Autor Thema: Tip zum Vorstellen beim Sklaverhändler  (Gelesen 2576 mal)

Hajo

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Tip zum Vorstellen beim Sklaverhändler
« am: 12:46:13 So. 28.März 2004 »
JOBS DIE KEINER WIRKLICH WILL

Tip zur Vorstellung beim Sklavenhändler

Rund 2/3 aller Jobs bei sog. Zeitarbeits- oder Arbeitnehmerüberlassungsunternehmen  (Sklavenhändler) werden von Personen angenommen, die vorher erwerbslos waren (und oft auch danach wieder ihre 'Brötchen' vom Arbeitsamt holen). Dazu bei tragen sicher auch die Vermittlungsbemühungen der Arbeitsämter in Betriebe dieser Branche - meist ohne dass erkennbar ist, dass das Arbeitsamt überhaupt geprüft hat, ob diese Jobs gesetzlichen oder sonstigen Standards entsprechen. Wieder einmal ist es an Erwerbslosen selbst zu prüfen, wie der Sklavenjob denn wirklich aussieht. Dies umso dringlicher, als es neben den regelmäßig schlechten Bedingungen in der Leihbranche (siehe auch letzte quer, S. 14 + 22) „mehr als nur ein paar schwarze Schafe" gibt (so das a-info der gewerkschaftl. Koordinierungsstelle im Okt. 01). Als Hilfestellung zur Prüfung angebotener Sklavenjobs (im Vorstellungsgespräch selbst demonstrieren Personalwerber der Leihunternehmer auf Fragen Stellensuchender häufig die Kunst wortreicher aber informationsloser Rede) veröffentlichte das a-info im Oktober ein Musterschreiben des Bremer Juristen G. BRAUNER an Leiharbeitsbetriebe. Das a-info wies jedoch darauf hin, daß „einzelne Arbeitsämter die völlig legitimen Anfragen im Musterbrief als Fehlverhalten der Arbeitslosen auslegen und eine Sperrzeit androhen bez. verhängen." Das ist lt. a-info rechtlich nicht haltbar. Jedoch müsse mensch sich ggf. eines Sperrzeitbescheids erwehren (siehe auch den ausführlichen Artikel „Die Jeans als Sperrzeitgrund" zur Sperrzeit nach 'Fehlverhalten bei der Arbeitssuche' in dieser quer-Ausgabe).

Da es sich bei dem Brief lediglich um ein Muster handelt, wird es i.d.R. nötig sein, den Text der jeweiligen Situation anzupassen (z.B. sind nicht alle Leihjobs Schicht- oder Montagejobs).



Musterbrief bei Vermittlung in Leiharbeit
Absender ...              Datum An die Firma ...
Vorstellungstermin wegen Arbeitsverhältnis
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich hatte heute versucht, Sie telefonisch wegen eines Vorstellungstermins zu erreichen. Leider kam keine Verbindung zustande.
Zur Vermeidung von Missverständnissen bitte ich deshalb um die schriftliche Vergabe eines Vorstellungstermins.
Mir wäre es sehr angenehm, wenn Sie mir dazu eine Urkunde (Arbeitsvertrag) zur Überprüfung durch Dritte zusenden bzw. im Termin bereithalten könnten.
Legen Sie mir bitte darüber hinaus eine Erlaubniserteilung des Landesarbeitsamtes, eine genaue Stellenplatzbeschreibung, eine abschließende und detaillierte Fahrkostenerstattung, die Einsatzorte, die Regelungen der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, die Urlaubsregelungen, die regelmäßigen Arbeitszeiten und die abschließende Lohnhöhe, einschließlich der Zulagen für Erschwernisse bei der Arbeit, der Montagezuschläge (Auslösungen) und Zuschläge für Sonderarbeitszeiten, wie z.B. Schicht, Sonn- und Feiertagsarbeit, vor.

Für Ihre Bemühungen bedanke ich mich und freue mich auf einen Vorstellungstermin.



Mit freundlichen Grüssen (Unterschrift)