bisher war es Stücklohn, der für 12 Stunden Arbeit am Tag 320 Peso (6 €) brachte. Der Streik wurde von ArbeiterInnen aus anderen Packstationen unterstützt - mehr als 1000 ArbeiterInnen sollen an den Aktionen beteiligt gewesen sein.
Quelle: Davao Today, 19.4.17

Zitat
   Landarbeiter    
Makati City: Mehr als 200 Landarbeiter aus der Region um Davao protestieren vor der Hauptverwaltung der Lapanday Food (9565). Nach dem Landverteilungsprogramm war ihnen 145 ha Land zugesprochen worden; die Firma klagt dagegen und hat ihnen den Zugang verwehrt. Die Lapangay hat inzwischen mehr als 1000 ha Bananenplantagen unter ihrer Kontrolle - unter anderem dadurch, dass sie Landarbeiter in direkte wirtschaftliche Abhängigkeit bringt.
Quelle: Bulatlat, 4.5.17




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Re:Südkorea
« Antwort #49 am: 21:05:22 Di. 04.Juli 2017 »
Demonstration zum Auftakt des sozialen Streiks in Seoul:
60.000 auf der Straße für höheren Mindestlohn, Verbot der Zeitarbeit und Beendigung des Subunternehmen-Unwesens, für Gewerkschaftsrechte

Rund 60.000 in Seoul beim Auftakt des Prekärenstreiks des KCTUDie Mehrheit der TeilnehmerInnen der Demonstration am 30 .Juni 2017 in der südkoreanischen Hauptstadt waren junge Menschen: Die im Wirtschaftswunderland zu Mindestlöhnen unter Bedingungen arbeiten müssen, die unmenschlich sind. Womit der Gewerkschaftsbund KCTU eindrucksvoll die Gegenpropaganda widerlegt hat, er sei ja nur Vertreter der Stammbelegschaften – eine Widerlegung im Bündnis mit zahlreichen sozialen Organisationen und einer wachsenden Zahl selbstorganisierter Gewerkschaften in besonders prekären Bereichen, was der KCTU als „sozialen Streik“ definiert hatte (Siehe den Verweis auf die vorherigen Beiträge am Ende des Artikels). Der Gewerkschaftsbund machte deutlich, dass es nicht seine Haltung und nicht sein Interesse ist, solcherart Ausbeutungsbeziehungen „mit zu gestalten“, sondern: Abzuschaffen. Das ist die Forderung auch an eine Regierung, die betont hat, man wolle dafür arbeiten, dass die Beschäftigten und auch die Erwerbslosen im Land wieder ein würdiges Leben haben könnten. Rund um die Großdemonstration fanden auch verschiedene kürzere Streiks statt.

http://www.labournet.de/internationales/korea-rep/gewerkschaften-suedkorea/demonstration-zum-auftakt-des-sozialen-streiks-in-seoul-60-000-auf-der-strasse-fuer-hoeheren-mindestlohn-verbot-der-zeitarbeit-und-beendigung-des-subunternehmen-unwesens-fuer-gewerkschaftsrechte/

http://www.labournet.de/internationales/korea-rep/gewerkschaften-suedkorea/demonstration-zum-auftakt-des-sozialen-streiks-in-seoul-60-000-auf-der-strasse-fuer-hoeheren-mindestlohn-verbot-der-zeitarbeit-und-beendigung-des-subunternehmen-unwesens-fuer-gewerkschaftsrechte/
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Re:Südkorea
« Antwort #50 am: 15:51:07 Do. 07.September 2017 »
Zitat
38 Verletzte bei Anti-THAAD-Protesten

Hunderte von Demonstranten hatten versucht, die Zufahrt zum Stützpunkt des Raketenabwehrsystems in der östlichen Provinz Nord-Gyeongsangzu zu blockieren.




Bei Protesten gegen die Erweiterung eines US-Raketenabwehrsystems sind im Osten Südkoreas Dutzende Menschen verletzt worden. Hunderte von Demonstranten hatten versucht, die Zufahrt zu einem militärischen Stützpunkt zu blockieren. Ihnen standen laut Medienberichten rund 8.000 Polizisten gegenüber. Bei Auseinandersetzungen zwischen den Gruppen seien mindestens 38 Menschen verletzt worden, darunter sechs Polizisten.

Trotz der Proteste wurden nach Angaben des Verteidigungsministeriums vier weitere Raketenwerfer des Systems THAAD auf dem Stützpunkt installiert. Die THAAD-Raketen sollen Kurz- und Mittelstreckenraketen abfangen. Trotz Protesten von China, Russland und Bürgergruppen hatte die US-Armee im vergangenen April mit dem Aufbau des Abwehrsystems begonnen. Peking und Moskau sehen ihre Sicherheitsinteressen in der Region durch THAAD bedroht.
http://de.euronews.com/2017/09/07/sudkorea-38-verletzte-bei-anti-thaad-protesten

ManOfConstantSorrow

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Re:Südkorea
« Antwort #51 am: 10:49:36 So. 21.Januar 2018 »
Zitat
Warnstreik    
Ulsan: Im Rahmen der diesjährigen Lohnverhandlungen sind die Arbeiter des Werkes Ulsan von Hyundai Motor für zwei Stunden in einen Warnstreik getreten. Die Produktion war vollständig angehalten.
Quelle: The Korea Times, 11.8.17

Zitat
Migranten    
Seoul: 500 Arbeitsmigranten demonstrierten für die Abschaffung des Systems für Arbeitserlaubnis. Dieses System erlaubt zwar Leuten aus 15 Ländern zu arbeiten, schreibt aber vor, dass innerhalb von drei Jahren nur dreimal der Job gewechselt werden darf. Das gibt den Arbeitgebern viel Macht, unfaire Bedingungen durchzusetzen, so der derzeitige Vorsitzende des Gewerkschaftsdachverbandes KCTU. Anlass für diese Demo war der Selbstmord eines Nepalesen Anfang des Monats, der die Arbeitsbedingungen nicht mehr ausgehalten hatte.
Quelle: The Korea Herald, 21.8.17

Zitat
TV-Streik    
Insgesamt fast 4000 Beschäftigte der beiden großen TV-Sender MBC und KBS sind in Streik getreten. Nachrichtensendungen werden verkürzt, im Unterhaltungsbereich laufen Wiederholungen. Die Fernsehleute protestieren gegen die Intervention vom Management in ihre Berichterstattung und unfaire Arbeitsbedingungen.
Quelle: JoongAng Daily, The Korea Times, 5.9.17

Zitat
Großaufgebot


[Gewaltsame Auflösung der Blockade vom THAAD]

Soseong-ri: 8000 Bullen waren aufgeboten, um die Blockade von 300 Dorfbewohnern vor dem Golfplatz aufzulösen, auf dem das amerikanische Raketenabwehrsystem THAAD aufgebaut ist. Zwei Raketenwerfer und das Radar stehen schon, jetzt sollen 4 weitere Werfer hinzukommen. Bei den Auseinandersetzungen wurden 38 Leute verletzt, 21 mußten ins Krankenhaus gebracht werden.
Quelle: The Sydney Morning Herald, Yonhap, 7.9.17

Zitat
Großdemo    
Seoul: In Erinnerung an die erste große Demo vor einem Jahr gegen die damalige Präsidentin versammelten sich 60 000. 23 Wochenende lang wurde anschließend demonstriert, was schließlich mit zur ihrer Amtsenthebung geführt hat. Ein Teil der Demo wollte eigentlich nur feiern; ein anderer Teil zog zum Präsidentenpalast, um aktuelle Themen anzusprechen; so wurde zum Beispiel der Abzug der THAAD-Raketen gefordert.
Quelle: JoongAng Daily, 30.10.17

Zitat
   Streik bei LG    
Seoul: Seit dem 20. September sind 400 ArbeiterInnen der LG Household & Healthcare im Streik für höhere Löhne. Zwar hat die Firma ihr ursprüngliches Angebot von 3,1 % auf 5,25 % erhöht, für die Gewerkschaft ist es eine Mogelpackung: um etwa 4,3 % werden die Löhne sowieso nach früheren Abkommen erhöht. Nachdem auch Zulagen gekürzt worden sind, verlangt sie 13,8 %.
Quelle: Yonhap, 10.11.17

Zitat
Arbeiterdemo    
Seoul: 50 000 demonstrierten für ein besseres Arbeitsrecht. Die Demo erinnerte an Jeon Tae-il, ein Textilarbeiter, der sich am 13. November 1970 in Protest gegen die miserablen Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie selbst verbrannt hatte. Diese Aktion führte zum Anwachsen einer Gewerkschaftsbewegung, die tatsächlich in der Lage war, die Bedingungen zu verbessern [die Textilindustrie zog dann weiter nach China und Indonesien, Red.] und am Ende gar die Diktatur zu beenden.
Quelle: Yonhap, JoongAng Daily, 13.11.17

Zitat
   Streik bei Hyundai    
Ulsan: Weil es keine Einigung über (verlängerte) Arbeitszeiten gibt, sind die Arbeiter, die den neuen kleinen SUV "Kona" produzieren, in Streik getreten.
Quelle: The Korea Herald, 28.11.17

Zitat
   U-Bahn    
Seoul: Gewerkschaftlich organisierte Beschäftigte der Seoul Subway Line No. 9 demonstrierten beim Bürgermeisteramt. Sie protestieren gegen überlange Arbeitszeiten und zuwenig Personal. Die Demo markiert den Beginn eines 6-Tage Streiks. Der Betrieb der Linie war gestört; das war aber die Folge von technischen Problemen bei zwei Zügen, so das Management.
Quelle: The Korea herald, 30.11.17

Zitat
   Krankenhaus    
Seoul: Gewerkschaftlich organisierte Beschäftigte des Seoul National University Hospital streikten für einen Tag. Sie verlangen, dass Befristete fest eingestellt werden. Daneben verlangen sie die Abschaffung von Leistungslohn für die Ärzte und die Einrichtung eines Trauma-Zentrums und für Verbrennungsopfer.
Quelle: CINA, 10.12.17

Zitat
   Abgelehnt    
Bei Hyundai Motor haben die Gewerkschaftsmitglieder einen neuen Tarifvertragsentwurf mit 50,24 % abgelehnt. 45 000, also 88 %, nahmen an der Abstimmung teil. Ein Gewerkschaftssprecher vermutet, dass die Lohnerhöhung nicht hoch genug war.
Quelle: Yonhap, 23.12.17

Zitat
   Putzen    
Incheon: Die gewerkschaftlich organisierten Reinigungskräfte, die am Incheon International Airport die Flugzeuge reinigen, sind in Streik getreten. Sie sind nicht direkt beim Korea Airport Service angestellt, sondern bei der Leihfirma EK Manpower. Sie beklagen überlange Arbeitszeiten, Zulagenkürzung und Benachteiligung der Frauen. Wieviele der insgesamt 380 ArbeiterInnen streiken, ist nicht erwähnt; die Korea Airport Service hat 170 Streikbrecher organisiert.
Quelle: The Korea Times, 1.1.18

Zitat
Verspätungen    
Incheon International Airport: Der Streik der Flugzeugreiniger, der seit dem 30.12.17 andauert), hat inzwischen zur Verspätung von mehr als 400 Flügen der Korean Air, d.h. mehr als 50 pro Tag (von etwa 110), geführt. 380 Reinigungskräfte streiken für höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen. Der Korean Airport Service hat 170 Leute als Streikbrecher eingestellt und auch die Flugbegleiter angewiesen, beim Saubermachen zu helfen.
Quelle: The Korea Times, 9.1.18

Zitat
Warnstreiks bei Hyundai    
Nachdem die Arbeiter von Hyundai Motor ein Verhandlungsergebnis abgelehnt haben hat die Gewerkschaft zu Warnstreiks aufgerufen. Früh- und Spätschicht legten für je 6 Stunden die Arbeit nieder. Ein neues Angebot von Hyundai gibt es noch nicht.
Quelle: Yonhap, 10.1.18

Zitat
   Angenommen    
Ulsan: Die Gewerkschaftsmitglieder bei Hyundai Motor (9941) haben einen zweiten Tarifvertragsentwurf angenommen. Einen ersten Deal hatten sie noch abgelehnt, woraufhin es weitere Warnstreiks gegeben hat. Die Lohnerhöhung ist gleich, der Bonus ist gleich, nur bei der Extrazahlung gibt es jetzt statt 3 Mio Won 3,2 Mio Won (der Unterschied beträgt etwa 150 €).
Quelle: Yonhap, 16.1.18

Zitat
   Putzen    
Seoul: Etwa 100 Reinigungskräfte der Yonsei Universität haben das Hauptgebäude der Uni besetzt. Sie protestieren damit gegen Stellenabbau und Umstrukturierung. Letztes Jahr sind 31 KollegInnen in Rente gegangen, sie wurden aber nicht ersetzt. Stattdessen wurden stundenweise Studenten beschäftigt. Die ArbeiterInnen sind nicht direkt bei der Uni beschäftigt, sondern über eine Agentur, an die die Uni weniger Geld bezahlt.
Quelle: The Hankyoreh, 17.1.18

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Re:Südkorea
« Antwort #52 am: 18:04:35 Mo. 25.Juni 2018 »
Zitat
#MeToo
In Seoul sind es mehr als 1000, die im Rahmen der #MeToo- Bewegung gegen sexuelle Belästigung und sexuelle Gewalt demonstrierten. Demos gab es auch in anderen südkoreanischen Städten wie Gwangju, Jeonju, Daegu, Gimhae und Pohang.
Quelle: The Korea Times

Zitat
   Schuhmacher    
Seoul: 98 Schuhmacher, die für die Marke Tandy produzieren, sind seit dem 6. April in Streik. Sie kämpfen gegen ein Jahrzehnte altes System der Scheinselbstständigkeit. Sie alle sind gezwungen, eine eigene Firma zu unterhalten und bekommen dann Aufträge von Tandy. Das bedeutet, dass sie keinerlei soziale Absicherung wie Sozial- oder Unfallversicherung haben und der Willkür der Firma ausgeliefert sind. Sie fordern direkte Beschäftigung bei Tandy. Vor einem Jahr hatte ein Gericht festgestellt, dass sie eigentlich schon Beschäftigte von Tandy sind. Die Firma hält sich aber nicht daran.
Quelle: The Hankyoreh, 22.4.18

Zitat
   1.Mai
Große Demo in Seoul. In Busan kam es zu Auseinandersetzungen mit 10 Verletzten, als Aktivisten eine Statue im Gedenken an die Zwangsarbeit unter japanischer Besatzung aufstellen wollten.

Zitat
   Streik bei Oracle
Seoul: Die Beschäftigten der koreanischen Niederlassung von Oracle sind in Streik getreten. Von den etwa 1000 Beschäftigten haben bei einer Urabstimmung 96 % dem Streik zugestimmt. Es gab eine Protestversammlung vor dem Verwaltungsgebäude. Sie protestieren dagegen, dass sie seit 2009 keine Gehaltserhöhung mehr bekommen haben, während neu Eingestellte deutlich mehr kriegen. Einige haben gekündigt und sich um eine Neueinstellung beworben. Allerdings will Oracle die Belegschaft verkleinern, weil sich der Fokus des Geschäfts vom Server zur Cloud verschoben hat.
Quelle: Chosun Ilbo, 16.5.18

Zitat
   Mindestlohn    
Das Parlament hat ein neues Gesetz zum Mindestlohn verabschiedet. Der wird um 16,4 % erhöht, aber gleichzeitig dürfen Zulagen, auch solche, die in Naturalien wie Kantinenessen geleistet werden, eingerechnet werden. Dagegen protestieren beide Gewerkschaftsdachverbände. Die KCTU organisierte einen Generalwarnstreik, an dem sich 80 000 beteiligt haben sollen.. Vor allem die Gewerkschaft bei Hyundai organisierte einen zweistündigen Streik.
Quelle: CINA, 29.5.18

Zitat
   Frauendemo    
15 000 Frauen demonstrierten in Seoul gegen Sexismus der Polizei. Es geht um illegal aufgenommene Fotos oder Videos von intimen Situationen der Frauen, etwa unter dem Rock oder in Umkleideräumen. Solche Dateien werden zuhauf gemacht und im Netz veröffentlicht. Das ist ein krimineller Akt, aber die Polizei ist sehr lax darin, solche Sachen zu verfolgen. Als allerdings letzten Monat eine Frau ein Bild von einem nackten Mann veröffentlichte, wurde sie umgehend festgenommen. "Es ist nicht so, dass sie nicht könnten. Sie wollen nicht."
Quelle: JoongAng Daily, 11.6.18
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Re: Südkorea
« Antwort #53 am: 16:20:54 Do. 27.Juni 2019 »
Zitat
Zurück zu alten Verhältnissen? KCTU-Vorsitzender von südkoreanischen Behörden festgenommen – Protest und Widerstand werden vorbereitet



Am 21. Juni verhaftete die südkoreanische Polizei Kim Myeong-hwan, den Vorsitzenden des koreanischen Gewerkschaftsbundes KCTU. Zuvor hatte ein Gericht in Seoul einen Haftbefehl erlassen und von einem Fluchtrisiko gesprochen. In den letzten drei Monaten war es immer wieder zu teils gewaltsamen Auseinandersetzungen mit der Polizei vor dem koreanischen Parlament gekommen. Hintergrund ist eine umstrittene Gesetzesvorlage, die laut Gewerkschaftsführern die Arbeitszeit gefährlich verlängern würde.
http://www.labournet.de/?p=150842
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Re: Südkorea
« Antwort #54 am: 15:20:43 So. 13.Oktober 2019 »
Zitat
Eisenbahnverkehr in Südkorea durch Streiks beeinträchtigt

Durch den 72-Stunden-Streik von südkoreanischen Eisenbahnern kam es kurz nach Beginn zu einigem Chaos. Die Mitarbeiter im Eisenbahnverkehr fordern bessere Arbeitsbedingungen.


Laut Angaben der Korea Railroad Corp. und des Ministeriums für Land, Infrastruktur und Verkehr sind 20 bis 60 Prozent aller Personen- und Güterzüge von dem Streik betroffen.
(...)
Es ist der erste Streik seit drei Jahren nach einem 74-tägigen Streik zwischen September und Dezember 2016.

Die 19.000 Mitglieder starke koreanische Eisenbahnergewerkschaft fordert, dass KORAIL die Zulagen normalisiert und die Löhne um 4 Prozent erhöht. Sie fordern auch die Einstellung neuer Mitarbeiter, um die Arbeitszeit der derzeitigen Arbeitnehmer zu verkürzen.

Die gewerkschaftlich organisierten Arbeiter beschlossen, Anfang September zu streiken, nachdem zwölf Runden von Gesprächen auf hoher Ebene und auf Arbeitsebene, die im Mai begannen, gescheitert waren.

Die Gewerkschaft sagte, sie werde im November einen weiteren Streik starten, wenn ihre Forderungen nicht erfüllt würden.
(...)
Allerdings plant die Gewerkschaft nächste Woche einen dreitägigen Streik, wenn ihre Forderungen nicht erfüllt werden.
https://sumikai.com/korea-news/eisenbahnverkehr-in-suedkorea-durch-streiks-beeintraechtigt-259926/
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