Autor Thema: Unsere Vertreter  (Gelesen 3418 mal)

Jupp

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Unsere Vertreter
« am: 19:30:27 Mi. 05.Februar 2003 »
Der Beamtenbund hat soeben vorgeschlagen auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld zu verzichten. Haben wir nicht tolle Arbeitnehmervertretungen in Deutschland!?!

ManOfConstantSorrow

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Unsere Vertreter
« Antwort #1 am: 14:22:42 Mi. 21.Januar 2004 »
Bei solchen Freunden braucht man keine Feinde mehr!

  Bei der Interessenvertretung der Beamten kam man vom Regen in die
  Traufe.

Zitat
Original von bahnvonunten.de

Peter Heesen, Vorsitzender des Deutschen Beamtenbundes (DBB)  macht der Regierung Vorschläge, diese greift sie umgehend auf und bastelt daraus ein Gesetz oder was auch immer. Jemandem, der dem politisch linken Lager angehört, müßte jetzt vor Freude das Herz höher schlagen, weil die Regierenden/Herrschenden sich Vorschläge eines sich Gewerkschaft nennenden Standesvereins (die Bezeichnung Gewerkschaft verbietet sich eigentlich für den DBB) zu eigen macht. Tut es aber nicht. Eher schwillt die Halsschlagader ob der Vorschläger dieser gelben Standesorganisation an.

Der DBB war es, der im letzten Jahr freudig den Vorschlag machte, die Weihnachtszuwendung zu kürzen. Er hatte sogar vorgeschlagen, die Auszahlung dieser Zuwendung auf 12 Monate zu verteilen. Die Regierenden in Bund und Länder haben diesen Vorschlag natürlich sofort aufgegriffen und ihn noch verschärft. Die Weihnachtszuwendung ist in einzelnen Bundesländern teilweise um bis zu 50 % gekürzt worden. Und da man gerade beim Kürzen und Streichen war, ist das Urlaubsgeld z.B. in NRW bei den BeamtInnen direkt ganz gestrichen worden. Als Sahnehäubchen dürfen jetzt die beamteten Kolleginnen und Kollegen z.B. in NRW 41 Stunden in der Woche arbeiten. Alles in allem handelt es sich hier um eine Normerhöhung. In der ehemaligen DDR hat eine Normerhöhung am 17. Juni 1953 zu einem Volksaufstand geführt.

Wer gedacht hat, schlimmer könnte es seitens des DBB nicht mehr kommen, hat sich getäuscht. In der “Berliner Zeitung” redet Peter “Harry” Heesen den deutschen Stammtischen das Wort. Die Arbeitszeiten sollen flexibler werden, damit können dann auch die Öffnungszeiten flexibler werden. Und natürlich soll es “faulen Beamten” an den Kragen gehen. Das Zauberwort heißt “Leistungsbezahlung”. Wie, bitte schön, soll denn nach Leistung bezahlt werden? LehrerInnen z.B. werden nach dem Notendurchschnitt der Klassenarbeiten bezahlt, BeamtInnen in den Ausländerbehören nach der Anzahl der Abschiebungen? Alleine in NRW werden 33.000 Stellen im öffentlichen Dienst vernichtet, 13.000 davon durch die Erhöhung der wöchentlichen Arbeitszeit der BeamtInnen auf 41 Stunden. Sollten die öffentlichen Arbeitgeber mit ihrer Forderung nach Erhöhung der Wochenarbeitszeit für ArbeiterInnen und Angestellte auch nur annähernd durchkommen, werden noch mehr Arbeitsstellen vernichtet. Und das alles natürlich bei weniger Geld. Am 17. Juni 1953 sollte man für das gleiche Geld “nur” mehr arbeiten.  Die von “Harry” Heesen gemachten Vorschläge sollen BeamtInnen motivieren. Nach dem, was man den Beschäftigten alles zugemutet hat und noch weiter zumutet, tragen diese Vorschläger zu einer weiteren Demotivation bei. Beifall bekam er natürlich von Westerwelle und Co., die schon seit Jahren keiner ehrlichen Arbeit mehr nachgehen. Bundesregierungssprecher Thomas Seg bekundete auch Sympathien für die Vorschläge, erklärte aber, “daß die Beamten nicht nur loyal, sondern auch motiviert seien”.

Man kann nach diesen Vorschlägen von Heesen eigentlich nur konstatieren : “Wer heute noch Heesen’s Beamtenbund vertraut, dem hat man das Gehirn geklaut”
Arbeitsscheu und chronisch schlecht gelaunt!